Kunst aber als Brotbelag

Bekanntlich bekomme ich immer am Mittwoch eine Biokiste mit Obst, Gemüse und Käse, nebst zwei Flaschen Milch. Am Donnerstagmorgen schwamm ich so vor mich hin im See und wie ich so schwamm wurde ich hungrig. Ha, dachte ich mir, ein Brot soll es sein, wenn Du zurückkommst und dann hängte ich Handtuch und Bademantel auf, wusch den Bikini aus und stapelte Obst, Käse und Brot auf dem Tisch. So bunt sind die Biokisten im Sommer, so vielfältig und so schwer ist es sich zu entscheiden, was man denn auf dem Brot haben mag. Erstmal also ein Butterbrot mit Salz und Schnittlauch dazu, aber dann lockte das bunte mich all zu sehr und wie ich also mit Messer, Brot und Käse, der Tomate und all den anderen Dingen, da so saß, da fiel mir Piet Mondrian ein und ich wäre ja nicht ein albernes Fräulein, das wohl in anderen Zeiten schrullig genannt worden wäre, hätte ich nicht den Finger erhoben und zu meiner alten Freundin Wildtaube auf dem Fensterbrett gesagt: KunstGeschichtealsBrotbelag it is meine Liebe. Die alte Freundin hat nachsichtig gegurrt, denn sie kennt mich ja schon viele Jahre. Das Schöne aber ist, es gibt so viele Menschen, die auch Lust haben ihr Brot mit Kunst zu belegen.

oder

So hat es angefangen, aber viel schöner ist das, was all die anderen machen mit ihren Broten.

Sehen Sie mal was die fabulöse Miss Megaphon macht:  

Und schon geht es mitten in die Romantik hinein mit Casper David Friedrich

Gefolgt von Jan Vermeer


Ich bin sehr verliebt!

Was wäre Kunst ohne Hunde?

Anselm Kiefers Galerist wundert sich sicher schon….

Das ist keine Wurst!

Aber das ist der Schrei:

Ohne Paul Klee geht es ja ohnehin nie!

Ich finde diese Salvador Dali Interpretation einfach großartig!

Und natürlich Vincent van Gogh:

Es gibt ja Ideen, die hätte man furchtbar gern selbstgehabt….

Dies ist nur eine kleine Auswahl,aber wenn Sei mögen dann sehen Sie sich auf Twitter um- dazu müssen Sie dort nicht Mitglied sein, man kann einfach #KunstGeschichteAlsBrotbelag eingeben und viele, viele Schätze entdecken.

Natürlich ist das ganze eine kleine Alberei, aber nur albern ist es dann doch nicht, weil es wie ich finde zeigt, dass das Internet nicht nur das passive Konsumieren ist, sondern viele unterschiedliche Menschen zum Mitmachen und Selbermachen inspiriert. e13Kiki hat dafür einmal den Begriff des #bingecreating erschaffen und ich glaube das trifft es sehr gut. Das Internet, das sind noch immer wir alle und es liegt an uns, ob wir uns inspirieren lassen und immer wieder das Staunen lernen.

Was ich sehr hoffe ist, dass die vielen bunten, belegten Brote zu Gesprächen und Diskussionen führen zum Entdecken neuer Künstler, zum Wälzen von Kunstkatalogen, was man legen könnte und vielleicht auch zu einem Ausstellungsbesuch, um sich weiter und wieder zu begeistern für all die große und kleine Kunst, die noch immer das größte Potential hat Menschen zusammenzubringen und dass das gerade passiert, das freut und rührt mich besonders.

Auch Das Nuf hat Lieblingsbrote mit Kunstbelag gesammelt.

Das Fräulein indes reist heute dem Tierarzt an die Ostsee nach und hat noch kein einziges Reisebrot geschmiert….

25 thoughts on “Kunst aber als Brotbelag

  1. Ich finde die Brote einfach toll. Und albern ist da nichts. Es ist kreativ und anregend und diskussionsfördernd und – fordernd und es ist ebenso toll als Rätsel unter Menschen, die für solch eine wunderbare Idee offen sind. Zum Schluss kann man dann gemeinsam oder allein essen (wenn man es übers Herz bringt 🙂 ) . Einge gute Zeit an der Ostsee! Sunni

    • Oh, unbedingt. Das finde ich auch: Kreativität bringt immer Gespräche und Diskussionen in Gange! So soll es sein. Ich habe alle Brote gegessen und die Nachbarn haben geholfen….Schöne Grüße von der Ostsee!

  2. Wertes Fräulein, da haben Sie das Großartigste im Digitalen für mich der letzten Jahren aus der Taufe gehoben – ich liebe diese ganzen Aktion ♥ – und ja natürlich, dass MUSS man essen, das ist doch gerade das Geniale an dieser Kunst, die so Hirn & Herz & alle übrigen Sinne füttert!!!
    Allerliebste Grüße,
    Ev

  3. Liebes Frl., da haben Sie eine schöne Lawine losgetreten, ich bin begeistert von so viel Kreativität.

    Vielleicht können Sie einen Kieselstein für mich ins Wasser werfen, wenn Sie an der Ostsee sind. Obwohl ich erst vor kurzem dort war, dürfte es für mich schon wieder ein bisschen Meer sein.
    Erholen Sie sich gut.

    • So schön. Ich bin auch ganz begeistert von all den tollen Beiträgen. Natürlich werfe ich für Sie einen Kieselstein ins Wasser und alle Nichten helfen!

  4. Wunderschöne Idee! Und jetzt hab ich Appetit auf ein Brot 🙂
    Ihnen und dem Tierarzt eine gute Zeit an der Ostsee!

    Liebe Grüsse
    Clara P.

  5. Oh, so toll! Die halbe Nacht habe ich über Kunst nachgedacht, die mir was bedeutet, mich erinnert an Orte und Menschen und Bilder und darüber, was ich noch so im Kühlschrank habe. Heute morgen dann vollstes Verständnis bei meiner Tochter, als ich mit Spritze und Erdbeermantsche hantiert habe…

    • Wunderbar. So schön, dieses Nachdenken und Nachspüren. Das freut mich ganz besonders. Liebe Grüße an die kleine Künstlerin!

  6. Pingback: Zuckersüß 296 | Zuckerbäckerei

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