Das große Los

Es ist ja schon aufregend so eine Verlosung.

Erst einmal muss man vor Aufregung einen Rosinenkeks essen.

Dann muss man Loszettel malen.

Die Loszettel sind natürlich Brote.

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Dann schreibt man viele Namen auf die Loszettel.

Dann verzweifelt man daran, dass man nur drei Bücher verlosen kann und keinen riesigen Sack Gold im Keller hat, um allen Kommentatoren sofort ein Buch zukommen lassen zu können.

Ihre Kommentare haben mich alle sehr bewegt, ich habe so viele Kunstwerke angesehen und alle ihre Geschichten bewahre ich mir auf. Von ganzem Herzen Dank dafür. Eigentlich wollte ich sie beschenken, aber in Wirklichkeit beschenken Sie alle mich immer wieder.

Dann seufzt man schwer.

Dann borgt man von der T. eine Salatschüssel.

Dann mischt der tierärztliche Neffe den Brotsalat.

Dann ermahnt man die Katze.

Der Hund darf zuerst ziehen.

Der Hund zieht Jule, die Brancusi umarmt. Das heißt seine Pfote tappt energisch auf den Loszettel. Der Hund strahlt.

Dann darf die Katze ziehen.

Die Katze zieht Taren, die eines Bildes wegen einmal nach G’ttdorf fuhr und schnurrt befriedigt.

Dann darf der tierärztliche Neffe ziehen.

Er zieht Sabine, der Barlach einmal in der Not geholfen hat.

Ihnen allen wünsche ich viel Freude mit den bunten Broten.

Dann streiche die Loszettel glatt und klage der T. mein Leid über den mangelnden Sack Gold.

Die T. seufzt auch.

Die Katze bekommt eine Schale Milch.

Der Hund einen Hundekuchen.

Der tierärztliche Neffe bekommt ein Stück Kuchen.

Ich aber danke ihnen von Herzen für ihre Beteiligung.

Immer Ihr Fräulein Read On.

Alle Gewinner wurden per Mail informiert, indes Sabine, Sie müssten sich bitte noch einmal melden, die Mail an Sie konnte nicht zugestellt werden.

#KunstgeschichtealsBrotbelag aber als Buch.

Ich weiß es noch ganz genau, denn ich stand im Ostseegarten an der Himbeerhecke, der Tierarzt schlief in der alten Hängematte aus Segeltuch, die Nichten lauerten auf den Eismann, der Neffe las in einem dicken Schmöker unter dem Apfelbaum und ich pflückte eben Himbeeren. Dann klingelte das Telefon und jemand am anderen Ende der Leitung sagte etwas was nach Dumont-Verlag klang und ich sagte sehr sicher: „Sie müssen sich verwählt haben.“ Aber am anderen Ende des Telefon war man sich sicher. „Sie sind doch die mit der Kunst auf Brot. Wir wollen daraus gern ein Buch machen.“ Ich dachte ich sei nun wirklich bei Versteckter Kamera angekommen, denn ein reichlich seltsames Fräulein bekommt keine solchen Anrufe. Dann klingelte der Eismann, der Tierarzt wachte auf, der Neffe hatte Bärenhunger und ich legte ziemlich schnell auf. Dann fuhren der Tierarzt und ich in die Slowakei. Die Brote hatte ich schon vergessen, weil wir schon wussten, dass dies die letzte Reise wäre. Aber als ich zurück war, da rief der Dumont-Verlag wieder an und diesmal hörte ich besser zu oder vielleicht hörte ich auch deshalb zu, weil der Tierarzt mir zunickte und ich sagte Ja. „Ja, sagte ich, es wäre schön das mit den Broten, der Kunst und dem Buch.“

Das Internet ist kein Archiv dachte ich damals und wie schön es doch wäre, wenn der wunderbare Gemeinschaftsgedanke der Idee, dass nämlich Twitter auch ein Galerie sein kann, in die jeder sein Bild mitbringen und aufhängen kann, bewahrt blieben könnte. Auf das Ja folgten viele intensive Monate. Denn das Buch ist nicht so sehr mein Buch, sondern es ist ein Buch von uns allen, ein Buch das nicht nur Kunst auf Brot zeigt, sondern das vor allem zeigt, dass das Internet nicht nur Ort ausfälliger Bösartigkeit, aufgeregter Selbstüberschätzung und unangenehmer Kommentarsofakrieger ist, sondern auch ganz selbstverständlich ein Raum für Kunst und Künstler sein kann. Ohne jedoch dabei in einen Wettbewerb auszuarten für das beste, schönste oder was weiß ich wie Brot, sondern das Nebeneinander verschiedener kreativer Ansätze und Versuche. #KunstGeschichteAlsBrotbelag war eine eine Ausstellung in der alle willkommen waren Kunst zu machen und Kunst zu sehen. Ich hoffe das Buch trägt diesen Gedanken des Eingeladenseins weiter und macht uns immer wieder Lust das Alte und Neue noch einmal ganz anders zu sehen.

Ich hoffe das Buch führt zu Frühstück im Bett, zu heftigem Streit, zu polterndem Lachen und immer wieder zu der Erkenntnis, dass Kunst uns alle zusammenbringen kann und wir diejenigen sind, die das Internet zu einem lebenswerten Ort machen können oder nicht.

Ich bin sehr dankbar dafür, dass es dieses Buch geben darf und ich bin reich beschenkt mit dem Vertrauen und der Begeisterung der Brotkünstlerinnen und Brotkünstler als auch der vielen wunderbaren Verlagsmitarbeiter. Da Sie, die Leserinnen und Leser dieses Blogs einen so großen Anteil haben an meinen Versuchen in Schrift und Bild, das Traurige tragen, wie das Alberne unterstützen möchte ich gern drei Exemplare des gestern erschienen Buches hier verlosen.

Read On, nun sag schon wie soll das gehen?

Wenn Sie ein Buch gewinnen möchten, dann kommentieren Sie bitte bis zum 29. 03. 2019 um Mitternacht hier im Blog folgende Frage: „Welches Bild oder welcher Künstler hat Sie maßgeblich berührt, bewegt, verändert, radikalisiert oder neu zum sehen gebracht?“

Spielregeln:

Teilnehmen können alle Leserinnen und Leser, die das 18. Lebensjahr vollendet haben. Es ist ganz gleich wo Sie wohnen ich verschicke das Buch nach Hintertupfingen und New York City, sprich wo auch immer sie leben. Indes, wenn Sie an der Verlosung teilnehmen wollen, müssen Sie willens hier mit einer gültigen Email-Addresse zu kommentieren als auch im Fall eines Gewinns mir eine postalische Anschrift mitzuteilen.

Verlost wird wie folgt. Alle Kommentare wandern in einen Lostopf. In diesen Lostopf fasse ich dreimal und ermittle drei Gewinner. Die Verlosung wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden, wohl aber in Anwesenheit des treuen alten Hundes und der verwöhnten Katze.

Warum sollen Sie denn dann eine Frage beantworten? Da ist ganz einfach, ich bin sehr, sehr neugierig, lerne gern dazu und entdecke gerne Künstler. Ausserdem ist es eine hübsche Abwechslung einmal etwas von Ihnen zu erfahren!

Bitte nehmen Sie nur einmal teil und nicht unter elf verschiedenen Decknamen. Ich bin ein seltsames Fräulein, aber kein Kriminalkommissar. Wenn Sie das Buch nur gewinnen möchten, um es im Garten zu verbrennen, weil sie sich über mich oder meine Kommasetzung ärgern, bitte verzichten sie und erwerben das Buch lieber regulär. Wut muss wehtun, sonst gilt es nicht. Eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich und wenn Sie nicht gewinnen, bitte schreiben sie mir keine bösen Briefe. Danke! Viel Glück und Brot, Brot Hurra!

Wer das Glücksspiel aus moralischen oder religiösen Gründen verachtet, kann das Buch überall dort erwerben, wo es Bücher gibt. Es hat 112 Seiten, viel, viel Kunst im Original und auf Brot und kostet 15 Euro.

Das Brot, die Kunst und (vielleicht) das Gold

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Diejenigen von Ihnen, die hier schon seit Jahr und Tag einem reichlich seltsamen Fräulein die Treue halten wundern sich schon nicht mehr. Manchmal kommen diesem besagten Fräulein dann auch noch Ideen. Dann heisst es eigentlich lieber schnell davon laufen, denn wer zwischen Himmel und Hölle kommt schon auf die Idee Kunst auf Brot zu legen? Sehen Sie das meinte ich. Das Schöne am Internet ist aber, dass sich oft Gleichgesinnte finden, die zu Gurke, Toast und Paprikacreme greifen und die allerwunderbarsten Bilder auf Brot Wirklichkeit werden lassen.  So wunderbar nämlich, dass auf einmal das ganze Internet zu einer grossen Kunstausstellung wurde. Kunst bringt alle zusammen und das macht mich in Zeiten wie diesen doch ein bisschen Zuversichtlicher.

Ich freue mich also sehr, dass diese Idee Kunstwerke auf Brot zu gestalten, die dann ein Hashtag wurde in diesem Jahr für einen Goldenem Blogger nominiert ist. #KunstGeschichtealsBrotbelag ist noch immer ein Funken vieler Memschen, die nicht nachlassen das Internet zu einem Ort zu machen, der gestaltet werden kann.

Heute Abend ab 19 Uhr kontinentaler Zeit werden die Auszeichnungen verliehen, live dabei sein kann man hier. Das Kunstbrot-Team ist selbstredend vertreten, ich schaue in Irland zu und nehme all ihre gedrückten Daumen wirklich sehr, sehr gern.

Brot, Brot Hurra…

Immer Ihr,

Fräulein Read On

 

Kunst aber als Brotbelag

Bekanntlich bekomme ich immer am Mittwoch eine Biokiste mit Obst, Gemüse und Käse, nebst zwei Flaschen Milch. Am Donnerstagmorgen schwamm ich so vor mich hin im See und wie ich so schwamm wurde ich hungrig. Ha, dachte ich mir, ein Brot soll es sein, wenn Du zurückkommst und dann hängte ich Handtuch und Bademantel auf, wusch den Bikini aus und stapelte Obst, Käse und Brot auf dem Tisch. So bunt sind die Biokisten im Sommer, so vielfältig und so schwer ist es sich zu entscheiden, was man denn auf dem Brot haben mag. Erstmal also ein Butterbrot mit Salz und Schnittlauch dazu, aber dann lockte das bunte mich all zu sehr und wie ich also mit Messer, Brot und Käse, der Tomate und all den anderen Dingen, da so saß, da fiel mir Piet Mondrian ein und ich wäre ja nicht ein albernes Fräulein, das wohl in anderen Zeiten schrullig genannt worden wäre, hätte ich nicht den Finger erhoben und zu meiner alten Freundin Wildtaube auf dem Fensterbrett gesagt: KunstGeschichtealsBrotbelag it is meine Liebe. Die alte Freundin hat nachsichtig gegurrt, denn sie kennt mich ja schon viele Jahre. Das Schöne aber ist, es gibt so viele Menschen, die auch Lust haben ihr Brot mit Kunst zu belegen.

oder

So hat es angefangen, aber viel schöner ist das, was all die anderen machen mit ihren Broten.

Sehen Sie mal was die fabulöse Miss Megaphon macht:  

Und schon geht es mitten in die Romantik hinein mit Casper David Friedrich

Gefolgt von Jan Vermeer


Ich bin sehr verliebt!

Was wäre Kunst ohne Hunde?

Anselm Kiefers Galerist wundert sich sicher schon….

Das ist keine Wurst!

Aber das ist der Schrei:

Ohne Paul Klee geht es ja ohnehin nie!

Ich finde diese Salvador Dali Interpretation einfach großartig!

Und natürlich Vincent van Gogh:

Es gibt ja Ideen, die hätte man furchtbar gern selbstgehabt….

Dies ist nur eine kleine Auswahl,aber wenn Sei mögen dann sehen Sie sich auf Twitter um- dazu müssen Sie dort nicht Mitglied sein, man kann einfach #KunstGeschichteAlsBrotbelag eingeben und viele, viele Schätze entdecken.

Natürlich ist das ganze eine kleine Alberei, aber nur albern ist es dann doch nicht, weil es wie ich finde zeigt, dass das Internet nicht nur das passive Konsumieren ist, sondern viele unterschiedliche Menschen zum Mitmachen und Selbermachen inspiriert. e13Kiki hat dafür einmal den Begriff des #bingecreating erschaffen und ich glaube das trifft es sehr gut. Das Internet, das sind noch immer wir alle und es liegt an uns, ob wir uns inspirieren lassen und immer wieder das Staunen lernen.

Was ich sehr hoffe ist, dass die vielen bunten, belegten Brote zu Gesprächen und Diskussionen führen zum Entdecken neuer Künstler, zum Wälzen von Kunstkatalogen, was man legen könnte und vielleicht auch zu einem Ausstellungsbesuch, um sich weiter und wieder zu begeistern für all die große und kleine Kunst, die noch immer das größte Potential hat Menschen zusammenzubringen und dass das gerade passiert, das freut und rührt mich besonders.

Auch Das Nuf hat Lieblingsbrote mit Kunstbelag gesammelt.

Das Fräulein indes reist heute dem Tierarzt an die Ostsee nach und hat noch kein einziges Reisebrot geschmiert….

Woanders ist es auch schön

Die Geschichte der Dinge müsste immer so aufgeschrieben werden, wie hier an ein Brotmesser erinnert wird. Ich wiederhole mich, aber für Texte wie diese ist das Internet erfunden worden.

In Berlin regnet es leider nicht.

„Ich verstehe diesen Beuys nicht, er spricht so undeutlich“- Perlen aus dem Gästebuch des Lenbachhaus in München. Schöne Idee, so ein Museumsblog.

Eine Eule auf Wanderschaft. Man bekommt gleich Wanderlust. Via Frau Arboretum

Anne Olivier Bell. Was für eine Frau, was für ein Leben.

Ich habe es gelesen und wieder gelesen und dann noch einmal gelesen, aber aber wie das passieren kann in Bonn 2018, das begreife ich nicht.

Die Angst war der Kitt.

Pssst! Schamlose Eigenwerbung. Drüben auf Twitter gibt es Quatsch auf Brot. Da ist ein gewisses Fräulein ja niemals fern….#KunstGeschichteAlsBrotbelag

Der Tierarzt ist schon an der Ostsee und zählt Hundewägelchen, ich komme erst nach, aber das ist ja kein Grund sich nicht als Blogmusikbeauftragter zu beweisen. Diese Woche singt Ailbhe Reddy für Sie. Was soll ich sagen ein typischer Tierarzt Musik-Tipp eben….