Was ich alles nicht gemacht habe

Keine Wohnung gekauft. Dabei würde ich doch so gern oder so dringend oder beides zusammen. Aber die Wohnung war in der Realität noch viel schrecklicher als in der Annonce. Schrecklicher als die heruntergekommene und wahnsinnig überteuerte Wohnung mit Wasserflecken an jeder Wand war nur das Lachen des Immobilienmaklers, der unter wieherndem Gelächter erklärte, was diese Wohnung für ein Schmuckstück sei. Sein Lachen verfolgt mich noch im Treppenhaus. Im Treppenhaus riecht es nach Kohlsuppe und den Ambitionen des Immobilienmaklers. Ich laufe davon so schnell ich nur kann.

Keine Granatäpfel mehr auf dem Markt bekommen. Ich war zu spät und der Händler schon davon gefahren. Ich verfluche den Immobilienmakler und das Leben an sich.

Die Zeitung nicht zu Ende gelesen. Nicht einmal zur Hälfte, um ehrlich zu sein.

Keine bessere Laune bekommen, trotz einer Zimtschnecke mit Hagelzucker darauf.

Mich nicht darüber beruhigen können, wie viel Platz die Autos haben und wie wenig Rand für Fußgänger, Radfahrer, Kinder mit rotem Ball und alte Hunde bleibt. Wie kann das sein, frage ich mich immer öfter, dass wir uns so leise, so unbemerkt, ohne jeden Protest so viel Platz haben nehmen lassen? Warum nur gilt unsere Nachsicht den Parkplätzen auf denen niemand mehr Springseil übt und auf denen Blumen nur zufällig doch bestehen bleiben? Wie haben wir das nur zugelassen, ohne bunte Plakate, ohne Sitzstreik, ohne Beschwerdeberiefe an den Bürgermeister, warum sind wir nur so unendlich geduldig, dass auch am Sonntag die Straßen mit Autos verstopft sind und der Hund und ich auf unserem Spaziergang zwar zweimal fast von einem aus einer Ausfahrt herausbretternden Autofahrern erfasst werden, aber keinem einzigen Buben mit einem Roller treffen? Wie kann das sein, dass man als Fußgänger elend lange auf dreißig Sekunden Grün warten muss, nur um bös angehupt zu werden, wenn man mit einem alten Hund doch vierzig Sekunden braucht. Warum nur leuchtet es uns so ein, dass grundsätzlich alle Freiheit beim Auto liegt und alle anderen Verkehrsteilnehmer nur störendes Übel sein können? Warum eigentlich ist alle Welt eigentlich der Überzeugung den richtigen Blick auf die Welt gäbe es nur vom Lenkrad aus? So viel Protest sieht man dieser Tage, aber unsere Wege, Städte und Dörfer haben wir einfach so, schulterzuckend aufgegeben.

Darüber kann ich nicht aufhören mich zu wundern.

Auch beim Wiederlesen von Stolz und Vorurteil keine Sympathie für Charles Bingley gewonnen. Kaum ein Charakter ist mir so unsympathisch wie Jener. Dafür mich wieder ein bisschen mehr in Charlotte Lucas verliebt, die pragmatischer und grundsätzlicher auch als alle anderen Austen Figuren sich eine Freiheit erheiratet, über die alle anderen nur lachen können. Sie ist die Einzige auch, die nicht mitmacht, obwohl es so einfach wäre auch für sie dem Deppen Mr Collins eins mitzugeben und sie macht es nicht. So viel Glück, denke ich mir wieder und wieder werde ich wohl nicht haben, dass mich jemand so sieht wie Charlotte Lucas. Man merkt es ja selbst immer erst, wenn es zu spät ist, dass man längst selbst Mr Collins geworden ist.

Keinen Krokus zertreten und über kein Schneeglöckchen getrampelt.

Keinen Kuchen mit der Katze geteilt.

Keine angenehmen Träume mehr.

Keine Nachrichten gehört.

So lange schon nicht mehr Klavier gespielt.

Trotz erklärtem Vorsatz kein Kleid gekauft.

Keinen Kaffee gemahlen.

Keinen Krümel Tee mehr in der alten Dose gefunden.

Auch daraus keine Konsequenzen gezogen.

Nicht einmal einen Einkaufszettel geschrieben.

Auch nicht im Kino gewesen. Ob Isabelle Huppert wohl noch Filme macht? Vielleicht sitzt Isabelle Huppert ja auch lieber irgendwo im Süden und sieht hinaus auf das Meer.

Keine Muschel am Strand aufgehoben.

Keine zweite Wohnung besichtigt.

Keinen Knopf gefunden mit dem sich das Gackern des Immobilienmaklers hätte ausstellen lassen.

Keine Pläne gemacht.

Keine Freunde getroffen.

Am späten Nachmittag im Garten eine Taube mit abgerissenem Kopf im Garten gefunden. So schöne bunte Federn.

Ein Loch gegraben, die Taube beerdigt, aber kein Lied gesungen. Mit Vögeln soll sich der Mensch nicht messen. Einen Stein auf das Grab mit der Taube gelegt.

Die schwarze Katze oben im Baum mit grünen und blauen Federn im Maul erst viel zu spät gesehen.

Den Blick nicht abgewandt von der Katze und den bunten Federn über mir.

Abgelehnte Geschichten: A date to remember

Manchmal packt ja auch mich der Hochmut und für ein oder zwei Stunden an einem Abend oder so glaube ich, auch ich könnte eine Schriftstellerin sein. Sie wissen schon so richtig mit einem Schreibtisch und einem Notebook, wo das a nicht schon sehr abgegriffen ist. Eine Schriftstellerin, die Zeit hat zum schreiben und nicht ständig Zeit stiehlt, um wenigstens etwas ins Blog zu schreiben. Dann schreibe ich wirklich eine Geschichte und schicke sie an eine Literaturzeitschrift und immer klopft mein Herz ein bisschen schneller. Aber dann holt der Hochmut mich ein, denn die Literaturzeitschriften sagen mir immer ab. Dann ernüchtere ich wieder, gehe meinem Brotberuf nach und bewundere von fern die richtigen, echten Schriftstellerinnen und Schriftsteller. So lernt man im Leben auch oft, was man nicht kann. „Ein Shetlandpony kann eben nicht fliegen“, sage ich mir und nach der zehnten Absage, braucht man nicht nur auf die elfte warten, sondern kann eine Geschichte, die nun geprüftermaßen keine Literatur ist, hier hineinstellen, denn so ist das mit diesem, meinem kleinem Blog hier hat all das Platz, was sonst eben keinen Platz hat. So gibt es also nun hier eine neue Kategorie, in der immer mal wieder, die abgelehnten Geschichten abgelegt werden.

A date to remember

I had marked the date with red in my diary for a long time. On every new year’s eve when I transferred birthdays, phone numbers and the odd appointment to my ophthalmologist from the old to the new calendar, I underlined one date, 19th of June it said.

But one year I went away over the New Year, and when I returned I had other things on my mind, or maybe I had lost the red pen. One forgets many things, or, things like a red pen simply slip away. Once they’re gone, they are forgotten. The year after I didn’t put in the date in my diary any longer. That’s how it went.

So the years went by, I got married, had two kids, then a divorce and an affair that still drags on. I bought a house but never planted a tree in the backyard. I am not a presumptuous woman.

My mother calls once a week. Always on Sunday afternoon. But when my mother called one morning and it wasn’t a Sunday, I didn’t look at the calendar hanging above the kitchen sink. I already knew which date it was.

“Hiya mum, how are you doing?” I said.

My mother said: “You won’t believe it, the butcher’s dead. A man in his prime.”

„I know mum“, I said.

My mother kept silent.

“Gossip spreads fast these days”, she finally said.

I kept quiet.

“You knew him quite well back then, didn’t you?”

“No I said, I never did know him well.”

“Odd my mother replied, I remember differently.”

Then we were both silent.

“Well then, my mother said, I won’t keep you any longer.”

“Thanks for calling”, I said.

When I stood up, I wanted to look at the calendar above the kitchen sink. I didn’t or I couldn’t, I’m not sure which it was.

Strictly speaking, however, I didn’t lie to my mother. When I knew the butcher, all those years ago back in Ballydungarvon, he was just the old butcher’s son and his name was Jonny. But nobody called him Jonny. Everyone called him “that big fella.”

He asked me out one night. “Will ye go for a dance with me?”, he said. Once a month there was a dance in the GAA club of the Ballydungarvon Kickhams.

The butcher had paid for the disco-light.

The baker had paid for disco set.

I was seventeen, and it was the summer after the Leaving Cert. It was my last summer in Ballydungarvon and so I said yes, when Jonny came round, asking me out.

It was a bit odd though, him standing there at our doorstep: “Hi Lorna, there is”—and then he stopped, taking a big gulp of air before he started speaking again: “I was just wondering would you like to come with me to the dance?”

We didn’t expect boys to talk that much. If a lad had the hots for you, he flicked you a smile, or tilted his neck in your direction and you knew you were sorted.

I felt embarrassed for Jonny. How could he not know?

But I said ok, sure, whatever, not at least because my mother was shadowing behind me in the hallway, waving at dear “Jonny, will you have tea?”

He eagerly accepted the offer.

As I said, he was an odd boy by all standards.

I didn’t have a massive crush on him. I was in love with one of the GAA lads back then, a blond fellow, I have long forgotten his name.

Jonny was a bit on the heavier side, and he was a ginger. This didn’t go too well with me or the other girls.

Only my mother was delighted when she heard about Jonny asking me out. She fed him cream cakes and he admired her china patterns. There was no one as odd as the butcher’s son in all of Ballydungarvon.

“Jonny is a decent lad, my mother said after he had left, you got very lucky, but promise, don’t let him enter you.” You know that is something, you can’t let happen, even if, and then she giggled, things get a bit rushed later. Will ye listen to your mother?” Don’t let him enter you. “I wasn’t too sure what she meant.

But I didn’t press her on the subject. We didn’t talk about such things in Ballydungarvon. When the priest read aloud a papal letter advising the steadfast people of Ballydungarvon not to fall under the spell of condoms or the pill, nobody in Ballydungarvon knew what he was actually talking about. “That’s for the Dubliners to know”, said Jonny’s father, the butcher, and that was all what was said on the subject.

I grew up alone with my mother. People were talking about me not having a father. But my mother insisted I had one. In America. Above her bed there was a map: United States of America. On Sunday mornings I often crawled into her bed, staring at the map. I knew all the states. I liked Georgia best. Whenever I was asked about my father, I said his name is George. People felt reassured after I had told them. So I told them often. That’s how things were in Ballydungarvon: when you had no answer you repeated something you knew. I knew there was a state named Georgia on the map. I never told my mother the name of my father.

It was my last summer in Ballydungarvon but I think I said it before.

My mother had me sorted. I had a ferry ticket to England and a letter of recommendation by the local priest: “Lorna is a decent girl with quite the quirk for typing. She has a taste for numbers, too.” I was to become a secretary. My mother said: “This is what your father would have wanted.” I didn’t mind.

It was the only time I went to one of the GAA dances with Jonny. He asked again, but I didn’t go.

That night I went. He picked me up on his motorcycle. My mother swooned. You’ll see she said: “The money is with the butchers, the bakers and the priests.”

I climbed on the backseat and Jonny said: “Get a grip.” So I put my arms around his waist. Soft and punchy he was and for a moment I thought his waist would swallow my hands. But it didn’t.

I was afraid he would smell of the pigsty. His father bred the pigs before he butchered them. He was a proud man, the butcher. Proud of his pigs, everyone knew that.

But Jonny didn’t smell of his father’s pigsty. He simply smelled unfamiliar. Even though nobody in Ballydungorvan would have used a word like this. There was nothing unfamiliar about any of us. In Ballydungarvon everyone knew who he was.

So we went off into the night.

I thought of Georgia when I leaned into Jonny. I imagined the street was the Interstate 75 leading from Atlanta to White Springs. Though it wasn’t, it was just the road connecting Ballydungarvon with Ballduncarrough and in the middle where one road met another, there was the GAA club.

What Jonny thought while I pressed my hands into his back, I do not know.

My mother said: Men despise women nagging them with questions.

I wasn’t too interested in the answers either.

There is not much to tell about the dance.

It was always the same.

The guys stood in a corner of the dim GAA club.

We girls giggled in a separate corner and nobody danced.

We waited until the baker’s cousin put on an Elvis record. Then we went on the dance-floor and shimmied our hips back and forth and back and forth. We were watching the boys. The boys were pretending not to look at us. Sometimes they nodded or jerked their head in our direction, then we followed one of them outside and we brushed our lips at each other. That’s what we called kissing. Though in fact we didn’t. Our lips never met.

Jonny was different. He went on the dancefloor. Swirling around, dancing, shimmying his hips, looking out for me while circling his hands wide above his head. I stood there dumbstruck.

What did he think he was doing?

The girls giggled.

The boys said: “The big fella is making a fool of himself.”

I stood there staring.

He said: “You are not much of a dancer, aren’t you?”

So odd was Jonny.

Later when the DJ who wasn’t a DJ but the baker’s cousin said: “Last song for tonight, so ready, steady, daaaance.”

Jonny said: “I want to show you something.”

I nodded.

So we went off on his bike again.

There was nothing of interest to see at night.

Ballydungarvon was just an ordinary village.

Jonny parked his motorbike and pointed at a haystack. He stood in front of me and he reached for my arm and brushed a kiss over the back of my hand. “Welcome to the highest point of the known world.” He pointed at the haystack.

There it was again. This sense of unfamiliarity. No one had humour in Ballydungarvon.

We climbed on top.

Look at the stars he said.

I looked but I didn’t know how to stargaze properly.

So I counted: One, two, three, four….

“What will you do after the summer?” he asked finally.

“My mother has me sorted I said. “Secretary. England.”

I didn’t ask about his plans.

Everyone knew that he would become a butcher. His father was a butcher, his grandfather and his great-grandfather too. Even his mother was a butcher’s daughter.

“You know he said, no one is born as a butcher.”

What a stupid thing to say I thought.

Of course he was born as a butcher.

So we kept looking at the stars.

I didn’t know what to expect of them.

Him staring at the stars reminded me of Miss Morton our English teacher.

Once she started sobbing while reciting a poem.

We felt ashamed of her.

She hadn’t lost a harvest or a son or something of any value.

She just read a poem aloud.

But she was a Protestant, too. So we were suspicious anyway.

We felt ashamed of her and no one had a tissue.

That same sense of shame, I felt when we were glaring at the sky.

We were silent for quite some time.

“There’s the handle, the trigger, the barrel and, finally, the bullet” Jonny said out of a sudden.

“When the bullet gets off there is not much time left.”

“It’s the speed that matters”, he said.

“The speed of the bullet before the bullet enters the body.”

I thought of my mother urging me to be careful. Do not let him enter you.

Was that what she meant?

“Wham”, Jonny said.

“Right into their head goes the bullet.”

“Whack.”

“The pig slumps down.”

“I get sick every time”, said Jonny next to me staring at the sky.

“Every morning before I leave, my father hands me the rifle.

He selects the pig. He says: Here son, here you go. I take the rifle and I hold the rifle in my hands. I know everything about it. There’s the handle, the trigger, the barrel and then I can not do it. I cannot pull the trigger, I think of the bullet and the pig standing there cornered and I simply can’t do it. I get sick every time.

Two days ago, my father lost his patience with me.

He stood behind me, he didn’t hand over the rifle to me. He took my hands into his. In his hands the rifle, his hands clamped down over mine. His breathing hot against my neck. My father never shaves in the morning. His hands closed over mine, harder still. There’s the handle, the trigger, the barrel and my father pushed down my fingers, crushed them unto the trigger. Off it went. Right into the head of the pig. Whack. There you go laughed my father. He was eight when he gunned down his first hog.

One day you will learn to enjoy it, he said. You’re a big fella like me.

I got sick, but I knew he was right.

It is only the first betrayal that counts.

The pig was looking at me. Staring. It didn’t back off. There you go Jonny boy, said my father or the pig. Hard to tell which.”

“Tell me he said as if finally remembering that I was still there, what is the difference between killing a pig and a man?”

I looked at him unsure, if he was really asking me.

But he did. “Tell me, what is the difference?”

Later I often wished I had said something else.

I said: “You kill pigs to make sausages, that is the difference. I mean you don’t make sausages out of humans.”

“So you don’t mind Jonny asked, me gunning down pigs?”

“I like sausages” I said.

I shrugged with my shoulders. I wanted to stop him talking about the pigs.

“You like sausages” Jonny said. I see. “I will gun down pigs all my life from now on, he said. The last pig standing, that’ll be me.”

I nodded.

I felt relieved that he had stopped talking about the killing and the pigs.

I pretended not to have heard that last sentence of his.

The last pig standing.

He really sounded like Miss Morton.

We didn’t linger much longer on top of the haystack. He brought me back home. He didn’t look at me, or try to kiss me.

Bye he said” Thanks for coming it was the best birthday present I ever had.”

“Today is your birthday?”

Yes, he said. 19 June.

It was the last time I saw Jonny.

Two weeks later I left Ballydungarvon and I’ve never been back since.

Sometimes my mother told me about Jonny the butcher.

He married.

He tore down his father’s house.

He sponsored the GAA team, the Ballydungarvon Kickers.

On their shirt it said Proudly sponsored by Donovan “Sausages made to Remember.”

He invested heavily in the butcher’s shop.

He bought land outside of the village. He built a modern slaughterhouse, with a semi-automatic killing station. Thousand pigs per day.

A minister from Dublin came. Photos were taken.

A state of the art facility for pig-slaughtering the minister said.

My mother was impressed.

She sent me the photo carefully cut out of the newspaper. I threw the picture away.

But I listened and kept quiet over the years.

So it went until my mother called on a Monday morning.

She called again in the afternoon.

“The poor lad”, she said.

“He shot himself with his father’s old rifle. Nobody knew he still had it. Shot himself straight in the head. Went out to the haystacks where the road to Ballyduncarrough meets our old village road. Do you remember?”

“It was splendid day”, my mother said. “Was a brazen thing of the sun to shine like that, when the poor lad went out to shoot himself.”

I couldn’t say anything.

I stood there with the phone in my hands, my mother’s voice drifting away.

19 June said the calendar above the kitchen sink.

“I brought sausages”, the man I slept with on Thursdays said to me, while kicking his shoes into a corner.

„10 sausages for just 4 Pound.“

„What a bargain.“

 

Sonntag

Schon wieder Sturm oder immer noch Sturm. Der Sturm selbst hat Zeit im Februar.

Der Tierarzt behauptete stets, er sei in einer Sturmnacht geboren.

Aber der Tierarzt steht nicht mehr neben mir am Fenster und sieht dem Sturm dabei zu, wie er die Bäume zum Armdrücken herausfordert, wie er mit einem Fingernagel bloß die losen Dachschindeln anhebt, wie er mühelos einem Blumentopf die Heimat nimmt, am Fenster stehe bloß ich. Den Sturm kümmert das nicht.

97 Jahre und einen Tag wäre meine Großmutter alt in diesem Jahr. Das ist doch kein Alter, sage ich mir. Alt war mir meine Großmutter nie vorgekommen und vielleicht ist das der Grund, warum ihr Tod mir immer unbegreiflich bleibt.

Ich habe meine Großmutter alles gefragt, auch die Dinge die man niemanden fragt, auf all meine Fragen hat sie mir geantwortet, aber nie abschließend, nie war ihre Antwort ein Schlusssatz. Eine jede Antwort beendete sie mit der Bemerkung, ich möge sie bald noch einmal fragen.

Neben meinem Nachtkastel liegt ein Notizbuch. In dem Notizenbuch stehen alle Fragen, auf die meine Großmutter mir nicht mehr antworten kann, aber je länger sie schweigt, umso drängender werden meine Fragen.

Ich sehe oft auf anderen Blogs , dass dort Fragebögen ausgefüllt werden. Ich lese die Fragen, wie auch die Antworten mit stillem Staunen und leisem Neid. Ich habe niemals einen Zustand erreicht, in dem ich mir einer Antwort sicher war. Mir ist der Boden schon zu oft und zu vollständig weggebrochen, um zu wissen, dass Grün niemals auch Blau sein kann, oder ein Wunsch nicht auch sofort ein Alptraum werden kann.

Ich bin selbst am Freundschaftsbuch, das mir mein Neffe einmal antrug vollständig gescheitert. „Was ist deine Lieblingsspeise?“, war die Frage und ich konnte nicht herausfinden, welche Speise denn wirklich satt macht und so lange es Hunger gibt, hat doch er das letzte Wort. Mein Neffe begriff gleich und ich füllte das Buch niemals aus.

Wie wird man ein gefestigter Mensch? Woher wissen Sie, wer Sie sind? Ich kenne mich kaum.

Am Morgen kehrt die Sonne zurück.

Die Katze besieht sich ausführlich im Wasserbassin.

Der Hund und ich grinsen uns an. Aber keiner von uns beiden würde es wagen die Katze Narziss zu nennen. Der treue, alte Hund und ich gehen in den Park. Der Hund verschludert seinen geliebten Turnschuh. Das Wort Schuh ist für dieses zerkaute Monstrum eine freundliche Umschreibung. Der Hund jault. Ich krieche ins Gebüsch und triumphierend schwenke ich den Schuh in Richtung Hundenase. „Das ist das Ding“ jauchze ich. Ein Mann, der Dehnübungen gegen eine Parkbank macht, sieht mich mit Erstaunen an. Ich versuche so harmlos wie möglich zu wirken und nicht wie jemand, der noch ganz andere Dinge im Gebüsch verbirgt.

Der Hund kaut seelig auf seinem Schuh.

Die Katze liegt im Wäschekorb.

Ich falte Wäsche und die Katze liest die Zeitung nach.

Der Hund lässt sich von T. und J. versichern, dass ein verlorener Schuh wirklich und wahrhaftig des ausführlichen Streichelns bedarf.

Ich backe für den Bruder der T. eine Kirschwähe.

Dann fahre ich in die Stadt.

Im Konzerthaus gibt es Schubert-Lieder und ich liebe doch Schubert so.

In Dublin hat Conor Biggs sich vorgenommen einmal alle Schubert-Lieder zu singen.

Manchmal hat man Glück und ist ausgerechnet dann in Dublin zugegen, wenn Conor Biggs alle Schubert-Lieder singt. 577 Lieder hat Franz Schubert vertont.

Außergewöhnliche Lieder sind da dabei. Lieder, die man nur selten hört.

Einen ganzen anderen Schubert, als den vom Lindenbaum hört man da. Einen Schubert, der Mayrhofer vertont, einen Schubert, der nichts von der Schwerfälligkeit hat, die Fischer-Dieskau ihm immer wieder gab, dass es so schwer ist ihn noch einmal ganz anders und neu zu hören, aber Conor Briggs singt einen klaren Schubert, der nichts hat von der stickigen Wiens und dem tristen Leben in feuchten Wohnungen und dem ewigen Streit mit dem Vater. Schubert ist ein Kommentator und oft auch ein Satiriker seiner Zeit. Er vertont Lieder von Matthias Claudius, der aus Zeitungsmneldungen oft Gedichte machte und es ist Schubert, der dann die Sensationslust und das Spiel mit dem Gefühl jener Zeitungsgedichte karikiert. Es ist ganz und gar unmöglich sich nicht immer wieder neu in die Tiefen von Franz Schubert zu verlieben. So viele Lieder, so viele Geschichten, so viele Möglichkeiten, auch Franz Schubert ist einer von jenen, die sich der Klarheit entziehen.

Neben mir sitzen zwei Frauen beide tragen Cashmere Pullover und Perlen am Hals, sie riechen nach schwerem Parfum und in der Pause ziehen sie über Penelope her. Penelope ist ihre Freundin und für nach dem Konzert ist ein Tisch in einem Restaurant reserviert in dem Dublin so tut als sei es eigentlich London. Aber wenn man den beiden Damen so zu hört, dann ahnt man nichts von der Freundschaft zu Penelope, sondern nur etwas davon, dass die Häme keine Altersgrenze hat und so wird erst Penelopes Sohn verlacht, ihr Ehemann verachtet, ihre Sucht nach Vitamintabletten bewiehert und am Ende ist Penelope nur noch ein trauriger Schatten ausgestreckter und wohl manikürter Fingernägel.

Wer glaubt nur im Internet sei der Ton hart und rau, der wird am Konzerthausnachmittag eines Besseren belehrt.

Man versteht auch Schubert noch einmal besser, der vielleicht auch deshalb so viele Lieder vertonte, damit der Krach der Welt ihn doch nicht mehr so hart und so unerbittlich erreichte.

Auf dem Heimweg beginnt es heftig zu regnen.

Ich schreibe ein neue Frage in das Notizbuch.

War es ein schönes Konzert?, fragt mich die T.

„Es war schön und dann auch wieder nicht“, sage ich.

Die T. lacht.

Du bist der Katze ähnlicher als Du denkst“, sagt sie.

Ich nicke, aber ich sage nicht: „Frag mich doch lieber in ein paar Tagen nochmal.“

Von meiner Grossmutter habe ich auch die Stille geerbt.

Woanders ist es auch schön

„Geh doch weg.“

„Man lebt ja nur einmal.“ Das ist ein so besonderer Nachruf, der noch lange Echo bleibt.

Einer dieser Tage.

Eine ganz besondere Winterreise. Überhaupt muss man immer mehr Schubert hören, hat man einmal angefangen. Sagen Sie also nicht, ich hätte Sie nicht gewarnt.

Der Jüdische Friedhof von Thessaloniki.

„Glauben Sie nicht auch, Herr Friedländer, dass die Juden schuld sind am Antisemitismus?“

17 Jahre Mutter und Sohn. Ich kann gar nicht aufhören hinzusehen.

Anna of the North singt schöne Lieder, die alle eigentlich ziemlich traurig sind, aber auch sehr schön. Ich singe gern mit und Sie vielleicht ja auch.

Die nasse Grenze

So viel Regen ist in diesem Land, denke ich.

Das ist was mich trennt von diesem Land weiß ich.

In eine Sprache kann man hineinwachsen. Vielleicht.

Gewohnheiten das sagt ihr Name ja schon, kann man annehmen oder auch nicht.

Selbst in einem Paar zu großer Schuh kann man gut und gern ein Paar Kilometer weit zurücklegen.

Aber der strömende Regen, der trennt dieses Land und mich.

Vielleicht wäre das anders würde ich mit dem Auto fahren.

Aber ich fahre ja nicht mit dem Auto. Ich laufe früh am Morgen zum Bahnhof und abends, wenn auch der Tag genug von mir hat, laufe ich wieder zurück.

Meistens regnet es morgens oder Abends. Aber an vielen Tagen regnet es Morgens und Abends.

Der Regen ist hier eine Wand gegen die man läuft. Ein Wand, die noch im Gehen wächst, einen umschließt dichter noch als die größte Hecke. Der Regen hier ist ein Labyrinth glaubt man, es wäre möglich sich einfach eine Kapuze in die Stirn zu ziehen, um das Schlimmste zu überstehen so irrt man natürlich. Der Regen atmet nur einmal durch, sucht sich Lücken in den Haaren oder auch nur in den Augenwinkeln, schlägt gegen die Wimper, schlägt Regenschirme grundsätzlich entzwei, zögert nicht lang und schon sind auch Füße, Knöchel, Schienbeine und die Knie durchweicht. So eine Wand ist der Regen, so glatt ist die Wand, das noch die Fingernägel abrutschen, auch unter den Fingernägeln läuft das Wasser herunter als sei eine Wand eigentlich auch nur ein Fluss.

Einmal habe ich im Regen vor dem Dom in Milano gestanden und in den blanken Steinen Grimassen geschnitten. Selbst die ernsten Löwen aus Stein mit ihrer Schwanzquaste so sehr um Haltung bemüht, mussten nicht wenig kichern. Vielleicht haben sogar die Heiligen im Schatten des Baptisterium leise angefangen zu kichern. Warm war der Regen an jenem Nachmittag an dem ich eigentlich in eine andere Stadt fahren wollte, nur um dann doch in einem Hotel am Bahnhof der Stadt zu landen. Drei Tage hat es in Milano geregnet. Aber der Regen dort, damals war voller Demut. Ließ Fassaden rosa glänzen und ein alter Palazzo strahlte senf-gelb so als lägen nicht viele Jahrhunderte zwischen dem letzten anstrich und dem Regen. So ein Regen war das. Die Löwen immer schon auf dem Sprung und der Regen war sanft mit der Stadt und seinen Bewohnern. Eine Frau hielt einen Regenschirm in der Hand, meine ich zu erinnern. Der Schirm, so meine ich war weiß mit schwarzen Punkten oder schwarz mit weißen Dreiecken, aber ganz sicher weiß ich noch, dass der Schirm Rüschen hatte. Das schien mir das Feinste zu sein, was es geben könne. Ein Schirm mit Rüschen. Die Frau war sehr schön und ein Mann zog seinen Mantel aus mitten im Regen. Aber ich habe den Mann nicht gefragt nach seinen Gründen und auch die Frau habe ich nur aus den Augenwinkeln angesehen. Das aber lange, denn sie wich in Schlangenlinien den Pfützen aus.

Aber der Regen hier hat nichts von der Weichheit, nichts von dem Rosa, nichts von dem warmen Gelb Milanos.

Hier ist der Regen ein Denkzettel. Eine beständige Erinnerung daran, dass ich nicht dazugehöre. Kalt hängen Kleid, Schal, Mantel und auch meine Haare an mir herunter. Der Regen hier ist hart und kalt und legt einem ganz plötzlich eine eisige Hand zwischen meine Rippen.

Du nicht, grinst der Regen.

Sein Lachen hat etwas vom heiseren Husten eines alternden Nachtportiers.

Vielleicht stehen hier die Mütter von klein auf mit den Kindern im Regen und der Regen ist dann irgendwann auch nur noch Gewöhnungssache.

Aber ich habe als Kind niemals im irischen Regen gestanden und der Regen und ich haben uns niemals aneinander gewöhnen können.

Vielleicht singen die Väter hier ihren Kindern Regenlieder ins Ohr und irgendwann bekommen die Kinder die Melodie nicht mehr aus dem Ohr.

Aber ich habe als Kind niemals Regenlieder gehört und so haben der Regen und ich uns nichts zu sagen.

Fremd sind der Regen und ich einander.

Nass bin ich und der Regen denkt sich nichts dabei.

Noch später da tropft das Kleid, die Schuhe sind mit Zeitungspapier ausgestopft, die Strumpfhosen sind ein nasser Ball und die Jacke ist noch immer schwer vor Nässe, da liege ich im Bett. Klamm sind die Beine noch immer, obwohl das doch gar nicht sein kann. Aber draußen an die Scheibe da klopft der Regen an. Seine Fingerknöchel sind weiß, unermüdlich scheppern sie gegen das Glas. Sie sind Warnung. Du die Fremde, verstehst mich ja doch nicht. Lauf nur, zieh dir nur die Decke bis zu deiner Nasenspitze, versteck dich nur, mach dich nur unsichtbar, ich finde dich noch. In deinen Träumen noch soll dir mein Wasser bis an den Hals reichen, du bist von zu weit her gekommen, um das ich mir mit dir einig werde. Der Regen läuft an den Fensterscheiben herunter. Durch den Regen lässt sich nicht hindurchsehen, die ganze Welt hält der Regen von mir fern.

Wirklich, mitten in der Nacht wache ich auf und glaube das Bett sei ein schwarzer Tümpel.

Aber das Bett ist immer noch ein Bett.

Auf dem Läufer neben dem Bett schläft doch selig, der treue alte Hund.

Nur ich kann nicht schlafen, denn der Regen schläft nie.

So viel Regen und so viel Fremde, denke ich und der Regen hört nicht auf.

An den Regen kann man sich niemals ganz gewöhnen.

Dunkelgrau fast schwarz ist das Wasser vor meinem Fenster.

Der Regen ist ein Maßband für Entfernungen.

Samstag

Am Samstag ist es kalt.

Es ist so kalt, dass man es merkt und nicht nur feuchtkalt, wie man es in Irland eben gewöhnt ist.

Der treue alte Hund und ich treffen ein Reh auf der Wiese.

„Viellleicht könntet ihr Freunde werden“, schlage ich vor.

Der Hund starrt mich entsetzt an. Das Reh dreht die Ohren zweimal nach links und wieder nach vorn und schon stürmt es davon.

Damit ist dann wohl alles gesagt.

Der Hund seufzt, aber zu den kalten Pfoten, Füßen, Händen kommt die Sonne dazu.

Die Sonne versöhnt für Vieles.

Für ein paar Stunden gehe ich ins Büro.

Dann hole ich den Neffen des Tierarztes ab.

Der Neffe trägt das Rugby-Shirt des Tierarztes.

„Ich dachte Du kommst nicht“, sagt der Neffe, den das Trikot genauso verschluckt wie einmal den Tierarzt.

„Doch“, sage ich. „Ich bin doch da.“

Eine kleine Hand in meiner.

Der Neffe mag ein Eis von McDonalds vor dem Spiel.

„Gut“, sage ich und der Neffe schleckt ein Eis mit dicken Keksbrocken darin und erzählt mir ganz aufgeregt etwas über jeden Rugbyspieler.

So viel Aufregung macht rote Wangen.

Neben uns am Tisch sitzt ein Mann mit grauen Haaren.

Er trägt eine Lederjacke, blaue Hosen und feste Schuh. Er hat einen roten Schal und eine Dunnes-Store Einkaufstüte. Er hat Handschuhe und ein kleines, graues Notizbuch. Er ißt kein Eis und auch keinen Burger und keine Fries.

Aus der Plastiktüte holte er eingepacktes Brot hervor, er sieht sich um, ich sehe weg, er holt zwei Scheiben Käse aus der Tüte und eine Scheibe Wurst, die legt er hastig auf das Brot. Er reißt ein Tütchen McDonalds Ketchup auf und streicht es mit einem Plastikmesser auf die Brothälften, dann klappt er das Brot zusammen und ißt es so schnell er kann.

Ein McDonalds Mitarbeiter sammelt Abfälle ein, der Mann deckt hektisch die noch verbliebene Brothälfte mit der Hand zu. Aber der McDonalds –Mitarbeiter sieht einfach gar nicht zu dem Mann herüber, es gibt eine Menschlichkeit in Schnellrestaurants, die selten geworden ist. Hier weiß man etwas von der Formenbreite menschlicher Müdigkeit. Obdachlosigkeit hat gerade in Dublin viele Gesichter, so viele, dass eigentlich niemand mehr hinsehen mag.

Ich versuche mich als Taschenspieler, richtige Taschenspieler legen ja lieber etwas in eine Jackentasche hinein als etwas herauszunehmen.

„Das Spiel fängt gleich an“, sage ich zum Neffen.

Der Neffe nimmt meine Hand zurück.

Draußen vor der Tür sagt der Neffe: „Du Read On, warum hat der Mann neben uns sich ein Brot geschmiert?“

Wie erklärt man die scharfen Kanten der Welt?

Im Pub zwinkere ich dem Barmann zu.

„Für den jungen Herrn einen frischgezapften Apfelsaft, bitte!“

Der Barmann zwinkert zurück und der junge Herr darf hinter die Theke, zwei Zapfhähne bedienen, der Barmann ist auch ein Taschenspieler, denn flugs hat der junge Herr einen schäumenden Apfelsaft im Glas und strahlt.

Das ist eine alte Tradition des Tierarztes gewesen. Das Zwinkern, der Tresen, der Apfelsaft. Ein Platz im Eck des Tresens, wo man gut sehen kann, auch wenn man noch ziemlich klein ist.

Ich weiß nichts über Rugby.

Ich finde die Iren robben sehr engagiert über den Rasen und versuchen ihr Möglichstes mit dem Ball, aber im Pub jubeln nur die Engländer.

Die Engländer gewinnen.

Aber ich habe ja Schokolade in der Handtasche und nächste Woche ist ein neues Spiel, sagt der Neffe.

„Genau“, sage ich. Auf dem Heimweg schläft der Neffe ein.

Ich hole den Hund und dann fahren der Hund und ich zur J.

Der P. ist zu Besuch.

Wir kochen Risotto und richten Salat an.

Der P. kannte meine Mutter.

Ich kann vor Aufregung nicht schlucken.

Dann wird es doch schön.

Der P. ist aus Capetown.

Ein Jahr war er im Gefängnis, da war er 17 und hatte einen Streik an seiner Schule organisiert. Anti-Apartheid. Ein Jahr später war die Welt eine Andere.

Der P. erzählt hastig und wer kann es ihm schon verdenken?

Viele Stunden sitzen wir in der warmen Küche.

Die letzte Geschichte ist die Geschichte von K. Die K. hat in Capetown ein Projekt geleitet, dass Wohnen in den Townships sicherer machte. Vor zwei Jahren war die K. in Delhi, um sich anzusehen wie wir versuchen Leben im Slum sicherer zu machen. Vor einem Jahr war die K. in Dublin, um über ihre Erfahrungen als Architektin im Township zu berichten. „Wie geht es denn der K.?“ fragen J. und ich.

K. ist tot, sagt P. Von einem Wassertank erschlagen in einem Haus, das sie in eine Wohngemeinschaft umwandeln wollte. Der Arzt war im Verkehr stecken geblieben und alles war zu spät.

In Europa denke ich später, erzählen sich Menschen andere Geschichten.

Vielleicht bin ich doch schon zu lange in Europa. Länger gebelieben als ich je wollte, bin ich ohnehin.

Als der treue, alte Hund und ich nach Hause finden, ist es schon Sonntag.

Der Himmel ist kalt und klar.

Ich hätte die K. öfter anrufen sollen.

Viel zu schön ist der Himmel, viel zu klar ist die Nacht ohne K.

Wie der Januar riecht

Ein ganzes Jahr lang habe ich Monat  für Monat hier olfaktorische Notizen mit ihnen gemeinsam gesammelt und aufgeschrieben. Ich danke Ihnen allen sehr und von Herzen für Ihr Mitriechen und all ihre wirklich geruchsintensiven Schnuppermonate! 

Ein letztes Mal an dieser Stelle also:

Der Januar riecht nach kaltem Kaffee und dickem Nebel. Der Januar riecht nach Restbeständen und gar nicht nach Neubeginn. Der Januar riecht nach Chlor in den Haaren und nach dem Piniendeodorant eines Mannes, der immer am Mittwoch und ausschliesslich am Mittwoch neben mir im Zug sitzt. Der Mann riecht nach Pinien und er trägt einen schwefelgelben Schal aus Wolle. Der Januar riecht nach Müdigkeit und Müdigkeit und dann noch mal nach Müdigkeit. Der Müdigkeit ist es ganz gleich wie wie spät es ist, die und Müdigkeit ist immer pünktlich. So ein Monat ist der Januar. Der Januar riecht nach Apfelmus und altem Brot. Nach Trockenobst und einer Mango mit schlechtem Gewissen riecht der Januar.

Der Januar gehört den Nebelkrähen und den schlechten Omen. Der Janaur riecht nach Kakao mit Haut und Briefen, die besser nie geöffnet werden. Der Januar riecht nach der letzten Marzipankartoffel und dem Matsch der Weide, die sich Kälbchen und ein beduaernswerter Esel teilen. Der Januar riecht nach wenig Trost (leider) und der Weidematsch klebt nicht nur an den den derben Gummisteifeln, sondern wirklich überall. Der Janaur riecht dann doch auch nach Aufbruch. Aber er riecht mehr nach Bruch und nur sehr wenig nach auf. Der Janaur riecht so kalt, dabei fällt das Thermometer kaum einmal unter Null. Der Januar riecht nach Erinnerungen, die ich doch so dringend vergessen will, aber Januar vergisst nichts. Der Januar riecht nach Bewilligungen und kalter Angst. Der Januar lacht dann und bläst seine hohlen Wangen auf. Der Januar riecht nach Fragen auf die es keine Antwort gibt, nach Telefonaten, die kein Ende nehmen und immer wieder nach nassen Strümpfen. Der Janaur riecht nach Keksen und Vollmilch im Glas. Der Januar riecht nach durchgeweichten Cornflakes und dem Kantinenporridge. Der Janaur riecht nach Schlaflosigleit und der Traurigkeit des Vollmonds am Himmel. Der Mond sucht nach der Sonne. Das eint den Mond und mich.

Der Januar riecht nach Termindruck, nach einem Vorwort und Korrekturfahnen, der Janaur riecht nach Blicken über die Schulter und sehr vielen Sorgenfalten. Der Januar riecht nach einem nassen Scheuerlappen und Torf mit dem so viele in Irland heizen. Der Janaur riecht nach Bikensaft, den der G. an jedem Morgen um Punkt zehn Uhr unter grossem Wohlgefallen zu trinken pflegt. Der Janaur riecht nach klammen Seiten und Akten mit Modergeruch. Der Januar riecht nach Ungeduld und klebriger Zähigkeit. Der Janaur lässt einfach nicht los und jede Woche zeigt der Kalender an, dass dieser Monat noch immer nicht zu Ende ist. Der Janaur lacht schon wieder.

Der Januar riecht nach Stampfkartoffeln und Aufregung in einem Konzertsaal, in dem Opernsänger in den Wettstreit treten und ich weiss sofort, warum ich niemals einer Jury angehören mag, ich verliebe mich sofort in Stimmen, vor allem in jene die vor Aufregung bis an die Decke flattern. Der Januar riecht auf einmal auch nach La Fenice und nach dem hohen C.. Der Janaur riecht nach Erleichterung als die T. sagt: „Doch komm jetzt sofort. Wir sind da.“ Der Janaur riecht nach einer kalten Hundenase und nach warmem Katzenfell. Der Janaur riecht nach Schotter und Irish Stew.

Der Janaur riecht nach Vergeblichkeit und Alpenveilchen.

Wenn Sie mögen, so sind Sie herzlich eingeladen auch ihre olfaktorischen Eindrücke hier in den Kommentaren aufzuschreiben oder wenn Sie selbst bloggen, rufen Sie doch kurz herüber, ich verlinke ihre olfaktorischen Monatsnotizen dann sehr gern.

Ein intensiver Januarduft aus Berlin.

Safran und Chai eines indischen Januars.

Ein Januar, der nach Anfang riecht.

Anna

Das letzte Mal habe ich Anna vor vielen Jahren gesehen. So viele Jahre liegen zwichen Anna und mir, dass ich nicht mehr weiß wie viele Jahre genau.

Das letzte Mal als ich Anna sah, lebte ich in Berlin.

Das letzte Mal als ich Anna sah, hatte ich ganz kurze Haare.

Aber Anna hatte immer ganz lange Haare.

Anna war die Freundin meines Freundes J.

Der J. und ich hatten Freundschaft in einem Waschsalon geschlossen.

Bevor ich J. kannte, wusste ich schon von Anna.

J. sagte zwischen den sich drehenden Waschmaschinentrommeln: Ich bin Jan und die Frau, die ich liebe, heißt Anna.

Ich nickte und sagte: Hallo, J. der Anna liebt.

Dann sahen wir auf die Buntwäsche.

Wir teilten uns eine Stange Pfefferminzdrops und eine Tüte grüner Haribo-Frösche.

Zwei Tage später traf ich Anna zum ersten Mal.

Anna war hell, so hell, dass ich erst einmal blinzeln musste. Ich war nie hell und damals als ich Anna traf, war ich besonders dunkel.

Anna aber lachte mit offenem Mund, sie schlang die Arme um J., wie es eigentlich nur Kinder tun, sie spielte Gitarre, Anna spielte Gitarre und J. sah Anna zu wie sie liebte und lebte, ganz aus dem Vollen. Man musste einfach lächeln, wenn Anna kam.

Anna hatte immer Ideen. Auf ein Hausboot ziehen. Die Anden erkunden. In Thailand ein Fischerboot zu einer Bar ausbauen. In Sizilien auf einer Steintreppe selbstgezogene Kerzen verkaufen.

Jeden Anderen hätte man belächelt, aber Anna bewunderte man insgeheim und man wollte sofort ein Interrail Ticket lösen, um mit ihr loszuziehen.

Niemand fragte Anna, woher sie sei. Alle wollten immer wissen, wohin Anna wohl als Nächstes ginge.

Ich war gar nicht so wenig neidisch auf diese Frage.

Aber Anna lachte und wenn man sie zwei Wochen später sah, war sie gerade erst mit dem Zug aus Budapest angekommen oder hatte in einem Kloster in Oberbayern Schals gebatikt.

Anna war Ballerina und konnte Traktor fahren.

Aber Anna liebte auch J. und wann immer er dazukam, strahlte sie heller noch und hielt seine Arme fest, so fest es ging.

Eines Tages Anna und ich kannten uns ein halbes Jahr, da machte der J. ihr einen Heiratsantrag.

Anna sagte Ja.

J.sagte immer wieder: Sie hat wirklich ja gesagt.

Nie wieder habe ich J. so glücklich gesehen wie an jenem Tag.

Das war vielleicht zwei Wochen bevor ich Anna das letzte Mal sah.

Das letzte Mal habe ich Anna in einem Brautmodengeschäft in der Schlüterstraße gesehen.

Anna wollte eine spontane Hochzeit und ein Kleid für eine Hochzeit, die man mindestens ein Jahr im voraus plant.

Anna probierte immer neue Kleider an.

So schön war Anna. Draußen vor dem Schaufenster blieben Passanten stehen, um Anna anzusehen.

Anna winkte.

Ich lachte so sehr an diesem Nachmittag mit Anna. Vielleicht habe ich nie wieder so gelacht wie damals mit Anna.

Sie suchte ein Kleid aus, das ihr weich um die Knöchel fiel. Ein Kleid aus Stoff und Tüll, mit Spitzenbesatz, ein Kleid wie aus einem Märchen. Ein Kleid wie es nur Anna einfallen konnte, die schwor sie würde genau zu diesem Kleid schwere Haferlschuhe tragen und die alte Strickjacke ihrer Mutter mit den Rosenknospen.

Die Verkäuferin strahlte, wir strahlten und der J. bezahlte das Kleid.

Der J. ging zurück zur Arbeit.

Anna küsste mich zweimal links und zweimal rechts.

Sie roch nach Jasmin und grünem Tee, glaube ich.

„Ich ruf dich später an“, sagte Anna und dann lief sie los.

Sie trug ein gelbes Kleid mit weißen Streifen.

Es war ein Sommertag in Berlin als ich Anna zum letzten Mal sah.

Angerufen hat Anna mich nicht.

Nicht am Abend.

Auch nicht einen, oder zwei Tage später.

Sie meldete sich auch nicht bei J.

Der J. hängte das Kleid zum Lüften an den Schrank.

J. fuhr durch die Berliner Krankenhäuser und fragte nach Anna.

Aber da war Anna nicht.

Nach einer Woche ging er zur Polizei.

Es gibt immer wieder Menschen, die verschwinden und nicht gefunden werden wollen, sagte der Polizist.

Anna und ich wollen heiraten, sagte der J.

Aber Anna meldete sich nicht.

Der J. hängte das Hochzeitskleid in den Schrank.

„Sie kommt bestimmt wieder“, sagte J.

„Ja“, sagte ich.

Aber Anna kam nicht zurück.

Manchmal sagten Freunde sie hätten von Anna in Sydney gehört.

Oder sie hätten Anna mit einem Freund in Hongkong gesehen.

Irgendwann hatte der J. kein Geld mehr um spontan nach Sydney zu fliegen.

Anna blieb verschwunden.

Aber wenn jemand den J. fragte auch noch zehn Jahre oder fünfzehn Jahre später, ob er mit jemanden zusammen sei, dann sagte er, er würde auf Anna warten.

Manchmal in all den Jahren, die vergingen und in denen der J. sich oft verlor, rief er mich an und sagte: „Du hast doch Anna gekannt.“

„Ich weiß nicht“, sagte ich und oft fuhr ich dann los und suchte nach J.

So vergingen die Jahre.

Das Brautkleid frassen die Motten.

Den J. frisst die Arbeit auf.

Aber nach Anna sucht er nicht mehr.

Keiner seiner Freunde fragt mehr nach Anna.

Den Freundeskreis jener Jahre gibt es nicht mehr.

Der J. nimmt manchmal eine Frau mit nach Haus, aber über Nacht bleibt sie nie.

Seine Telefonnummer ist noch immer dieselbe.

Wenn wir uns in Berlin sehen, sprechen wir über alles, aber nicht über Anna.

Einige Jahre lang schrieb ich ihrer Mutter.

Aber irgendwann kamen die Briefe ungeöffnet zurück.

Wenn ich ehrlich bin, dann habe ich in den letzten zwei oder drei Jahren kaum noch Anna gedacht.

Längst kenne ich andere Annas und ihr Name ist nur noch ein fernes Echo.

Ein Brautkleid habe ich selbst nie gekauft.

Aber immer mal wieder habe ich mit einer Freundin in einem Brautmodenladen gesessen und ihr zugesehen, wie sie ein Kleid aus Tüll anprobierte. Nur gelacht habe ich nie mehr so wie an jenem Nachmittag mit Anna.

Aber das habe ich den Freundinnen nie gesagt.

Eine getrocknete gelbe Rose erinnerte mich immer mal wieder an Anna.

Aber eigentlich erinnerte mich nur der J. noch an Anna.

Denn der J. liebt Anna noch immer.

Irgendwann hat der J. eine Therapie gemacht. Der Therapeut sagte er müsse eben loslassen und sich auf neue Erfahrungen einlassen. Aber der Therapeut wusste nichts von Anna und ihrem Lachen.

Gesprochen aber haben der J. und ich auch nicht mehr über Anna.

Nur geschwiegen haben wir über Anna.

Heute Nachmittag aber ich hatte gerade ein anderes Telefonat beendet und dem D. versprochen mich einer Angelegenheit anzunehmen, da klingelte das Telefon. Ich dachte die vorherige Anruferin hätte etwas vergessen.

Aber die Stimme am Apparat war eine Andere.

„Hallo, hier ist Anna“, sagte die Stimme am Telefon, so viele Jahre später, heute um 16.34 Uhr.

Das Brot, die Kunst und (vielleicht) das Gold

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Diejenigen von Ihnen, die hier schon seit Jahr und Tag einem reichlich seltsamen Fräulein die Treue halten wundern sich schon nicht mehr. Manchmal kommen diesem besagten Fräulein dann auch noch Ideen. Dann heisst es eigentlich lieber schnell davon laufen, denn wer zwischen Himmel und Hölle kommt schon auf die Idee Kunst auf Brot zu legen? Sehen Sie das meinte ich. Das Schöne am Internet ist aber, dass sich oft Gleichgesinnte finden, die zu Gurke, Toast und Paprikacreme greifen und die allerwunderbarsten Bilder auf Brot Wirklichkeit werden lassen.  So wunderbar nämlich, dass auf einmal das ganze Internet zu einer grossen Kunstausstellung wurde. Kunst bringt alle zusammen und das macht mich in Zeiten wie diesen doch ein bisschen Zuversichtlicher.

Ich freue mich also sehr, dass diese Idee Kunstwerke auf Brot zu gestalten, die dann ein Hashtag wurde in diesem Jahr für einen Goldenem Blogger nominiert ist. #KunstGeschichtealsBrotbelag ist noch immer ein Funken vieler Memschen, die nicht nachlassen das Internet zu einem Ort zu machen, der gestaltet werden kann.

Heute Abend ab 19 Uhr kontinentaler Zeit werden die Auszeichnungen verliehen, live dabei sein kann man hier. Das Kunstbrot-Team ist selbstredend vertreten, ich schaue in Irland zu und nehme all ihre gedrückten Daumen wirklich sehr, sehr gern.

Brot, Brot Hurra…

Immer Ihr,

Fräulein Read On

 

Fast eine Woche später

Die Katze habe ich die ganze Woche kaum gesehen.

Die Katze hat ja auch ihren eigenen Sessel.

Die T. sagt: „Ist das nicht wie enorm, wie die Katze mit einer blossen Schwanzbewegung mitteilen kann, ob sie mehr Milch möchte?“

Ich entschuldige mich für die Katze und die Manieren.

Die T. streichelt die Katze und sagt: „So eine gute Katze!“

Die Katze grinst.

Den treuen, alten Hund immerhin sehe ich öfter.

Aber auch nur weil der J. Abends Sport macht.

Der Hund hat es eher nicht so mit Sport.

Aber am Abend nach der Fabrik gehen der Hund und ich spazieren.

Die Häuser hier sind alle groß und haben einen Garten. Selbst im Januar sieht man, dass hier die Rasenflächen mit der Nagelschere nachgeschnitten werden.

Der Hund und ich gehen ganz vorsichtig umher.

Andere Hunde habe ich noch nicht gesehen.

Vielleicht gehen die vornehmen Hunde die neben ihren Besitzern vor einem Kamin sitzen, aber auch nur tagsüber spazieren und lesen am Abend in: 101 Gründe warum Katzen immer alles besser wissen und was kluge Hunde dagegen tun können.“

Aber tagsüber bin ich nie bei T. und J.

Tagsüber bin ich in der Mondsteinscheibenfabrik.

2,3 Kilometer sind es von der Haustür zur Bahnstation.

Ich laufe, aber sonst läuft morgens nur eine Frau mit einer Stirnlampe ihre Runden. Sie läuft aus anderen Gründen als ich.

Nur einmal bin ich diese Woche so richtig nach irischer Fasson eingeregnet.

Das ist keine schlechte Bilanz.

Die Nachbarn zur Linken haben ein großes, helles Wohnzimmer.

Das ganze Zimmer ist voller Bücher.

Abends bevor ich den Schlüssel aus der Tasche krame sehe ich in ihr Zimmer herein.

„Wie das voll ist, frage ich mich dann immer, so ein vollständiges Leben zu haben?“

Ich habe nur einen Flickenteppich, zwei Koffer, eine Katze, den treuen alten Hund und die wieder säuberlich gestapelten Kisten mit Traurigkeit. Weiter besitze ich einen blauen Rucksack und zwei Taschen. Im ledernen Luggage holdall sind Tierarzt Dinge. Manchmal lege ich meine Hand auf seinen Lieblingspullover. Ich will ihm sagen. „Ohne dich sind wir drei haltloser noch als zuvor.“ Aber der Tierarzt hört ja nicht mehr zu. Dann schiebe ich das luggage holdall wieder ganz tief in den Schrank hinein.

Ich wohne noch immer weit weg vom Meer.

Ein neues Schwimmbad habe ich noch nicht gefunden.

Vor meinem Fenster steht ein großer Baum.

Es ist gut einen Baum in der Nähe zu wissen, sage ich mir.

Der Baum und ich sehen uns selten, aber manchmal ist mir als winkte mit der Baum im Dunkeln zu.

Ich winke immer zurück.

Es regnet vor meinem Fenster. Ich bin froh um den Regen. Der Regen sage ich mir, ist eine bewegliche Wand auf die Verlass ist. Ich möchte mich gern auf den Regen verlassen.

Die ersten Nächte habe ich lieber auf dem Fussboden geschlafen.

Der Boden und der Baum sind sichere Orte habe ich gelernt.

Geschämt habe ich mich trotzdem.

So viel Angst liegt vor dem Davonkommen.

Die T. bringt mir immer mehr Decken.

Vor meinem Fenster steht ein kleines, rotes Segelboot aus Holz.

Ich nehme es oft ganz vorsichtig in die Hand.

Ich sagte mir gern: „Leinen, los.“

Aber dann ist es schon wieder spät und ich muss zusehen, dass ich den Zug in die Fabrik bekomme.

Ich ziehe mir Gummistiefel an.

Der Hund zieht ein Gesicht.

Die Katze grinst und rollt sich auf T.s Schoß zusammen.

Der Hund und ich tappen ins Dunkle.

Der Regen fällt mir schwer ins Gesicht.

Der treue, alte Hund seufzt.

Auf den Rasenflächen stecken die ersten Schneeglöckchen ihre Köpfe heraus.

Der Hund und ich gehen ganz vorsichtig, damit die Schneeglöckchen keinen Schaden nehmen.

In Berlin gehe ich ganz vorsichtig, um nicht auf einen Stolperstein zu treten.

In Irland gehen der Hund und ich ganz vorsichtig, damit keine Blumen Schaden nehmen.

So unterscheiden sich die Böden und die Füße der Länder.