Sonntag

🍒 Cherry, cherry lady. #cherries🍒 #inmygarden #cherry

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FrĂŒh am Morgen hat das Gras nasse FĂŒĂŸe.

Ich dann auch.

In den Kirschbaum klettern mit den alten Tennisschuhen.

Ich weiß gar nicht, wem die Tennisschuhe eigentlich gehören. Außer dem Tierarzt spielt niemand Tennis, aber die Tennisschuhe sind schon immer die Schuhe mit denen man in die BĂ€ume steigt. Sie passen auch jedem von uns. Der lieben C. mit SchuhgrĂ¶ĂŸe 36 und mir mit SchuhgrĂ¶ĂŸe 40, eigentlich 41, aber das gebe ich nicht zu. Mein Vater steigt nicht in die BĂ€ume. In die BĂ€ume steigen bei uns nur die Damen.

Auf dem Apfelbaum sammeln sich die Stare und Amseln.

Im Stamm des Apfelbaums befindet sich das garteninterne WettbĂŒro. Gehandelt werden hier nicht Rennpferde oder Fußballspieler, sondern die Frage, ob das FrĂ€ulein Read On wohl durch die Krone bricht und sich den Fuß verstaucht.

Ich klettere hinauf, die Vogelschar johlt.

Die Vögel finden Menschen hÀtten im Kirschbaum nichts zu suchen.

Ich finde es sollte fĂŒr einen Clafoutis reichen.

So unterschiedlich sind die Interessen.

Ich kÀmpfe mit den biestigen KirschbaumÀsten.

Die Vögel brĂŒllen SchlachtgesĂ€nge.

Ich schreie: „Ihr gemeinen Biester, euch soll die Katze holen“

Dann verfangen sich meine Haare in den Kirschbaumzweigen und na ja der Kirschbaum kann sich jetzt an Flechtfrisuren versuchen.

Die Vögel kreischen ObszönitÀten.

Aber dann ist die blaue Schale voll und ich hangle mich wieder herunter.

Nur meine FĂŒĂŸe wollen nicht so wie ich will und so zapple ich etwas hilflos mit den FĂŒĂŸen und finde die Leiter nicht.

Zum GlĂŒck ist die liebe C. aufgewacht und ruft: „SĂŒĂŸe, links, du musst nach links.“

Meine Fußspitzen finden die Leiterkante.

Die Vögel sind enttÀuscht.

Ich bin zufrieden.

Wir trinken Kaffee im Gras und essen Croissants auf der Terrasse.

Dann schließt die liebe C. die Praxis auf.

Der Notdienst beginnt um 9 Uhr.

Die erste ist Frau G.

Frau G. hat eine Krankheit und die heißt Einsamkeit.

Zwanzig Minuten erzĂ€hlt sie der lieben C. vom RĂŒcken, vom Sohn in Bayern und dem Ziehen im Bein.

Dann quietscht das Gartentor und sie bringt eine WaschschĂŒssel voll Kirschen vorbei.

Eine Stunde spĂ€ter weiß ich auch alles vom RĂŒcken, vom Sohn in Bayern und dem Ziehen im Bein.

In der DDR hat Frau G. Handtaschen genĂ€ht, in der DDR gab es Fabriken in denen Frauen wie Frau G. Handtaschen fĂŒr Quelle und Neckermann nĂ€hten.

Sie sagt: Wir FlĂŒchtlingsfrauen waren froh um die Stelle.

Aber die Finger hat sie sich schon ruiniert. War ja Akkordarbeit und das Licht schlecht in der Fabrik. Aber als FlĂŒchtling da durfte man sich erst recht nicht beschweren

Frau G. hilft mir beim Croissant-Essen. Dann fÀhrt sie wieder los und ich gehe in die Praxis und gehe meiner lieben C. zur Hand.

Die liebe C. legt sich hin.

Ich rĂŒhre Mehl, Butter, Eier, Zucker, Vanille, Zimt und Topfen fĂŒr den Clafoutis zusammen. Es ist ein Rezept meiner Großmutter unter dem Rezept steht: Bitte die GĂ€ste vor dem Essen darauf hinweisen, dass die Steine noch in den Kirschen sind. Am 16.08. 1978 wĂ€re Frau F. fast erstickt. Drei Ausrufezeichen.

Die liebe C. wird also vor den Kirschkernen gewarnt.

Wir beide atmen schwer nach dem Clafoutis, aber das liegt am Schmand und an der Butter.

Die liebe C. macht die Augen zu.

Ich telefoniere mit der lieben Freundin nördlich des Rheins.

Mit der lieben Freundin nördlich des Rheins lÀsst es sich vortrefflich telefonieren und da ich einen förmlichen Antrag auf Erhalt eines Wusnchzettels gestellt habe, wird es hoffentlich nie wieder vorkommen, dass ich ihr ein Buch, das sie schon hat auf ihre Rheinseite schicke.

Es hat mich scheußlich gefuchst.

Dann aber kehrt die liebe C. aus der HĂ€ngematte zurĂŒck und sagt: „Stell Dir vor, ich habe von einem scheppernden Wecker getrĂ€umt, den ich ĂŒberall suchte.

Buhu, sage ich.

Wir essen Erdbeertorte zum Trost und dann ein KĂ€sebrot.

Wir liegen im Gras und erzÀhlen uns Dinge, die man sich nur im Schatten der BÀume und dem flackernden Sonnenlicht erzÀhlt.

Ich wasche mir die Haare und die liebe C. bringt mich zum Zug.

Ich winke auch dann noch, wenn ich sie schon nicht mehr sehen kann.

Der Zug ist voll und ich stehe und mit mir stehen viele. Es ist mĂŒde Luft im Zug. Der volle ICE ist ein Aquarium fĂŒr Menschen. Es ist stickig und warm, aber auf dem ipod ist Schuberts Winterreise.

Dann knackt ein Lautsprecher. Der ZugfĂŒhrer sagt: „Sehr verehrte Reisende, ich muss Ihnen leider die traurige Mitteilung machen, die deutsche Nationalmannschaft hat das Auftaktspiel gegen Mexiko mit 1:0 verloren.

Ein Mann sagt: Mensch, was soll denn die Durchsage wir sehen das doch alles live.

Ein Mann springt auf und ruft: Ich möchte hier sagen, ich bin kein Mexikaner und finde die deutsche Nationalmannschaft ist eine tolle Mannschaft.

Applaus fĂŒr den Mann, der kein Mexikaner ist.

Schubert in meinem Ohr ist auch nicht glĂŒcklich.

In der S-Bahn sitzen zwei MĂ€dchen mit Plastikgirlanden in Schwarz-Rot-Gold neben mir.

Die eine der beiden sagt: Das ist alles die Schuld von dem Putin. Der hat die Gruppenauslosung manipuliert und jetzt haben die Deutschen die voll schweren Gegner und die anderen alle so die anderen. Die leichten halt.

Ihre Freundin nickt. „Aber das Make-Up hĂ€lt voll gut, sagt sie und bewundert ihre Deutschlandfahnen auf der Wange im S-Bahn Fenster.“

Die Andere sagt: „Ja, steht dir voll gut, gerade die Kontraste.“

Ich steige aus und radle in den Wald zurĂŒck.

FĂŒr eine halbe Stunde sitze ich auf der Fensterbank und neben mir sitzt meine alte Freundin Wildtaube und knackt Sonnenblumenkerne.

Über dem Kirchturm geht die Sonne unter.

Rettungsleiter

FrĂŒh am Morgen gehört der See nur mir und den Enten in den Flegeljahren.
Die Enten in den Flegeljahren ĂŒben Wasserski fahren.
FrĂŒh am Morgen gĂ€hnen die EntenmĂŒtter, die Fische und ich.
Im Schilf baut ein Reiher ein Nest.
Sonst ist der See still.
Am Ufer liegen Scherben.
Ich hebe die Scherben auf.
Der See seufzt ĂŒber die Menschen, die Scherben, die vom Ufer ans Land getragene Rettungsleiter, die jetzt am Fahrradunterstellplatz lehnt. Ich trockne mir das Haar ab. Der See schimmert blau und grĂŒn. Als ich ein kleines MĂ€dchen war, vor vielen Jahren, da brachte mir meine Großmutter das Schwimmen bei. Meine Großmutter glaubte an stetes Üben, ich glaubte an ihre HĂ€nde unter meinem Bauch und noch mehr als ich glaubte meine Großmutter an die Macht der Geschichten. Lass mich dir von Lore Hellmann erzĂ€hlen, sagte meine Großmutter. Das war an einem anderen See, aber ein Sommertag war es auch. Ich lag neben ihr im Gras. Meine Großmutter trug ein Kleid mit farbigen Streifen. GrĂŒn, rot und blau.

Das Kleid war aus Leinen, es raschelte wie der See vor uns im hellen Licht, ich lag in ihrem Arm und sah in die BĂ€ume, es waren andere BĂ€ume als die BĂ€ume unter denen ich mir die Haare trockene, frĂŒh am Morgen so viele Jahre spĂ€ter.

Lore Hellmann, sagte meine Großmutter war ein beliebtes MĂ€dchen damals in der kleinen deutschen Stadt in der meine Großmutter aufwuchs. Meine Großmutter wuchs im Marschland auf, dicht an der See, salzige Luft, die Landschaft dort im Norden war blau, grĂŒn, rot wie die Streifen auf dem Leinenkleid. Lore Hellmann war ein beliebtes MĂ€dchen, mein Großmutter war es auch. Darin unterschieden sich meine Großmutter und ich. Meine Großmutter war zum Geburtstag bei Lore Hellmann selbstverstĂ€ndlich eingeladen, es gab Kakao und Erdbeerkuchen, dicken Rahm dazu und rote GrĂŒtze. Lore Hellmann hatte blonde Locken, ein Fahrrad von einem Onkel aus Frankfurt und alle MĂ€dchen wollten so sein wie Lore. Im Sommer zogen die MĂ€dchen zum See, ein dunkler, ein tiefer, auch im Sommer kalter See, ein See, der schon nach dem Meer schmeckte, salzig und nach dem Ozean.

Ein See in dem der Nöck selbst im Sommer nicht nach gab, sondern den See in der Hand behielt. 1930 war meine Großmutter, war Lore Hellmann acht Jahre alt. Der Sommer war lang und die MĂ€dchen,so mutig wie die MĂ€dchen noch heute. Lore und die MĂ€dchen schwammen weit hinaus auf den See, am weitesten hinaus schwammen Lore und meine Großmutter. Wie es begann, wusste meine Großmutter nicht mehr, nur dass Lore anfing nach Atem zu ringen, dass sie ihre Beine nicht mehr bewegen konnte und Lore schlang ihre Arme mit letzter Kraft um den Hals meiner Großmutter. Meine Großmutter versuchte mit den FĂŒĂŸen Wasser zu treten, das Gewicht des anderen MĂ€dchens zog sie nach unten. „Hilfe, Hilfe“, schrie meine Großmutter so laut sie konnte, herĂŒber zum Ufer, wo die anderen MĂ€dchen noch immer Wasserball spielten. Aber dann rannten die MĂ€dchen los und holten meinen Urgroßvater, denn er konnte schwimmen und wie meine Großmutter mir, hatte er seinen Töchtern das Schwimmen beigebracht. Mein Urgroßvater kam mit einer Leiter. Der Leiter vom Spritzenhaus und rannte ins Wasser. Meine Großmutter sagte: „In seinem guten Anzug.“

Der Nöck holte sich seine Taschenuhr. „Schiebt die Leiter in den See, so weit ihr könnt“, rief mein Urgroßvater zu den MĂ€nnern, Frauen und MĂ€dchen, die am Seeufer standen und dann schrie er seiner Tochter zu. ZĂ€hl so laut du kannst, denn meine Großmutter und Lore sanken immer tiefer in den See. Meine Großmutter zĂ€hlte. Bei 35 erreichte mein Urgroßvater sie, legte sich Lore ĂŒber die Schultern, aber seine Tochter konnte er nicht auch noch schultern.

Er sagte zu seiner Tochter: „Du musst bis zu der Leiter schwimmen.“
Meine Großmutter sagte: Papa ich kann nicht mehr.
Ihr Vater sagte: Du kannst. Ich schwöre Dir Du kannst.

Meine Großmutter schwamm und meine Großmutter erreichte die Leiter. Da war ihr Vater schon am Ufer mit der blauen Lore und drĂŒckte auf ihren Brustkorb bis sie das Wasser ausspuckte, anfing zu husten und sich fĂŒrchterlich ĂŒbergab. Aber der gute Anzug ihres Vaters, war ohnehin ruiniert, sagte meine Großmutter.
Mein Urgroßvater, aber zog seine Tochter mit der Leiter aus dem Wasser und trug sie nach Haus. Drei Tage hatte meine Großmutter so hohes Fieber, dass die Ärzte sagten, man solle sich auf das Schlimmste einstellen. Mein Urgroßvater aber blieb am Bett meiner Großmutter sitzen und nach drei Tagen wachte meine Großmutter auf und hatte kein Fieber mehr, dafĂŒr aber großen Hunger. Mein Urgroßvater weinte noch als er mit ihr in der Konditorei saß. „Du bist geschwommen“, sagte er immer wieder.
Meine Großmutter liebte ihren Vater und seit jenem Nachmittag liebte auch Lore Hellmann meinen Urgroßvater. Bevor Du schwimmen gehst, sagte meine Großmutter zu mir vor vielen Jahren im Gras, musst du sehen, wo eine Rettungsleiter ist und wo Rettungsringe hĂ€ngen und dann ging meine Großmutter mit mir ins Wasser, schwamm eine unendlich weite Strecke von mir weg und rief: „Schwimm“ und ich schwamm jedes Mal weiter, ich hustete, keuchte, ich fiel in den Sand, aber meine Großmutter gab nicht nach, bis sie sich sicher war, dass ich wirklich schwimmen konnte. Damals sagten die MĂ€nner, Frauen und Kinder, dass der Vater meiner Großmutter ein Held sei.
1932 trat der Vater von Lore Hellmann in die NSDAP ein, und mein Großvater wurde zur Judensau. Meine Großmutter wurde nicht mehr zu den Geburtstagen, zu Kakao und Erdbeerkuchen eingeladen und als meine Urgroßeltern und ihre Töchter deportiert wurden, da kam niemand zu Hilfe. Aber das erzĂ€hlte mir meine Großmutter erst viel spĂ€ter, damals erzĂ€hlte sie mir von der Leiter, dem drĂŒckenden Strudel des Sees, dem Versuch den Kopf ĂŒber Wasser zu halten, ihrem Vater mit der Leiter und den starken Armen und ich lag in ihren Armen und ihre Arme waren die stĂ€rksten Arme die ich mir vorstellen konnte.

In Berlin aber ziehe ich Hose und T-Shirt an, nehme Handtuch und Bikini und gehe zu meinem Fahrrad zurĂŒck. Ich suche am S-Bahnhof nach einem Mitarbeiter. „Die Rettungsleiter sage ich muss zurĂŒck ans Ufer.“ Der Mann sagt: „Bin ick nich fĂŒr zustĂ€ndig.“ Sonst sehe ich keinen, außer einem Jogger. „Können Sie mir helfen die Rettungsleiter zurĂŒck an den See zu tragen?“, frage ich ihn. „Rettungsleiter?“ sagt er, „so nen Schwachsinn“ und dann rennt er weiter. Aber dann sehe ich zwei BSR-Mitarbeiter, die ihre Reinigungsrunde um den See beginnen. „Wir kĂŒmmern uns junge Frau“, sagen sie und ich nicke. „Danke“, sage ich und der See hinter mir schimmert blau und dunkelgrĂŒn.

Sein oder Bewusstsein

In der letzten Woche rief mich die Berufsschule an. Die Dame am Telefon sagte: „Es gibt ein Problem mit der Auszubildenden.“
„Oh“, sagte ich.
„Ja“, sagte die Dame am Telefon.
„Die Auszubildende sei lernresistent“, sagte die Dame am Telefon.
„Lernresistent?“, echote ich.
„Ja“, wiederholte die Berufsschuldame. „Die Auszubildende verweigerte das pflichtgemĂ€ĂŸe ErfĂŒllen von bĂŒrokauffraulichen Aufgaben, weil ein FrĂ€ulein Read On Ihr gesagt habe, dass der Weg zur Lösung von Sachaufgaben auch anders und logischer als von der Berufsschule vorgegeben zu erreichen sei.
„Nun huste ich, Logik ist ja ein weites Feld. Dabei eben ein komplexes, ein philosophisch nicht uninteressantes Feld.“
Die Berufsschuldame hustete böse. „Sie sind wohl eine von denen die glauben Sie mĂŒsste mir meinen Beruf erklĂ€ren.“
„Keineswegs“, beeile ich mich zu versichern. Mich interessierten nur Probleme der Logik in ihrem weiteren Sinn. Etwa die Frage nach der aristotelischen Umkehrung der…
Die Berufsschuldame am Telefon schweigt.
Dann schweige auch ich.
„Problem“, sagt sie, na also. Da haben wir es ja.“
„Die Auszubildende sei ihr auch noch frech gekommen. Ungeheuerlich.“
„Es gelte nun einmal Maßnahmen in Sachen Auszubildende zu erarbeiten. Ob Sie mich um ein GesprĂ€ch ersuchen könne.“
„Immer“, sage ich. „Wirklich immer.“

Dann schlich ich zur besten Chefin der Welt herĂŒber.
„Beste Chefin der Welt“, sagte ich, eine erzĂŒrnte Berufsschuldame hat sich angekĂŒndigt. Es geht um Maßnahmen, Sachaufgaben, Frechheiten und die Auszubildende.“
Die beste Chefin der Welt lachte lang und herzlich. „Read On“, sagte sie Deeskalation, Auszubildende muss bestehen, Zukunft, keinen EinschĂŒchterungsversuchen nachgeben. So sehr die Auszubildende an unseren Nerven sĂ€gt, sie ist unsere Auszubildende. Was ist dein Plan?“
„Beste Chefin der Welt“, sagte ich: „Philosophie.“
„Guter Plan“, antworte sie und nickte.

„Auszubildende“, sagte ich. Ihre Berufsschullehrerin kommt am Montag zu einem GesprĂ€ch zu mir. Ich erwarte vorbildliches Verhalten. Zwischen 16 und 17 Uhr fĂ€llt hier nichts um, heult keiner, kreischt nichts, fliegt nichts, brennt nichts. Ist das klar?
FrÀulein Read On, war das jetzt eine rhetorische Frage?
Ich zÀhle bis 30.
„Auszubildende frage ich dann doch noch einmal: „Wer ist ihr Lieblingsschauspieler?“
„Benedict Cumberbatch“, sagt die Auszubildende und fummelt an ihrem iphone herum. Hier sehen Sie mal. 
„Weiß G*tt sage ich, der Mann verdient sein Geld auch nicht leicht.“

Am Montag Nachmittag kommt die Berufsschuldame.
„Ich freue mich sehr“, sage ich und reiche Kaffee und GebĂ€ck und lĂ€chle wie ein Honigkuchenpferd.
Die Berufsschuldame sieht mich eher nicht so freundlich an.
„UnverschĂ€mte SchĂŒlerin
„Wie so jemand ĂŒberhaupt an ein solches Institut kommt.“
Noch nie vorgekommen.
Seit dreißig Jahren in der Berufsschule.
Erfahrung.
Konsequenzen.
Akte
Sie hĂ€tte sich eine Philosophin ganz anders vorgestellt.“
„Ich bin leider keine Philosophin“, sage ich.

Ihr Gesicht verzieht sich ein wenig, wie sich Gesichter immer verziehen, wenn sehr attraktive Frauen jemanden wie mich sehen.
Dann strafft sie sich und sagt:
„Sei es drum, die Auszubildende muss gehen. Wo kĂ€men wir denn da hin, wenn jeder so machte wie er wollte und sie mĂŒsse sich auch nicht die patzigen Besserwissereien dieser Person anhören.
„Moment“, sage ich also und lĂ€chle so breit ich kann. „Das Problem mit der Auszubildenden liegt anders als sie denken.“
„So?“, sagt die Berufsschuldame.
„Ja“, sage ich.
Es handle sich neben ein Problem von Sein oder Bewusstsein.
Im Regelfall sei es durchaus richtig anzunehmen, dass eine Auszubildende zur BĂŒrokauffrau von ihrer BĂŒrotĂ€tigkeit geprĂ€gt wĂ€re. Eine solche Auszubildende ĂŒbe auch nach BĂŒroschluss Maschine schreiben, trĂ€ume von Prozentaufgaben und ordnete auch ihre GewĂŒrze nach dem im BĂŒro gebrĂ€uchlichen Sortiersystem. Sicherlich hĂ€tte auch eine solche Dame Vorlieben und Abneigungen, aber im Großen und Ganzen sei eine solche Auszubildende mit Leib und Seele dem BĂŒro und natĂŒrlich der Berufsschule verpflichtet.

„Wir beide fahre ich fort, sind im Übrigen fast einer Meinung, auch ich weiß natĂŒrlich, dass die Auszubildende gar nicht daran denkt, dass Telefon abzunehmen, nur weil es klingelt, dass die Auszubildende Weinreste in BĂŒropflanzen gießt und Dokumente, die hier nicht behagen löscht. Allein in der Diagnose und in der Konsequenz, die Sie ja hier auch schon ansprachen, unterscheiden wir uns. WĂ€hrend Sie annehmen und wer kann es Ihnen verdenken, dass schiere UnfĂ€higkeit das Verhalten der Auszubildenden erklĂ€rt, so weiß ich doch die Ursachen liegen tiefer.“

Die Berufsschuldame starrt mich an.
„Die Auszubildene sage ich und ich sage es sehr ernst und sehr leise und beuge mich ein kleines bisschen ĂŒber den Tisch hinweg nach vorn, ist eigentlich keine Auszubildende zur BĂŒrokauffrau, sondern Benedict Cumberbatch.“
Die Berufsschuldame starrt mich entgeistert an: „Das ist nicht ihr Ernst!“
„Doch, doch, sage ich, die Auszubildende ist Benedict Cumberbatch und nur weil das gerade nicht klappt, heißt das noch nichts, oder anders gesagt, es heißt vornehmlich nur, dass die Auszubildende sich im Moment nicht hauptsĂ€chlich mit ihrem Sein als BĂŒrokauffrau identifiziert, sondern mit ihrem Bewusstsein als erfolgreicher Youtubestar Ă€h Benedict Cumberbatch. Hier aber kommen wir natĂŒrlich zum Kernproblem der ganzen leidigen Angelegenheit. Die Auszubildende empfindet natĂŒrlich logischerweise die Anforderungen, die die Berufsschule an sie stellt als eine Unmöglichkeit, eine Zumutung, ja als einen klaren Angriff auf ihr Bewusstsein.“
Ich zucke mit den Achseln „natĂŒrlich, sage ich und fahre fort, ist es sehr fraglich, ob die Auszubildende wirklich einmal Youtubestar wird oder ob sie einmal Benedict Cumberbatch bei der Oscarverleihung dankt, aber Fakt ist die Auszubildende sieht sich auf dem Weg zu höheren und höchsten Ehren und allein deshalb nicht aus UnverschĂ€mtheit, oder Dummheit sei die Auszubildende widerspenstig und lernunwillig, sondern aus dem einfachen Grunde, dass sie an kommende Tage voll Ruhm und Ehre glaube und nicht ganz so sehr an die Notwendigkeit zu lochen, zu staplen und abzuheften. Allein das erklĂ€rte die ja nicht zu verschweigende Neigung der Auszubildenden zu harschen Antworten. Es sei eben eine Art praktische Vertiefung ihrer Bewusstseinshaltung.“

Bevor die Berufsschuldame fortfahren kann, werfe ich ein. „Wer wĂŒrde schon Benedict Cumberbatchs Lösungswege bezweifeln, solange sie neue TĂŒren öffnen und wĂŒrde sich fĂŒr den Umgang mit Ă€hm- und da muss ich ĂŒberlegen, denn Bach ist wohl doch eine andere Kategorie- BeyoncĂ© sich etwas anderes als Nachsicht und RĂŒcksichtnahme empfehlen?“
„Gilt es nicht gerade im Fall der Auszubildenden, die beschwert von der Macht der Ideen so manch kummervolle Stunde durchlebt, geduldig zu begleiten, um sie auf den Fall der FĂ€lle, dass die Macht der Ideen nicht so weit reicht, wie sie glaubt mit dem Zertifikat der BĂŒrokauffrau auszustatten?“
Dann lĂ€chle ich strahlend und frage noch einmal: „Noch etwas Kaffee?“
Die Berufsschuldame sieht mich ernst, sehr ernst an.
Das mit der Macht der Ideen, woher haben Sie das?
„Vom Herrn Professor Hegel“, sage ich.
„So, so“, sagt die Berufsschuldame.
Ich lÀchle.
Dann will ich es noch einmal auf sich beruhen lassen, man soll ja die TrÀume Àh das Bewusstsein junger Menschen fördern und formen.
„Ganz ihre Meinung“ sage ich und verabschiede die Berufsschuldame.

Die Auszubildende stĂŒrzt jubelnd aus dem Vorratsraum und ĂŒberhört das Telefon.

Ich gehe zur besten Chefin der Welt.
„Und?“, fragt sie.
Geschafft, sage ich.
„Und Wie?“ fragt sie.
Mit Benedict Cumberbatch und Hegels Dialektik.
„Seit wann weißt Du, wer Benedict Cumberbatch ist?“ fragt die beste Chefin der Welt.
„Benedict Cumberbatch ist ein Otter der Hegels Wissenschaft der Logik liest“, sage ich.
„Oder?“

Sag Read On, was machst Du eigentlich den ganzen Tag?

Frau BrĂŒllen will es wissen. An jedem 5. eines Monats seit fĂŒnf Jahren ( Applaus!) fragt sie in Klein-Bloggersdorf herum und der Kleinbloggersdorfer schreibt auf was er so erlebt. Et voilĂ .

Mit der DĂ€mmerung aufgestanden, die Katze zur TĂŒr hereingelassen, den Hund zur TĂŒr herausgelassen, dem Tierarzt, Tee gereicht und bis zum Flughafen rekapituliert was ich ĂŒber die Appenzeller Bauernkriege weiß und versucht mir Rosseau und die Insel der Seligen zu vergegenwĂ€rtigen. Gestört werden meine BemĂŒhungen durch den Tierarzt, der mir auftrĂ€gt mich mit den Schweizer KĂ€lbern, ihren Gewohnheiten und Eigenarten vertraut zu machen und möglicherweise eine Brieffreundschaft fĂŒr KĂ€lbchen herauszuholen. Ich versuche den Tierarzt davon zu ĂŒberzeugen, dass am Ufer der Limmat keine KĂ€lber mehr weiden, but to no avail.

„Bis heute Nacht“, ruft der Tierarzt und schiebt mir schweizerisch akkurat KĂŒsse in die Kleidertaschen.

„Bis heute Nacht, wenn alles klappt“, rufe ich, denn der Tag hat es in sich und KĂŒsse stecke ich dem Tierarzt in den Pullover.

Dann eile ich in den Flughafen und nach Pass, Bordkarte, Laptop, Schuhe okay, lese ich in der Irish Times und dann hebt das Flugzeug ab.

Zwei Stunden spÀter, recke und strecke ich mich, stecke das Buch in die Tasche und bin in der Schweiz.

ZĂŒrich hat Sonnenschein.

In der Navette zum Flughafenterminal schollert auf einmal Jodelmusik, ChoralÀhnliches und KuhglockengelÀut, alle Welt erschrickt. Aber es ist nur eine Werbeaktion von Yours. Switzerland.

Dann viele Treppen hinauf und hinunter und mit der S-Bahn Numero 16 zum Hauptbahnhof. GlĂŒcklich, wer nur einen Schnappsack hat und sitzen kann, der Rest der Reisenden verteidigt die Koffer und belauert andere Reisende mit großem Misstrauen.

Auf dem Sitz liegt so eine Umsonstzeitschrift und da ich natĂŒrlich ganz im Sinne des Tierarztes nachsehe, ob nicht doch ein KĂ€lbchen Heinrich oder eine Kuh Margarethe inseriert: Interessen: Heuwirtschaft, Butterblumensmoothies und Dart nur ernsthafte Zuschriften bitte, aber leider habe ich kein GlĂŒck.

DafĂŒr hat die Zeitschrift „20 Minuten“ eine Rubrik Doktor Sex und als AufklĂ€rungssprechstundenverantwortliche lerne ich ja immer gern dazu. Abgesehen von der Antwort auf die Frage- staune ich wirklich sehr darĂŒber, dass es noch Zeitschriften jenseits der Praline oder anderer Magazine gibt-, die aber vielleicht doch eine andere Leserschaft ansprechen als den Schweizer Pendler, ein Bild auswĂ€hlen, dass eine junge Frau zeigt, der man von hinten unter die UnterwĂ€sche fotografiert und die halb auf einem Mann liegt.

Und mir ist da ganz egal, ob man da ein Standbild aus American Pie ausgeschnitten haben. Das Bild ist in dem Zusammenhang völlig unangemessen. Ich finde das nĂ€mlich ziemlich bedenklich, dass man eine AufklĂ€rungskolumne hat, die SexualitĂ€t als schlechten Pornofilm abbildet und dabei etwas außer Acht lĂ€sst, was essentiell ist: gegenseitigen Respekt, angemessene Abbildung  und das Vermeiden tatschigen Voyeurismus‘. Also liebe Schweizer vielleicht ĂŒberlegen sie ja noch mal in der Redaktion ob es nicht angemessenere Bilder gibt und wenn Sie gerade so zusammensitzen: Slut Shaming ist jeder AufklĂ€rung entgegengesetzt und its not funny either. Weil ich gerade dabei bin und guter Rat nicht immer teuer ist: Es gibt nichts DĂŒmmeres und Peinlicheres als AufklĂ€rung durch dĂŒmmliche Witze und Pornobildchen zu verballhornen, es verhindert nĂ€mlich etwas Wunderbares: Vor allem jungen Menschen den Zugang zu IntimitĂ€t zu vermitteln. Dass das sich hier noch in einem Zusammenhang abspielt, in dem es MinderjĂ€hrige Beteiligte geht, macht es schlechter nicht besser. IMG-6370.jpg

Wie immer, wenn ich in der Schweiz bin, bewundere ich die Stille im Zug, auf den Straßen, im CafĂ©, eine Frau löffelt seelenruhig und völlig hingegeben ihren Capuccino wie ein SĂŒppchen.

Stellen Sie sich das mal in Berlin vor!

Mich irritiert die Schweizer aber auch immer sehr, denn ich bin bekanntlich ein Mensch, der stĂ€ndig stolpert, zu laut lacht, Chaos ist mein dritter Vorname und weiß G*tt was fehlt mir der indische Krach. Vor ein paar Jahren, da war ich schon einmal in ZĂŒrich, da wollte mir jemand an einer Tramhaltestelle die Handtasche entreißen, ich aber bekam das mit und schrie: „Hey, Sie verdammter Dieb, schĂ€men Sie sich, was wĂŒrde ihre Mutter sagen?“ So viel Krach ließ den Dieb erstarren und mir blieb die Tasche erhalten.

Mich auf dem Weg zur UniversitÀt nur zweimal verlaufen.

VerdrÀngt wie steil der Weg hinauf zur UniversitÀt ist.

In der Mensa der ETH sehr schlechten Kaffee und sehr viel blaue Rivella getrunken. Ich liebe Rivella.

In der Mensa der ETH kann man alles ĂŒber Flechtfrisuren lernen, was man schon immer lernen wollte.

Ein VorstellungsgesprĂ€ch an der UniversitĂ€t ZĂŒrich.

Zitternde Knie und immer wieder die Frage, ob man das sagt, was man eigentlich sagen möchte, ob man den Anderen wirklich anspricht, ob man nicht doch in Phrasen zurĂŒckfĂ€llt oder ob sich vielleicht doch eventuell ein GesprĂ€ch entwickelt, was man fortsetzen will auch als gemeinsame Arbeit.

Einen Kaffee getrunken. Sonnenschein.

Ausschau gehalten nach Thomas Mann, der doch viel spazieren ging. Ihn wohl doch verpasst.

Manches bleibt bloße Möglichkeit.

Mit der Trambahn zum Flughafen zurĂŒck. Ist das nicht besonders schön? Meine alte Seele, die doch immer noch im 19. Jahrhundert lebt, quietscht in den Kurven.

Ein belegtes Brot gekauft und einen Grapefruitsaft dazu.

Weiteratmen.

Kein KĂ€lbchen getroffen, einer Taube Krumen gestreut, nur einen einzigen Hund gesehen.

Im Flughafen passiert mir etwas was mir nicht mehr so oft passiert. Eine Frau dreht sich um zu mir und fragt mich: Ist das der BA-Flug nach London? „Oh ja“, sage ich und dann erzĂ€hlen wir bis wir in London landen. Wie schön, dass ist das mir das doch wieder passiert, denke ich, dass mir jemand ihre Geschichte in die Hand legt und ich höre zu. Die Geschichte, die Telefonnummer und das LĂ€cheln der Frau vorsichtig eingesteckt. Auf ein Wiedersehen hoffen.

In London gerannt und gerannt und GlĂŒck gehabt. Der Flug nach Dublin ist verspĂ€tet. Herzziehen nach meiner Schwester. Von London City Airport zu ihr sind nur 30 Minuten. Es ist schwer an meiner Schwester einfach vorbeizufahren. Es ist noch schwerer sie anzurufen und nicht hinĂŒberzufahren.

Letztes Sonnenlicht ĂŒber London.

Die Sonne tanzt ĂŒber die FlugzeugflĂŒgel.

Ich denke an Ikarus, der es auch zu toll trieb. Vielleicht auch ich.

In Irland ist es dunkel.

Ich sage: „Oh Tierarzt, what a day.“

Der Tierarzt sagt: „Oh MĂ€dchen what a day.“

Der Hund schlĂ€ft schon, die Katze schlĂŒrft Milch, eine Tasse Tee vor dem offenen Fenster.

Ich gĂ€hne und die Nacht gĂ€hnt zurĂŒck.

Spatzen und Tauben

„Hör mal Tierarzt“, sagte ich vor ein paar Wochen, der Tierarzt lag in der Badewanne und blubberte so vor sich hin.

„Ja MĂ€dchen, sagte der Tierarzt, ich kann dich hören.“

„Bald kommen die KaltMamsells!“

Der Tierarzt hustete Schaum bevor er krĂ€chzte: „Oh beautiful Bavaria, home of all the KĂ€lbchens, Munich Germany’s Italy. When will go?“

„Tierarzt, sagte ich, die KALTMAMSELLS KOMMEN.“

Der Tierarzt spĂŒlte sich Schaum aus den Haaren und den Ohren und sagte: „Und?“

Die Kaltmamsells sagte ich sind aus MĂŒnchen. MĂŒnchen die Kunststadt. Dallmayr, Viktualienmarkt, Brezen an jeder Ecke, schon bei Thomas Mann, der der Stadt ja auch den Vorzug gab, frĂŒhstĂŒckte Herr Permaneder Kulmbacher Bier am Morgen.

„MĂ€dchen“, erwiderte der Tierarzt und schĂŒttelte Wassertropfen aus den Haaren- so als kĂ€me er aus einer Familie von Pudeln- glaubst Du nicht, Du nimmst Literatur nicht etwas zu wörtlich?“

„Tierarzt“ knurrte ich, Literatur kann man ĂŒberhaupt nicht wörtlich genug nehmen.“

Dann aber fiel ein Handtuch oder ein Thema zu Boden, so genau lÀsst sich das ja nicht immer sagen.

Aber die Tage vergingen und das Kreuz am Kalender mit dem Vermerk: Kaltmamsells in town drÀute dunkler.

Ich ĂŒberlegte also so vor mich hin, wo man mit Besuch, der Rezepte aus der Moghul-KĂŒche originalgetreu nachbaut, wĂ€hrend ich indische GewĂŒrze in heißes Öl werfe, Chili schneide, GemĂŒse nachwerfe, dann gibt es einen Knall und ich rufe: Curry ist fertig, denn hingeht ohne sich bis auf die Knochen zu blamieren.

Herr Kaltmamsell aber ist eine Mischung aus Paul Bocuse und Yotam Ottolenghi. Ich schreckte nach Nachts auf und verwarf ein anvisiertes Fischrestaurant, denn die Freundin, der Schwester von G. klagte ĂŒber zĂ€he Jakobsmuscheln. Ich dankte dem Himmel und strich die LokalitĂ€t von der sieben Pergamente langen Liste der Möglichkeiten.

Dann aber sind die Kaltmamsells wirklich auf der Insel und wandern durch Wicklow . Der Tierarzt und ich lesen und staunen. Also ich lese und ĂŒbersetze und dann staunen wir beide. Die Kaltmamsells wandern sehr beschwingt, treffen Ponys, erklimmen Gipfel und ganz Wicklow sways and swoons.

Dann aber sind die Kaltmamsells wirklich in Dublin und ich lasse das Institut, Institut sein und ich treffe die Kaltmamsells vor  Brother Hubbard .

Brother Hubbard war einmal sehr trĂšs hipsterique aber dann hat man renoviert und man sitzt dort wirklich schön, in einem großen verglasten Terrarium, Gastraum. Vor allem aber kann man bei Brother Hubbard hervorragende Eierspeisen zu sich nehmen. Das ist eine sichere Bank, beruhige ich mich selbst.

Man trifft sich, man schwatzt, man trinkt Kaffee. Ich weise auf die Eierspeisen hin. Die Kaltmamsells wĂ€hlen Porridge. Porridge ohne mit was drin. Ich esse Brot mit Marmelade und Porridge mit Baklava-StĂŒcken. Ja, Sie haben richtig gehört. Im Brother Hubbard gibt es Porridge mit Baklava-Brocken. Ich könnte mich darin wĂ€lzen. Aber dazu habe ich zu viel Haar. „Hmm, denke ich, vielleicht sind die Kaltmamsells „Food-Puristen?“

Dann schleppe ich die Kaltmamsells durch die UniversitĂ€t und quĂ€le sie unermĂŒdlich mit Anekdoten, aber wĂ€re das noch nicht genug schleppe ich sie danach ins Kunstmuseum. Danach wandern wir in dieAlliance Francaise . Die Alliance Francaise hat einen hervorragenden Mittagstisch.

Frau Kaltmamsell ißt ein dĂŒnnes SĂŒppchen.

Herr Kaltmamsell ißt einen schmalen Croque Monsieur und eine Handvoll Fries.

FrĂ€ulein Read On verzehrt einen riesigen Salat mit ZiegenkĂ€sebrocken, WalnĂŒssen und Dressing.

Ungeachtet des alten Familiengrundsatzes niemanden zu nötigen, zwinge ich Herrn Kaltmamsell ein Eis zu verzehren. Frau Kaltmamsell bleibt eisern.

Am Abend lege ich mich zum Tierarzt aufs Sofa.

Ich berichte von den klugen, herzenswarmen, offenen, zauberhaften Kaltmamsells.

„Du hast doch etwas MĂ€dchen?“, sagt der Tierarzt und ich nicke.

„Tierarzt“, sage ich, Tierarzt, im Vergleich zu mir picken die Kaltmamsells nur vorsichtig am dargebrachten Essen.“

Der Tierarzt zieht eine Augenbraue nach oben und sagt: „Vielleicht ist es Ihnen zu warm.“

„Tierarzt sage ich: Porridge pur.“

Der Tierarzt und ich schweigen angespannt, denn es ist kein Geheimnis, dass ich ein halbes Pfund Himbeermarmelade in den Porridge rĂŒhre.

Ich traue mich kaum vom dĂŒnnen SĂŒppchen und dem schmalen Croque Monsieur zu berichten.

Dann tue ich es doch.

Der Tierarzt schweigt lange. Selbst die Katze macht ein betretenes Gesicht. Der Hund schnarcht. Ich flĂŒstere: „Tierarzt, die Kaltmamsells essen wie die Spatzen.“ „Was bin dann ich? Ein Aasgeier?“

Aber der Tierarzt schĂŒttelt den Kopf: „MĂ€dchen wenn die Kaltmamsells, Spatzen sind dann bist du eine Taube.“

„Warum bist du eigentlich nicht Diplomat geworden, Tierarzt?“, frage ich.

„Das MĂ€dchen ist eine lange Geschichte“, sagt der Tierarzt, aber jetzt erzĂ€hl noch einmal von vorn:

„Es war kurz vor zehn und Du hast die Kaltmamsells gleich erspĂ€ht?“

Ja, sage ich Tierarzt, ja, ja, ja, so zauberhafte Menschen erkennt man sofort, noch aus den Augenwinkeln und mit dem Haar einer einzigen Wimper.“

Von Herzen Dank fĂŒr euren Besuch. Danke fĂŒr eure Zeit, euren Humor,eure Geduld, eure Perspektiven, Fragen und Antworten. Es ist ein großes Geschenk Euch kennen zu dĂŒrfen. 

 

 

Kurze Notizen

Am Morgen mit den FĂŒĂŸen im Garten stehen.

Tau an den Fußsohlen.

Nur vorsichtig auftreten. Was weiß man schon ĂŒber die Feen, die morgens im Garten tanzen?

Die alte Freundin Wildtaube schlief noch.

So frĂŒh. Immer so frĂŒh.

Dem Tag, die Minuten aus der Tasche ziehen.

Manchmal frage ich mich doch, wie lange der Tag sich das noch gefallen lassen wird.

Im See geschwommen.

Auf dem RĂŒcken gelegen und langsam, langsam im Kreis gedreht.

Dann bricht der Tag hinein.

Mit dem Tag kommen die Zweifel, aber das stimmt nicht. Ich habe auch Zweifel in der Nacht. Es sind nur andere Zweifel.

Zum ersten Mal die roten Birkenstock-Sandalen angezogen.

Große Liebe und pinke ZehennĂ€gel.

In der S-Bahn stadteinwĂ€rts sitzen sieben MĂ€nner mit weißen Hemden. Zwei haben die HemdsĂ€rmel aufgekrempelt, einer trĂ€gt das Hemd weit offen, seine Freundin krault ihm das Brusthaar. Mein BĂ€rchen sagt sie. Die anderen weißen Hemden sind hochgeschlossen.

Berlin-Mitte ist voller LeihfahrrĂ€der. LeihfahrrĂ€der sind das Letzte was Berlin-Mitte noch braucht. Die FahrrĂ€der sind gelb und heißen ofo. An der Ampel sitzt eine Frau auf dem Boden. Sie sammelt Geld in einem alten Becher. Ein Mann wirft sein leeres Brotpapier in den Becher. Sie zuckt nicht zusammen.

Eine Frau in einem ErdbeerhÀuschen schminkt sich die Lippen nach.

Dunkellila.

Es ist merkwĂŒrdig. So viel in Mitte hat lange schon geschlossen, aber der Bubble-Tea Laden ist immer noch da. Eine Schulklasse trinkt dort bunten Tee aus riesigen Plastikbecher. Die Jungen stecken sich die Perlen in die Nase. Die MĂ€dchen kreischen.

Im Bioladen klĂ€rt eine Frau ihre Beziehung vor der Stiege mit SĂŒĂŸkartoffeln. Sie sagt: „Verkauf mich nicht fĂŒr dumm!“ Sie wĂŒrgt eine Kartoffel und gleich darauf packt sie den Lauch und schreit: „Das mit deiner Mutter werde ich dir nie verzeihen.“ Man kann den Lauch weinen hören. Ich gehe ohne SĂŒĂŸkartoffeln aus dem Bioladen.

Auf einer Bank gesessen.

Einen Apfel gegessen. Apfelschorle getrunken.

Ich bin jetzt Verkaufsberaterin sagt eine Frau zu ihrer Freundin.

„Wo?“, fragt die Freundin.

„Bei Primark“, sagt sie.

Ihre Freundin schnaubt. „Da kaufen doch nur Assis ein.“

Alle Frauen in Berlin-Mitte sind so schön.

Ich seufze und nehme meine Tasche.

Mein Vater ruft an. Er hat den Kashmirpullover der lieben C. zu heiß gewaschen. Verzweiflung. Er ĂŒbt GesprĂ€chsanfĂ€nge: „Oh Du Tausendschöne, kein Pullover reicht an Deine Augen.“

Lieber nicht, sage ich.

„Sagst du es ihr?“

„Ja“, sage ich.

„SĂŒĂŸe, mein Vater hat deinen Kashmirpullover zu heiß gewaschen.“

Die liebe C. lacht.

„Ich weiß, dein Vater ist wie ein zahnschmerzgeplagter BĂ€r umher geschlichen.“

Niemand lacht so wie die liebe C.

Ein Lachen fĂŒr die Dunkelheit.

In der S-Bahn weiter in David Sedaris TagebĂŒchern gelesen. Auf der RĂŒckseite, loben die Kritiker den Humor und die Ironie.

Im Buch wird auf jeder zweiten Seite, eine Frau erschlagen, bedroht, vergewaltigt, gedemĂŒtigt, bestohlen. Nicht von Sedaris selbst, sondern in dem Leben, dessen Teil er ist. Schwer ist es das zu lesen. Eine gewaltige Welle aus TĂ€tlichkeiten, Seite fĂŒr Seite. BedrĂŒckend und bleischwer fĂ€llt das Buch zurĂŒck in die Tasche.

Ein Mann starrt mich an, als ich ihn bitte seinen Rucksack vom Sitz zu nehmen, damit ich sitzen kann. Er seufzt ĂŒber mein Anliegen, als mĂŒsse er einen Stein einen Berg hinaufwĂ€lzen. Eine Ă€ltere Dame sagt zu mir: Dass Sie sich das trauen!

So habe ich das noch nie gesehen.

Endlich zurĂŒck im Wald.

Erdbeeren kaufen, aber nicht aus einem ErdbeerhÀuschen. Das Wort schon ist mir unbehaglich. Die Verniedlichung von Landwirtschaft ist mir immer seltsam gewesen.

Vielleicht liegt es daran, dass ich im Garten auch Erdbeeren ziehe. Ob fĂŒr mich oder die Schnecken ist weiter fraglich.

Barfuß ĂŒber die Dielen.

Eine Dreiviertelstunde Klavier.

Mehr Arbeit.

Wasser der alten Freundin Wildtaube gereicht.

Das Fenster weit aufgemacht, um der GeigenschĂŒlerin der Nachbarin zuzuhören.

CĂ©sar Franck.

Zwei Postkarten geschrieben.

Einen Vortrag gelesen.

Ein Fenster geputzt.

Auf dem Fensterbrett sitzt die MĂŒdigkeit und schaukelt mit den Beinen.

Ein Fuchs auf der Straße.

Eine durchgebrannte GlĂŒhbirne.

Auf meinem Zeigefinger: ein MarienkÀfer.

Professor mit Panther.

Der Tierarzt schleicht wie ein nervöser Panther zwischen KĂŒche und Arbeitszimmer hin- und her. Selbst die Katze, die durch nichts außer einer nassen Hundezunge, vielleicht aus der Ruhe zu bringen ist, sieht irritiert zum Tierarzt herĂŒber.

Ich sitze am KĂŒchentisch und schreibe an etwas herum und wĂ€hrend ich das tue, tauche ich Schokoladenkekse in ein Milchglas.

Der Tierarzt findet diese Praktik Àhnlich irritierend wie die Katze die Hundezunge.

Der Hund lechzt indes ebenfalls nach einem Keks.

Die Katze ist sicher unsicher, ob sie nach etwas nach lechzen sollte, was den Hund erfreut. Auf der anderen Seite ist Milch im Spiel. Die Katze wĂŒrde eine Kralle opfern fĂŒr die gute Milch.

Aber der Tierarzt bemerkt nichts zum getauchten Keks, sondern rennt ins Arbeitszimmer zurĂŒck. Dort liegt sein Habilitationsvortrag. Ich kann den Titel nicht buchstabieren, aber es geht um Parasiten, die bei KĂŒhen zu Augenkatarakten fĂŒhren.

Ich ziehe meine Augenbraue in die Höhe und sage: „Tierarzt Du schleichst wie Rilkes Panther umher.“

Der Tierarzt bleibt abrupt stehen. „Diese Deutschen“, sagt er und dann sagt er etwas was verdĂ€chtig nach Hasardeure klingt. „Rilke hatte tatsĂ€chlich einen Panther?“, fragt der Tierarzt mich dann doch noch einmal.

„Jein, sage ich, Rilke hatte ein lyrisches Ich, welches sich als Panther herausstellte.“

„Das sagst Du doch nur weil Du Rilke nicht leiden kannst, sagt der Tierarzt, der natĂŒrlich weiß, dass ich wenn andere Menschen heimlich Pornografie konsumieren, ich mit schlechtem Gewissen Rilke-Gedichte lese, den ich doch von ganzem Herzen verachte, weil er gegen Karl Kraus und Sidonie von Nadherny intrigierte.“ „Bestimmt hatte Rilke wirklich einen Panther auf dem Teppich liegen“, murmelt der Tierarzt und wĂ€re nicht sein Habilitationsvorrtrag so bin ich mir sicher, hĂ€tte der Tierarzt eine Rilke-Gesellschaft mit der Frage ersucht, ob Rilke seinen Panther vielleicht in einem sehr großen HundewĂ€gelchen durch den Bois de Boulogne gefahren hat.

So aber rauft sich der Tierarzt verzweifelt das Haar und sagt: „MĂ€dchen, es wird ein Katastrophe.“

„Tierarzt“, sage ich, da Du KĂ€lbchen nicht mit in den Hörsaal nimmst, in dem Du die Antrittsvorlesung hĂ€ltst, kann nichts schief gehen.

Der Tierarzt knurrt böse: „Ich hatte mir von Dir Trost und Hoffnung versprochen und Du hackst wieder nur auf KĂ€lbchen herum.

Ich lege den Stift aus der Hand und sage: „Tierarzt, ich habe noch nicht einmal angefangen KĂ€lbchens Untaten der letzten zwei Tage aufzuzĂ€hlen, Du hast Dir zu dem nicht Hoffnung und Trost versprochen, sondern in mir ein Mietklageweib gesehen, welches mit Dir zusammen den Vortrag zerreißt, um dann in Heulen und ZĂ€hneklappern auszubrechen. Aber da mir meine ZĂ€hne lieb sind und ich deinen Vortrag eh kopiert habe und ich verweint schauderhaft aussehe, wĂŒrde ich gern darauf verzichten und lieber wohl geordnet im Hörsaal erscheinen.

Der Tierarzt starrt mich an und selbst die Katze sitzt irgendwie straffer als sonst auf dem Sessel.

Nur der Hund sieht die gĂŒnstige Gelegenheit einen Keks zu erhaschen.

Der Tierarzt murmelt etwas von in der Stunde höchster Not verlassen, aber vielleicht sagt er auch etwas ĂŒber ein MĂ€dchen in Gestalt eines schwarzen Panthers, so genau habe ich es nicht gehört, denn das Tuten des 14-Uhr Schiffs kam dazwischen.

Der Tierarzt schĂŒttelt seine Notizen.

„Was ist wenn alle anfangen zu lachen?“

„Tierarzt sage ich, niemand wĂŒrde ĂŒber bedauernswerte KĂŒhe lachen, die schlecht sehen.“

Der Tierarzt sieht zweifelnd zu mir herĂŒber: „Darf ich dich daran erinnern, dass Du sehr laut gelacht hast, als KĂ€lbchen in die SchlammpfĂŒtze rauschte und mitleidserregend blökte?

„Darf ich Dich daran erinnern, dass KĂ€lbchen mir anderthalb Minuten zuvor mit voller Absicht eine Ladung gut durchgekautes Gras ins Gesicht gespuckt hat?“

Der Tierarzt schweigt beleidigt.

Dann aber sehe ich auf die Uhr und der Tierarzt bindet sich die Krawatte, wĂ€hlt eine andere Krawatte, verwirft alle Krawatten und ich binde schließlich einen englischen Knoten.

Dann fahren ein bleicher Tierarzt und ich in die Uni.

Der Tierarzt trĂ€gt ĂŒber Kuhaugen vor.

Der Tierarzt fÀhrt sich vor lauter NervositÀt viermal durchs Haar und danach sind die kritischsten Gesichter voller Swoon und Swish und Wow.

Applaus, ein Blumenstrauß, HĂ€ndeschĂŒtteln, bekannte Gesichter, neue Kollegen, der Tierarzt blass, erleichtert und immer, immer schattenschmal. Irgendwann spĂ€ter fahren wir nach Haus. Das heißt erst einmal zur KĂ€lberweide. Ich stecke dem Tierarzt ein Geschenk in die Jackentasche, wir liegen im Gras und zĂ€hlen Wolkenschafe, dann klettern wir doch auf den Zaun und KĂ€lbchen fischt nach MohrrĂŒbenstĂŒcken und Apfelvierteln. Aber KĂ€lbchen wĂ€re nicht KĂ€lbchen, stieße es mit seinem breiten SchĂ€del nicht den Tierarzt vom Zaun herunter.

Lachend halte ich dem Tierarzt meine Hand herunter: „ Herr Professor brauchen Sie eine Hand?“

Der Tierarzt japst: „Wenn ich bitten darf FrĂ€ulein Doktor?“

„Aber von Herzen gern Herr Professor“ sage ich und ziehe den Tierarzt wieder nach oben.

Selbst KĂ€lbchen grinst verschlagen und der Tierarzt schĂŒttelt den Kopf. „MĂ€dchen, weißt Du, dass ich bei meinem Account bei Seriöse Singles bei Vorlieben, Humor angegeben hatte?“

„Weißt Du, dass ich wenn ich einen Account bei „Seriöse Singles“ gehabt hĂ€tte unter Haustier: Panther angeben wĂŒrde?“

Diesmal muss der Tierarzt lachen und fÀllt prompt ein zweites Mal vom Zaun.

Aber so ist das wohl, mit jedem Titel kommen neue BĂŒrden oder neue Tiere. Wer weiß das schon.

Vom Suchen und Finden

Manche Tage so glaubt man können gar nicht mehr schlimmer werden und wĂ€hrend man so vom Bahnhof zurĂŒck ins Oberland mehr schwankt als geht, murmelt man vor sich hin: „Immerhin kann es heute nicht mehr schlimmer kommen“ und dann kickt man wie ich einen Stein vor sich hin und stĂ¶ĂŸt sich den Zeh und lĂ€sst es lieber bleiben.

Aber als ich mit der Nasenspitze schon fast gegen den Kirchturm St Sylvester stoße, lĂ€uft mir der Tierarzt in offenen HemdsĂ€rmeln entgegen. Der Tierarzt ist aufgelöst. Der Tierarzt ruft: „Der Hund ist verschwunden.“ Ich sage: „Hast Du gerade gesagt der Hund ist verschwunden?“ Man muss nĂ€mlich wissen, dass der tierĂ€rztliche Hund sehr alt ist. Der Hund hat eine graue Nasenspitze, graue Ohren und graue Pfoten. Am liebsten liegt der Hund auf dem Teppich vor dem Fenster mit Meerblick und ruht. Man muss dazu aber auch wissen, dass der tierĂ€rztliche Hund zwar wie alle tierĂ€rztlichen Tiere sehr eigensinnig, aber auch sehr gefrĂ€ĂŸig ist. Klappert man mit einer SchĂŒssel, in der sich beispielsweise Weintrauben befinden, hat man sieben Sekunden spĂ€ter eine Hundeschnauze im Knie und siebzehn Sekunden spĂ€ter ist man in der Tat davon ĂŒberzeugt, dass der tierĂ€rztliche Hund wirklich kurz vor dem Hungertod steht, bekommt er nicht sofort etwas zu fressen angereicht. Man muss weiter wissen, dass der tierĂ€rztliche Hund anders als alle anderen Tiere des Haushaltes, sehr viel Gefallen daran findet sich wie ein Mehlsack auf jedes Paar FĂŒĂŸe in Reichweite fallen zu lassen, um dann sehr lange und ausgiebig gestreichelt zu werden. Ansonsten gibt es ĂŒber den tierĂ€rztlichen Hund zu sagen, dass er eine Vorliebe fĂŒr alle Form von Schlappen hat, die er mit Hingabe und großem Enthusiasmus zerkaut. Man kann also sagen fĂŒr einen so seltsamen Haushalt wie den unsrigen ist der tierĂ€rztliche Hund wie gemacht. Der Hund ist immer da.

Aber der Hund ist nicht da.

Der Hund kommt nicht als wir gegen alle Töpfe im KĂŒchenschrank klappern.

Der Hund liegt nicht halb unter dem grĂŒnen Sofa verborgen, wo er sich so gern am Abend die Pfoten im letzten Sonnenlicht wĂ€rmt.

Der Hund liegt nicht unter den Bettdecken vergraben, die er so liebt, nicht zuletzt auch deshalb weil es dem Hund strengstens untersagt ist, auf das Bett zu springen. Aber den Hund kĂŒmmert das natĂŒrlich nicht, wie alle Tiere im Haus und auf der Wiese ohnehin tun, was ihnen in den Kopf kommt.

Der Hund balgt sich nicht mit der Katze um eine Untertasse Milch.

Die Befragungen derselben Katze ĂŒber den Verbleib des Hundes bleiben ergebnislos.

Der Tierarzt ruft: Oh liebster unter den Hunden so komm doch zurĂŒck.

Die Katze grinst hÀmisch.

Ich verwarne die Katze streng.

Die Katze springt eingeschnappt auf den Sessel und krallt sich in meine Lieblinsgsstrickjacke, ich fauche, die Katze faucht, die Katze gewinnt und dreht mir den RĂŒcken zu.

„MĂŒsst ihr immer streiten?“, schluchzt der Tierarzt.

Ich renne in den Garten.

Im Garten ist kein Hund.

Wir rennen auf die Schafweide hinter dem Haus.

Auf der Schafweide blöken die Schafe, aber unter den weißen Wollkugeln blitzt nirgendwo Hundefell hervor.

Ich habe Seitenstechen.

Wir rennen zum Strand.

Ich sage dem panischen Tierarzt lieber nicht, dass der Hund einen noch schlechteren Orientierungssinn hat als ich. (Das ist keine gute Nachricht.)

Am Strand ist kein Hund.

Wir rennen panisch ins Oberland zurĂŒck.

Wir drehen das Haus um und suchen auch im Eisschrank nach einem großen Retriever.

Im Eisschrank ist kein Hund. Auch nicht in der Speisekammer, im Bettkasten, oder im Kleiderschrank.

Der Tierarzt schluchzt nach seinem Hund.

Ich schlucke.

Inzwischen ist es dunkel.

Der Tierarzt schluchzt: „Vielleicht wollte der Hund ja KĂ€lbchen besuchen?“

Aber ich glaube das nicht. Denn aus KĂ€lbchens Kindertagen,als KĂ€lbchen auf dem Sofa ruhte, da erinnere ich noch zu gut, wie der Hund glaubte in KĂ€lbchen einen großen Hundebruder gefunden zu haben glaubte, nur um herauszufinden , dass von KĂ€lbchens DickschĂ€del nicht nur metaphorisch zu sprechen ist.

 
Ich greife nach einer Taschenlampe und springe ĂŒber die Gartenmauer. Stellen sie sich keine Gazelle vor, denken Sie an ein Shetlandpony, das mit gebleckten ZĂ€hnen ĂŒber einen Wassergraben hechtet und weil es ja schon dunkel ist und der Tag besonders schrecklich war, bleibe ich an einer Mauerkante hĂ€ngen. Rums. War das mein Kinn oder Knie? Knie entscheide ich, das ist nicht so schlimm.

Dann renne ich durch den Pfarrgarten und als ich wieder umdrehen will, stolpere ich ĂŒber eine große Wurzel beim Fliederbusch. Diesmal ist es wirklich das Kinn. Die Wurzel ist ein großes FellbĂŒndel. FĂŒr einen kurzen und sehr langen schrecklichen Moment fĂŒrchte ich, der Hund sei tot. Dann höre ich es schnarchen. Der Hund schnarcht. „MĂ€uschen“, rufe ich und kitzle den Hund unter dem Kinn. Der Hund rollt sich zur Seite und schleckt mir freudig mit der Zunge ĂŒber die Hand und dann realisiert der Hund, dass er doch tatsĂ€chlich das Abendbrot verschlafen hat. Der Hund und ich tappen zurĂŒck in unseren Garten. Der Tierarzt wirft sich dem Hund entgegen, der Hund ist begeistert von so viel Aufmerksamkeit und der riesige Hund liegt auf dem Schoß des schmalen Tierarztes und der Hund ist außer sich vor GlĂŒck, denn das grĂŒne Sofa ist fĂŒr Vierbeiner strengstens verboten, vor allem scharfen Katzenkrallen ist dortiger Aufenthalt untersagt und der Hund wĂ€lzt sich triumphierend vor den Augen der Katze auf dem Sofa umher und kaut auf einem Pantoffel. Der Tierarzt schluchzt vor Seligkeit. Die Katze starrt mit ganzer Verachtung auf Tierarzt und Hund. Denn die Katze liebt den Tierarzt, aber gerade liebt die Katze den Tierarzt ganz und gar nicht.

 
Ich lasse dem Tierarzt die Seligkeit und der Katze die Eifersucht. Im Badezimmer besehe ich mein Kinn. Es ist ein angeschlagenes Kinn, morgen frĂŒh wird das Kinn blau sein, es ist ein Kinn wie gemacht fĂŒr das Ende eines schrecklichen Tages. Dann mache ich das Licht aus, denn wer weiß ob einen ein schrecklicher Tag nicht auch noch unter der Bettdecke findet.

Sag Read On, was machst du eigentlich den ganzen Tag?

Frau BrĂŒllen will es wissen. An jedem 5. eines Monats seit fĂŒnf Jahren ( Applaus!) fragt sie in Klein-Bloggersdorf herum und der Kleinbloggersdorfer schreibt auf was er so erlebt. Et voilĂ .

Am Morgen ist alles wie immer. Dunkelheit, das Meer rauscht von fern, der Teekessel pfeift nach drei Minuten, eine Schale Milch fĂŒr die Katze, eine SchĂŒssel Wasser fĂŒr den Hund, drei Esslöffel MĂŒsli in die blaue Schale, ein halber Apfel, eine halbe Tasse Milch dazu, fĂŒr den Tierarzt, ich löffle Joghurt, Natur, eine halbe Zitrone darin. Der Tierarzt schlĂ€ft noch. Der Morgen gehört mir ganz allein und dem Meer vor dem Fenster. Die Tasche auf dem Tisch, die Zeitung in der TĂŒr, der Wetterfleck am Haken, die Schuhe im Bord. Auf Wiedersehen, Hund, Katze, Tierarzt.

Mit dem Fahrrad die Straße herunterrollen durch das schlafende Dorf, der Morgen gehört mir, im Unterland links abbiegen, im nĂ€chsten Dorf liegt der Bahnhof. Das Fahrrad anschließen, der Zug kommt, der Platz neben mir bleibt leer. Am Donnerstag sind die Pendler schon mĂŒder, treue Zirkuspferde mit der Aufsicht auf einen ZuckerwĂŒrfel. Der ZuckerwĂŒrfel heißt Freitag, aber noch ist Donnerstag. MĂŒde Gesichter. Wasserflaschen, Kaffeebecher, geknitterte AnzĂŒge, verstohlenes GĂ€hnen, von fern Musik aus einem Kopfhörer, LeinenmĂ€ntel, öfter noch aber Schal, MĂŒtze, Handschuhe. Es ist kalt. Die Sonne legt dafĂŒr die Wange ans Fenstern und sieht uns mĂŒde Gestalten an. BĂŒrogangstellte sind wir. Ich frage mich oft, ob nicht Franz Kafka das Wort erfunden hat. 40 Minuten spĂ€ter Dublin. Arbeitsbeginn. Es ist 6. 45 Uhr.

Der Tag beginnt mit Listen, zieht Listen, Telefonanrufe, Protokollfragen, Eventbrite-Ärger nach sich. Das Telefon klingelt mit jeder Stunde energischer, wĂŒtender rascheln die Listen, der Protokollchef vertröstet mich. Ich telefoniere mit zwei Palastverwaltungen, einem Catering-Unternehmen, ich klopfe im Vorzimmer des lieben Herrg*tts selbst an. Dort schweigt man sich aus. Noch. Ich bin eine hartnĂ€ckige Anruferin.

SpĂ€ter kommt die Auszubildende zur TĂŒr herein. Kaugummiblasen im Mund. „Bitte den Kaugummi in den MĂŒlleimer“ sage ich, es vergehen zehn Minuten. Wir ĂŒben Mathe. Prozentrechnung. Die Auszubildende hasst Mathe, die Welt und mich. Nach einer halben Stunde. Geheul. Ich sitze da einfach und sehe auf die weinende Auszubildende. FrĂŒher habe ich oft versucht sie zu trösten, TaschentĂŒcher zu reichen, alles was mir das einbrachte war ein verlĂ€ngertes Klagen: „Aber sie hasse ich noch mehr.“
Irgendwann ist die Auszubildende leer geweint. Ein letzter Schluckauf. Die Auszubildende sagt: „Sie finden mich dumm, nicht wahr?“ Ich schĂŒttle den Kopf: „Nein sage ich, warum sollte ich, man weiß nichts ĂŒber andere Menschen und ich habe nie verstanden, warum man so viel Freude dabei hat, dem Anderen klar zu machen, wie blöde er sei. Das einzige was ich mir denke, wenn immer wir ĂŒben ist, dass Sie keine Lust dazu haben, das zu machen, was Sie machen sollen und mir fĂ€llt nichts ein wie ich das Ă€ndern könnte. Die Auszubildende starrt mich an. Dann bekommt sie einen Schluckauf, sie geht ins Badezimmer. WeinkrĂ€mpfe bekommen dem Make-Up nicht gut, die Auszubildende lĂ€sst sich nicht gehen.

Ich telefoniere weiter.

Neue Listen.

Möwen vor dem Fenster. Aus der verpassten Mittagspause wird gar keine Pause mehr, dafĂŒr ein Möwenchor.
Irgendwann ist der Tag zu Ende. Das sagt die Uhr oder die Palastverwaltung. Die Auszubildende starrt auf den Bildschirm. „Es ist gut fĂŒr heute“, sage ich. Ich suche den Mantel, die Tasche, ich nicke der B. und dem E. zu. Auf Wiedersehen, so lang, see ya, bye, die Straße hinunter zum Bahnhof. Der Zug ist verspĂ€tet, die Gesichter der Pendler verraten nichts. Quietschend kommt der Zug dann doch, ich stehe wie ein Flamingo, auf meinem Fuß steht meine Tasche, an meinem Ohr bespricht ein Mann das Abendbrot. „Nein, keinen KĂ€se!“, ruft er, da bricht die Verbindung ab, zwanzig Minuten Ungewissheit fĂŒr den Mann. Dann steigt er aus. Nach 52 Minuten erreiche ich das Dorf vor dem Dorf. Das Fahrrad steht da und schweigt sich aus ĂŒber seinen Tag. Die Frau des KrĂ€mers sagt: „Es ist empörend wie lange Sie den Tierarzt von uns ferngehalten haben. Was da alles hĂ€tte passieren können.“ „Es ist empörend.“ Ich brauche Milch und Fenchel. Orangen sind noch da. Die Frau des KrĂ€mers empört sich. „Noch immer nicht verheiratet“, werfe ich in ihre Empörung hinein. Die Frau des KrĂ€mers wiegt den Fenchel zu meinen Gunsten ab. Ich fahre zurĂŒck ins Oberland. Der Hund ist noch mit dem Tierarzt unterwegs, die Katze schlĂ€ft, einmal den Wind hineinlassen und das Meer. Fenster auf. Horowitz spielt Klavier im Radio. Die Katze starrt mich empört an. Fenchelsalat mit Orangen. Kosher for pessach, noch immer. Der Tierarzt starrt mich empört an. Ich mag den Salat.

Der Tierarzt erzĂ€hlt mir etwas von einem Pelikan ohne TrĂ€nenflĂŒssigkeit.

Ich erzÀhle von der weinenden Auszubildenden.

Noch immer spielt Horowitz im Radio Klavier.

Die Nachrichtensprecherin liest Nachrichten vor.

Der Tierarzt kocht Tee.

Ich liege auf dem grĂŒnen Sofa und gehe mit Durs GrĂŒnbein in der Hand durch Dresden Hellerau spazieren. Man kann vortrefflich mit Durs GrĂŒnbein durch die Gartenstadt laufen. Man trifft Kafka, Dresdner, die vom Indianersein trĂ€umen, Paul Adler, einen Großvater, Bahnhofstrinker, die Bewohner von Hellerau, den Dichter, der einmal ein Kind war und mit Wehmut schließe ich das Buch, denn man möchte gerne Weitergehen.

Der Hund gÀhnt, da schlÀft die Katze schon.

ZĂ€hne putzen, ein Glas Wasser ans Bett.

Der Tierarzt schließt Fenster, die TĂŒr und die Welt aus.

So ist das bei uns am Ende der Welt. Ich bin fĂŒr das Aufschließen des Tages verantwortlich, wĂ€hrend nicht nur am 5. Eines Tages der Tierarzt den SchlĂŒssel fĂŒr die Nacht in die Kommode legt, gĂ€hnt und sagt: „MĂ€dchen erzĂ€hl mir doch…“

Was ich nicht mehr schreibe.

Ich schreibe keine Liebesbriefe mehr. Dabei habe ich so viele Jahre lang Liebesbriefe geschrieben, ich war fĂŒnfzehn vielleicht und schrieb Liebesbriefe gegen Bezahlung. Aber das ist schon lange her.

Ich schreibe keine Einkaufszettel mehr, murmele ich nicht bestÀndig: Eier, Zucker, Milch vergesse ich die Dinge auch mit Notizblock.

Ich schreibe keine TrÀume mehr auf. Die letzten Seite des dicken Notizheftes sind leer. Vielleicht hat man irgendwann alle TrÀume gehabt.

Ich schreibe keine Gedichte mehr. Vielleicht fehlen mir die Gedichte am Meisten, manchmal fange ich noch einmal an. Dann fĂ€llt mir ein halbes Gedicht ein und ich suche nach Papier und Stift, aber dann sehe ich das Papier, das Gedicht und den Stift und nach einer halben Zeile, lege ich den Stift weg, zerreiße das Papier und dann ist auch das Gedicht schon wieder verschwunden.

Ich schreibe keine Dissertation mehr. Ein GlĂŒck.

Ich schreibe außerhalb des BĂŒros so wenig Emails, dass es eigentlich keine mehr sind. Es fehlt mir nicht, obwohl ich einmal viele Emails geschrieben habe, vielleicht waren es auch Liebesbriefe, so genau will ich mich nicht mehr erinnern und das Postfach mache ich einmal im halben Jahr auf. Verpasst habe ich in keinem der halben Jahre etwas und immer, wenn ich doch wieder anfing diesem oder jenem eine Email zu schreiben, die nichts mit bĂŒrorelevanten Dingen zu tun, so habe ich es immer frĂŒher als spĂ€ter bereut. Ich schreibe keine Emails mehr.

Ich schreibe kein Tagebuch mehr.

Ich schreibe keine KalendereintrĂ€ge mehr, die Jahre sind alle gleich lang und ich habe kein BedĂŒrfnis danach, nachzusehen, ob ich vor zwei Jahren in der Philharmonie war oder nicht. Irgendwann ist mir die Neugier verlorengegangen und der Kalender erinnert mich doch dann und wann an diesen Verlust. Jedes Jahr schenkt die liebe C. mir einen neuen Kalender, aber am Ende des Jahres sind alle meine Kalender leer.

Ich schreibe keine WĂŒnsche mehr auf, falte sie nicht mehr in kleine Papierdreiecke und fĂ€dle die Dreiecke nicht mehr in einen Flaschenhals ein und ich fahre auch nicht mehr zum Fluss oder ans Meer, um eine Flaschenpost auf den Weg zu bringen.

Ich schreibe keine Noten mehr auf das Notenpapier, das sich noch immer in der Kommode stapelt.

Ich schreibe keine Notizen mehr fĂŒr verstiegene Romane auf.

Ich schreibe keine Limericks mehr, keine Nonsenswörterfolgen, keine Post-It Klebezettel, keine Anleitungen mehr wie aus einer Cola-Flasche ein Segelboot wird.

Ich schreibe so selten Kommentare ins Internet, dass ich sagen kann: Ich schreibe keine Kommentare ins Internet.

Ich schreibe keine Rezepte mehr auf und nur noch selten schreibe ich Rezepte weiter.

Ich schreibe keine ganzen NĂ€chte mehr durch.

Ich schreibe keine Fragen mehr auf die schwarze Schiefertafel. Ich habe die Schiefertafel den Nichten geschenkt. Wer weiß vielleicht fallen ihnen in die Antworten ein.

Ich schreibe keine Buchstaben mehr auf beschlagene Fensterscheiben.

Ich schreibe so wenig Nachrichten wie es nur geht. Es geht immer noch weniger.

Ich schreibe keine angefangen SÀtze mehr mit dem blauen Kugelschreiber auf meinen Arm. Zwischen 16-22 waren meine Arme immer bedeckt mit blauen Notizen, sie sind alle lÀngst gluckernd im Abfluss der Badewanne verschwunden. Das letzte was ich von ihnen sah, war eine blaue Schaumkrone.

Ich schreibe keine Geschichten mehr mit den Fingern zwischen die Rippen eines Anderen, frĂŒh am Morgen wenn die Welt und der Andere auch noch schlĂ€ft.

Ich schreibe nicht mehr auf, was ich im Kaffeesatz lese. Viel getaugt hat die Wahrsagerei ohnehin nie.

Ich schreibe keine MĂ€rchen mehr auf fĂŒr die Nichten 1-3 und den Neffen. Die Nichten und der Neffe suchen sich lĂ€ngst eigene Geschichten aus.

Ich beschreibe nur noch selten Bilder, Menschen, Dinge.

Warum schreiben Sie denn?, fragte mich jemand, unvermittelt, aber dann auch nicht so unverhofft.

Weil mir nicht anderes einfĂ€llt, als das Wort, wenn ich darĂŒber nachdenke, woran ich mich festhalten kann, sage ich. Was ich nicht sage ist: Eigentlich schreibe ich nicht mehr viel und vielleicht ist dieses Blog ja die letzte rostige Leiter, die mir geblieben ist.

Aber mein GegenĂŒber sieht mich verwundert an.

Ein Wort zum Festhalten, sagt er und schĂŒttelt den Kopf.

Das gibt es doch gar nicht.