Ein europäischer Anfang.

So weit, sagt der Tierarzt war ich noch niemals im Osten.“ Vor uns am Fenster fliegt Bad Schandau vorbei. Dresden hat der Tierarzt verschlafen oder anders ich habe ihn nicht geweckt, denn auf dem Rückweg steigen wir aus. Die Klemperer –Bände, in denen der Tierarzt lange las, liegen doch schon im luggage holdall. Bad Schandau also, der letzte Halt in Deutschland und dann irgendwo mit einem bunten Kasten voll roter Geranien beginnt Tschechien. „Osten also“ sagt der Tierarzt und lehnt sich ans Fenster. So viel Sonne vor uns, die Hitze flimmert über den Wiesen. Neben uns sitzt ein ungarisches Ehepaar. Sie liest die Zeitung, er sieht seiner Frau beim Zeitung lesen zu. Ein schönes Paar, ein Paar für die Ewigkeit, dass sieht man gleich.
Als der Tierarzt aufwacht,gehen sie in den Speisewagen. Sie fahren bis Budapest und wir nur bis Prag. Aber noch ist das Elbsandgebirge vor uns am Fenster. Meine Großmutter und ich sind von Bad Schandau bis nach Děčín gewandert, so fing es an. „Osten“ sagt der Tierarzt und ich sehe ihn an. „Was meinst Du will ich ihn fragen, was meinst Du denn mit Osten?“Aber ich sage nichts.

So viele Jahre schon bin ich mit dem Auto, dem Eurocity, der durch ganz Tschechien, ein Stück durch die Slowakei und schließlich in Budapest endet gefahren. An jeder Haltestelle bin ich ausgestiegen, die abgelegensten Döfer habe ich durchwandert, oder mein Rad an eine alte Postsäule gelehnt oder ein Auto vor einer alten, halbverfallenen Schloßruine abgestellt, mein Führer, der auch jetzt in meiner Handtasche liegt, ist noch immer ein Baedeker von vor dem ersten Weltkrieg. Er hat mich nie enttäuscht. Noch immer glaube ich ihm, empfiehlt er das Hotel zur Post während er vor dem goldenen Adler warnt. So viele Jahre habe ich in Zimmern geschlafen, in denen Geheimnisse unter den Dielen lagen, ich habe mir Gästebücher zeigen lassen in denen der alte Kaiser unterschrieb und in Frühstücksräumen gesessen in denen noch immer ein Ober den Kaffee mit einer Serviette über dem Arm in eine geblümte Tasse mit gesprungenem Rand eingießt. Ein guter Führer versicherten mit Rezeptionsdamen, Oberkellner, Schlosskustoden und Frau Smedlaca aus dem dritten Stock einer Wohnung in Prag, die mich Malina nennt, weil als ich zum ersten Mal bei ihr Quartier nahm ein himbeerrotes Kleid trug. Wirklich, der Baedeker Österreich-Ungarn ist ein guter, ein verlässlicher Führer, er ist ein europäisches Buch, er ist vielsprachig, nie käme er auf die Idee zu behaupten in Brno würde nur Tschechisch gesprochen oder verstiege sich gar anzudeuten es gäbe nur eine Art Buchteln zu servieren zwischen Prag und Bratislava. Nein, der Baedeker alter Zeiten ist klüger als das wann man heute über Polen, Tschechien, die Slowakei oder Ungarn lesen kann. Selbstverständlich nämlich ist der Reisende mitten in Europa.

Damals nach jener ersten Wanderung von Sachsen nach Tschechien herüber, da habe ich die Söhne gesucht. Andere mögen sich in Schauspieler, Popstars und Fernsehköche verlieben, ich verliebte mich in Egon Erwin Kisch, Max Brod und Franz Kafka, ich verfiel Sidonie Sidonie Nádherná von Borutín und Karl Kraus, ach Karl Kraus. Ich fuhr ihnen hinterher. Viele Jahre lang immer und immer wieder. Die Zugverbindungen sind schlechter geworden. Max Brod hätte es heute viel schwerer eine Ehe in Prag und eine Liebe in Berlin zu leben und der Bahnsteig in Janovice an dem Sidonie, Karl Kraus in die Arme fiel ist längst überwachsen. Aber ich, wenn auch mit gewaltiger Verspätung kam hinterher. Ich suchte die Söhne und Töchter und fand die Väter. Ich habe viele Tage und viele Stunden in den Dörfern gestanden in denen die Väter Schlachter waren oder Zucker in Deka abwogen, ich habe an knarrenden Gartentoren auf verfallene Synagogen gesehen und wieder und wieder die Wege abgemessen, die die Väter von Sigmund Freud, Franz Kafka, Karl Kraus, Max Brod und all den anderen zurück legten, zwischen Arbeit, Familie und Shul. Viele Stunden habe ich damit verbracht an die Väter zu denken, die aufwuchsen in einer Welt in der Juden Ritualmorde und Brunnenvergiftungen angehängt worden, in denen kirchliche Feiertage oft mit Predigten endeten, die zu Plünderungen aufriefen und die nicht wussten, ob der Nachbar nicht morgen schon ein Kläger sein würde. Sie waren die Generation, die sehen konnten, dass nicht alles so bleiben musste, wie es war, die sich aufmachten, die das bessere Leben schon schmecken, schon sehen konnten, sie waren Zionisten, aber ihre Vision war nicht Jerusalem, es war Budapest, Wien, Prag, Berlin,Brünn, ihre Zukunft und die Zukunft die sie sich erhofften, lag mitten in Europa.

Ich bin ihnen hinterhergefahren, so als wollte ich mich vergewissern, dass die Möbelpacker auch wirklich alles mitgenommen haben. Ich bin auf Obstbäume geklettert, um einen Blick in einen Speicher zu erhaschen, ich bin in Dorfteichen geschwommen an die sich selbst die ganz alten nicht mehr erinnern konnten und immer wieder bin ich noch einmal zurückgekehrt auf einen letzten Blick. Es ist so einfach etwas zu verlieren, auch der Baedeker rät ja zur Vorsicht und so habe ich wieder und wieder nachgemessen, wie ihre Wege verliefen, wie sie manchmal abseits der Wege gerieten, aber wie sie ihrem Ziel treu blieben und niemals habe ich mich mehr in Europa gefühlt, als folgte ich den Wegen der Väter und ihrer Söhne und Töchter. Ich lächle also nur in Bad Schandau, lächle dem Tierarzt zu, vergewissere mich, dass der Baedeker in meiner Handtasche ist und löse das Versprechen ein, ein Versprechen von einem kalten Novembermorgen bei einer Tasse Tee in einem irischen Haus nah bei der See. „Einmal will ich mit dir durch Prag gehen und dann nimm mich bitte einmal mit auf Wanderschaft in Orte, in denen Max Brod einmal einen Brief schrieb oder Franz Kafka bösen Husten hatte.“ „Komm“, sagte ich an jenem Morgen und komm, sage ich noch einmal an einem heißen Tag im Juli als der Eurocity mit Ziel Budapest in Prag einfährt. „Komm, sage ich Tierarzt, komm ich zeige Dir, wo Europa beginnt.“

Jonny ist wieder da.

Sand am Meer. #ostsee #balticsea🌊 #rügen #sonnestrandundmeer #sandammeer

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Erinnern Sie sich noch an Jonny?

Wir sind später als sonst am Meer. Der Tierarzt kann nicht mehr Rad fahren, so fahren vier Kinder, ein Plastikrochen und ich vor und warten auf den Bus mit dem Tierarzt. Dann gehen wir der Sonne und dem Meer entgegen und sind am Strand. Wir hören ihn schon, bevor wir ihn sehen: „Hallo ruft er, erinnert ihr euch, ich bin Jonny!“

„Aber klar“ rufen wir, wie könnten wir dich vergessen haben.

Jonny strahlt und steht dennoch zögerlich zwischen dem Handtuch seiner Oma und unserem Haufen Strandkramuri. Aber zum Glück gibt es ja die gleiche Königin. Sie schreit: Coole Haare Jonny, komm, wir wollen zum Wasser einen Delfin bauen, der Tierarzt weiß genau wie so ein Delfin aussehen muss und wir haben Bananenkuchen und eine neue Schwester, aber die ist noch zu klein für den Strand, hattest du ein gutes Zeugnis, ach egal, machst du mit?

Jonny sieht die kleine Königin staunend an.

Die kleine Königin sieht mich an.

„Nun übersetz doch schneller“, ruft sie mir zu.

Ich übersetze die kleine Königinnenrede ins Deutsche. Jonny strahlt noch mehr.

„Guten Morgen“ rufe ich zu Jonnys Oma herüber, die liegt mir dem Bauch auf einem Handtuch und löst Kreuzworträstel. Neben ihr liegt Dieter, den Jonny Opa nennen soll, er liest die BILD.

Jonnys Oma richtet sich auf und sagt: JONNY SOFORT HÖRST DU AUF MIT IRGENDEINEM BLÖDSINN, DIE LEUTE BESCHWEREN SICH SCHON.

Dann sieht sie mich,die vier Kinder und den Tierarzt.

„Na wenn das nicht die Ausländers sind“, sagt sie.

Wir nicken. Die Ausländers, das sind wir ja wirklich.

Der Tierarzt trillert Hallöchen.

„Na die Type wird ja auch immer dünner“, sagt Jonnys Oma.

Dann taucht auch Dieter hinter der BILD-Zeitung auf: „So is det mit die Ausländers, die brauchen immer Extrawurst.“

Aber dann gibt Dieter uns doch die Hand.

„Der Jonny quakt uns ja schon die ganze Zeit die Ohren voll von ihnen.“

Jonny Omas wickelt sich ein Handtuch im die Hüften. Auf dem Handtuch ist eine schlecht kopierte Lara Croft, die Dollarscheine raucht abgebildet.

„Eine Hitze“ sagt Jonnys Oma. „Dit hat es früher auch nicht gegeben.“

Opa Dieter nickt. „Dit ham wir nu von die Wessis.“

„Eigentlich wollte ich ja nur fragen, ob Jonny mit uns und den Kindern mitkommen darf. Wir wollen einen Delfin bauen, aus Sand unten am Wasser“, sage ich.

Jonnys Oma sagt: „Klar, nehmen se sich den Jonny mit. Dann kann er uns keinen Ärger machen.“

Opa Dieter sagt: „Delfin bauen? Was die Ausländers immer für Ideen haben.“

Aber Jonny, der Tierarzt und ich haben nur das Ja gehört und schon rennt Jonny los. Ein Neffe und drei Nichten warten schon.

Wir bauen einen Delfin aus Sand. Der Tierarzt findet, erst somit habe sich sein Studium der Tiermedizin wirklich gelohnt. Wir fotografieren alle Kinder mit dem wunderschönen Delfin und seinem ziselierten Muschelmaul. Jonny strahlt.

Wir essen Eis und Bananenkuchen. Wir rennen ins Wasser und üben weiter schwimmen mit Jonny. Jonny schafft zehn Züge Brust und vier Kraulzüge. Wir alle feuern Jonny an. Go, Jonny, go, schreit eine kleine Königin. Darüber vergisst Jonny schon einmal das Atem holen. Wer würde es ihm verdenken?

Wir trinken Zitronenlimonade und essen Schokoladenkekse. Ich ziehe alle Kinder auf dem Plastikrochen durch das Wasser. Alle Kinder rufen: „Schneller. Zieh schneller. Am Ende glaube ich für einen Moment ich habe meine Arme irgendwo im Wasser verloren.

Mein Neffe führt Jonny in die Welt von Herr der Ringe ein. Jonny und die Nichten besprechen Harry Potter Trivia, ich übersetze und Jonny ist schon bei Band 4. Ich bewundere seine Leseleistung und die Nichten halten dicht, damit Jonny weiter voller Spannung darauf ist, wie es weitergeht.

Ich verteile dicke Scheiben Wassemelone und die beliebten bunten und ziemlich sauren Gummischlangen.

Von Oma und Dieter hören und sehen wir den ganzen Tag lang nichts.

Am späten Nachmittag als wir gehen müssen, hält Jonny den Tierarzt fest.

Du Read On flüstert er so, dass es die anderen es Kinder nicht hören kennen. „Du Read On, ich kenne doch meinen Papa gar nicht, denkst du ich dürfte den Tierarzt mal umarmen?“

Manche Fragen kann man gar nicht übersetzen und der große Tierarzt umarmt einfach den kleinen Jonny.

Wir alle sehen lieber noch einmal auf das Meer, packen langsamer ein als sonst, klopfen Kleider und Handtücher aus, ziehen langsam unsere Fahrradschlüssel hervor, verpacken den Gummirochen viel sorgfältiger als sonst und der Tierarzt hält Jonny fest.

„Jonny, flüstert der Tierarzt, du bist ein toller Junge, Jonny du bist wunderbar, Jonny, Jonny, Jonny“, sagt der Tierarzt und obwohl der Tierarzt fast nur noch Schatten ist, hält seine Umarmung Jonny fest.

Wir warten und sehen auf das Meer.

Jonnys Oma raucht.

Dieter beobachtet eine Frau im roten Bikini mit dem Fernglas.

„Früher war mehr FKK“, ruft er schollernd.

Aber der Tierarzt lässt Jonny nicht los.

„Jonny, Jonny, ein Glück bist du wieder da.“

Unendliches Blau

Di41rTrXsAAFyCZ.jpgAm Abend aber der Tierarzt hütet die Nichtenkinder, fahre ich noch einmal ans Meer. Sonnenflecken auf der Straße, das Dorf liegt still vor mir im späten Licht. Die Einwohner des Dorfes schweigen lauter als das sie reden. Sie haben Hofhunde, wenn jemand zu nah kommt, übernehmen die Hunde das Sprechen. Aber die Hunde sind müde und träumen von kühleren Tagen. Mein Fahrrad lehnt gegen einen Mauervorsprung. Die Wand ist warm an meinen Händen. Die Wand gehört zur Garage. Im Sommer gehört die Garage den Schwalben, zwei Nester unter dem Dach. Das Schwalbenpaar heißt Clara und Robert. Die liebe C. mag Schumann. Die Schwalbenkinder haben wie die Nichtenkinder immer Hunger. Die Nichtenkinder winken mir mit riesigen Stücken Streuselkuchen hinterher. Clara und Robert bekümmern sich nicht um menschliche Angelegenheiten. Vor dem Dorf liegt ein See, dichter Schilf umschließt den See. Über den See kann man sich mit einer Holzfähre rudern lassen. Der Fährmann hat viel von der Welt gesehen, einmal hat er größere Schiffe gesteuert als einen hölzernen Kahn. Jetzt sieht der Fährmann den See und das Schilf und manchmal ein Segelboot von der Ferne. Von der Welt erzählen ihm die Touristen, die er rudert. Ahoi rufen sie und der Fährmann rudert über den See. Schon bin ich vorbei, rieche vom Fährmann nur noch den Dunst blauen Knasters, am anderen Ufer des Sees weiden die Kühe und ihre Kälber. Der Tierarzt steht oft bei den Kühen und ihren Kälbern und erzählt ihnen von einem anderen Kalb und anderen Wiesen. Die Kühe und ihre Kinder hören geduldig zu. Mein Fahrrad und ich aber wir sind schon vorüber, eine schnurgerade Strecke schließt sich an und der Wind und ich rennen um die Wette. „Unfair ist das prustet der Wind, du hast ein Fahrrad und ich muss lauter Wolken tragen!“ Der Wind verliert mich an der nächsten Kurve. „ Wir sprechen uns noch“, ruft er mir mit letztem Atem hinterher. Dann der Ort hinter dem das Meer beginnt. Müde Väter mit Schaufeln und Strandzubehör, müde Kinder im Arm einen großen Gummiflamingo. Müde Mütter einen Eimer Muscheln in der Hand und Handtücher über den Armen. Manchmal tragen die Mütter auch alles, dann sind keine Väter mehr da oder ein Vater schleppt auch noch ein Kind auf dem Arm, aber seltener als die Väter sind die Mütter allein. Die Kinder aber lachen trotz aller Müdigkeit und der Gummiflamingo der auch. Aber die müden Eltern und die müden Kinder sind schon in der Unterzahl, die meisten die man jetzt auf der Straße sieht, und die ich vorsichtig umrunde, haben sich schon umgezogen. Sie gehen zum Essen. Auf eine wagenradgroße Pizza bei einem der Italiener vielleicht oder einen Berg Gyros beim Griechen. Man sieht ihnen an, dass das etwas Besonderes ist. Sie haben sich feingemacht. Die Väter und die Söhne tragen Fußballtrikots, denen man ansieht, dass sie gebügelt worden und dazu einen Sommerhut. Die Frauen und Mütter tragen gemusterte Kleider, große goldene Ohrringe und alle tragen die guten Crocs, nicht die mit denen man Seesterne fängt. Wenn sie am Tisch sitzen und die wagenradgroße Pizza kommt, dann überlegen sie, wie das noch einmal genau war mit Messer und Gabel und lachen erleichtert, dass die Pizza doch schon vorgeschnitten ist. Es ist eine Feierlichkeit bei ihnen zu finden, von denen die Kirchen sich wünschten,sie käme am Sonntag zu ihnen. Aber hier bei den Urlaubern, die das ganze Jahr rechnen müssen, die sich hier einmal etwas erlauben, die hier einmal nicht mit „Kasse Sieben öffnet für sie“ angesprochen werden oder „ Cheffe hat schon wieder kein Gehalt gezahlt“ sagen müssen, sind hier Signor und Signorina und ihre Kinder sind bambini und über allem liegt die Feierlichkeit und der Sehnsucht für ein paar Tage einmal keine Sorgen zu haben und zu den Kindern sagen zu können. „Klar könnt ihr ein Eis.“ Das Eis kommt nicht aus einer Packung, sondern mit Aplomb und bunten Streuseln. Die Kinder strahlen, ich fahre nach rechts. Rechts rauscht das Meer, die Sonne versteckt sich noch hinter den Kiefern, die Kiefern und ich lehnen uns in die Sonne hinein, nur noch ein paar hundert Meter. An Holzhäusern vorbei, zwischen den Kiefern, Wäscheleinen, das baumelt ein Stoffbär, sein tropfendes Fell erzählt von großen Abenteuern. Ich lehne das Rad an den Ständern, das Handtuch über dem Arm, dann schon im Sand. Schon laufe ich in die blaue See hinein, die Sohne gähnt schon, legt die müden Füße hoch und ich tauche unter und schwimme in das seidig-blaue Meer hinein, folge der Sonne, die tiefer und tiefer zwischen die Bäume sinkt und schwimme noch einmal im letzten Licht des Tages mit geschlossenen Augen im tiefen Blau. Später dann als ich mit tropfenden Haaren wieder zum Fahrrad gehe, frage ich mich, ob wir am Ende, wenn wir alles vergessen haben, uns noch einmal erinnern an das Blau, das unendliche Blau der See.

Kunst aber als Brotbelag

Bekanntlich bekomme ich immer am Mittwoch eine Biokiste mit Obst, Gemüse und Käse, nebst zwei Flaschen Milch. Am Donnerstagmorgen schwamm ich so vor mich hin im See und wie ich so schwamm wurde ich hungrig. Ha, dachte ich mir, ein Brot soll es sein, wenn Du zurückkommst und dann hängte ich Handtuch und Bademantel auf, wusch den Bikini aus und stapelte Obst, Käse und Brot auf dem Tisch. So bunt sind die Biokisten im Sommer, so vielfältig und so schwer ist es sich zu entscheiden, was man denn auf dem Brot haben mag. Erstmal also ein Butterbrot mit Salz und Schnittlauch dazu, aber dann lockte das bunte mich all zu sehr und wie ich also mit Messer, Brot und Käse, der Tomate und all den anderen Dingen, da so saß, da fiel mir Piet Mondrian ein und ich wäre ja nicht ein albernes Fräulein, das wohl in anderen Zeiten schrullig genannt worden wäre, hätte ich nicht den Finger erhoben und zu meiner alten Freundin Wildtaube auf dem Fensterbrett gesagt: KunstGeschichtealsBrotbelag it is meine Liebe. Die alte Freundin hat nachsichtig gegurrt, denn sie kennt mich ja schon viele Jahre. Das Schöne aber ist, es gibt so viele Menschen, die auch Lust haben ihr Brot mit Kunst zu belegen.

oder

So hat es angefangen, aber viel schöner ist das, was all die anderen machen mit ihren Broten.

Sehen Sie mal was die fabulöse Miss Megaphon macht:  

Und schon geht es mitten in die Romantik hinein mit Casper David Friedrich

Gefolgt von Jan Vermeer


Ich bin sehr verliebt!

Was wäre Kunst ohne Hunde?

Anselm Kiefers Galerist wundert sich sicher schon….

Das ist keine Wurst!

Aber das ist der Schrei:

Ohne Paul Klee geht es ja ohnehin nie!

Ich finde diese Salvador Dali Interpretation einfach großartig!

Und natürlich Vincent van Gogh:

Es gibt ja Ideen, die hätte man furchtbar gern selbstgehabt….

Dies ist nur eine kleine Auswahl,aber wenn Sei mögen dann sehen Sie sich auf Twitter um- dazu müssen Sie dort nicht Mitglied sein, man kann einfach #KunstGeschichteAlsBrotbelag eingeben und viele, viele Schätze entdecken.

Natürlich ist das ganze eine kleine Alberei, aber nur albern ist es dann doch nicht, weil es wie ich finde zeigt, dass das Internet nicht nur das passive Konsumieren ist, sondern viele unterschiedliche Menschen zum Mitmachen und Selbermachen inspiriert. e13Kiki hat dafür einmal den Begriff des #bingecreating erschaffen und ich glaube das trifft es sehr gut. Das Internet, das sind noch immer wir alle und es liegt an uns, ob wir uns inspirieren lassen und immer wieder das Staunen lernen.

Was ich sehr hoffe ist, dass die vielen bunten, belegten Brote zu Gesprächen und Diskussionen führen zum Entdecken neuer Künstler, zum Wälzen von Kunstkatalogen, was man legen könnte und vielleicht auch zu einem Ausstellungsbesuch, um sich weiter und wieder zu begeistern für all die große und kleine Kunst, die noch immer das größte Potential hat Menschen zusammenzubringen und dass das gerade passiert, das freut und rührt mich besonders.

Auch Das Nuf hat Lieblingsbrote mit Kunstbelag gesammelt.

Das Fräulein indes reist heute dem Tierarzt an die Ostsee nach und hat noch kein einziges Reisebrot geschmiert….

Woanders ist es auch schön

Die Geschichte der Dinge müsste immer so aufgeschrieben werden, wie hier an ein Brotmesser erinnert wird. Ich wiederhole mich, aber für Texte wie diese ist das Internet erfunden worden.

In Berlin regnet es leider nicht.

„Ich verstehe diesen Beuys nicht, er spricht so undeutlich“- Perlen aus dem Gästebuch des Lenbachhaus in München. Schöne Idee, so ein Museumsblog.

Eine Eule auf Wanderschaft. Man bekommt gleich Wanderlust. Via Frau Arboretum

Anne Olivier Bell. Was für eine Frau, was für ein Leben.

Ich habe es gelesen und wieder gelesen und dann noch einmal gelesen, aber aber wie das passieren kann in Bonn 2018, das begreife ich nicht.

Die Angst war der Kitt.

Pssst! Schamlose Eigenwerbung. Drüben auf Twitter gibt es Quatsch auf Brot. Da ist ein gewisses Fräulein ja niemals fern….#KunstGeschichteAlsBrotbelag

Der Tierarzt ist schon an der Ostsee und zählt Hundewägelchen, ich komme erst nach, aber das ist ja kein Grund sich nicht als Blogmusikbeauftragter zu beweisen. Diese Woche singt Ailbhe Reddy für Sie. Was soll ich sagen ein typischer Tierarzt Musik-Tipp eben….

Isidor Eisenstein

Viele Jahre habe ich nicht an Isidor Eisenstein gedacht. Aber vielleicht ist es auch anders, vielleicht versuche ich aber auch nur nicht ständig und ausschließlich an Isidor Eisenmann zu denken. Das ist ja manchmal ein- und dasselbe. Aber gestern Nachmittag in einem Café in Kreuzberg unter alten Bäumen zudem und in guter Gesellschaft,  ich traf die zauberhafte Juna und die nicht minder wunderbare Johanna da fiel Isidor mir doch wieder ein. Deutlicher als sonst und vielleicht sind auch die Zeiten so, dass einem öfter Dinge in den Sinn kommen, die man längst schon beiseite gelegt glaubte, eingemottet wie den schweren Wintermantel oder das Paar Bergestiefel, die immer in einer Kiste im Keller lagern, die man nie, aber wirklich nie auf Anhieb findet.

Vor vielen Jahren fragte ich meine Großmutter einmal: „Was macht einen Juden aus?“ Das war eine Frage, die mich umtrieb und die mich nie wieder losgelassen hat. Meine Großmutter verzog immer ein bisschen spöttisch die Mundwinkel, sah sie mich mit dem Shabbes-Leuchter und der Challah, lächelte und sagte: Wenn du meinst mein Kind, ja ich meinte und sie lächelte und nickte. Aber Schubert ist doch erlaubt am Shabat. Gefragt habe ich sie doch, alles habe ich sie gefragt und nie habe ich mich davon erholt, dass ich sie nicht mehr fragen kann oder anders, dass sie mir nicht antworte. Damals also vor vielen Jahren fragte ich sie: „Was macht einen Juden aus?“

„Lass mich dir von Isidor Eisenstein erzählen sagte sie. Isidor war ein Freund deines Urgroßvaters, meines Vaters. Arzt war Eisenstein und er hatte eine Ordination in der Kreisstadt, er war praktischer Arzt, aber er war auch Kardiologe und war einer der frühen Spezialisten für Herzkrankheiten, aber für uns alle war er nur Onkel Isi, ein lustiger Mann mit einem verschmitzten Lächeln und Karamellbonbons in der Jackentasche, wie alle meine Geschwister hat Onkel Isi auch mich auf die Welt geholt und wie mein Vater sagte, holte er nicht, sondern sang die Kinder auf die Welt, denn Onkel Isi war leidenschaftlicher Sänger. So war es kein Wunder, dass Onkel Isi und mein Vater oft zusammen musizierten. So lebte Isidor Eisenstein für viele Jahre, er hatte zwei Töchter und einen Sohn. Mein Urgroßvater hatte viele Mädchen und Isidor hoffte sein Sohn würde sich in eine Tochter seines besten Freundes verlieben.
Aber soweit ist es nicht gekommen. Stattdessen kam das Jahr 1933 und dann kam das Jahr 1935 und Isidor Eisenstein durfte nur mehr Arzt für Juden sein, aber nicht mehr für deutsche Patienten, aber Onkel Isi sagte meine Großmutter war ein Arzt, der nicht aufhören konnte sich um seine Patienten zu sorgen und so machte er weiterhin Hausbesuche nach Einbruch der Dunkelheit.
Ein Kind lag ihm besonders am Herzen- ein Bub mit angeborenem Herzfehler nämlich, auch dieses Kind hatte Onkel Isi auf die Welt geholt. Dann kam das 38er Jahr und eine Gruppe von Schlägern brach johlend auch in die Praxis von Onkel Isi ein, zerschlug die Medikamentenschränke, die Schläger waren Jugendliche, junge Männer 18 oder 19 Jahre alt, ein paar Familienväter, Gaffer. Sie zerschlugen erst die Praxis und dann forderten sie lautstark, dass Onkel Isi überhaupt gar kein Arzt mehr sein sollte, denn man wusste doch, dass jüdische Ärzte, deutschen Frauen die widerwärtigsten Dinge unter dem Vorwand einer Untersuchung antaten.
Als die Ordination kaputt geschlagen war, kam Onkel Isi selbst an die Reihe.
Die Männer schlugen ihm die Brille von der Nase, ließen ihn auf den Knien nach der Brille tasten, bevor sie seine Brille schließlich zertraten. Dann zogen sie Isidor wieder auf die Beine und alle jungen Männer kamen einmal in die Reihe, sie boxten Isi in den Bauch, traten ihm gegen die Knie, zwei Zähne schlug man ihm aus, die anderen durfte er noch behalten, einer aber tat sich besonders hervor unter den Schlägern, es war der Junge zu dem Onkel Isi drei oder viermal die Woche auf Hausbesuch ging seines kranken Herzens wegen. Der Junge brach Onkel Isi die Nase. Irgendwann hatten die goons genug und zogen ab, es gab auch noch andere jüdische Familien im Ort, die auch noch an die Reihe kamen.

Onkel Isi aber ging zurück nach Hause und ließ sich von seiner Frau so gut verarzten wie es ging. An jenem Tag gingen die Juden nicht auf die Straße und Onkel Isi lag auf einem Sofa und kühlte sich die gebrochene Nase. Aber am Abend als seine Frau, ihm eine Suppe brachte, da stand er auf, Onkel Isi mit der Lücke zwischen den Zähnen, dem blauen Auge, der zerschundenden Nase und der bleiernden Müdigkeit im Herzen, stand auf, zog sich an und als seine Frau sagte: „Aber Isi Du kannst doch jetzt nicht aus dem Haus gehen.“ Aber Onkel Isi, sagte meine Großmutter packte seine Tasche, tat die Medikamente hinein und dann ging Onkel Isi wie sie oft zu seinem Patienten, den er so viele Jahre behandelt hatte, den er wie so viele Kinder auf die Welt gesungen hatte und der ihm Vormittag die Nase brach. „Er hat ein krankes Herz“, sagte Onkel Isi und dann ging er und sah nach dem Jungen.

Damit endete meine Großmutter ihre Erzählung. Das war ihre Antwort auf meine Frage. Sie sagte nicht, ob sie das richtig fand oder falsch, oder verrückt oder ob Onkel Isi eine Ausnahme war. Meine Großmutter verweigerte eindeutige Antworten und das war ihre Antwort auf meine Frage: „Was macht einen Juden aus?“ Das war es, was sie mir antwortete.

Wir waren lange still an diesem Abend und als ich sie fragte, ob Onkel Isi, seine Frau, die beiden Töchter und der Sohn wohl und mehr musste ich nicht sagen, denn meine Großmutter schüttelte den Kopf. Nein, sagte sie, Keiner.

Märkisches Blau

In Brandenburg ist alles Blau. Der Himmel ist blau, aber das ist nur der Anfang. Warm ist der See. Sind das Blaualgen an meinem Zeh, frage ich den F.? Steht dir sagt der F. und lacht. Blau ist das dicke Polsterkissen auf dem ein riesiger Hund hechelt liegt. Das Polsterkissen liegt auf einem Motorboot. Das Motorboot knattert rasend schnell vorbei, die Lefzen des Hundes flattern auch. Ein Wauziwägelchen der Extraklasse denke ich. Eine blaue Wolke Benzin bleibt zurück. Blau ist der Einband von Andersens Märchen. Ich lese dem F. noch einmal die entsetzliche Geschichte von der kleinen Meerjungfrau vor. Blau sind die Heidelbeeren, die kaufe ich am Straßenrand. Da steht ein Mütterchen mit einem Klapptisch. Sie kommt aus Polen und am Abend holt der Sohn sie ab. Der arbeitet auf einer Baustelle in Fürstenwalde. So viel Staub sagt sie und legt zu den Blaubeeren noch zwei Handvoll Kirschen dazu. Die Kirschen sind nicht blau.
Aber die Augen des Mütterchens sind kornblumenblau. Fast will ich sie fragen, ob sie vielleicht doch einmal während der langen Stunden Hans Christian Andersen einen Mann mit weichen Zügen getroffen haben mag. Aber ich frage sie nicht.
Blau ist ein Schild an einem Zaun. Es kündigt einen Circus an. Weiße Pferde und ein trauriger Clown. Eigentlich lacht der Clown, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass es wirklich einen fröhlichen Circusclown gibt. Es war mir immer die traurigste Profession, die ich mir vorstellen konnte, ich sehe weg. ALDI ist die einzige Kaufhalle, die es gibt, ALDI, ein blaues Schild, nur noch 200 Meter sagt ein zweites Schild. Das ist auch blau.
Wir essen Fisch am Abend. Vorn am Eingang ist ein Aquarium, die Schuppen der Fische schimmern grün, braun und blau. „Nein, sagt der Kellner, den ich frage, die Fische im Aquarium sind das Hobby von Cheffe, die rührt keiner an.“ Wir sitzen am Wasser und auch hier ist das Wasser dunkelblau, so als hätte ein Maler eine Palette aus tiefem Blau einfach in den See gekippt. So blau ist der See. Der Zander auf meinem Teller sieht müde aus. Ich decke seinen Kopf mit der Serviette ab. Der F. versucht nicht zu lachen und scheitert.
Zum Fisch gibt es Blumenkohl. Der Blumenkohl, aber auch die Karotten sind blau gefärbt, ein Blau das fast schon lila ist. „Hat sich auch Cheffe ausgedacht, ist aber janz natürlich die Farbe, können se unbesorgt sein. Cheffe weiß, was er tut. Der Blumenkohl schmeckt fad, so als sei auch der Geschmack unter dem Blau verschwunden. Auf der Terrasse sitzt außer uns niemand.
Drinnen im Gastraum sitzt eine Hochzeitsgesellschaft. Die Braut trägt ein schweres Kleid aus Tüll und überall Rüschen. Der Bräutigam heißt Ronnie und trägt Nadelstreifen. Auf seinem Hals trägt er einen Panther mit offenem Maul und Reißzähnen aus blauer Tinte. Ronnie und sein blauer Panther fühlen sich nicht wohl im Anzug. Ronnie zieht immer wieder an seiner Krawatte. Die Braut soll etwas sagen. Aber die Braut schwankt und das interessiert mich gleich sehr, denn wer weiß ob sie nicht doch Andersens Meerjungfrau ist und ein Schwanz aus blauen und grünen, glänzenden Schuppen sie nicht doch am gehen hindern. Ich habe noch nie geheiratet und so weiß ich nicht, ob eine Braut naturgebenermaßen wankt, aber Andersen habe ich wieder und wieder gelesen und geweint habe ich oft vor Wut über den blinden Prinzen und das traurige Ende der Meerjungfrau und so fürchte ich mich ein bisschen für die Braut, die nicht zum Mikrofon gelangt und Ronnie, Ronnie der braucht gerade ganz dringend eines Wernesgrüner und zieht sich schon wieder an der Krawatte. Aber die Braut ruft ihre Jungfern herbei, sie alle tragen blaue Kleider und auch ihre Kleider sind voller Rüschen, die Hauptbrautjungfer aber ist gerade eine Rauchen, die steht neben uns auf der Terrasse und schnipst Asche ins Gras. Blauer Rauch und dann schiebt sie die Braut ans Mikrofon, die Braut schimpft: Mensch jetzt musst du eine rauchen, wo ich hier mit die Scheiß-Schuhe kämpfe und der Ronnie ist och schon wieder beim sechsten Bier. Das Mikrofon quietscht. Aber Ronnie braucht dieses Bier, das sieht man ihm an.
Aber die Hauptbrautjungfrau ist eine Frau mit praktischem Verstand. Sie sagt zur Braut: Jetzt reiß dich zusammen, das Bier ist alles bezahlt, nachher kannste deinem Ronnie Bescheid stoßen, aber jetzt musste mal zu deine Gäste sprechen.
Die Braut gehalten von drei Jungfern ganz in Blau beugt sich ans Mikrofon. Sie sagt: Liebe Leute, dit Buffet ist jetzt eröffnet.
Dann gibt es eine Rückkopplung und was die Braut hätte noch sagen können, geht einem ohrenbetäubenden Quietschen unter.
Dann wird die Braut wieder auf ihren Platz geführt und bekommt einen quietschblauen Cocktail. Zwei Kurze für mich bitte, ruft die Hauptbrautjungfer und als die die zwei Schnäpse gekippt hat, sagt sie: Nicole, der Ronnie in dem Anzug, ganz wie der Bachelor!
Dann kann ich nichts mehr hören, denn DJ Jörg kommt in den Gastraum und verspricht Stimmung. Er kriegt auch einen blauen Cocktail. Die Braut sagt zur Kellnerin. „Keine Kurzen mehr für Ronnie.“
DJ Jörg sagt zur Braut: Wir lassen es so richtig krachen.
Die Braut nickt.
Ronnie kommt mit einem Herz aus brennenden Wunderkerzen wieder.
Die Braut weint.
„Schatz, ich liebe dich so sehr“, sagt Ronnie.
Wir gehen.
Auf dem Parkplatz wickeln die Freunde von Ronnie und Nicole den tiefergelegten, metallic-blauen Polo in Klopapier ein und binden Konservendosen an die Türen. Neben dem Polo stehen zwei Männer im Blaumann. Sie schimpfen auf die Politik und den Elfmeter für Frankreich.
Wir fahren zurück an den See. Der See ist blau und ich tauche tief, so tief es geht vom Steg hinunter in das Wasser, der See ist ein Tintenfass und am Himmel immer weiter märkisches Blau.

Kurze Notizen

Am Morgen geschwommen. Ereignislos, nichts gedacht, nichts gehofft, nichts verloren, nicht schnell und nicht langsam geschwommen, ausatmen, einatmen, immer zwischen 6 Uhr und 7 Uhr. Gehe ich aus dem Wasser, kommt das Rentnergrüppchen, als ich vor vielen Jahren anfing zu schwimmen, waren es noch Ehepaare, jetzt kommen die Witwen zum See. Nur zwei Männer sind dabei, eine Frau sagt: „ Der G. macht sich Hoffnungen.“ Dann verschwindet sich hinter die Bäume. Die verbliebenen Männer machen Rückenschwimmen. Ich fahre zurück nach Haus. Der Tierarzt schläft noch. Die Sonnenblumen machen müde Gesichter. Einen Teller Rosinen-Sonnenblumen-Kürbiskerne für die alte Freundin Wildtaube dazu. Auf der Straße trinken Bauarbeiter Kaffee und frühstücken Semmeln. Sie sprechen Polnisch und warten auf den Chef. Der Chef lässt auf sich warten.

Ich arbeite und irgendwann wacht der Tierarzt auf. Tee. Wenigstens das geht, man wird bescheiden mit der Zeit. Der Tierarzt packt das luggage holdall, er fährt schon vor an die Ostsee, aber erst einmal, fahren wir in die kleine deutsche Stadt. Aufklärungssprechstunde, diesmal bin ich am letzten Freitag des Monats nicht da.

Im Radio spielt Angela Hewitt Bachs Goldberg Variationen .

Die S-Bahn ist voll. Stickig ist die Luft, die S-Bahn ist ein Aquarium für Menschen. Ein Mann schreit in ein Telefon, eine Frau feilt sich die Nägel, sie hat lauter Lockenwickler im Haar, bin Brautjungfer nuschelt sie, dann feilt sie weiter, ein Mann hat zwei große Taschen mit Leergut vor sich, er zählt die Flaschenarten auf: 2x Sternbhurger dit hilft nicht viel, dreimal Cola schon besser dit, denn sone Ökoflaschen, dit muss ich mir erst ma beschauen, und denn ne ganze Ladung Cola-Mix, damit lässt es sich doch arbeiten. Johgurt-Gläser auch noch, jetzt saufen die schon den Joghurt, dann hat der Flaschensammler seine Inspektion beendet und atmet durch. Die Brautjungfer schreit in ein Telefon: Nur Assis in der S-Bahn, dann fegt sie sich Nagelstaub und Nagelhautfitzel von der Jeans, die fallen in eine Hundefell. Der Hund heißt Janosch. „Janosch, pfui“, sagt seine Besitzerin und zieht den Hund zur Seite. Janosch gähnt, die Frau mit den Lockenwicklern im Haar stößt gegen die Beutel mit den Flaschen. „Ey hab mal Respekt“ ruft der Mann. Dit is alles mit der Hand gesammelt. Die Frau stürmt aus der Bahn. Eine ältere Dame schreibt unbeirrt einen langen Einkaufszettel.

Im Zug müssen wir stehen. Der Tierarzt ist müde. Ich halte den Tierarzt fest.

Am Bahnhof winkt die liebe C.

Die liebe C. macht den Schatten leichter, heller, irgendwann hören meine Arme wieder auf zu zittern. Bestimmt.

Der Tierarzt schläft.

Schwesterchen demonstriert in London. Das kleine Täubchen auf dem Rücken. Bitte pass auf euch, sage ich. Meine Schwester hat in den letzten Wochen der Schwangerschaft Nacht für Nacht über die Kinder in Amerika gelesen, die über Nacht keine Mutter und keinen Vater mehr hatten.
Man muss aufpassen, das sagst du sagt meine Schwester am Telefon. Sie hat Recht.

Aufklärungssprechstunde.

Ich bin müde.

Auf die Fragen, auf die es ankommt, habe ich keine Antwort.

Die liebe C. macht Pflaumenkompott. Ich mache Buchteln. Ich muss lachen. Weißt Du noch, sage ich zu ihr, was meine Großmutter immer sagte: „Im Sommer sagte der Harry Heine, der nebenbei auch Gedichte schrieb, im Sommer soll ein jeder Jude zum Shabbat keine Challah sondern Buchteln essen-mit Vanillesauce.“

Die liebe C. lacht.

Es ist dieselbe Küche in der sie und ich Pflaumenkompott und Buchteln machten.

Wenn ich mich umdrehe, denke ich noch immer, sie kommt gleich zurück. Aber sie kommt nicht mehr zurück. Das ist nur noch diese entsetzliche Lücke.

Die Buchteln gehen vor sich hin.

Die liebe C. erzählt mir Praxisgeschichten.

Schwesterchen ruft an. Das kleine Täubchen hat geschlafen, so viele Menschen, meine Schwester mit einem Papierschild in der Hand. Eine hilflose Geste, sagt sie und ich wünschte, ich könnte sie zu mir durch das Telefon ziehen.

Wir sitzen am Tisch.

Wir singen. Immer die gleichen Lieder zum Shabbat.

Der Tierarzt lächelt.

So schöne Lieder.

Dann klingelt es.

Ich kann mich an keinen Shabbat erinnern, an dem es einmal nicht klingelt.

„Für Dich oder für mich?“, fragt die liebe C.

An der Tür steht ein Mann mit einem Kind. Das Kind schreit nicht. Das ist nie ein gutes Zeichen. Das Kind hat ein blutiges Küchentuch auf dem Kopf. Herr A. ist Flüchtling, sein Sohn ist 2 Jahre alt, seine Frau ist auf dem Grund des Mittelmeers begraben. Herr A. sagt: „Ein großes Stück Schmerz.“ Der Kleine finde ich heraus, ist aus dem Tripp-Trapp herausgeklettert und rutschte ab. So ein großes Stück Schmerz.
Wir nehmen das Auto. Herr A. hat eine schwarze Reisetasche dabei. Das ist sein Fluchtkoffer. Er sagt: „Alle Papiere.“
Das Kind ist ganz still. Die liebe C. singt für das Kind.
Im Krankenhaus dann ganz schnell.
Fünf Stiche.
Das Kind ist ganz tapfer.
Der Vater hält das Kind.
Die liebe C. hält den Hasen des Kindes.
Ich organisiere ein Bett für Vater und Kind.
Keine Gehirnerschütterung übersetze ich.
Medizindeutsch noch schwer, sagt er, aber Ärzte Top.
Ich nicke.
Eine Nacht zur Beobachtung sage ich.
Brauchen Sie etwas?
„Alles dabei“, sagt Herr A. und umarmt mich und die liebe C.
Ich spreche mit der Ärztin.
„Alles ok“ sagt sie.
Das Kind liegt im Arm des Vaters als ich noch einmal vorbeisehe.
Zweimal Eis aus der Cafeteria.
Das Kind strahlt.
Herr A. lächelt.
„Eis hilft immer“ sage ich.
Das Kind winkt.
Auf dem Nachtschränkchen steht ein Bild. Auf dem Bild lächelt eine Frau mit einem Kind im Arm.
Sie ist schön die Frau, schön sind die Frau und ihr ih Kind.
Ihr Mann dreht sich zu dem Bild um er sagt: „Mein Herz, unser Sohn.“
Ich mache die Tür ganz vorsichtig und leise hinter mir zu.
Ich laufe nach Haus.

Wasserspiegel

Sie sind vielleicht vierzehn, fünfzehn und sechszehn Jahre alt und die Sommerferien haben gerade erst begonnen. Sie rauchen Zigaretten und wollen dabei. Sie husten. Ihr Husten klingt nach der ersten Zigarette. Musik scheppert aus einem Telefon, aber keiner tanzt. Sie halten Hände und eine Hand hält immer auch ein Telefon. Sie stehen dicht unter den Bäumen, denn es regnet. Ich habe eine Jute-statt-Plastiktasche und ein Handtuch. Sie ziehen sich Hoodies über, ich ziehe mich aus.

Sie sehen mir zu. „Ugh, voll der Perv, es regnet doch, voll krass da wird man doch voll nass im Wasser.“

Ich lächle und dann tauche ich ins Wasser. Kühler ist das Wasser, nach einer Nacht und einem halben Tag voller Regen, ein dichter Mantel aus schwerem Kattun ist der See. Blätter von weiter her und dünne Äste schwimmen mit mir vom Ufer davon. Der See trägt ihre Stimmen vom Ufer zu mir. Der ganze Sommer liegt noch vor ihnen. Sie suchen nach Abenteuern. Einer von ihnen sagt: „Samstags geht es los Florida.“ Er sagt es mit der Stimme all jener, die wissen, das ihr Platz in der Welt ein sicherer ist. Drei Wochen Florida. Es ist still für einen Moment, denn das Abenteuer, das Florida heißt, lässt sich nur schwer überbieten. Aber sie probieren es trotzdem. Klettern mit Freunden und einem großen Bruder. Voll krass ey. Es ist die Rede von einem Abenteuerpark, von Martial Arts Training mit einem Superstar, dessen Namen ich schon wieder vergessen habe. Nur Timo muss für zwei Wochen zu Oma. Alle lachen. Ob Timo lacht, weiß ich nicht.

Aber das nächste Abenteuer ist eine Party bei Diana. Die hat einen beheizten Pool und sturmfrei. Wir müssen noch Becks organisieren. Hoffentlich gibt es Korn-Cola. Die Pools in Florida sind alle beheizt.Das ist das letzte was ich höre, dann bin ich zu weit vom Ufer entfernt. Leise fällt der Regen, der Regen kommt nicht vom Meer, denke ich, zu weich ist der Regen, er hat nichts von der Schärfe des Atlantiks, vielleicht kommt der Regen aus einem Dorf in Niedersachsen. Ein Dorf mit einem alten Bauernhaus in der Mitte und einer umgekippten Milchkanne im Fenster. Die Katze, die im Bauernhaus im Fenster liegt heißt Jessica und der Bürgermeister klopft immer gegen halb zwölf in der Nacht an das Fenster und küsst die schöne Bankerin, die in Hannover mit Millionen jongliert und dem Bürgermeister die freiwillige Feuerwehr finanziert. „Wirklich, sagt sie nachts am Fenster, müssen die Heimlichkeiten wirklich sein?“ Aber der Bürgermeister lacht: „Die Liebe ist ein Abenteuer“, sagt er, natürlich stolpert er im Dunkeln über die Milchkanne oder über die Katze Jessica, die Mäuse studiert, jedenfalls weiß es das ganze Dorf. Vor dem Haus blühen die Stockrosen, und die Bankerin klappt das Fenster. „Das gibt noch Regen“ sagt sie und natürlich ist der Bürgermeister so nass, dass er die Socken auswringen muss, als er endlich zu Hause ist, so ein Regen ist das in dem ich schwimme. Landregen, warm und weich, dunkel dabei, so wie eine Tasse Earl Grey zum dritten Mal aufgebrüht, der Schlachtensee kann auch der Amazonas sein und wie ich so durch den Regen schwimme, schwimmt mit mir der Schwan und der Schwan und ich wir nicken zu. Der Schwan findet das Abenteuer im Schilf und ich sehe in die Bäume hinauf und wundere mich, dass keine Affen in den Baumkronen kreischen. Der Regen,der dichter und dichter fällt während ich schwimme, ist der Elephant  inCamille Saint-Saens Karneval der Tiere, denn der Regen, da bin ich mir ganz sicher, nimmt während langer Sommertage Unterricht bei einem  Kontrabassisten.

So fällt der Regen, läuft mir über das Gesicht, die Haare, bleibt in den Wimpern hängen, lächelt mir zu. Die letzten sieben Züge tauche ich tief, wenn es regnet, lacht glucksend der Nöck, dann verlässt er den Muschelthron, erhält Rapport von den Welsen, seinen treuen Spionen und lacht glucksend über das leichtsinnige Fräulein, die glaubt es schicke sich einmal nachzusehen, ob der Nöck wirklich noch immer auf dem Grund des Sees regiert. Er lacht, bis er Husten muss, wie die Jugendlichen am Ufer. Menschen und ihre Sehnsucht nach Gefahr und Abenteuer, sagt er sich und schon trifft mich eine Welle, die ich nicht habe kommen sehen. „Wir sehen uns Nöck“, rufe ich ihm zu, der Regen hat fast schon aufgehört.

Der Baum an dem die Jute-statt-Plastiktasche hängt, hat meine Sachen und das Handtuch trockengehalten. Das Ufer ist verwaist. Ich lege mir das Handtuch um den Hals und gehe zu meinem Fahrrad zurück. Die Jugendlichen vom Ufer stehen im Bushäuschen, sie klappern mit den Zähnen, mein Dad ist gleich da, ruft einer und dann zeigen sie mit dem Finger auf mich. „Ey, das ist ja der perv aus dem Wasser.“ Wie crazy muss man sein.W Und wirklich das riesige Auto, das über den Zebrastreifen brettert, lädt die Jugendlichen ein und schon fährt es weiter. Nur ein Mädchen bleibt zurück, ich lächle ihr zu und hoffe sie dreht sich noch einmal um und geht zum See herunter, denn die meisten Abenteuer beginnen immer dann, wenn man nicht damit rechnet oder wenn man in einem kleinen See am Berliner Stadtrand im Regen schwimmt und die Augen schließt.

Vegetable Subji -Curry nach einem Rezept meiner verehrten Frau Rajasthani

Der erste Satz, den Frau Rajasthani, deren drittes Kind ich bin, vor vielen Jahren zu mir sagte war:

„Are you Punjabi?“

Eh, no, sagte ich.

„Oh Bhagwan, look at all your hair, don’t be ashamed darling. I know a women who has seen worse eyebrows. But not many. She’ll sort you out.

Ich seufzte.

Der zweite Satz den Frau Rajsthani zu mir sagte war: Are you veg/ or non-veg?

„No pork“, sagte ich.

We will be great friends sagte Frau Rajasthani und beschloss sich nicht nur um meine Augenbrauen, sondern überhaupt um meine Zivilisiertheit zu bekümmern. Was kann man auch schon von einer dahergelaufenen Vierteleuropäerin erwarten? Nicht viel.

Wann immer ich aus der kleinen Slum-Klinik nach Hause kam, denn ich lebe in Delhi im Oberstock des Hauses der Rajasthanis zog sie mich in die Küche, um mir einen riesigen Becher Chai in die Hand zu drücken.

„Let’s have some fun“, sagte Frau Rajasthani, ich träumte von einer kühlen Brise oder hochgelegten Beinen, aber Frau Rajasthani war anderer Ansicht. Wer aussieht wie ein Punjabi muss kochen können, sagte sie und auch nach mehreren Europa-Besuchen glaubt sie nicht, dass das was in Deutschland oder England auf den Tisch kommt, es verdient mit dem Begriff Esskultur belegt zu werden.

You know Read On, with that of yours it will be actually quite hard to find a husband.

I know sagte ich, but my hair is just part of a much bigger problem.

Frau Rajasthani lachte.

Lesson No. 1: Don’t cook to impress your in-laws. Cook because you deserve to eat well.

Vegetable Subji Curry ist genau so ein Gericht, sagte Frau Rajasthani.

Es gelingt immer.
Du kannst das Gemüse nehmen, was da ist.
Es ist Lunchboxkompatibel.
Es macht dir ein warmes Herz.
Es macht Leuten ein warmes Herz, die kein Herz haben.
Du brauchst niemals länger als 30 Minuten.

Lesson No. 2: Don’t cook without good music.

Diesem unumstößlichen Grundsatz verdanke ich die einzige Filmkenntnis meines Lebens. Bekanntlich sehe ich nur Filme mit Isabelle Huppert und alle Bollywood-Filme von denen Frau Rajsthani findet, der zivilisierte Mensch müsste sie gesehen haben. Niemand dem an seinem Leben liegt, würde Frau Rajasthani widersprechen. Damals aber in der Küche, seufzte sie und sagte: Wir müssen ganz von Anfang beginnen.

Meine Bildungskarriere begann mit dem Lied: Mana Janab Ne Pukara Nahi aus der verwickelten Schmonzette Paying Guest um einen Anwalt in Zahlungsschwierigkeiten. Das Lied war das erste, was ich auswendig konnte und Frau Rajasthani sagte: “Oh there is hope for our Punjabi girl.” Dann drehte sie den Plattenspieler lauter und holte die Gewürzdose vom Regal.

Mich hieß sie eine große Zwiebel hacken und deutlicher singen.

Sie selbst stellte eine große Pfanne auf den Herd und gab einen sehr guten Schuss Ghee ( es geht ebenso gut neutrales Öl) hinein.

Es muss qualmen, bis die Nachbarn klopfen, sagte Frau Rajsthani und wirklich fünf Minuten später rief Aunty vom Balkon nebenher: Bei euch gibt es wohl Subji Curry?

„Siehst du“, sagte Frau Rajsthani.

Zwei Kardamom-Kapseln warf sie in die Pfanne: Peng. Eine rote Chili dazu und einen Teelöffel schwarze Sesam-Samen.

If it cackles, you do it right.

Dann die Zwiebeln hinterher, dazu vier Curryblätter, ein Lorbeerblatt, und eine grüne Chili ( ohne Kerne ) dazu. Das Ganze einmal gut umrühren und für eine Liedlänge in der sie getrost zu Ne Pukara Nahi tanzen können, vor sich hin zischen und krachen lassen. Dann sind die Zwiebeln braun.

Lesson No. 3: Use what you have

Sie brauchen für ein gutes Vegetable Sabji Curry keine gesonderten Einkäufe unternehmen, greifen sie in ihr Gemüsefach und nehmen was drin liegt. Es schmeckt immer.

Hier waren es heute:

Drei geviertelte Tomaten

Eine Handvoll grüner Bohnen

Ein mittelgroßer Brokkoli ( zerteilt )
Anderthalb verwitterte Mohrrüben.

Nehmen sie einfach, was sie haben.

Legen sie das Gemüse so ab, dass sie es nicht von der Tischkante wischen, wie ich….

Lesson No. 4 Garlic is a good friend.

Frau Rajasthani glaubt nicht an die Nützlichkeit großen Küchenzubehörs. Sie glaubt an den Chef über den man sich ärgert, den Ehemann, der schon wieder zu spät kommt, den Anruf der arglistigen Schwiegermutter und wenn all das nichts hilft, dann gibt es ja immer noch Narendra Modi der etwas so Unmögliches sagt wie etwa auch Horst Seehofer allenthalben.

Denken Sie also an etwas, was Ihnen den Ärger in die Arme treibt und zerdrücken sie eine große Knoblauchzehe und eine Ingwerwurzel, die halb so groß ist, wie ihr kleiner Finger. Wenn Sie Ingwer nicht mögen, lassen sie ihn weg.
Rühren sie die Tomaten unter den Zwiebelsud.

Rühren und singen sie weiter.

Drehen Sie den Herd auf kleine Flamme herunter.

Lesson No.5: It’s the spices, baby.

Frau Rajasthani liess mich schwören, dass ich niemals abgepacktes Garam Masala kaufen würde und ich lege ihnen Selbiges auch ans Herz. Die Gewürzmischungen sind meistens
Indische Küche ist nur einmal aufwendig nämlich dann, wenn man einen Gewürzhändler aufsucht und einmal das kauft was man immer braucht.

Da wären: Kreuzkümmel ( 1/ 2 Teelöffel )
Koriander (gemahlen) ( ½ Teelöffel )
Kurkuma ( gemahlen) (½ Teelöffel )
Chili ( gemahlen) ( 1 Teelöffel )

Zu der Tomaten-Zweibelsud Mischung geben und für fünf Minuten leise simmern lassen.

Lesson 6: Don’t waste food.

Nach fünf Minuten alles Gemüse zu dem Gewürz-Tomaten-Zwiebelgemisch geben, 125 ml Wasser dazu, das Ganze aufkochen lassen, dann 100 ml Kokosmilch ( nach Belieben auch mehr ), einen guten Esslöffel mit Tamarindenpaste dazu gießen und das Gemüse bissfest kochen. Unterdessen- in der Büchse ist ja noch Kokosmilch übrig- Reis kochen, halb Wasser und den Rest der Kokosmilch verwenden und schon wird die verehrte Frau Rajasthani ihnen zunicken und ihnen beglaubigen, dass Sie sich auf dem besten Wege zurück in die Zivilisation befinden. Ich habe Frau Rajasthani noch niemals Lebensmittel wegwerfen sehen.

So einfach ist das mit dem Vegetable Subji und wärmer ums Herz ist einem nach einem großen Teller auch und überhaupt ist es nie falsch ein bisschen von der prickelnden Schärfe von Frau Rajasthani und ihren Rezepten mitzunehmen.