#KunstgeschichtealsBrotbelag aber als Buch.

Ich weiß es noch ganz genau, denn ich stand im Ostseegarten an der Himbeerhecke, der Tierarzt schlief in der alten Hängematte aus Segeltuch, die Nichten lauerten auf den Eismann, der Neffe las in einem dicken Schmöker unter dem Apfelbaum und ich pflückte eben Himbeeren. Dann klingelte das Telefon und jemand am anderen Ende der Leitung sagte etwas was nach Dumont-Verlag klang und ich sagte sehr sicher: „Sie müssen sich verwählt haben.“ Aber am anderen Ende des Telefon war man sich sicher. „Sie sind doch die mit der Kunst auf Brot. Wir wollen daraus gern ein Buch machen.“ Ich dachte ich sei nun wirklich bei Versteckter Kamera angekommen, denn ein reichlich seltsames Fräulein bekommt keine solchen Anrufe. Dann klingelte der Eismann, der Tierarzt wachte auf, der Neffe hatte Bärenhunger und ich legte ziemlich schnell auf. Dann fuhren der Tierarzt und ich in die Slowakei. Die Brote hatte ich schon vergessen, weil wir schon wussten, dass dies die letzte Reise wäre. Aber als ich zurück war, da rief der Dumont-Verlag wieder an und diesmal hörte ich besser zu oder vielleicht hörte ich auch deshalb zu, weil der Tierarzt mir zunickte und ich sagte Ja. „Ja, sagte ich, es wäre schön das mit den Broten, der Kunst und dem Buch.“

Das Internet ist kein Archiv dachte ich damals und wie schön es doch wäre, wenn der wunderbare Gemeinschaftsgedanke der Idee, dass nämlich Twitter auch ein Galerie sein kann, in die jeder sein Bild mitbringen und aufhängen kann, bewahrt blieben könnte. Auf das Ja folgten viele intensive Monate. Denn das Buch ist nicht so sehr mein Buch, sondern es ist ein Buch von uns allen, ein Buch das nicht nur Kunst auf Brot zeigt, sondern das vor allem zeigt, dass das Internet nicht nur Ort ausfälliger Bösartigkeit, aufgeregter Selbstüberschätzung und unangenehmer Kommentarsofakrieger ist, sondern auch ganz selbstverständlich ein Raum für Kunst und Künstler sein kann. Ohne jedoch dabei in einen Wettbewerb auszuarten für das beste, schönste oder was weiß ich wie Brot, sondern das Nebeneinander verschiedener kreativer Ansätze und Versuche. #KunstGeschichteAlsBrotbelag war eine eine Ausstellung in der alle willkommen waren Kunst zu machen und Kunst zu sehen. Ich hoffe das Buch trägt diesen Gedanken des Eingeladenseins weiter und macht uns immer wieder Lust das Alte und Neue noch einmal ganz anders zu sehen.

Ich hoffe das Buch führt zu Frühstück im Bett, zu heftigem Streit, zu polterndem Lachen und immer wieder zu der Erkenntnis, dass Kunst uns alle zusammenbringen kann und wir diejenigen sind, die das Internet zu einem lebenswerten Ort machen können oder nicht.

Ich bin sehr dankbar dafür, dass es dieses Buch geben darf und ich bin reich beschenkt mit dem Vertrauen und der Begeisterung der Brotkünstlerinnen und Brotkünstler als auch der vielen wunderbaren Verlagsmitarbeiter. Da Sie, die Leserinnen und Leser dieses Blogs einen so großen Anteil haben an meinen Versuchen in Schrift und Bild, das Traurige tragen, wie das Alberne unterstützen möchte ich gern drei Exemplare des gestern erschienen Buches hier verlosen.

Read On, nun sag schon wie soll das gehen?

Wenn Sie ein Buch gewinnen möchten, dann kommentieren Sie bitte bis zum 29. 03. 2019 um Mitternacht hier im Blog folgende Frage: „Welches Bild oder welcher Künstler hat Sie maßgeblich berührt, bewegt, verändert, radikalisiert oder neu zum sehen gebracht?“

Spielregeln:

Teilnehmen können alle Leserinnen und Leser, die das 18. Lebensjahr vollendet haben. Es ist ganz gleich wo Sie wohnen ich verschicke das Buch nach Hintertupfingen und New York City, sprich wo auch immer sie leben. Indes, wenn Sie an der Verlosung teilnehmen wollen, müssen Sie willens hier mit einer gültigen Email-Addresse zu kommentieren als auch im Fall eines Gewinns mir eine postalische Anschrift mitzuteilen.

Verlost wird wie folgt. Alle Kommentare wandern in einen Lostopf. In diesen Lostopf fasse ich dreimal und ermittle drei Gewinner. Die Verlosung wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden, wohl aber in Anwesenheit des treuen alten Hundes und der verwöhnten Katze.

Warum sollen Sie denn dann eine Frage beantworten? Da ist ganz einfach, ich bin sehr, sehr neugierig, lerne gern dazu und entdecke gerne Künstler. Ausserdem ist es eine hübsche Abwechslung einmal etwas von Ihnen zu erfahren!

Bitte nehmen Sie nur einmal teil und nicht unter elf verschiedenen Decknamen. Ich bin ein seltsames Fräulein, aber kein Kriminalkommissar. Wenn Sie das Buch nur gewinnen möchten, um es im Garten zu verbrennen, weil sie sich über mich oder meine Kommasetzung ärgern, bitte verzichten sie und erwerben das Buch lieber regulär. Wut muss wehtun, sonst gilt es nicht. Eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich und wenn Sie nicht gewinnen, bitte schreiben sie mir keine bösen Briefe. Danke! Viel Glück und Brot, Brot Hurra!

Wer das Glücksspiel aus moralischen oder religiösen Gründen verachtet, kann das Buch überall dort erwerben, wo es Bücher gibt. Es hat 112 Seiten, viel, viel Kunst im Original und auf Brot und kostet 15 Euro.

107 thoughts on “#KunstgeschichtealsBrotbelag aber als Buch.

  1. Ich habe lange nachgedacht, konnte gestern Abend nicht einschlafen, weil mich umtrieb, welches Bild und welche Kunst mich berührt, beeindruckt, bewegt haben.
    Ich habe mich dann darauf festgelegt, dass es wohl einer der Frauenköpfe von Picasso war, die ich in einer Ausstellung in Chemnitz als 14-jährige sah. Mein Vater erklärte meiner Schwester und mir, dass Picasso gleichzeitig Menschen aus mehreren Perspektiven wiedergeben konnte – ein Schlüssel zum Verständnis von so vielem: nie gibt es nur die eine Perspektive.

    Nun sah ich bei vielen anderen Kommentatoren, dass ich des Nachts gar nicht so viel hätte grübeln müssen, drum seien die anderen Bilder auch erwähnt:
    Das Deckengemälde in der Pariser Oper von Chagall hat meinen Blick immer wieder von der Bühne nach oben gelenkt. Was für ein Mut, diese märchenhaften Bilder inmitten des marmornen, kristalllüsternen, rotplüschigen Opernluxus entstehen zu lassen!
    Schließlich fielen mir noch die Skulpturen von Camille Claudel ein, von deren Leben ich tief beeindruckt war. Ihre Werke lassen einen die Fragilität und Schutzbedürftigkeit des Menschen spürbar werden.
    Skulpturen aus Brot zu zaubern, ist vielleicht etwas für Band II! Ich würde mich über diesen (ersten?) Band sehr freuen um mich gemeinsam mit meinen Kindern daran zu erfreuen und selbst auszuprobieren, was passiert, wenn man mit Essen spielt. Vielen Dank für die schöne Idee!

  2. Liebes Fräulein Read On – dass aus den Broten ein Buch geworden ist, freut mich sehr!
    Eine Künstlerin, deren Bilder mich auf den ersten Blick sehr beeindruckt haben, ist die Amerikanerin Georgia O’Keefe (1887-1986). Von ihr habe ich als Studentin gezielt Bildbände, Kalender, ihre Biografie und eine Mappe mit Kunstdrucken gekauft oder mir schenken lassen. Einige ihrer großen Blumen hängen noch heute bei uns an der Wand.
    Viele Impressonisten gefallen mir auch gut. Und jetzt könnte ich eine Menge Dies-und-das aufzählen …
    Aber wenn es um die eine Person geht, deren Kunst ich rauspicken soll – ja, dann bleibt es wohl bei Georgia O’Keefe.
    Herzliche Grüße (und ein fröhliches Purim-Fest, falls Sie das feiern)!

  3. Joseph Mallord William Turner hat mich mit seinem Gemälde „Das Sklavenschiff“ (Originaltitel: Slavers Throwing overboard the Dead and Dying – Typhon coming on.) bisher am meisten berührt, da es das Schicksal der afrikanischen Menschen und die Brutalität der Weißen zur Zeit des Sklavenhandels zeigt.
    Turner spielt beeindruckend mit den Farben, wodurch ein intensives Seherlebnis entsteht.
    Leider war ich noch nicht in Boston, wo das Original hängt, sondern habe nur einen Nachdruck gesehen.

  4. Das Gemälde „Guernica“ von Pablo Picasso hat mich schon zu meiner Abizeit maßgeblich beeinflusst und mir einen neuen Blickwinkel auf die Kunst an sich vermittelt.

  5. Liebes Fräulein Read on, seit ihrem Blogeitrag, denke ich über ihre Frage nach Bild und Künstler nach und obwohl mir sofort ein Bild eingefallen ist, habe ich, die leidenschaftlichste Museumsgängerin, lange mit mir gerungen, warum es gerade „Die Alte mit dem Kohlenbecken“ von Rubens sein muss, wo es doch so viele andere Bilder gibt. Als ich ein Kind war, hing dieses Bild im Wohnzimmer meiner Eltern und ich fand es gruselig. Die alte Frau, die einen immer im Blick hat, so als wüßte sie alles, die dunklen Farben, die den Hintergrund verbergen, wer weiß was da lauert., furchtbar! Meine Mama verwies bei meiner Ablehnung des Bildes immer auf die Güte im Blick der Frau.
    Jahre später stand ich vor dem Orginal und habe über die 3 Generationen auf dem Bild nachgedacht und Parallelen zu meiner Familie gesehen (kunsthistorisch ist das natürlich falsch und fragwürdig!). Ich habe in dem Bild die Güte und Weisheit meiner Uroma entdeckt, die damals noch lebte und zu der ich eine enge Bindung hatte. Ich habe erkannt, dass hinter dem ersten Eindruck bei genauerem Betrachten und Erspüren mehr steckt. Diesem Bild entströmt so viel Frieden und Wärme und auch wenn man den Hintergrund nicht erkennt, so weiß ich heute, dass die alte Frau soviel Schutz ausstrahlt, dass da nichts bedrohliches lauern kann! Diese Frau blickt mit einer Erfahrung und einem Wissen in die Welt, die mehr von ihrem Alter zeugen, als die Falten. Gleichzeitig blickt man beim Anschauen zurück und ganz tief hinein und erahnt, dass es mehr gibt, als mein auf den ersten oder zweiten Blick sieht!

    Danke für ihre stete Inspiration, für die Brote und ihre Tiefsinnigkeit. Sie erinnern mich auch so sehr an jenes Bild, den Blick hinein und dahinter.

  6. Liebes Fräulein Read on, seit ihrem Blogeitrag, denke ich über ihre Frage nach Bild und Künstler nach und obwohl mir sofort ein Bild eingefallen ist, habe ich, die leidenschaftlichste Museumsgängerin, lange mit mir gerungen, warum es gerade „Die Alte mit dem Kohlenbecken“ von Rubens sein muss, wo es doch so viele andere Bilder gibt. Als ich ein Kind war, hing dieses Bild im Wohnzimmer meiner Eltern und ich fand es gruselig. Die alte Frau, die einen immer im Blick hat, so als wüßte sie alles, die dunklen Farben, die den Hintergrund verbergen, wer weiß was da lauert., furchtbar! Meine Mama verwies bei meiner Ablehnung des Bildes immer auf die Güte im Blick der Frau.
    Jahre später stand ich vor dem Orginal und habe über die 3 Generationen auf dem Bild nachgedacht und Parallelen zu meiner Familie gesehen (kunsthistorisch ist das natürlich falsch und fragwürdig!). Ich habe in dem Bild die Güte und Weisheit meiner Uroma entdeckt, die damals noch lebte und zu der ich eine enge Bindung hatte. Ich habe erkannt, dass hinter dem ersten Eindruck bei genauerem Betrachten und Erspüren mehr steckt. Diesem Bild entströmt so viel Frieden und Wärme und auch wenn man den Hintergrund nicht erkennt, so weiß ich heute, dass die alte Frau soviel Schutz ausstrahlt, dass da nichts bedrohliches lauern kann! Diese Frau blickt mit einer Erfahrung und einem Wissen in die Welt, die mehr von ihrem Alter zeugen, als die Falten. Gleichzeitig blickt man beim Anschauen zurück und ganz tief hinein und erahnt, dass es mehr gibt, als mein auf den ersten oder zweiten Blick sieht!

    Danke für ihre stete Inspiration, für die Brote und ihre Tiefsinnigkeit. Sie erinnern mich auch so sehr an jenes Bild, den Blick hinein und dahinter.

  7. Liebes Fräulein,
    das hab ich letztens schon gelesen und fragte mich, warum auf dem Buch nicht „Fräulein ReadOn“ steht. Aber so ist ja alles gut.
    Lieben Gruß
    Ilka

    Ach ja, meine Großeltern hatten ein Bild im Wohnzimmer – blasse Blümchen in einer Vase, das fand ich als Kind wunderschön. Es gehört jetzt mir, hat nur noch keinen Platz an der Wand gefunden, weil ich es jeden Tag nicht aushalte

  8. Vielen Dank liebes Fräulein für diese Möglichkeit Ihr Buch zu erhalten.
    Mich hat das Gerücht von Arno Schmidt sehr beeindruckt, als ich es bei meiner Großmama in einer Hochglanzbroschüre entdeckte und sie es versuchte, mir zu erklären.

    • Ich sende einen lieben Gruß von der Buchmesse in Leipzig, wo ich umgehend testete ob der Dumont-Verlag auch das mit Kunst belegte Buch im Brotregal habe….oder so…..es war da und wurde sofort in doppelter Ausführung erstanden, was wiederum neugierige, auch hungrige Blicke auf sich zog und ich freute mich über angeregte Brotkunstbestellungen.
      Um dennoch eine Bilderinnerung zu teilen, mir hatte es früh der Pieter Breughel mit seinen * Wimmelbildern* angetan, auf denen ich soooooviel entdecken konnte, noch bevor ich wusste, dass dies Kunst sei…

  9. Sehr geehrtes Fräulein Readon,
    seit den „vergifteten Äpfeln“ vom Schwesterchen lese ich mit – die ganze Gefühlsskala in Ihrer wunderbaren Sprache! „Nebenbei“ Unterricht in Geschichte und zum Jüdischen Leben. Ungestört will ich lesen und so hat sich ein Ritual in meine Abende eingenistet: vor dem Schlafengehen noch einmal bei readonmydear reinschauen, Text nicht lesen, aber ausdrucken und damit ins Bett…
    Ich danke Ihnen sehr für jeden einzelnen Satz!

    Mein Buchexemplar liegt im Buchladen und wartet auf die Abholung. Gern möchte ich aber noch von meinem Lieblingsbild schreiben:
    Amedeo Modigliani “ Lying Nude“ 1918 – fünf Striche und du spürst die Wärme des Körpers, die weiche Haut…

  10. Es war weniger ein Bild das mich nachhaltig beeinflusst hat, es war ein Werk von Rodin, von dem ich heute nicht einmal mehr den Titel weiss. Aber die Art und Weise wie die menschliche Figur aus dem Material „herauswuchs“ hat mich zum ersten Mal wirklich begreifen lassen, wie Bildhauer ihre Werke aus dem Stein befreien. Seitdem habe ich die Plastiken meines ( vor meiner Geburt verstorbenen) Grossvaters mit anderen, respektvolleren Augen gesehen.

  11. Was soll ich wählen?
    Der Schwebende, eine Skulptur von Barlach, die im Dom von Güstrow hängt? Ich betrachtete sie, als mein Händi klingelt … mitten im Dom … peinlich … ich schleiche raus, gehe ans Telefon und am anderen Ende erklingt die freundliche Stimme eines Kriminalpolizisten, der bei einer Hausdurchsuchung mein zwei Tage zuvor gestohlenes Fahrrad beschlagnahmt hat und ich könnte es abholen. Abgesehen dass ich ohnehin an meinem Fahrrad hänge, war es schon sehr praktisch so, da ich mich gerade auf einer dreiwöchigen Radtour befand und gerade noch über Abbruch oder Alternativen sinnierte.
    So verbinde ich Barlach mit dem wiedergefunden Fahrrad und wer weiss, wer da wo seine Finger im Spiel hatte.

  12. Mich hat im Anton-Ullrich-Museum in Braunschweig besonders Rubens Gemälde “Judith und das Haupt des Holofernes“ gefesselt. Es ist eine brutale Szene, die von Judiths leuchtender Gestalt und ihrem intensiven Blick beherrscht wird.

  13. Liebe Read on

    Ich mag monet, war schon mehrfach in seinem Garten in Giverny und geniesse es dort.

    Und ich würde mich sehr über so ein Buch freuen 🙂

  14. Mich hat der Direktor Hayao Miyazaki maßgeblich geprägt. Ich bin sehr jung einem gewaltsamen Haushalt entkommen und als Kind sah ich die Welt nur trüb und farblos. Erst als ich eines seiner Filme erblickte fing es um mich herum an zu leuchten und farblich zu sprudeln. Diesen Moment habe ich noch heute ganz klar im Gedächtnis. Seitdem zeichne ich selbst mit dem Ziel, in jemandem die gleiche Hoffnung und Erstaunung zu säen wie es seine Werke bei mir taten.

  15. Das Gemälde Zwölf Sonnenblumen in einer Vase von Vincent van Gogh. Zu Schulzeiten mussten wir dieses Bild in mehreren Klassen und Kursen nachmalen. Damals fand ich es total nervig. Und ich fand das Bild nicht besonders schön. Aber je länger wir uns damit befassen mussten, desto interessanter wurde es. Und wenn ich heute Sonnenblumen sehe, muss ich immer an diese Gemälde denken.

  16. Ich war 18 oder 19 und das erste Mal in München, es war Winter und nachts minus 17 Grad, ich schlief bei einem alten Freund in der Studentenbude auf dem Boden und fror sehr. Tagsüber gingen wir ins Lenbachhaus und ich stand vor Alexander Jawlenkys Bildnis des Malers Alexander Sacharoff, mich sah ein Vorfahr von Tim Curry aus Rocky Horror Picture Show an, ein Transvestit 66 Jahre vor der Rocky Horror Picture Show und ich war geplättet. Die Postkarte, die ich mir kaufte mit diesen schwarzumrandeten Augen, dem kecken Blick, dem Mann im roten Kleid vor hellem Türkis, hat alle Umzüge überstanden und hängt heute noch an meiner Wand.
    Jawlenskys Verwendung der Farbe Türkis in Portraits (nicht Sacharoffs) verblüfft mich noch immer. — Seien Sie herzlich gegrüßt, liebes Fräulein!

  17. oh, wertes Fräulein, diese Frage ist, als würde ein Kind mit großen Augen im Süßigkeitengeschäft stehen und sich nicht entscheiden können angesichts der vielen, vielen Leckereien…!

    ich muss/ darf mich also für ein Kunstwerk entscheiden? Dann nehme ich „Das Bild des Tänzers Alexander Sacharoff“ von Alexej Jawlensky. (überhaupt, dieser Künstler…!). Gesehen im Lenbachhaus und mir stiegen ein wenig die Tränen in die Augen… seitdem steht eine kleine Postkarte mit dem hübschen Herrn auf meinem Schreibtisch, gleich neben dem PC. und es könnte sein, dass ich ihn hin und wieder ein wenig anschmachte… (allein schon dafür: danke an die Kunst!)

  18. Louise Bourgeois. Da habe ich zum ersten Mal begriffen, dass Kunst auch ganze Räume einnehmen kann. Dass die Dinge darin vielleicht ganz normale sind, aber der Raum alles verändert. Dass man Kunstwerke betreten kann und dann ein bisschen Teil von ihnen wird. Dass man Spinnen auch sehr mögen kann.

  19. Gutes Buch, gute Frage! Es fällt mir auch ein bisschen schwer, eine Auswahl zu treffen …

    Ein Bild, das mich auf den ersten Blick berührt hat, ist „Der Distelfink“ von C. Fabritius, gemalt 1654. (Ob die unscheinbare, aber wirkungsvolle Fußfessel wohl einmal zu Lebzeiten des Vögelchens abgenommen worden ist?)

    Unter den zeitgenössischen Künstlern sind es u.a. David Pearce und Krista Harris, deren Bilder/Malweise in Resonanz mit mir treten und ein Gefühl von ‚Diese Bilder haben mir etwas zu sagen.‘ auslösen. Die (scheinbar) kindliche Malweise von Pearce wirkt auch ermutigend auf mich, so dass ich selbst den Pinsel in die Hand nehmen will … mit allem Vermögen und Unvermögen.

    Häufig gefallen mir auch Skizzen, schnell hingeworfene zeichnerische oder malerische Notizen, das, was noch ohne Überarbeitung oder Korrektur ist. Zum Beispiel JMW Turners atmosphärische Landschaftsaquarelle, die in seinen Sketchbooks zu finden sind. Das Skizzenhafte unterstreicht das Flüchtige, Vergängliche eines Moments.

  20. Liebes Fräulein,

    eine Frage, auf die mir viele Antworten einfallen. Die Bilder von Nicolas de Staël habe ich als junge Frau im Carré d‘Antibes gesehen und sehr bewundert, das rote Piano hängt bis heute über meinem Bett. Frida Kahlo. Per Kirkeby. William Turner. Die Installationen von Rebecca Horn! Käthe Kollwitz. Und eine ganz phantastische Ausstellung über die Frauen des Expressionismus im Museum Louisiana.
    Vielen Dank für diesen Denkanstoß!
    Herzlichst
    Christin

  21. Die Mona Lisa im Louvre, als ich mit meiner Oma in Paris war..so beeindruckend <3 wow was für ein toller Gewinn, da würde ich ja nur noch Freudensprünge machen ❤ ein traum ❤ der hammer #danke für das tolle #gewinnspiel ich drücke gaaaannz fest die Daumen! ❤

  22. Ich liebte es als Kind in Lexika zu blättern. Jaaa, damals gab es noch kein Wiki 🙂 Irgendwann stieß ich in einem Band auf einen Ausschnitt von Hieronymus Boschs “ Der Garten der Lüste“. Ein faszinierendes Werk, auch heute noch!

  23. Ich hatte mit Kunst überhaupt nichts im Sinn, bis ich mit meiner Frau in Potsdam im Schloss Sanssouci in der langen Gemäldehalle war und wir uns an einem Fenster auf eine Bank setzten und uns einige grosse Bilder ansahen. Je länger ich die Gemälde auf mich einwirken ließ, sah ich die Farben anders, habe Kleinigkeiten im Bildgeschehen gesehen, die ich beim Überfliegen niemals erhascht hätte. Nun weiß ich Kunst braucht Zeit und Ruhe.

  24. Liebes Fräulein Read on,
    diese wunderschöne Twitteraktion war an uns ganz und gar vorbeigegangen. Den Artikel dazu hier auf dem Blog haben wir an einem ganz traurigen Tag entdeckt. Dann haben der Vierzehnjährige und ich abends mit dem Handy auf dem Sofa gesessen und die tollen Kunstwerke angeschaut, die da entstanden sind, und das hat uns getröstet und den Tag gerettet. Seitdem erzähle ich überall davon. Ganz wunderbar, dass es jetzt das Buch dazu gibt! Und vielen Dank dafür, dass Sie diese großartige Idee in die Welt gebracht haben! Ein herzlicher Gruß von Greta

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