Geschichten erzählen als Maßeinheit

Seit ziemlich genau fünf Jahren gibt es dieses Blog. Mehr oder weniger regelmässig sitze ich mit einem alten Notebook auf den Knien auf einem Sofa, einem alten Sessel oder der Bettkante und schreibe etwas auf. Notizen, Eindrücke, Erinnerungen, schlechte Träume, gute Begegnungen, verfehlte Liebschaften, bockige Kälber, traurige Menschen, glückliche Seebäder und Franz Kafka. Es sind Momentaufnahmen, Rückblicke, Wahrnehmungen, Blickpunkte oder Fragezeichen. Es sind immer Geschichten. Geschichten schaffen, so ist es meine Überzeugung eine Distanz zur Welt, sie sind Maßband meiner Erfahrungen, sie sind Gartenzaun zu meiner Person, Geschichten sind Maßeinheiten für Verständnis und für die Fähigkeit sich eine Sache auch einmal von einer ganz anderen Seite aus anzusehen.

Noch in keinem Jahr ist es mir so schwer gefallen hier zu schreiben, wie in diesem. Das Ganze hat mit einer Nachricht, die als süsses Bonbon verpackte Drohung war, einer wohl angeblichen schwedischen Dame zu tun, die mir mitteilte, ich löge, dass sich die Balken biegen und sie in ihrer ganzen Größe würde mir nun das Handwerk legen, hätte mich und mein Tun entlarvt und sähe sich nun gezwungen mich anzuzeigen-bei den Goldenen Bloggern nämlich. Gemeldet hat die Dame aus dem schönen Land Schweden sich danach nicht mehr, schwedische Damen sind vorsichtig nehmen sich an und geben wohl auch deshalb an in Schweden zu wohnen, damit Verleumdungsklagen sie nicht erreichen. Die Infragestellung der eigenen Identität macht etwas mit einem und seitdem schreibe ich immer auch mit diesem Schatten über der Schulter. Beschreibe ich etwas, traue ich mir selbst kaum über den Weg, stelle ich etwas fest, denke ich darüber nach, wer es auch so gesehen habe könnte, lasse ich etwas, rechtfertige ich mich lange vor mir selbst. Beschämt haben mich die dunklen Briefe der schwedischen Madame, schmutzig fühlte ich mich und ich weiß bis heute nicht, wie man die Geschichten, die ich hier teile, von ihren schmutzigen Fingern wieder befreien kann. Geschichten sind angreifbar und sie machen angreifbar, sind sie es nicht, dann sind es Erzählfiguren aber keine Geschichten.

Misstrauischer bin ich in diesem Jahr geworden. Vor ein paar Wochen schrieb mir ein Mann der angeblich ein Buch über Stralsunder Juden schreibt und Dokumente meiner Familie verwenden will. Vor einem Jahr hätte ich ihm sicher freundlich geantwortet, in diesem Jahr erscheint er mir zweifelhaft. Wer ist dieser Mann? Schreibt er wirklich ein Buch? Wie kommt er auf mich? Ist der Mann der ein Buch schreiben will, nicht vielleicht eine Dame aus Schweden? Wie würde ich jemanden schreiben, von dem ich etwas erfahren will? Sind nicht vermehrt Blogzugriffe aus Schweden zu verzeichnen? Schulde ich dem Mann, der ein Buch schreiben will eigentlich etwas? Ich habe ihm noch nicht geantwortet, so kommen mit den Lügnern immer auch die Zweifel gleich mit zur Tür herein und immer schwieriger scheint die Frage, ob sich den wirklich an Geschichten festhalten lässt.

Wie erzählt man wahrhafte Geschichten?, frage ich mich mit der schwedischen Dame im Nacken, wieder und wieder. Habe ich nicht falsch gelegen in meiner grundsätzlichen Annahmen, dass im Wie immer schon das Was liegt? Man kann bekanntlich fast alles fälschen, vielleicht ist es ja auch die Dame in Schweden in Wirklichkeit, ein Mann aus Bottrop-Kirchhellen? Alles lässt sich ausdenken, umünzen und verbiegen, es gibt Menschen, die erzählen Geschichten aus Berechnung, andere wollen abrechnen und wieder andere träumen von Elefantenjagden und fürchten sich doch schon vor der Spinne im Badezimmer, darum erschien mir das wie stets wichtiger. Wie man die Welt sieht, ob man Menschen in ihr sieht und nicht nur Figuren, ob man Stimmungen wahrnimmt, oder nicht zulässt, ob man Geschichten als Wertekunde versteht oder als wertfreien Rahmen, das scheint mir eigentlich kaum komplett verstellbar und es ist dieses wie von dem ich hoffe, dass sie es hier sehen können, dass darin die Wahrhaftigkeit dieser, meiner Geschichte liegt.

Man kann besonders angesichts des Fall eines Journalisten der Interviews zusammen fabulierte, wie auch Reportagen in Syrien erfand, immer wieder hören, das Internet erlaubte einfache Recherchen, ermöglichte erst das Aufbauen solcher Geisterschlösser und weiter sei die Geschichte als Form ohnehin keine wahrhafte Angelegenheit. Ich teile beide Maßgaben nicht.
Von meiner Existenz und mein Name steht ja im Impressum lassen sich etwa 35 Prozent ergoogeln, der Rest steht nicht im Internet und das trifft doch wohl auf Viele von uns zu. Aus Teilstücken, aus losen Fäden und Ecken wird niemals ein Ganzes, sondern immer nur eine Interpretation, ein Zusammenschnitt, ein Vexierspiegel möglich, den man sich selbst zusammenbaut. Claas Relotius erfand sich Kinderhelden im Krieg und Ehepaare mit schwerem Schicksal, die schwedische Dame erfand sich selbst als Sherlock Holmes und mich erfand sie sich als Moriarty. Beide eint ihr Desinteresse an Menschen, ihr hartnäckiges Beharren darauf, dass ihre Version eines halben Puzzleteils das Ganze sei, sie verabscheuen beide das was der Realität immer zu eigen ist, das Komplexe, das Private, das Biographisch Zusammenhängende. Beide haben ein Bild im Kopf, dass erfüllt werden muss, ihre Motivationen mögen unterschiedlich sein, im Ergebnis gleichen sie sich stark.

Ihre Bilder, Geschichten und Menschen sind Strohpuppen. Lügnern wie ihnen unterstellt man oft lebhafte Phantasie dabei besitzen sie keine, sie wissen es ja schon aus sich heraus, sie erfinden niemals etwas neues, sondern immer nur Schablonen ihrer selbst. Ihnen fehlt ja das Interesse an den Anderen, an ihren Geschichten, an ihrer Geschichte, sie sind Maler nach Zahlen ihrer eigenen Hirngespinste und zusammengereimten Figuren, die immer blutleer oder eben böse bleiben. Egon Erwin Kisch hat seine Geschichten so kunstvoll wie ornamentreich ausgeschmückt, Joseph Roth hat für uns alle ein Österreich-Ungarn erfunden und vergoldet, dass es niemals gab , dennoch verdanken wir diesen beiden großen Journalisten nicht nur Wissen darüber was Geschichten sein können, sondern auch die grenzenlose Neugier auf Menschen und andere Erfahrungen, die jeden Journalisten Ansporn sein sollten. Ihre Geschichten haben unser Bild der Welt verändert, weitergeschrieben und uns auf Menschen gestossen, die wir ohne ihren geduldigen, scharfen, beobachtenden, einnehmenden, aber niemals vereinnahmenden Blick niemals getroffen hätten. Das ist etwas was keine der preisgekrönten Reportagen Class Relotius tat. Man trifft in ihnen nur die Annahmen des Autors selbst.

Sie sind Geschwisterkinder die Lügnerin aus Schweden und der Erzähler, der eigentlich nichts erzählen wollte. Erzählen das heisst ja auf Schlüsse zu verzichten, das Eindeutige misstrauisch zu besehen, plausible Schlüsse gibt es nicht in Aleppo auf der Straße und auch nicht in meinem Leben. Erzählen das heißt die Schatten der Wirklichkeit auszuhalten. Erzählen fordert nicht voyeuristische Neugier, sondern etwas verstehen zu wollen, was sich wohl niemals ganz verstehen lässt.

Erzählen heißt lange auf eine stille Strasse zu sehen, ganz in dem Wissen, das immer alles dann passiert, wenn man nicht hinsieht, nur um von Neuem die gleiche Straße noch einmal hinunterzugehen und wieder und wieder etwas Anderes zu sehen. Erzählen, das heißt sich nicht sicher zu sein, wen man im Spiegelbild sieht und genau deswegen immer wieder neu anfängt von Neuem nach Fragen zu suchen auf die es immer mehr als eine Antwort gibt.

43 thoughts on “Geschichten erzählen als Maßeinheit

  1. Bitte! Bitte verlieren Sie nicht den Glauben an die Wahrhaftigkeit dessen was Sie tun. Sie schreiben den einzigen Blog, den ich regelmäßig lese. Ein aufrichtiger, tröstender Gruß, Heike

    • Liebe Heike, Ihren Worten schließe ich mich an – auch ich lese keine anderen Blogs, aber diese Beiträge muss icb immer öffnen, auch wenn ich eigentlich keine Zeit habe – ich fühle mich mit Readon vertraut und verbunden, obwohl ich keine Ahnung habe, wer sie tatsächlich ist und oft rätsele, wie sie diese häufigen Orts- und Szenenwechsel verkraftet (und besonders das kalte Meerwasser!) – ich hänge an ihren Beschreibungen von Gedanken und Gefühlen mit ganzem mitfühlendem Herzen.
      Lieben Gruß, Ellen aus Berlin

      • Oh, das kalte Meerwasser ist mir großes Glück. Man soll das Herz in die Hand nehmen und auf die hellen Tage hoffen.Mehr kann man wohl ohnehin nicht tun.

  2. Ist nicht jeder Erzähler seinen Lesern ausgeliefert? Wird nicht jeder Künstler, der es zu ein wenig Ruhm brachte, ante mortem und post mortem gnadenlos gefleddert? Auf jeder Elefantenleiche sitzen zig Aasgeier. Hört der Elefant deshalb auf, ein Elefant zu sein? Kümmern Sie sich nicht um schwedische Damen, schreiben Sie, wie es für Sie richtig und wahr ist. Sie wissen ja genau, wie gut Sie schreiben.

  3. „Erzählen heißt die Schatten der Wirklichkeit auszuhalten“ – das ist ein schöner, weiser und auch noch wahrer Satz.
    Danke dafür.
    Ich bitte Sie der schwedischen Dame nicht mehr Gewicht zu geben als sie hat.
    Sie scheint das Wesen von Geschichten nicht verstanden zu haben
    Ihr haben aber weder die Goldenen Blogger noch Ihre Lesenden geglaubt.
    Ihnen wird geglaubt.

  4. Liebes Frl., Sie haben sich nichts vorzuwerfen. Sie schreiben Geschichten – vielleicht übertreiben Sie dabei manchmal, lassen an anderer Stelle etwas weg, warum auch nicht. Sie sind ja schließlich keine Journalistin, die sich an die Fakten halten muss. Ich glaube, dass Ihre Leser damit kein Problem haben, nein, sie sind sogar deshalb hier. So wie ich auch. Ich mag sehr, wie Sie mit Worten jonglieren, damit malen; manchmal ganz helle Bilder, manchmal überwiegt das Dunkle. Oft kann man sich hier an den Worten festhalten oder möchte Sie gern festhalten für die Worte, die Sie geschrieben haben. Immer lese ich hier mit Gewinn – oft erfahre ich etwas Neues (immer wieder bewundere ich Ihr wissen auf so vielen Gebieten – sind Sie sicher, dass Sie nicht vielleicht doch schon ein paar hundert Jahre alt sind?), Sie bringen mich zum Lachen, zum Weinen und – wofür ich Ihnen besonders dankbar bin – immer wieder zum Nachdenken. Ihr Blog hat ein Herz und eine Seele und strahlt Wärme aus. Und das ist mir so viel wertvoller als das selbstherrliche, effekthaschende Geschreibsel mancher so genannter Journalisten (warum ich wohl gerade an die „Welt“ denken muss?).
    Bitte (und ich kann nur erahnen, wie schwer das sein muss) lassen Sie sich nicht verunsichern, nicht kleinreden von Neidern, Verschwörungstheoretikern oder sonstigen Spinnern. Sie sind wunderbar und genau so schreiben Sie auch.

  5. Natürlich macht man sich angreifbar, wenn man ein Blog schreibt. Ich bin nun seit fast fünfzehn Jahren Blogger und weiß bezüglich diesem Thema auch so einiges.
    Die Dame hinter ihren schwedischen Gardinen (die Doppeldeutigkeit war gewollt!!) hätte ja gleich die „Goldenen Blogger“ anschreiben können anstatt ihnen leere Drohungen zu machen.
    Sie haben sich überhaupt nichts vorzuwerfen und seien sie versichert dass sie eine große Leserschaft haben und viele Fans die ihnen mehr als wohlgesonnen sind.
    Sie haben ihren ganz eigenen Stil Geschichten zu erzählen und genau darum lese ich sie regelmäßig und bewundere sie sehr dafür. Dass sie ab und an auch Dinge ein wenig verschleiern oder anders benennen ist:
    1. ihr ganz eigener Kunstgriff,
    2. um Personen, Orte und Dinge zu schützen.
    Der zweite Punkt ist übrigens ganz richtig und wichtig. Ich mache das in meinem Blog auch so, wenn auch nicht so kunstvoll Sie das können.
    Fühlen sie sich ganz fest in den Arm genommen und lieb gedrückt.

  6. Liebe Readon,
    das Internet ist ein zweischneidiges Ding. Es ermöglicht uns in die Welt zu sehen, Kontakte zu pflegen, die wir sonst nie hätten, Menschen kennen und auch lieben zu lernen, von ihnen zu lesen, zu hören. Aber es hat eben genauso auch die Schattenseite. „Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten“…eines der oft verwendeten Zitate, und nirgends trifft es so gut zu wie hier. Was wissen wir von einander hier? Nichts. Wir wissen ja von unseren Nächsten so wenig. Und trotzdem meint man nach einer Zeit, den anderen zu kennen. „Kennen“ braucht unendlich viel Zeit und ist nie abgeschlossen. Im schnelllebigen Internet, auf Blogs, in Zeitungen….da rauscht das vermeintliche Leben vor sich hin und keiner , keiner weiß, was ist wahr oder besser wahrhaftig. Daher müssen Damen aus Schweden oder woher auch immer keine Angst machen. Und trotzdem bleibt diese fast unmerkliche und ungute Hand auf der Schulter. Und das Gefühl der Beobachtung, der man unterworfen ist. Es gibt aber nur zwei Möglichkeiten: Man schweigt oder man macht weiter. Sollte man sich wirklich sagen:Ja, da hat mich so eine kranke Person zum Schweigen gebracht? Ich hoffe sehr, dass Sie die Stärke haben, weiter zu schreiben. Ihre Texte sind so wichtig und gut, dass Sie als Schreiber nicht verstummen dürfen, aus vielen Gründen nicht, einer davon sind übrigens Sie selbst. Nehmen Sie das als Bitte oder Hoffnung oder Wunsch, egal. Schreiben Sie! Herzlichst, Sunni

  7. Ich habe kreative Menschen immer besonders auch dafür bewundert, dass sie sich mit ihrem Werk (welcher Art dieses auch ist), ihrem Innersten, einer unbekannten Öffentlichkeit preisgeben. Ich weiss auch, dass ich das nicht aushalten könnte. Weil eben, natürlich, nicht nur Lob, sondern auch Kritik erfolgt. Das ist normal. Beleidigungen wie von der “Schwedin“ gehen aber einen Schritt weiter, zu weit.
    Dennoch, liebes Fräulein, jetzt kommt mein Aber….was zählt schon diese eine armselige Stimme gegenüber der großen Zahl der Ihnen zugeneigten Leser? Ich lese hier seit dem “vergifteten Apfel“ (der mich tief berührte) mit und gehöre seitdem dazu.
    Und wir sind doch so viele mehr!

  8. Liebe readon,
    ihr Blog ist wundervoll. Er lädt zum Träumen, Lachen, Weinen und vor allem zum Nachdenken an. Mir ist dabei völlig gleich, ob ihre Erlebnisse 100 Prozent so stattgefunden haben wir hier geschrieben oder ob es anders war. Sie verfassen doch keine wissenschaftlichen Fakten sondern Geschichten. Da gilt doch jede kreative, künstlerische und schöpferische Freiheit. Und sie sind wunderbar begabt. Lassen sie sich den Spaß an der Bloggerei nicht verderben. Das wäre wirklich zu schade!

    Was die Dame aus Schweden bezweckt kann ich nicht nachvollziehen. Ich verstehe gar nicht was sie stört? Niemand zwingt sie ihren Blog zu lesen… Soll sie doch einfach fernbleiben und woanders lesen.

    Ich wünsche ihnen, dass sie die Schatten die ihnen über die Schulter schauen bald abschütteln können. Setzen sie sich lieber einen ihrer vielen begeisterten Lesern auf die Schulter. Wir würden uns alle freuen.

    Ich schicke ihnen etwas Aachener Regen und eine dicke Umarmung.
    Rachel

  9. Verehrteste,

    Wahrheit und Wahrhaftigkeit sind zwei Dinge und die sollte man unterscheiden. Ein Journalist muß sich an die Wahrheit halten, sonst wird er unglaubwürdig und reißt im Zweifelsfall eine ganze Zeitung, eine ganze Branche in den Selbstzweifel.

    Sie jedoch erzählen hier wahrhaftige Geschichten. Das im übrigen grandios. Geschichten, die in der Seele und im Herzen spielen. Ob da dann alles wirklich wahr ist, ob Sie nicht vielleicht ein paar Dinge änderten, um sich selbst zu schützen, oder den Kern Ihrer Geschichte herauszustellen — Verzeihung, aber das ist herzlich egal. Und vielleicht sind diese Dinge gar nicht mal geändert, weil sie sich zwar nicht in der materiellen Welt, aber in Ihrer Seele, in Herzen tatsächlich so abgespielt haben. Von daher lassen Sie sich bitte von einsamen Stimmen nicht irritieren. Ich lese Ihr Blog wirklich sehr gern. Eben weil Ihre Geschichten wahrhaft sind. Danke dafür.

  10. Sehr verehrte Mademoiselle, ich wünsche Ihnen, dass Sie diese blöde schwedische Madame irgendwie ausblenden und begraben können. Wie Trulla schon sagte – es ist bewundernswert, seine Gedanken und Gefühle einem so großen ungefilterten Publikum anzuvertrauen, diesen Mut hätte ich nicht. Ich bewundere Ihre so poetische Art, die Wirklichkeit derzustellen, Ihre Empathie, und Ihre Nachdenklichkeit gegenüber den Dingen des Lebens. Immer sind Ihre Einträge ein Gewinn für uns, die wir sie lesen dürfen. Bleiben Sie bei uns! Von Herzen alles Gute!

  11. Das tut mir so leid – und ich verstehe den Schatten so gut. Mittlerweile bin selbst ich in meinem rosenduftenden und heilen Internet der Überzeugung, dass er auf jede von uns Erzählerinnen irgendwann fällt (mich traf er vor gut zwei Jahren, immerhin erst nach 13 Jahren Bloggen).
    Vielleicht ist das Erzählen unter solch einem Schatten wie die Begrenzung durch eine fremde Sprache? Durch ein vorgegebenes Versmaß? Ich hoffe so sehr, dass es dich nicht zum Verstummen bringt.

  12. Liebe ReadOn,

    solche Menschen in die eigenen Gedanken zu lassen, wirkt wie Gift. Es vergiftet nach und nach die Freude an dem, was man tut. Ich weiß da, wovon ich spreche.

    Es gibt doch nichts, wofür Sie sich überhaupt rechtfertigen müssten. Ihre Geschichten sind Momentaufnahmen Ihrer Wahrnehmung und Erlebens – daran ist absolut nichts verkehrt. Nur im Geiste verarmte Menschen stören sich daran. Ich jedenfalls lese Sie gerne und mag Ihre Geschichten sehr. Lassen Sie sich von solchen Menschen nicht unterkriegen. Werfen Sie sie gedanklich in hohem Bogen zum Fenster hinaus!

    Write on my dear, write on! 🙂

    Liebe Grüsse
    Clara P.

  13. Liebes Fräulein, es tut mir zutiefst leid, dass Ihnen das widerfahren ist und ich schließe mich den Kommentaren vor mir an: bitte geben Sie dieser Person nicht mehr Gewicht, als ihr zusteht!
    Ihr Blog ist kein journalistischer, er erzählt Ihre Geschichten! Ob die Wahrheit, wie auch immer diese aussehen mag, abgeändert oder streckenweise ganz erfunden ist, ist nicht von Belang.
    Ich habe es Ihnen ja bereits geschrieben und wiederhole es gerne nochmal: mit Ihren Worten malen Sie, Sie sind eine Wortkünstlerin und erreichen damit so viele! Es wäre ein trauriger Verlust, wenn Sie wegen dieser Person Ihre Sprache verlieren würden!

    „Große Dichtung ist zu unserer Freude da, nicht dazu, dass wir uns abquälen mit der Suche nach verborgenen Bedeutungen oder Spuren aus dem Leben des Autors, die er als Material benutzt haben mag, aber hoffte, hinter sich lassen zu können.“
    (ein Zitat aus diesem Text https://m.faz.net/aktuell/feuilleton/louis-begley-ueber-kafka-was-ist-kafkas-wahrheit-12653271.amp.html. Ich denke, Kafka wäre es ähnlich wie Ihnen ergangen, hätte er einen Blog gehabt. Vielleicht kann Sie das ein wenig trösten).

  14. Den Vorrednern ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Trotzdem schreibe ich noch einen Kommentar dazu. Denn in diesem Falle ist es auch die Anzahl an positiven Rückmeldungen. die wirken soll.
    Wäre das Kälbchen ein Zicklein, wäre Irland Finnland, wäre das alte Haus ein moderner Bungalow, so what? Solange Sie tatsächlich immer im kalten See schwimmen gehen (und dafür bewundere ich Sie fast noch mehr, als für die Sprache), ist alles gut.
    Readon, Writeon, und vor allem, bleiben wie man ist, egal was Trolle einem antun wollen. Lassen Sie sie nicht gewinnen.

  15. Ohne Goldenen Blogger würden Sie mein Leben nicht mit ihren Geschichten bereichern. Vielleicht wollte die böse Schwedin selbst gewinnen? Oder wollte Sie nur Macht ausüben? Missgunst? Sendungsbewusstsein? Ein Menschentyp, den es nun mal gibt. In einem anderen Kulturkreis würde ich sagen, dass sie den bösen Blick auf Sie geworfen hat. Dem Shetlandpony könnte dort ein Hufeisen über der Tür helfen. Ein Hufeisen kann man ansehen und weiß, dass es gegen den bösen Blick hilft. Man ist der Machtanmaßung nicht mehr schutzlos ausgeliefert. Lassen sie sich nicht beirren. Ihre geneigte Leserschaft braucht Ihre Geschichten genauso wie Sie schreiben, ohne Bedenken, ohne Schatten. Solle die böse Schwedin sich doch an Herrn Relotius abarbeiten.

    • Mir sind ja derartige Obsessionen sehr unheimlich und wer weiß vielleicht haben Sie Recht mit dem Bösen Blick, wer weiß das schon. Es macht das Schreiben nicht leichter und das Misstrauen im generellen größer. Leider.

  16. Erzählen heißt für mich der eigenen Geschichte einen Sinn geben. Was die Zuhörer damit anfangen, ist zunächst nicht wichtig, nicht für mich. Geschichten erzählen wir uns zunächst selbst. Wenn andere sich wiedererkennen, fein. Wenn nucht, auch gut. Das Recht an der eigenen Geschichte kann einem niemand nehmen. Auch nicht Damen aus Schweden. Ich wünsche einen besinnlichen Jahresausklang! 🙂

  17. Liebes Fräulein ReadOn,
    ich liebe Ihre Art des Erzählens, Ihren wunderbar feinsinnigen Umgang mit der deutschen Sprache. Vielen Dank dafür! So oft haben Sie mein Herz berührt, meine Gedanken angeregt, mich innehalten lassen, mich durch den Tag begleitet mit Ihren Worten. Lassen Sie sich die nicht nehmen, bitte. Und uns auch nicht… Ich weiß, ich bin verwöhnt von Ihnen und Ihrem Erzählen – aber das ist wie mit Nussschokolade: einmal kennengelernt, möchte man nicht mehr darauf verzichten.
    Ich wünsche Ihnen sicheren Boden für Ihren ganz eigenen Weg.
    Herzlichen Gruß,
    Almuth

  18. Verehrtes Fräulein Doktor,
    zunächst danke ich Ihnen herzlich für Ihre wunderschönen, authentischen Geschichten. Sie haben einen sehr klaren Blick auch für kleine Details und können diese dann auf ganz zauberhafte Art interpretieren und darstellen, wie z.B. Monate riechen. Und dann kam eine schwedische Trulla angetrampelt und droht Ihnen voller Neid und Mißgunst. Diese Person ist eine sehr lächerliche Figur. Beschreiben Sie doch diese Frau und dann verbrennen Sie das Blatt fröhlich lachend und machen einfach weiter. LG!

    • Ja, ich sehe das und versuche natürlich auch das nicht zu großen Raum gewinnen zu lassen- dennoch sind diese immer anonym erfolgenden Angriffe und Unterstellungen, nicht wenig besorgniserregend, eben weil sie auf Diskreditierung angelegt sind.

  19. Warum, oh warum nur trifft uns das Dunkle so tief und mit hartnäckig festsitzendem Stachel, während das Helle, Unterstützende, Bestärkende so rasch verhallt und verweht?
    Liebe Read On, ich wünsche Dir, dass es genau umgekehrt sein darf: dass der positive Widerhall, denn Deine Worte finden, alles andere bei weitem überwiegt!

    • Es ist eben doch sehr ermüdend und auch sehr frustrierend mit anonymen oder halbanonymen Internet- Trollen konfrontiert zu sein, die sich damit beschäftigen die eigene Identität in Zweifel zu ziehen. Aber natürlich sehe ich all das Licht. Danke.

  20. Liebes Fräulein Readon,

    es ist genau so, wie Sie sagen: die Maßeinheit aller Dinge muss die Menschlichkeit sein. Das ist in jedem Ihrer Posts zu lesen, bei Ihnen liegt allem dieses Maß zugrunde. Das hat mich auch schon häufiger auf das Wichtigste im Leben und die richtigen Relationen zurückgebracht.
    Ich danke Ihnen dafür, dass Sie das so klar sehen und mit Ihren Geschichten so für mich und sicherlich auch andere eine wichtige Instanz geworden sind.
    Danke!

  21. Liebes Fräulein readon,
    ich lese Ihren Blog schon länger und bin wie in einigen anderen Blogs stille Leserin und Nichtkommentatorin. Wie auch sonst in meinem Leben bin ich sehr reserviert in meinen Äußerungen, mir macht es immer ein wenig Angst, nicht zu wissen, wem gegenüber ich denn nun etwas von mir preisgebe.
    Nun möchte ich Ihnen auf jeden Fall sagen, wie sehr mich Ihr Blog berührt.
    Mich berührt Ihr Weitblick und Ihre Feinfühligkeit, Ihre feinen Unterscheidungen und Ihr grenzenloses Mitgefühl für Menschen. Von Ihrer wunderbaren Gabe zu formulieren und zu beschreiben gar nicht zu sprechen.
    Ihr Blog spornt mich an, immer wieder zu hoffen und zu lieben, er macht mich ein kleines Stück zu einem besseren Menschen. Wie pathetisch das klingt, aber Sie sollten neben so vielen anderen auch meinen Dank hören.
    Auf dass das Gute hängen bleiben möge und schwedische Damen ihren Schrecken verlieren.

    • Vielen Dank für Ihre liebenswürdigen Worte. Ich freue mich sehr, dass Sie hier sein mögen. Dieses Blog wird von seinen Lesern getragen und gar nicht so sehr von mir. Vielleicht ist das die Aufgabe von uns allen, wieder und wieder zu versuchen Menschen anders anzusehen.

  22. Schon mal überlegt, dass es nicht um fiktive Geschichten im Blog sondern um eine in der Öffentlichkeit als Tatsache verwendete jüdische Fake-Identität geht ? Und um bei Yad Vashem eingereichte gefälschte Dokumente ?

    Das ist etwas ganz anderes als die beliebigen und unerheblichen Fiktionen eines Blogs.

    • @Wladimir Iljitsch:
      „…jüdische Fake – Identität…“
      „…gefälschte Dokumente…“
      Das können Sie natürlich belegen, richtig? Ansonsten verbreiten Sie doch Ihre Verschwörungstheorien bitte woanders.

  23. Ob jüdische, muslimische, christliche oder sonstige Identität – es sind zutiefst menschliche und wahrhaftige Geschichten, die Mademoiselle ReadOn meisterhaft schreibt und die uns geneigte Leser*innen bereichern.
    Wem es nicht gefällt, der geht weiter und liest woanders. Niemand ist gezwungen, hier zu lesen.

    Vladimir Iljitsch liest sich nun auch ehr als eine Fake-Identität denn als tatsächliche ….

    Yad Vashem prüft eingereichte Dokumente und wird entsprechend handeln. Was in der Wahrheit verpflichteten Zeitungen und Magazinen (und zudem gegen Bezahlung) veröffentlicht wird, ist zudem eine ganz andere Sache als die wunderbaren wahrhaftigen Geschichten von Mademoiselle ReadOn, die uns an ihrer Poesie, Weisheit und Schreibkunst teilhaben lässt. Inklusive der dahinterstehenden Absicht.

    Das Internet und die Welt wäre ärmer, sollte die Stimme bzw die geschriebenen Worte von ReadOn verstummen. Ich wünsche Ihnen Kraft und Ausdauer, diese Trolle aus Ihren Gedanken zu vertreiben.
    Sie bewerkstelligen so vieles, schreiben so bewundernswert, ein herzliches Dankeschön für Ihre Geschichten.

  24. „inklusive der dahinter stehenden Absicht“ gehört da nicht hin. Bitte streichen. Hat mir die Autokorrektur einen Streich gespielt? Ich entschuldige mich.

  25. Chère Mlle Readon,
    Es gibt da im NT die schöne Formulierung „und bewegte die Worte in ihrem Herzen“. Seit ein paar Tagen bewege ich die Worte aus diesem Ihren Text in meinem Herzen und bastele und forme an der Antwort, und bewege auch diese Worte im Herzen
    Noch nie war es so schwer, leicht zu schreiben, wenn Ihre Worte zu solch Reaktionen führen. Davor kann Sie keiner bewahren. Leider, bei aller Ungerechtigkeit.
    Ich denke an eine andere hoch geschätzte Bloggerin, sie schildert hier https://jule-stinkesocke.blogspot.com/2017/08/darum.html was ihr passiert ist, wie ein paar Idioten aus Missgunst ihr Urvertrauen und ihr Bloggen für eine Zeit zerschossen. Und bei allem Wunsch, dass es nicht passieren möge, kann keiner von uns das versprechen.

    Zugleich denke ich, es ist für Sie sicherlich auch ein verletztlich Jahr, eins in dem die Haut dünner, das Spüren direkter. Das Nichtchen kam, der Tierarzt ging. So viel Weh. In solchen Zeiten sind wir ungeschützter, fühlen mehr. Das ist so. Das ist gut. Das ist nötig.
    Das heisst leider auch, dass Idioten uns leichter verletzen können.

    Ich möchte, dass Sie im Kleinen spüren, wieviel wir unsichtbaren LeserInnen Sie gern haben, Ihnen für Worte und Anregungen und Gefühle danken. Dass Sie sich geborgen fühlen können durch all die Menschen, die Ihnen Halt geben – sei es in ihrem täglichen Erleben oder hier.
    Danke.

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