Woanders ist es auch schön

Was für ein besonders schöner Versuch sich selbst auf die Spur zu kommen. Das ist überberhaupt etwas was sich schnell vergessen laesst, aber Lehrer-Sein ist nicht nur ein ausnehmend kommunikativer Beruf, sondern hat auch sehr viel damit zu tun, auszuhalten, dass man eigentlich immer angesehen wird.

Ein wunderbarer Artikel ueber Kamel Daoud und das Schreiben Algerienueber Algerien. Seine Buecher lege ich Ihnen allen sehr ans Herz.

Ich weiss nicht, aber wie soll man da weiterreden?

Eine der besten Nachrichten diese Woche.

Ein Porträt über Kristina Hänel und ihren Kampf für das Informationsrecht über Schwangerschafts­abbrüche.(Bezahlpflichtig)

Anke Gröner schreibt über Ihren Einsatz  als Wahlhelferin am vergangenen Wochenende. Ein Text nicht nur über das Was, sondern auch das Wie der Demokratie.

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Vor aller Augen. Remabrandts Nachtwache wird restauriert. Via e13Kiki

The Wanderer eines jener Lieder, die man sich in die Manteltasche legen kann.

18 thoughts on “Woanders ist es auch schön

  1. Ich sehe, wir lesen viele gleiche Dinge. Aber den Beitrag zu dem Herrn in Sachsen kannte ich noch nicht, und er lässt mich auch sprachlos. Meine einzige Vermutung ist, dass manche Weltbilder so verkrustet sind, dass andere Informationen gar nicht mehr durchdringen. Ich könnte natürlich sagen, da kann man nichts machen und solche Menschen links liegen lassen. Das Problem ist, es werden immer mehr, mit denen man scheinbar die gemeinsame Sprache verloren hat. Und das macht mich sehr besorgt. Die Wanderer-Musik dagegen ist sehr schön. Ihnen ein gutes Wochenende, liebes Fräulein!

  2. Liebes Fräulein, die Musik ist zu schön, ich möchte gleich wieder, wie damals, als ich 19 war und jahrelang von Irland geträumt hatte, mit St. Brigid nach Dublin fliegen. Aber wer weiss, am Ende würde ich doch nur an damals denken…

  3. Die Sachsengeschichte mag wahr sein, mir ist sie neulich in ganz genau der gleichen Art in Bayern passiert. Als es binnen eines Tages beinahe ein 2. Mal geschah, fuhr ich nach Hause, sofort. Nach Thüringen. Und weinte die gesamte Strecke.

    • Die Sachsen-Geschichte ist wahr, leider. Wenn Sie die Kommentare bei mir gelesen hätten, wüssten Sie auch, wieso ich da so sicher bin.

      Mich hat an dieser – übrigens am 3. Oktober öffentlich gemachten – Geschichte zweierlei frappiert, dass zum einen der Journalist, der in Ostsachsen geboren und aufgewachsen ist, als „Wessi“ beschimpft wird und zum anderen Westdeutsche „keine richtigen Deutschen“ sein sollen.

      Und der letzte Satz dieses Passanten setzt dem Ganzen dann die Krone auf.

      • Der gruselige Dialog oder wie man das auch nennen mag zeigt doch nur auf, dass manche Menschen (überall) in ihrer Verblendung einfach nicht mehr zu erreichen sind. Da ist Hopfen und Malz verloren! Ganz furchtbar der letzte Satz.

        @ sunny: das ist aber grundsätzlich kein Sachsenbashing! Ich gehöre zwar durch mein Aufwachsen nach dem Krieg zu den sogenannten Wessis, geboren wurde ich kriegsbedingt aber in Sachsen, und so war ich nach der Wende begierig, sowohl Sachsen als auch die anderen neuen Bundesländer kennen zu lernen. Das habe ich mit großem Gewinn getan und habe neben dem Genuss der Kultur und herrlichen Besonderheiten der Natur viele schöne Erlebnisse und Erfahrungen gesammelt. Ich kann das jedem nur empfehlen, auch wenn sich manche derzeit abgeschreckt fühlen mögen. Denen sollte unbedingt klar sein, dass dort überwiegend “normale“ Bürger zu Hause sind, die man nicht im Stich lassen darf.

        Was Ihnen in Bayern geschah tut mir leid, es war sicher für Sie sehr verletzend. Der übliche Unsinn ala Preißn gegen Bayern, Injurien wie Piefkes, Fischköppe….usw. lassen eher schmunzeln.

      • Leider glaube ich das gern, auch wenn ich leider durch die langjährige Krebserkrankung meines Mannes und meine ebensolche seit nun 5 Wochen nicht Zeit und Kraft habe, bei jedem hier nachzulesen . Das macht das Bayrische Erlebnis nicht einen winzigen Teil besser. Da lief die Beschimpfung so brutal in genau entgegengesetzte Richtung, ohne jeden Grund, ohne jede Vernunft. Wenn wir endlich aufhören würden, in Ost und West zu teilen, wäre nach fast 30 Jahren wenigstens etwas geschafft. Aber leider funktioniert das offenbar in Deutschland nicht. Und ja, der letzte Satz ist die Krönung des ganzen. Ich will denjnigen nicht schreiben und nicht in den Mund nehmen, den ich hinterher gerufen bekam.

      • Ich ziehe das auch gar nicht in Zweifel, sondern habe es Ihnen sofort geglaubt, dass es ein schlimmer Vorfall gewesen sein muss. Andernfalls hätten Sie wohl kaum Ihren Aufenthalt in Bayern sofort abgebrochen und wären nicht auch noch weinend nach Hause gefahren.

        Leider überrascht es mich nicht einmal, dass Sie in Bayern als Ostdeutsche beschimpft wurden. Ich erinnere mich noch gut daran, dass 1989/90 in Hof in Bayern schon bald nach der Grenzöffnung widerliche Zettel unter den Scheibenwischern von Trabis steckten. Ich habe mich so sehr fremdgeschämt, als ich davon in der Zeitung las.

  4. Das passiert überall. Das liegt nicht an dem Land, sondern an den Menschen – es gibt welche, die lassen sich ihre Meinung von keinem noch so guten Argument kaputtmachen.

    Als ich damals zum Studium nach Dresden ging, hatte ich jede Menge Vorurteile. Aber es gibt nicht nur blöde Sachsen, sondern auch blöde Berliner, Iren, Franzosen – und überall auch die anderen, die, die ich gern die „normalen“ nennen würde.

      • Ja, es ist klar, dass es hierbei nicht um „blöde“ geht. Dennoch finde ich es gut und wichtig, wenn Sunni, Dirk und auch Trulla hier unterstreichen, dass es sich nicht um ein auf Sachsen begrenztes Problem handelt.
        Das bundesweite Erstarken einer Partei, die sich Alternative nennt, die zahllosen Hasskommentare im Internet…und nein, ich möchte hier nichts beschönigen, aber es ist eben nicht nur Chemnitz oder Sachsen.

      • Dass die Mutter aller Idioten immer schwanger ist und überall neue gebiert, dürfte wohl jedem klar sein.

        Ich wage es dennoch zu bezweifeln, dass westdeutsche Journalisten in West-Deutschland als „Ossis“ beschimpft würden, die angeblich gegen Bayern, Hessen oder Pfälzer hetzen. In dem Fall spielten neben der mittlerweile üblichen Diffamierung von Journalisten, „Gutmenschen“ und Juden auch noch andere Befindlichkeiten rein.

  5. @ Trulla und @ Arboretum:
    Nun muss ich ihn doch wiederholen, den Satz, der mich seitdem verfolgt. Es ging nicht um läppische Kleinigkeiten. Er lautete, auf offener Straße, und völlig aus dem nichts, da ich nach einem Weg fragte: Ach, Sie sind aus Thüringen…Sie alle aus dem Osten gehören nach Auschwitz, dann ist hier wieder Ruhe!
    Und damit ist mein Diskussionsteil beendet. Es tut mir leid.

    • Dieser Satz ist an Bösartigkeit nicht zu übertreffen. Er sagt jedoch nur etwas über diese Person aus, nicht über Sie. „Sogamoi hams da ins Hirn gschissn?“, möchte man diese Person auf gut Bayerisch zurückfragen – und was ihre Großeltern und Urgroßeltern zwischen 1933 und 1945 eigentlich so gemacht haben. Und diese personifizierte Widerwärtigkeit außerdem juristisch zur Rechenschaft ziehen.

      Es tut mir sehr leid, dass Sie sich so etwas anhören mussten und Mademoiselle Read On das lesen muss. Ich hoffe sehr, dass Sie es schaffen, dieses Erlebnis abzuschütteln – schon allein, damit diese Person ihr Ziel, sie nachhaltig zu treffen, nicht erreicht.

  6. @sunny
    Liebe Sunny, das ist so ein Satz, der einen vor Entsetzen erst mal verstummen lässt. Ich musste tief Luft holen, bin wütend und wünschte, so jemanden zur Rechenschaft ziehen zu können. Ich verstehe Ihre Traurigkeit und möchte Ihnen alles Gute wünschen, Ihre schwere Situation zu meistern. Hoffentlich haben Sie Unterstützung in Ihrem Umkreis.

    Ich denke aber, Sie wissen, dass Menschen, die derartige Dinge sagen, einen Defekt haben. Und man sollte sich nicht “persönlich“ gemeint fühlen. Man war halt gerade da.
    Solche Menschen werden von Hassgefühlen aufrecht gehalten, vielleicht spüren die sich sonst nicht mehr. Sie sind die traurigen Gestalten, leider in der Masse nicht mehr ungefährlich. Deshalb müssen wir “Normalen“ zusammenrücken.
    Und ich gebe Ihnen recht, es ist an der Zeit, dieses Ost/West Denken endlich einzumotten. Wir sind einfach 16 Bundesländer, die sich durchaus durchaus unterscheiden und unser Land auch dadurch bunt und interessant machen.

    • Ich finde auch, dass es nach 30 Jahren längst überfällig ist, nicht mehr in Ost / West – Schubladen zu denken.
      @Sunni:
      Schrecklich, dass jemand tatsächlich so etwas zu Ihnen gesagt hat. Was geht nur in den Köpfen mancher Menschen vor? Nicht nachvollziehbar und auch nicht zu entschuldigen.

  7. @ Trulla:Das ist gar nicht schlimm, passiert immer mal. Ich binzwar eigentlich „sunny“, aber der Name kommt von Sunnihild und hat eine lange Vorgeschichte.
    @alle: Ja, der Satz kam aus dem Nichts, einfach so. Ich fragte nach einem Weg, da ich mir unsicher war und das war die Antwort. Wahrscheinlich an meinem Autokennzeichen erkannt, denn ich spreche noch nicht mal „Thüringisch“. Ich habe Tage gebraucht, mich zu fassen. Und ich konnte, sonst eigentlich schlagfertig, auch nichts erwidern, so war ich in dem Moment getroffen. Da mein kranker Mann neben mir saß, durfte ich noch nicht einmal laut schluchzen und musste mein Weinen mit Schmerzen „kaschieren“….Und nein, es denken nicht alle so und vermutlich fast keiner. Aber allein der Gedanke, es könnte jemand so denken, macht mich rasend und unsicher. Genauso wie mich die Ungerechtigkeiten und Bosheiten anderen gegenüber schon ein Leben lang aufbringen.

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