Am Ende von Anfang an.

Am Schlimmsten sagen die Leute ist die Beerdigung.
Aber die Beerdigung war nicht das Schlimmste.
Vielleicht weil die Frau des Krämers eine so vortreffliche schwarze Witwe gab, dass der Tierarzt gelacht hätte, lachte er noch.
Vielleicht weil der Priester, der mir so fremd ist, wenn er die Messe liest, trotzdem der Priester ist. Er war am Anfang als ich ins Dorf zog und als meine Zeit im Dorf zu Ende ging, da war er der Letzte.
Später würde die Frau des Krämers sagen, dass nicht einmal Richard Robinson ein verdienter Mann des Dorfes ein so feierliches Begräbnis bekommen habe.
Sieben Taschentücher sagte die Frau des Krämers zu mir und ihre Tochter sogar neun.
Aber ich habe nicht gesehen, wie die Frau des Krämers ganz vorn ihre Taschentücher gebrauchte, nicht wie die Familie, die mir so fremd blieb, wie ich ihr Abschied nahm, kaum einen der vielen Freunde habe ich wiedererkannt, ganz hinten habe ich in der Kirche St Sylvester gesessen, so lange waren wir Nachbarn St Sylvester und ich. Der Wind knallte gegen die Kirchentüren und das war mir angenehm, der Tierarzt bestand doch darauf ein Sturmgeborener zu sein und am Ende da kam der Sturm zurück. Hinten, dort wo ich saß da liegen die Gesangbücher aber durch das Kirchenfenster, das dritte von hinten nämlich kann man zu mir zum Fenster hereinsehen und während der Priester betete und die Frau des Krämers so laut sang, dass die Erde bebte, sah ich ins Fenster hinein, sah noch einmal den Tierarzt dort stehen, halb verdeckt im Schatten, denn das Fenster teilt sich den Himmel mit St Sylvester, noch einmal also sah ich zum Tierarzt herüber, ich komme gleich nach, wollte ich rufen, aber das stimmt ja nicht und dann läuteten die Glocken und alle zogen aus der Kirche heraus. Aber ich blieb sitzen, ich habe keine Erde auf das Grab geworfen, keine Hände geschüttelt, sondern lange noch in das Fenster gesehen, bis ich den Tierarzt wirklich nicht mehr sehen konnte. Da lag die Hand des Priesters, der wieder der Priester war auf meiner Hand.

Das Schlimmste ist, wenn man auszieht, sagen die Leute. Dann merkt man den Tod erst so richtig. Aber der Umzug war nicht das Schlimmste. Vielleicht weil der Tierarzt bis ganz zuletzt, verschenkte und weggab, weil er und ich wussten, dass es bis zur Mondsteinscheibenfabrik viel zu weit sein würde, vielleicht, weil wir gemeinsam einpackten, einlagerten ( die alte Standuhr natürlich, mit dem störrischen Zeiger und den grünen Sessel, den die Katze schmerzlich vermisst.) Vielleicht weil es sich mehr nach Umzug anfühlte als nach dem Ende von allen, vielleicht weil die Frau des Krämers schon wieder weinte, obwohl sie doch die Ausländerin gar nicht im Dorf haben wollte, aber sie waren doch unsere Ausländerin schluchzte die Frau des Krämers und hatte kein Taschentuch mehr. Müde war ich, als ich da stand im Laden vor ihr und die letzten Milchflaschen zurückgab und die Schlüssel dazu. Das Haus kauft eine junge Familie. Alles Gute, habe ich gesagt, damals vor Monaten als ich sie zum ersten Mal traf. Wiedergesehen habe ich sie nicht. Möbel wollten sie keine behalten und die alte Küche wird ganz neu und modern, sagte der Mann und ich nickte. Die letzten Wochen aber hat die Familie des Tierarztes das Haus zu ihrem gemacht und ihr Haus ist niemals das Meine, auch wenn es mein Haus war, aber ich bin zu müde, für neue Probleme und die immer betrunkene Schwester und die klagende Mutter und die gesammelten Forderungen nach einem schöneren Leben. Gefürchtet habe ich mich vor dem Haus in den letzten Wochen und ich fürchte mich nicht gern.
Die Frau des Krämers sagt, die Neuen werden es nicht leicht haben. Sie klang entschlossen, aber ich zweifle, dass moderne Menschen, Milch bei der Frau des Krämers einholen. Aber ganz am Ende meiner Zeit im Dorf habe auch ich gelernt zu schweigen.

Das Schlimmste kommt immer dann, wenn man nicht damit rechnet.Das sagt aber keiner.
Da laufe ich zu Kälbchen hinunter, der Bauer hat angerufen, kommen sie schnell. Kälbchen steht auf der Weide und brüllt. Brüllt nach dem Tierarzt. Jeden Tag wartet Kälbchen auf den Tierarzt, der ihm dich alles war. Es war doch der Tierarzt der Kälbchen in eine Decke gewickelt hat und auf das Sofa legte. Gesungen hat der Tierarzt für Kälbchen und Kälbchen war nicht mehr allein auf der Welt. Der Tierarzt kommt nicht mehr und Kälbchen schreit nach seinem Tierarzt. Niall ist fort, sage ich verzweifelt, immer und immer wieder. Aber Kälbchen hört mich nicht. Kälbchen will keine Möhrenstücke und Apfelscheiben und wieder versuche ich vergeblich Kälbchen wie einmal den Tierarzt zu überreden, es doch wenigstens zu versuchen mit dem Apfel und der geriebenen Möhre. Da stehen wir und Kälbchen schlägt den Kopf gegen den Zaun und der Bauer und ich kommen nicht dazwischen. Das brüllende Kalb und ich auf der Wiese, die grenzenlose Verzweiflung in ihm, Tag für Tag, jeden Tag komme ich zurück und von weitem schon höre ich Kälbchen brüllen. Ob Kälbchen verstanden hat, dass der Tierarzt nie mehr zurückkommt oder viel zu müde ist, weiß ich nicht, aber als Kälbchen nach Tagen aufhörte zu brüllen, da war es nicht länger Kälbchen, kam nicht mehr zum Zaun, tat so als hätte er mich nie gesehen, beachtete den Bauern nicht, hob nicht mehr den Kopf kam ich im roten Volvo angefahren, da hatte Kälbchen aufgegeben. Das war das Schlimmste, die brüllende und schließlich, die ganz stumme Verzweiflung.
Bis ich heiser war, habe ich nach Kälbchen gerufen, aber Kälbchen kommt nicht mehr. Das ist das Schlimmste und irgendwann muss ich hingefallen sein, denn erst stunden später findet mich die liebe C.
„Komm, sagt sie, Komm.“ „Das war mein Satz“, sage ich.
„Komm“, sagte ich zum Tierarzt.
„Komm“, sagte der Tierarzt zu Kälbchen.
„Keiner ist mehr da“, sage ich zur lieben C.

87 thoughts on “Am Ende von Anfang an.

  1. Liebstes Fräulein, pm traurig und verzweifelt wie ich mich fühle, kann ich mir kaum vorstellen, wie es Ihnen gehen muss, habe ich den Tierarzt doch nur durch Ihre Texte kennen und lieben gelernt.
    Es mag lächerlich klingen, aber vielleicht mögen Sie mich mal besuchen kommen oder ich komme zu Ihnen, irgendwie würde ich es organisiert bekommen, das kommt wirklich von Herzen von einer treuen Leserin ❤ ich wäre gern für Sie da!
    Herzliche Grüße
    Aylin

    • Vielen Dank. Nein, überhaupt nicht lächerlich, ihre Gedanken nicht und ihre schöne Idee auch nicht. Wir können uns gern verabreden, auch wenn es wohl ein bisschen Zeit braucht.

      • Das würde mich sehr freuen und wann immer Sie sich dazu bereit fühlen, sagen Sie Bescheid ❤ Haben Sie meine E-mail Adresse durch den Kommentar?
        Fühlen Sie sich von Herzen umarmt.

  2. auch ich schicke eine stille umarmung und weine mit ihnen, ihre worte rühren zu tränen und es tut mir unendlich leid für sie und das kälbchen, dass der tierarzt nicht mehr zurückkommt… 😢❤️

  3. Verehrteste,

    eigentlich kann man nach so einem Text gar nichts sagen, alles klingt wie eine Hülse. Meine Hochachtung für diesen Text und mein Mitgefühl für Sie.

  4. Das zerreisst einem das Herz beim Lesen – wie schlimm muss es erst sein, dazustehen und Kälbchen zu sehen, das nicht mehr Kälbchen sein will, sein darf, ohne den Tierarzt. Ach, liebes Frl. Read-On, wie gerne würde ich Sie jetzt in den Arm nehmen … Schicke Kraft und Liebe aus der Ferne!

  5. Am Sonntag sagte mein Bruder zu mir „da ist gar keiner mehr“, wir räumen gerade das Haus unserer Eltern aus. Der Satz ist mir im Ohr geblieben und nun lese ich bei ihnen „keiner ist mehr da“. Es ist so hart und so wahr und so unveränderlich …….. Mögen sie sich langsam wieder zusammenklauben.

  6. schweigen. lesen. wieder lesen. verzweiflung hören schlucken schmecken aufgeben liegen bleiben. liebstes fräulein. der schmerz schneidet leben in stücke.

  7. Ach liebe Read on und auch liebes Kälbchen, ich sitze hier und weine.
    Selten rührt mich ein Text so wie dieser.
    Ich sende ganz feste Umarmungen und viel Kraft.

    Möge die Zeit alles leichter machen. Auch wenn es jetzt nicht so scheint.

  8. Danke, dass Sie wieder schreiben. Ich wünsche Ihnen sehr, dass es Ihnen hilft, dass Unbegreifliche in Worte zu fassen. Sie sind nicht allein. Wie so viele, die Sie nie getroffen haben, denke ich oft an Sie.

    • Es ist sehr merkwürdig so lange nicht geschrieben zu haben, es ist sehr merkwürdig wieder zu schreiben. Es bleibt wohl kompliziert.

  9. „Bedenkt: den eignen Tod, den stirbt man nur,
    Doch mit dem Tod der andern muß man leben.“

    So wahr, dieses ‚Memento‘ von Mascha Kaleko

  10. Ich freue mich, dass es liebe Menschen gibt, die jetzt auch für sie da sind; ich denke oft an Sie und den mir unbekannten, und doch so nahe gebrachten Tierarzt. Sie haben ihm und ihrer Liebe ein wunderbares Andenken geschaffen.
    Herzlichst, Eva

  11. Hach meine liebe ReadOn….let me hug you….Ihr Abschied von Ihrem Lieben und seinem Kälbchen, mein Abschied von meinem fast-jüdischen Leben….intensive Zeiten, sie wollen er-lebt und gefühlt werden…und dann wird es weiter gehen….xxx

  12. Wir alle weinen mit der Frau des Krämers, verzweifeln mit Kälbchen und trauern mit Ihnen. Danke, dass Sie uns in das Leben des Tierarztes blicken ließen. Es hat unseres erweitert.

  13. Das alles zu lesen tut weh; kaum vorzustellen, wie es Ihnen gehen mag. Hut ab vor Ihrer Tapferkeit und Stärke. Ich wünsche Ihnen Halt für die schwachen Momente, möge es bald wieder etwas heller und leichter werden.
    Wenn ich irgendetwas für Sie tun kann, ich täte es gern.

  14. Ich weine ein paar stille Tränen mit, soviel Schmerz, sogar für ein Kalb. Dieser Trauerschmerz, der immer da am härtesten zupackt, wo man ihn nicht vermutet hat.
    Ich habe in diesen Tagen viel an Sie gedacht, an Sie, an den Tierarzt.
    Ich wünsche Ihnen liebe Menschen um sie herum, Menschen, die da sind, die wärmen, die den Schmerz ertragen können.

  15. Liebste Readon, ich komme und umarme ganz lange, bis es wieder wärmer wird in deiner Seele. Es ist wirklich schwer, neben der Trauer zu stehen und sie fast körperlich zu spüren.
    Xxx

  16. Liebstes fräu readon, seit fast einem Monat suche ich nach Worten die ich ihnen schreiben möchte und heute als ich den neuen Blog Beitrag von ihnen las da hat ein Wort welches bisher für mich eine andere Bedeutung hatte ins Schwarze getroffen( buchstäblich) „Fernwärme „ ich möchte ihnen aus der Ferne ihre kalten Hände und ihr trauriges Innere wärmen. Ich lese seit geraumer Zeit bei ihnen und hab auch zurück gelesen. Leider konnte ich da ich der englischen Sprache nicht mächtig bin nur soweit zurück lesen wo es in deutsch weiter ging. Ich habe so manches mal gelächelt ab ihrem Humor , sie bewundert bei all ihrem Tun, ihre lieben Mitmenschen lieb gewonnen, besonders den Tierarzt. Jetzt ist plötzlich alles anders…..ich habe mir heute beim lesen ihrer Zeilen vorgestellt wie sie allein zuhinterst in der Kirche sassen….. und oh welches Glück , dass die Hand des Priesters da war.
    Es stimmt so fest, dass die Beerdigung nicht das schlimmste ist.
    Das Zitat von Mascha Kalenko ist so wahr!
    Den eigenen Tod stirbt man nur, mit dem des anderen muss man leben.
    Der Abschied vom Tierarzt schmerzt so sehr! Ich hoffe, dass der Schmerz weniger wird mit der Zeit, doch die Wunde im Herzen die wird bleiben.
    Ich schicke nun die „Fernwärme „ zu ihnen und denke so fest an sie .
    Sollten sie dereinst wieder mal nach Zürich kommen würde ich alle Hebel in Gang setzen um sie zu treffen, sofern sie das auch möchten ( ein Bett hätte ich auch anzubieten).
    Liebste Umarmung
    Barbara

  17. Es tut mir einfach nur so leid. Für Sie, für den Tierarzt, für Kälbchen. Ich habe den großen Luxus noch nie jemanden so endgültig verloren zu haben, hoffe aber, dass ich dem, wenn es soweit ist, mit so viel Einsicht begegnen zu können wie Sie.

  18. Keiner kennt den Kummer wirklich, bevor er kommt. Aber wenn er da ist, das Schlimmste, das Schrecklichste, dann braucht es eine Hand auf der Schulter, eine – die reicht. Und eine Stimme , die sagt:Komm! Ich wünsche Ihnen viele Hände und Stimmen. Rufen Sie über das Meer, schreiben Sie. Das hilft. Und auch das Weinen hilft. Und vielleicht auch Cassie. Es ist gut, wenn eine Hand da ist…oder eine Pfote.
    Ich schicke Ihnen alle Wärme, die ich habe, und einen dicken Sonnenstrahl auf den Weg! Sunni

  19. Mit tränenverschleierten Augen klicke ich von Ihrem Blog zu Patti Smith bei diesem „Instagram“, und obwohl ich es nicht so mit diesen Heiligen habe, erzählt sie heute etwas Schönes vom heiligen Herrn von Assisi, das ein kleiner Trost sein könnte. „It was a crisp October day, the friars of Assisi wept, as the birds gathered, singing for him.“
    Die Vögel werden sich versammeln und auch für Sie und den Tierarzt singen.

    • Was für eine schöne Idee so ein Vogelchor und all ihre Gedanken sind ja auch längst eines von jenen Liedern an denen man sich festhalten kann.

  20. Ach Fräulein Readon, gäbe es doch irgendetwas, was ihre Traurigkeit lindern könnte, ich würde es holen, egal woher.
    Und das Leid des Kälbchens, das nicht verstehen kann, so unendlich dass es weh tut.
    Ich denke so oft an Sie!
    Liebe Grüße Kebi

  21. Ach, liebes Fräulein, so viel inniges Mitfühlen für Sie, auch von mir und die Hoffnung, dass all diese Worte Sie wenigstens erwas wärmen und umhüllen können. Sehr traurig.

  22. Liebes Fräulein Read on, jeden Tag denke ich an Sie und den Tierarzt, Ihr Schicksal und Ihr Umgang damit rührt mich zu Tränen. Sende Ihnen viele, liebe Gedanken und bin mir ganz sicher, dass auch unser störrisches Kälbchen irgendwann spürt, dass der Tierarzt niemals ganz gegangen sein wird. Fühlen Sie sich umarmt.

  23. Liebes Fräulein Read-On!
    Der Schmerz ist groß und ich fühle mit Ihnen. Aber es ist doch immer so: Wenn eine Tür zugeht, geht eine andere auf. Vielleicht nicht gleich, aber irgendwann. Mögen Sie, ganz nach Hermann Hesse, heiter Raum um Raum durchschreiten, an keinem wie an einer Heimat hängen. Ja, ich weiß, das sagt sich so leicht. Armes Kälbchen. Arme Read-On.
    Alles Liebe und eine feste, digitale Umarmung.
    Norbert H.

  24. Liebes Fräulein Read on,
    ich lese noch nicht lange in Ihrem wunderbaren Blog. Er packte mich von Anfang an. Ihre Art zu schreiben berührt mich sehr.
    Seit Sie die Nachricht vom Tod des Tierarztes mit Ihren Lesern geteilt haben, denke ich jeden Tag an Sie. Sogar in meinen Träumen. Ich würde so gerne etwas für Sie tun, weiß aber, dass dies nicht möglich ist. Und so begleite ich Sie in Gedanken. Jeden Tag.

  25. Liebes liebes Fräulein, es ist mir etwas peinlich, weinend zu lesen, weil welches Recht habe ich denn, aber hier sitze ich weinend und würde Ihnen so gern etwas Licht und Wärme, Tee und Nussschokolade und vielleicht ein kleines Stück Kuchen und ein großes Stück Zuhören und zusammen Schweigen reichen. Fühlen Sie sich umarmt.

  26. Ach liebes Fräulein, es ist so grausam geliebte Menschen zu verlieren (egal ob für Mensch oder Kälbchen). Aber irgendwann kommt vielleicht die Einsicht, wenn es nicht so weh tun würde, dann hätte ich auch nicht so geliebt. Das wäre am Ende doch auch ein Trost. Am Anfang steht für lange Zeit der Schmerz, aber ich wünsche Ihnen, dass Sie auch den Trost finden.

  27. Liebe Read On,
    ich sitze hier und weine, dabei kenne ich weder Sie noch den Tierarzt noch das Kälbchen. Aber ich lese Ihr Leben mit, seit geraumer Zeit, und es ist, als sei ein Freund gestorben und eine Freundin leide.
    Ich kann nicht viel tun, außer Ihnen viel Kraft zu wünschen. Mich tröstet ein Gedicht von Charles Henry Brent: Was ist sterben?
    Vielleicht hilft es Ihnen auch ein ganz kleines bisschen.
    Viele herzliche Grüße,
    Ute

  28. Ach Read On, jetzt sitze ich hier, habe feuchte Augen und konnte all das so sehr mitfühlen was Sie geschrieben haben, weil es auch bei mir noch nicht so lange her das ich gleich mehrfach liebe Menschen zu Grabe tragen musste.

    Eine gute Sache ist aber dass sie das Haus verlassen. Ich habe das auch getan damals und bin in eine andere Stadt gezogen. Ich sage heute noch immer dass es die beste Entscheidung war, die ich je treffen konnte.

    Fühlen sie sich ganz fest gedrückt, und ich schicke ihnen ganz Kraft und Liebe für die kommenden Wochen und Monate, denn sie werden sie brauchen.

  29. Liebe Read On,
    ach, wie gern wüsste ich tolle, tröstliche Worte, die Schmerz und Verzweiflung einfach wegwischen könnten. Nur, solche Worte sind nicht erfunden. Darum schicke ich Ihnen eine große Portion warme Tropenluft für die kalten Hände. In der Hoffnung, es hilft und wenn’s nur einen Millimeter weit ist.
    Ich fühle mit Ihnen.
    Liebe Grüße
    Steffi

  30. Ich kann es nicht fassen …. und ich staune darüber, wie Ihr Verlust auch der meine ist, irgendwie. Aber er ist es, irgendwie. Der Tierarzt wird durch den Zauber Ihrer Worte mir stets präsent sein. Mein Mitgefühl gilt Ihnen.

  31. Auch von mir ein Stück Herzenswärme, eine warme Hand, die Ihre hält… So traurig, allein in der Kirche. Die Verzweiflung des Kälbchens, das es einfach nie verstehen wird, so wie wir… Es gibt leider keine Lösung für diese Sorgen und Schmerzen, nur tröstende Worte und Gedanken
    Alles Liebe!
    Julia

  32. Liebes Fräulein,
    wie so viele andere hier, berühren mich Ihre Texte sehr, ebenso der Verlust, den Sie durchleben müssen. Ich wünsche Ihnen von Herzen viel Wärme in der kommenden Zeit und die Fähigkeit, diese auch annehmen zu können.
    So banal es auch klingt: Schön, dass Sie wieder da sind, ich habe viel an Sie gedacht.

  33. I NEVER lost as much but twice,
    And that was in the sod;
    Twice have I stood a beggar
    Before the door of God!

    Angels, twice descending,
    Reimbursed my store.
    Burglar, banker, father,
    I am poor once more!

    Heute habe ich dieses Gedicht von Emily Dickinson über den Verlust geliebter Menschen unterrichtet. Die Studierenden fanden es ziemlich deprimierend, aber das ist es nur zum Teil. „Angels, twice descending / Reimbursed my store…“ – there is a ray of hope, but we don’t know where it comes from and when it comes. Auch in meinem Fall haben die Engel Verluste durch neue Vertraute abgemildert, aber es hat schon ein bisschen gedauert…

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