Graue Ränder

Am Morgen ist alles grau. Das Meer ist nur ein grauer Fleck, Nebel über den Wiesen, die Spitze des Kirchturms St Sylvester fast verschwunden, die Kastanien auch sie grau und verlegen am Straßenrand. Der Hund ist ein grauer Fleck im Garten. Der Tierarzt sucht seine Uhr, ich nehme die Tasche vom Stuhl. Wir fahen ins Krankenhaus. Grau liegt die Straße vor mir, das Unterland ist nur noch ein grauer Fleck im Augenwinkel, schon sind wir vorbei gefahren, die Straße führt am Meer vorbei. Das Meer ist ein grauer Spiegel, blind geworden in den Jahren in denen sich niemand mehr die Haare machte vor dem teuren venezianischem Glas. „Bitte nimm mich wieder mit“, sagt der Tierarzt, verdreht seine Hände. „Ja“, sage ich, das Milchauto hupt. „Versprich es mir“, sagt der Tierarzt. „Ja“, sage ich und das Milchauto biegt nach links ab und ich fahre immer weiter geradeaus. Im Radio graue Nachrichten, das Radio an, das Radio aus.

Im Krankenhaus warten wir. Grüne Stühle, graues Linoleum, der Tierarzt grau im Gesicht, aber vielleicht ist das auch nur eine Metapher, auf dem Flur sitzen sonst nur Mädchen, die Mädchen sind jung und so dünn und sofort beginne auch ich abzuwägen, ob ein Mädchen wohl dünner ist als der Tierarzt, aber der Tierarzt ist ein Schatten, längst außerhalb der Hungerkämpfe der Mädchen auf dem Flur. Sie alle halten Wasserflaschen in den Händen. Sie erkennen den Tierarzt als einen von ihnen.Sie nicken ihm zu. Der Tierarzt hält meine Hand. „Lass mich nicht hier“, sagt der Tierarzt. „Ja“, sage ich. Der Tierarzt ist dünner als sie. Sie sind noch keine Schatten. „Lauft möchte ich Ihnen sagen, lauft vor dem Hunger davon.“Die Mädchen haben müde Augen. Ich sage nichts. Die Ärztin kommt. „Tierarzt“, sagt sie und der Tierarzt lächelt. Es ist ein graues Lächeln, hilflos, neblig, es verbirgt ja nichts mehr. „Kommen Sie“, sagt sie und nickt mir zu. „Wollen Sie hier warten?“, sagt sie zu mir. „Ja“, sage ich.

Mir fällt an diesem Ort nichts anderes ein. Die Mädchen trinken aus den Wasserflaschen. Heute wird gewogen. Ich habe noch nie eine Waage besessen. Als ich so alt war, wie die Mädchen wollte ich wissen, wie man ein schönes Mädchen wird, wie man richtige Brüste bekommt, wie man. Ich habe es nicht herausgefunden, ich weiß nicht was die Mädchen herausfinden wollen. Sie tragen Trainingsanzüge aus rosa Plüsch. Die Trainingsanzüge sind alle zu groß, sie reden über Bauchfett. Der Tierarzt hatte drei Waagen. „Warum Drei?“, fragte ich ihn damals. „Die vierte Waage ist kaputt“, sagte er. Dann sagte ich nichts mehr.

Das Linoleum wellt sich unter meinen Füßen. Grau ist das Meer. Ich lese die Zeitung und lese die Zeitung nicht, ich trinke Tee, den Tee bringt die Krankenschwester. „Here hun“, sagt sie und sie lächelt als ich sage: „Ja.“ „Mit Zucker?“ „Ja“, sage ich. Sie strahlt. Ich trinke den Tee und zerdrücke den Plastikbecher. Ein Telefon klingelt. Niemand antwortet. Nach jeder Minute macht der schwarze Zeiger der Uhr: Tock. Viele Tock später kommt der Tierarzt zurück. „Kann ich Sie einen Moment sprechen?“, sagt die Ärztin zu mir. „Ja“, sage ich und sehe den Tierarzt an. Der Tierarzt nickt und versteckt seine Hände. „Ich will nur wissen, ob es Ihnen gut geht“, sagt die Ärztin. „Ja“, sage ich. Was soll ich sagen? „Die Verantwortung“, sagt sie. „Sie haben meine Mutter nicht gekannt“, sage ich. Sie sieht mich an. Graue Augen, vielleicht auch grün wenn die Sonne scheint. „Oh“, sagt sie. „Ja“, sage ich und sie nickt und wir schweigen. „Hier ist meine Nummer“, sagt sie. „Rufen Sie mich an, wenn.“ „Ja“, sage ich und sie lächelt und ich lächle und dann gehe ich zurück.

„Komm“, sage ich und wir gehen hinaus auf den Parkplatz und dann sitzen wir im Auto. Der Tierarzt zittert. Kalte Hände. Die Heizung an. Die Scheiben beschlagen. Der Tierarzt atmet aus, ich atme ein. „Du hast mich nicht zurückgelassen“, sagt er. „Nein“, sage ich. „Nein.“ Neben uns hält ein Auto, eine Mutter bringt ein Mädchen in die Klinik. Dann fahren wir nach Haus. Der Tierarzt nimmt den Wetterfleck vom Haken. „Weiteratmen“, sagt er. „Ja“, sage ich.

Ich mache Tee, telefoniere, lese die Zeitung doch, schreibe etwas auf, streiche etwas durch, hänge Wäsche ab, hänge Wäsche auf, mahle Kaffee, setze Reis auf, sehe in den Nebel hinaus und suche nach den Kronen der Kastanien, der Hund sucht einen Ball. Der Tierarzt kommt zurück. Im Radio verliest ein Nachrichtensprecher den Tod von Thomas Wolfe. „Irgendwann, sagt der Tierarzt habe ich einmal „Schau Heimwärts Engel“ gelesen. Ich erinnere fast nichts mehr. Nur das Eine noch, die Beschreibung einer Speisekammer. Eine prächtige, gefüllte Speisekammer mit allen möglichen Dingen war das. Dinge, die ich noch nie zuvor gesehen hatte, Käsesorten und Obst, Weinbrand, alle möglichen Dinge, die niemand in Tipperary jemals gesehen hat. Dinge, die es bei uns nicht gab. Zu einem richtigen, vollständigen Leben, stellte ich mir ein Haus, vor mit genau so einer Speisekammer, ein Leben in dem man eine Speisekammer hat, wo niemand schreit, wo keine Stühle fliegen, wo und dann bricht der Tierarzt ab. Er lacht, er lacht so laut und hohl, wie er niemals lacht, er lacht so lange bis er weint.

Immer schon habe ich geglaubt, das Lachen und Weinen eigentlich dasselbe sind.

„Ja“, sage ich schließlich, denn mehr fällt mir nicht ein.

72 thoughts on “Graue Ränder

  1. Nun weine ich. Ich weine und weine. Als Kind habe ich oft gelacht, bis ich weinte. Ich wünsche mir und Ihnen und dem Tierarzt so, so sehr, dass aus einem Weinen einmal ein Lachen wird. Aus einem Ausatmen ein Einatmen. Aus einem Schatten ein heller Fleck der Zuversicht.

      • Das mag ich mir gar nicht vorstellen. Ich hoffe lieber, dass es doch Hilfe gibt und er sie annehmen kann und will.

      • Magersucht ist die psychische Erkrankung mit der höchsten Sterblichkeitsrate. Eine Daumenregel besagt: ein Prozent Sterberisiko pro Erkrankungsjahr. Wenn der Hunger die Knochen durch die Haut drückt, dass sie blutet, geht er auch an den Organen nicht spurlos vorüber.

  2. Es tut mir so leid, das alles. Diese Hilflosigkeit auszuhalten muss die Hölle sein. Verdammte Krankheit.
    Ich würde Ihnen schrecklich gern etwas Gutes tun, wenn ich nur wüsste wie. Falls Sie eine Idee haben, immer her damit.

    • Ihre freundliche Begleitung ist sehr viel. Wir sind nicht nur traurig, und der Tierarzt ist mehr als seine Krankheit, aber immer wieder ist es auch sehr schwer und mein Blog ist auch Notizbuch in das ich die Traurigkeit schiebe.

      • Sich die Dinge von der Seele schreiben kann sehr erleichtern.
        Lange habe ich eine Freundin durch schwierige Zeiten begleitet. Das einfach nur da sein, das gemeinsame Aushalten sei ihr eine große Hilfe gewesen, das sagt sie mir immer wieder. Ich bin nicht besonders gut im Aushalten und es war streckenweise sehr anstrengend, die Zuversicht zu behalten und das auch zu vermitteln. Niemand besitzt unerschöpfliche Kräfte und dass psychische Erkrankungen leider immer noch stigmatisiert werden, macht es nicht leichter.
        Aber Sie haben natürlich Recht, die Krankheit ist nicht alles. Ich wünsche Ihnen viele helle, glitzernde, glückliche Momente. Und wann immer Sie etwas brauchen – Trost, Schokolade, eine virtuelle Umarmung – wir sind hier.

  3. Ist es zu neugierig zu fragen, was mit Ihrer Mutter war? Ihre Artikel haben mich schon so oft zum Weinen gebracht und auch heute wieder. Was kann man nur tun?!? Alles Liebe für Sie beide!

  4. Ich wünschte, Sie erzählten die Geschichten des Tierarztes aus der Vergangenheit und heute, da wäre schon längst alles ausgestanden, überstanden und gut … manchmal möchte man im Leben einfach vorspulen und wissen, dass alles gut wird. Das wünsche ich Ihnen beiden so sehr.

  5. Anmerkung und Ablenkung: Look Homeward Angel ist von einem anderen Thomas Wolfe als dem der gerade gestorben ist. Noch älter, noch töter. Schönes Buch, das ich mal wieder lesen muss.

  6. Meine beste Freundin war lange, lange Jahre mit anorexia nervosa in Behandlung, auch stationär. Ich habe sie dort sehr oft besucht, dieser Post hat viele Erinnerung an diese schreckliche Zeit und die verzweifelten Patientinnen geweckt, die ich dort kennengelernt habe. Ich wünsche dem Tierarzt nur das Beste und Ihnen viel Kraft und Geduld. Es ist ein langer und schwerer Weg, aber gebt die Hoffnung nicht auf!

  7. Ich wünsche mir so sehr etwas tun zu können. Die Hilflosigkeit ist schwer zu ertragen – sowohl die meine, als auch die Ihre.
    Danke für das Teilen Ihres Kummers, denn so kann ich wenigstens ein bisschen des Kummers nehmen und mit in einen Regenspaziergang tragen, damit er fortgewaschen wird. Ich hoffe, dass der so geteilte Kummer Ihnen leichter wird.
    Und ich wünsche so sehr auf eine positive Wendung. Ich schließe den Tierarzt in mein Nachtgebet ein und hoffe, hoffe, hoffe.

  8. Das Müdesein des Ichweißnichtmehr. Grau. Wenn es doch noch eine Lösung gäbe, die alles richten könnte.
    Eine wärmende, ernährende Sonne für Euch beide, das wäre es, die das Eis um die festgefahrenen Tierarztgedanken abtaut und ihn wieder atmen und wachsen lässt.
    Xxx

  9. Das atmen ist mir schwer geworden beim lesen. Denn es tut mir so sehr Leid. Einfach Alles. Und ich wünsche Ihnen beiden weiterhin viel Kraft und das Sie niemals die Hoffnung verlieren. Alles Liebe

  10. Ach, ach, in die Arme nehmen, gaaanz fest halten, zeigen, dass man da ist und bleibt, und das Licht zeigen am Horizont, das es – in welcher Form auch immer – gibt. Und zwischendurch auftanken, damit man durchhält in solch schlimmen Zeiten. Muss sein!! Ich wünschte sehr, ich könnte Ihnen und dem Tierazrt Krakt geben!

  11. Vielleicht wäre für den Tierarzt tatsächlich eine Klinik besser. Bevor er verhungert. Sicher ist eine Magensonde keine Lösung, aber dann kann wenigstens eine Therapie angefangen werden, während das Gewicht wenigstens nicht weiter runter geht. Und indem der Tierarzt wieder mit nach hause kommt, scheint ja sich nichts zu ändern, nur weiter in den Abgrund zu führen. Manchmal hilft alles beistehen und liebhaben wollen nicht weiter.

    • Sie können davon ausgehen, dass der Tierarzt in ärztlicher Behandlung ist. Das heißt aber nicht, dass er nicht auch ein Recht auf Mitbestimmung hat, wenn es um seine Krankheit geht. Es heißt auch nicht, dass eine Therapie das Ergebnis hat, was Sie sich vorstellen. Da dieses Blog vor allem auch mein Versuch ist mit einer schwierigen Krankheit zu leben, würde ich gern Debatten um die richtige Behandlung vermeiden.

  12. Ja, bevor Schlimmes passiert, ist professionelle Hilfe in einer Klinik besser. Manchmal ist Dableiben und Festhalten leider einfach nicht genug…

  13. Ach… Ich wünschte, ich könnte das Kind lieben, das der Tierarzt war. Und ich wünsche Ihnen beiden so viel Liebe und Freude und Hoffnung und Lachen wie in der Zeit, die Sie haben, nur unterzubringen ist. Ach.

  14. Ja, es ist einfach so. Man kann einem anderen Menschen nicht seine Sichtweise „eintrichtern“ und ihn damit irgendwie heilen. Hab’s auch versucht. Es ging nicht – bei einer anderen psychischen Erkrankung. Aber hoffen geht immer.

  15. Ganz herzliche und liebe Grüße aus dem grauen und regnerischen Allgäu!
    Habe selbst auch eine Essstörung, könnte immer essen wenn ich traurig bin oder als Trost….Manchmal läufts besser, manchmal nicht. Naja. Machen wir halt weiter und geben uns gegenseitig ein bischen Trost, das ist ja auch schon was, wenn man weiß, man ist nicht allein.

  16. Dass sagen Sie sehr schön, liebe Read on, dass Ihnen *der Tierarzt passiert* ist.
    Der Tierarzt dürfte ebenfalls froh darüber sein. Alles in allem, geschenkte Zeit.

  17. Wenn wir ein bisschen von der Traurigkeit abnehmen können, dann laden Sie hier BITTE reichlich ab. Es ist schwer für uns zu lesen, aber um wie viel schwerer für den Tierarzt und Sie da durch zu gehen. Lachen Sie viel und reden Sie viel, damit er immer mehr bleibt, als seine Krankheit. Ich wünsche Ihnen beiden so viel Kraft und Gutes!

  18. Laufen Sie, Frollein Read On, laufen Sie weg, weit weg, vor dem Hunger davon, möchte man Ihnen beim Lesen der Zeilen zurufen.
    Es ehrt Sie sehr, dass Sie es nicht tun und am Ende auch erklärtermassen mehr sehen als den Hunger.

    Krankenhäuser sind furchtbar.

    t.

    • @t:
      Schade, dass Sie mit Krankenhäusern offenbar negative Erfahrungen gemacht haben.
      Ein Krankenhaus mag kein schöner Ort sein, für mich aber ist es ein Ort, an dem Menschen, die mir sehr nahestehen, schon auf unterschiedliche Art und Weise Hilfe zuteil wurde, ohne die sie zum Teil nicht überlebt hätten. Dafür bin ich sehr dankbar.

  19. Oh, ja, Krankheit macht einsam. Meine Tochter kämpft mit den Untieren des Tierarztes, mein Mann mit dem ihn fressenden Krebs. Ich gegen beide Krankheiten und für zwei meiner liebsten Menschen. Alle unsere damaligen „Freunde“, die in einem anderen Leben, haben sich in Luft aufgelöst. Ich bin so froh, dass Sie die Dinge aufschreiben, dass Sie es können und tun. Es ist der Lufthauch, mit dem man den nächsten Tag um die Ecke schauen sieht. Schreiben Sie! Schreiben Sie, immer wieder. Ich schicke Ihnen ein Paket Kraft, Mut, Hoffnung und Liebe, Liebe ist das Wichtigste, ins ferne Irland!Sunni

  20. Liebes Fräulein Read on, meist still mitlesend und fühlend muss ich heute einfach kurz kommentieren: Ich selber war eines dieser dünnen Mädchen. Und ich bin froh sagen zu können „ich war“… viele, viele Jahre… heute bin ich mehr in vielerlei Hinsicht… Geholfen hat mir persönlich auf jeden Fall weder Flaschennahrung noch Sonden, sondern vor allem das Gefühl der Selbstbestimmung, die Liebe und der Wunsch zu leben und letztlich auch Leben geben zu dürfen. Nun selbst Mutter einer kleinen Tochter, hoffend dass sie sich nie in Konstellationen findet, in denen sie durch so eine Hölle muss… Ich denke an Sie beide und lese Sie so gerne. Mit mitfühlenden Grüßen, Hannah

  21. Vorgestern traf ich einen Freund. Ich weiß, es geht ihm nicht gut. Aber gut genug, dass wir zusammen in eine Eisdiele gehen konnten. Wir haben viel geredet. Schließlich auch viel Albernes und viel darüber gelacht. Erst als wieder zurückgingen habe ich einen schwankenden Blick, ein verschwinden aus dem Jetzt gesehen und wusste, es ist nicht gut. Es ist ernst. Es tut mir so Leid.

  22. Ich hörte trotz allem, dass der Tierarzt etwas gegessen hat in der letzten Zeit. Was war anders als das ging ? Jedes Detail zählt. AS macht den Unterschied. Seien sie sehr aufmerksam. Es sind die kleinen feinen Unterschiede die weiter helfen können. Vielleicht.

  23. Ich fühle sehr mit. Und es tut mir unendlich leid, dass das Zuhause der
    Kindheit den Rucksack auf seinen Schultern mit Felsen gepackt hat.
    Ich bin von Gewalt in vielen Formen umgeben aufgewachsen, das hat viel mit mir gemacht. Aber mit den Jahren habe ich Abstand gewonnen und mag mich selbst mittlerweile gern. Es ist ein wackeliger Frieden, aber ich bin so dankbar dafür. Ich wünsche Ihnen, dass der Rucksack doch leichter wird.

  24. Wenn ich dran denke, dass ich nächste Woche in Düsseldorf wahrscheinlich viele kreischende Teenagerinnen sehen werde, die unbedingt bei Heidi das nächste Topfmodel werden wollen, da wird mir schlecht.
    Man müsste vor der Show diesen Eintrag vorlesen lassen, damit die Kinder kapieren, was diese Show aus ihnen machen kann.
    Beste Wünsche an den Tierarzt.

      • Kenn ich und meiner Tochter ist Heidi zum Glück sch… egal. Aber in ihrer Klasse gibt‘s einige, die sich das anschauen.

    • Mit Verlaub,
      ich finde es etwas vermessen, auf die Nöte von Fräulein Read on und dem Tierarzt mit dem Hinweis auf Heidi Klums Show zu antworten. Abgesehen davon, dass es wohl in keinster Weise helfen wird, geht es um eine völlig andrre Ausgangslage. Ich glaube nicht, dass ein ansonsten gesunder und geliebt aufgewachsener Teenager sich davon so leicht beeinflussen lässt. Aber vielleicht ist das auch vermessen.

      • Ich geb Ihnen durchaus recht, allerdings kann diese Show der letzte Auslöser für die Krankheit sein. Beim Tierarzt gab‘s auch einen Auslöser für seine Krankheit.
        Es gibt aber gesunde und geliebte Teenager, die einem Traumbild nacheifern wollen und dann in die Krankheit stürzen.
        Im Endeffekt ist der Grund egal, die Kranken müssen unterstützt werden und die noch Gesunden davor geschützt.

  25. Liebes Fräulein Read On.
    Seit Tagen umschleiche ich in Gedanken Ihren Eintrag.
    Anscheinend fällt es vielen (Kommentatoren) schwer zu verstehen, dass großer Kummer gemeinsam mit Momenten des Glücks und tiefer Verbundenheit unter einem Dach, in einer Seele, existieren können.
    Ich musste bei Ihrem Einblick in die grauen Ränder an den Begriff „Horror Vacui“ denken.
    Die Angst vor der (inneren) Leere und die Erkenntnis der Unmöglichkeit, die tiefschwarzen Löcher in einem geliebten Menschen gesundend zu füllen, ist ungeheuer grausam und kräftezehrend.
    Ich wünsche Ihnen beiden viel Kraft, glückliche Momente und eine andere Form der Leichtigkeit des Seins.

  26. Liebes Fräulein, ich schicke wieder Kraft und gute Gedanken in Ihre Richtung, für Sie und den Tierarzt. Bleiben Sie dran, alle beide. Ich finde es wunderbar, dass Sie so für den Tierarzt einstehen und dass Sie und der Tierarzt so großes Vertrauen zueinander haben müssen. Ich wünsche mir sehr, dass Sie das ein Stück über die Untiefen der Krankheit trägt. Bon courage!

    Was mich bei diesem und einem der letzten Posts hier etwas erschreckt hat, das war die Neigung mancher Kommentatoren, gute Tipps zu geben oder Behandlungsvorschläge zu machen…ich finde das fast etwas respektlos. Das Fräulein teilt hier sehr private Dinge, daraus Ferndiagnosen zu zimmern, gehört sich auch bei besten Absichten nicht. Ich denke, wenn das Fräulein Input von der Leserschaft braucht, wird sie das sicherlich kundtun.

  27. Ich wollte das schon beim ersten Lesen schreiben. Jetzt fasse ich mir ein Herz. Danke, dass Sie ihn nicht zurück gelassen haben. Egal, was passiert. Er ist ein eigener Mensch mit eigenem Willen. Ich wünsche Ihnen, dass Sie sich noch lange festhalten können und noch viele glückliche Momente kommen.

  28. Ich sende eine virtuelle Umarmung durchs Netz! Jeder trägt eine Rucksack durchs Leben, mache tragen ihn sichtbar und andere nicht. Ich wünsche Ihnen, dass der Tierarzt einige Steine aus seinem Rucksack herausnehmen kann und der weitere Weg leichter wird.

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