Go home!

5 AM: Der Tierarzt lehnt gegen den roten Volvo und ich laufe aus der Klinik über den Parkplatz auf den Tierarzt zu. Auf den Blumenkübeln vor dem Parkplatz sitzen fünf junge Männer. Sie tragen graue und navy-blaue Jogginghosen. Die Hosen hängen tief auf ihren Hüften und auf ihren T-Shirts steht White Pride. Ich gähne und laufe an ihnen vorbei. Die Männer rauchen und aus einem mobile phone knallt Musik. „Hey, Hey, Go home Paki-Paki“, rufen die Männer und da der Parkplatz leer ist meinen sie wohl mich. „Fuck off to that shit country of yours“, bellen sie und ihre Gesichter sind fleckig und rot. Hässliche Fratzen: „Paki whore und terrorist bitch“ schreien die Männer und ein Mann wirft eine Bierflasche nach mir. Ich laufe weiter und der Tierarzt läuft mir entgegen. „Hey, hey, Go, home Paki-Paki, go home“, schreien die Männer im Gleichklang mit der scheppernden Musik.

„Hey, sage ich zum Tierarzt.“ Der Tierarzt fasst mich am Arm und ich werfe meinen Nachtschichtkram in den Kofferraum. „Ich geh da jetzt rüber, sagt der Tierarzt“, das kann ja wohl nicht sein. Ich denke an einen Bambus gegen fünf Eichen. „Komm, sage ich, Tierarzt lass es gut sein.“ Das sind halt besoffene und deprimierte Jungs.“ Der Tierarzt sieht mich an. „Das ist nicht dein Ernst“, sagt er. Ich zucke mit den Achseln. „Tierarzt“, sage ich, ich habe seit drei Tage nicht länger als vier Stunden geschlafen und wenn sie dir die Zähne ausschlagen, dann sind es vier Tage.“ Der Tierarzt schüttelt den Kopf und dann fahren wir los. „Ich verstehe dich nicht“, sagt er und seine Hände umklammern das Lenkrad so heftig, dass seine Fingerknöchel weiß hervortreten. „Tierarzt, sage ich, ich bin Jude und seit dem ich denken kann, schreien Leute irgendwas hinter mir her.“ „Und das macht es besser, ja?“ Ich schließe die Augen. „Tierarzt, sage ich“, diese Junge haben keine Zukunft und alles was sie haben ist irgendein Stolz. Die wissen doch gar nicht wo Pakistan liegt.“ „Ich will das nicht hören“, sagt der Tierarzt. „Ich will das nicht hören, wie du die verteidigst.“ Ich will sagen: „Gandhi-ji sagt“ aber die Fingerknöchel des Tierarztes, die das Lenkrad umklammern sind weiß und hart und ich bleibe stumm.

6 AM: Ich wasche die Nacht von mir ab und das Wasser ist heiß und brennt auf meiner Haut. Anders als sonst aber hält der Tierarzt mir kein Handtuch hin. Der Tierarzt starrt aus dem Fenster und ich suche nach den warmen Socken. „Weißt Du noch was meine Schwester gesagt hat, als ich dich ihr vorstellte?“ Ach, sage ich Tierarzt.“ Aber der Tierarzt sieht mich an und ein Muskel zuckt in seiner Wange: „Warum musst Du Dich immer mit Ausländern einlassen?“ „Ach, Tierarzt, sage ich, sie ist deine Schwester.“ „Ja“, sagt der Tierarzt, meine Schwester.“ „Weißt Du noch, was Du gesagt hast auf diesen Satz?“ „Ach, Tierarzt“ sage ich und rolle mich in die Bettdecke ein. „“Tee oder Kaffee?“, sagt der Tierarzt und dann geht der Tierarzt aus dem Zimmer und die Haustür fällt ins Schloss. Aber ich bin so müde, viel zu müde und meine Fingerknöchel liegen kalt an meinen Rippen. Ich sehe in die Kastanie hinaus. Der Wind hängt in den Armen der Kastanie und vielleicht tanzen die Kastanie und der Wind ganz allein im grauen Regen. Ich rolle mich so eng zusammen, wie ich nur kann, denn ich will mich nicht erinnern. Wenigstens für ein paar Stunden, soll die jüdische Krankheit des Nicht-Vergessen Könnens nicht in meine Arme passen.

11 AM: Ich wache auf und noch immer ist das Haus still und leer. Ich koche Tee und streiche Erdbeermarmelade auf ein Croissant, dann setze ich mich an den Schreibtisch und denke an nichts anderes mehr als an das Papier und die Bücher vor mir. Draußen vor dem Fenster fällt leiser, grauer Regen und ich gehe in die Küche und bestreiche den Fisch mit Kräutern, bürste Kartoffeln und wasche Salat, die Katze verlangt nach einer Schale Milch. Ich gehe zurück an den Schreibtisch, irgendwann klappt die Tür und der Tierarzt lehnt in der Tür. Er tropft wie die Kastanie draußen im Garten. In seinen Haaren hat sich der Sturm verfangen. Ich schiebe den Fisch in den Ofen, setze die Kartoffeln auf und der Tierarzt deckt den Tisch.

1 PM: Der Priester kommt. „Die Frau des Krämers treibt mich in den Wahnsinn“, sagt der Priester. „Die Frau des Krämers treibt uns alle in den Wahnsinn“, sagt der Tierarzt. Ich verteile Fisch und Salat. „Sie hat sich beschwert, sagt der Priester, dass ich ein polnisches Lied habe singen lassen.“ „Wir haben doch so schöne englische Kirchenlieder Priester“, äfft er die Frau des Krämers nach. Der Priester schüttelt den Kopf. Dabei will ich doch nur, dass die polnischen G*ttesdienstbesucher sich auch angenommen fühlen. Der Tierarzt sagt: „Die Frau des Krämers soll der Blitz treffen.“ Der Priester macht eine zustimmende Handbewegung und sieht zu mir herüber. Ich kaue auf einem Stück Fisch. Der Tierarzt schüttelt den Kopf: „Auf das Mädchen brauchen sie nicht zu setzen, Priester. Die Frau des Krämers hatte bestimmt eine schwere Kindheit und das Mädchen findet, das müsse man dann alles aushalten.“ “Wissen Sie Priester, was die Frau des Krämers zu mir gesagt hat, als das Mädchen ins Dorf zog?“ Der Priester schüttelt den Kopf. „Ach Tierarzt“ sage ich. Aber der Tierarzt sagt: „ Tierarzt, ich sage ihnen hoffentlich werden wir die Ausländerin bald wieder los. Die stören ja doch nur.“ Der Priester starrt den Tierarzt an. „Und wissen Sie was Priester, das Mädchen stand im Laden und sagte: „Entschuldigung, ich suche den Zucker.“ „Ach, Tierarzt“, sage ich. Der Tierarzt sieht mich an und weißt du was noch schlimmer ist, ich habe nichts gesagt. „Gar kein einziges Wort, habe ich gesagt Priester und ich wette mit Ihnen Sie haben auch nichts gesagt zur Frau des Krämers an der Kirchentür. „Tierarzt“, sage ich, „die Frau des Krämers ist wie sie ist.“ Aber der Tierarzt schüttelt den Kopf: „Das Mädchen, ist wie wir Iren sind.“ Dann steht er auf lässt die Gabel fallen und geht aus der Tür. Die Gabel fällt klirrend auf den Küchenboden. Der Priester hebt die Gabel auf. „Fräulein Read On“, sagt der Priester, aber ich schüttle den Kopf. „Schon gut, Priester sage ich, schon gut.“

3 PM: Ich gehe zurück zum Schreibtisch, denn da liegen ja noch immer die Bücher, das Papier und die viele Arbeit und ich denke an nichts anderes mehr. Irgendwann ist der Tierarzt zurück. „Tierarzt“, sage ich, wie lange willst du noch gram mit mir sein?“ Der Tierarzt zieht einen Stuhl zu mir heran. „Mädchen, sagt er, ich verstehe es nicht, aber dann schüttelt er den Kopf, nein Mädchen, sagt er, ich verstehe es nicht, du kümmerst dich um Frauen, um die sich keiner kümmert, um Jungs aus Afghanistan, die keiner will, du bist die einzige, die sich die Litaneien der Frau des Krämers anhört und die einzige, die ich je getroffen habe, die jeden zweiten Satz mit man muss sich kümmern, beginnt, warum bist du dir denn selbst so wenig wert?“ „Tierarzt, sage ich, ich bin Jude und ich bin immer und überall Ausländer gewesen. Dafür bezahlt man einen Preis. Mehr weiß ich nicht zu sagen und meine Hände sind kalt und draußen vor dem Fenster fällt der Regen und deckt uns alle zu, auf dem Schreibtisch stapeln sich die Bücher, über dem Schreibtisch hängt ein Bild. Das Bild zeigt Karachi. In Karachi schrien die Männer: Go home, whore of U.S.A. Der Tierarzt hält sich die Hände vor das Gesicht. Ich sehe aus dem Fenster. „Tierarzt, sage ich, ich kann dich nicht weinen sehen, sage ich.“

27 thoughts on “Go home!

  1. Ich finde den Ausländerhass auch schlimm. Jeder hat das Recht auf ein gutes Leben und du arbeitest ja wirklich hart und studierst daneben?
    Ich folge dir nicht genügend lang um alles über dich zu wissen!
    Deine 4-5 Stunden Schlaf sind auf die Dauer auch nicht gesund und dem Lernen sicher auch nicht zuträglich! Aber wenn du die Nachtschicht fürs finanzieren deines Studiums brauchst, verstehe ich es gut.

  2. Ich kann es gar nicht fassen Fräulein, sind wir doch fast alle unterwegs und immer wieder fremd! Ich wünsche Wertschätzung und fange damit schon mal an.

  3. Liebes Fräulein, drückte ich jetzt „Gefällt mir“, könnte ich mich nicht entscheiden wofür: Für Ihr Aushalten? Für den Groll und den Widerstand des Tierarztes? Ich kann das Aushalten verstehen und ich kann den Groll verstehen. Aber da fühle ich auch Wut in mir. Wut gegen die Respektlosigkeit der Fünf, der Krämerin und dann denke ich dran, dass ich immer wieder nicht anders konnte, als den Mund aufzumachen, mich zu wehren, weil ich für mich nicht für alles Verständnis haben kann und das ist es, was mich davon abhält, „Gefällt mir“ zu drücken. Ich habe nach dem Lesen kein Gefallen in mir, nur Hilflosig- und Traurigkeit. Aber das hilft Ihnen auch nicht weiter und so schicke ich den Gedanken einer virtuellen Umarmung zu Ihnen übers Meer.

  4. „Zuhause ist, wo ich meinen Schlafsack ausrolle!“ – sagte mir mal einer der wunderbarsten Menschen die je kennenlernen durfte.

    Sie haben auch ein Zuhause. Lassen sie sich das von sich selbst nicht nehmen. Es kann auch mehr als eines geben. Aber sie dürfen eines haben. Sie mögen Jüdin sein, aber vor allem sind sie Mensch und einfach sie. Definitionen kommen dann – aber lassen sie sich durch diese nichts nehmen. Ihnen gehört Heimat genauso wie allen anderen!

  5. Meine liebe Read One, sie sind nicht nur Jüdin und Ausländerin, sie sind wie alle anderen ein Mensch. Und mit einem so großen und liebevollen Herzen, wie es nur wenige von uns haben. Ich kann den Tierarzt verstehen, wenn er sich so darüber aufregt. Niemand sollte nur aufgrund von Aussehen, Religion oder Herkunft diskriminiert werden, und schon gar nicht so ein unvoreingenommener Mensch wie sie. Ich umarme sie ganz fest und liebe Grüße an den Tierarzt.

  6. Menschen. Wir alle sind Menschen. Und auf der Welt zuhause. Ob fleißig oder faul. Klein oder groß. Dick oder dünn. Mit Glauben und ohne Glauben. 2017. Und es ist immer noch nicht in allen Köpfen angekommen. Es macht so müde.

  7. Liebe ReadOn, ich finde es ganz schrecklich, was Ihnen passiert ist und anscheinend immer wieder passiert. Ich finde es toll und richtig, dass sie so etwas veröffentlichen, denn es sensibilisiert und es macht Menschen, die naiv immer mal wieder sagen, sowas kann und darf doch heute gar nicht mehr möglich sein, auch deutlich, dass es immer wieder und täglich passiert. Und nur, weil man Selbst, warum auch immer, nicht betroffen ist, heißt es nicht, dass es nicht stattfindet. ReadOn ich wünsche, dass so etwas nie woeder passiert, Ihnen nicht und niemand anderem. Und so ein Text wie ihrer ist bestimmt ein Anfang, denn ich werde nun noch mehr auf solche Ungerechtigkeiten achten und hoffentlich noch mal mehr einschreiten. Ich fühle mich verantwortlich. So etwas darf und sollte nie wieder passieren. Danke und alles Gute

  8. Ich verstehe, dass Sie bei diesen Situationen nicht gegen reden, denn das nützt bei solchen Leuten nichts.

    ABER, und darum möchte ich Sie eindringlich bitten, bestehen Sie wenigstens in Ihrem Heim auf die Achtung ihrer Bedürfnisse. Ich beziehe mich auf die Geschichte davor. Gerade das Zuhause soll ein geschützter Ort sein, wo niemand auf Ihnen herumtrampelt. Machen Sie das klar!

    Ich lese Sie sehr, sehr gerne, (auch wenn mir das Herz oft weh tut) denn Sie können mit Worten malen. (Das schrieb Frau Brüllen, über deren Empfehlung ich Sie entdeckte.)

    LG aus dem Salzkammergut in AT

  9. „Durchstreift die Gassen Jerusalems, und seht doch und erkundet und sucht auf ihren Plätzen, ob ihr jemand findet, ob einer da ist, der Recht übt, der Treue sucht – so will ich ihr vergeben.“, ist uns gesagt, und es tut so gut, zu erfahren, daß es Menschen gibt, die uns durch ihr Tun und Sein daran glauben lassen …

    Ich wünschte dennoch, daß der Tierarzt und Sie einmal ganz unbeschwert zu neuer Kraft finden könnten, sich einfach in den treuen alten Volvo setzen, losfahren, ankommen, durchschlafen, essen, trinken, lachen, lieben könnten. Und erholt zurückkommen würden.

    Um neue Kraft zu haben für Treue und Recht, für Menschen und Kälbchen …

  10. In diesem Falle kann ich (wieder) den Tierarzt sehr gut verstehen, weil er etwas Lebensnotwendiges
    aufzeigt: *Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt*.

  11. Ich kenne das ….
    Ich wurde von Chinesen in Singapore beschimpft. Und in Berlin, als ich in einem richtig eleganten Panjabi Anzug unterwegs war. In Indien war es streckenweise sehr anstrengend.

    Und ich habe eigentlich auch immer den Mund gehalten. Als Deutsche in Berlin beschimpft zu werden, hat mich viel zu sehr überrascht. Und was soll man denn antworten ? Zurück pöbeln? Pöbeleien sind wirklich oft schlichtweg dumm und m.M. nach dem eigenen Frust und/oder Unwissen geschuldet.

    Fräulein ReadOn, meinen größten Respekt vor Ihrem Pensum: Mit Indien, Irland und immer wieder Deutschland sind Sie viel unterwegs und leisten sehr sehr viel für andere und für Freunde und Familie.

    Genießen Sie den Sommer in Irland, und nicht ärgern lassen!

    • Es war klug von ReadOn, die Pöbeleien einer Gruppe Besoffener zu ignorieren und den Tierarzt
      davon abzuhalten, sich mit diesen anzulegen.
      Das gilt nicht für Nachbarn, Arbeitskolleginnen, Familienangehörige… Sie sollten direkt auf ihre Fremdenfeindlichkeit angesprochen werden. Wo möglich, sollte dabei ein Mensch des eigenen Vertrauens
      mit anwesend sein.

  12. Liebe Read on,

    Dummheit scheint mir unter Menschen so verbreitet wie Liebe, sonst wären Kriege längst im Orkus, der Geschichte.

    Gestern beim CSD, habe ich ich auch Homophobie erlebt, von Eingeborenen, wie von Afghanen, anderes auch. Einen Menschen, der keine andere Sprache benutzt, habe ich laut zusammengesch…, als er sich drüber lustig machte, das M Bienenstich nicht als Kuchen kannte. Sie sehen, ich kann auch anders.

    M rief heute an, er kommt aus einem Land, für das Israel, als jüdischer Staat, ein Feind. Er hatte den Stern gesehen in B’s Auschnitt und viele Fragen. Ich reichte den Hörer weiter, M war zum Essen hier. Ein tolles Gespräch über Geschichte und Religion, über Gemeinsamkeit von Thora und Koran.

    Nach einer Reihe schlafarmer Nächte, werde ich reizbar. Wenn meine Lider hängen, seh ich als Betrachterin nicht mehr die Schönheit, die auch da.

  13. Ja, bei dieser Aggression gegen Fremde geht es immer eigentlich um etwas Anderes.
    Und doch kann ich den Schmerz des Tierarzts so gut verstehen, weil es dann doch ein echter Mensch ist, ein echter wundervoller Mensch, der es abbekomt.

  14. und weißt du was noch schlimmer ist, ich habe nichts gesagt. „Gar kein einziges Wort, habe ich gesagt Priester und ich wette mit Ihnen Sie haben auch nichts gesagt zur Frau des Krämers an der Kirchentür.

    Wenn wir anderen, die in dem Moment nicht beschimpft und diffamiert werden, dann häufiger den Mund aufmachen würden, würden die, die da beschimpfen und diffamieren, sich das weniger häufig wagen. Bei den Krämersfrauen dieser Welt kann man das ganz gefahrlos tun, da gelten keine Ausreden.

  15. Dein Christus ein Jude
    Dein Auto ein Japaner
    Deine Pizza italienisch
    Dein Champagner französisch
    Deine Demokratie griechisch
    Dein Kaffee brasilianisch
    Dein Urlaub türkisch
    Deine Schrift ist lateinisch
    Deine Zahlen arabisch

    … und Dein Nachbar nur ein Ausländer?

    Wie wär’s mit einer solchen *Spruchkarte* z.B. für die Frau des Krämer? 🙂

  16. Man müsste es schaffen, in allen Sprachen der Welt „Schäm Dich!“ parat zu haben.
    Diskussionen sind müßig, vor allem wenn es sich um dumme und alkoholisierte Menschen handelt.

  17. <3
    Ich verstehe den Herrn Tierarzt. Es braucht andere ReadOns, die für Sie kämpfen. Andere, die ebenso (aber auf anderen Gebieten) arbeiten und kämpfen, damit dieser hass weniger wird. Sie selbst können das gar nicht leisten und müssen es auch nicht.
    Es laut zu machen ist ein wichtiger Schritt. Können wir Sie, den Herrn Tierarzt, den Priester, unterstützen? Sollen wir Postkarten an die Frau des Krämers schicken?

  18. Ja

    ich glaube, wir haben noch viel zu wenig verstanden, wie viele Menschen es gibt, die nahezu nichts haben außer einem Stolz, der bei näherer Betrachtung völlig unbegründet und absolut lächerlich ist, der aber dazu führt, dass sie Ausländer/Jude/usw. go home rufen. Weil sie Angst haben. Weil sie im Herzen wissen, dass sie nichts haben. Vor allem keine Zukunft. Weil sie spüren, dass sie von Regierung und Gesellschaft nahetzu vergessen sind.
    Und die nahezu nichts zu tun haben, als Ausländer/Jude/usw. go home zu rufen. Den ganzen Tag. Vielleicht das ganze Leben?

    Und die Frau des Krämers? Die hat doch auch Angst. Und klammert sich an den verbliebenen Rest ihres Stolzes. Und merkt dabei gar nicht, wie sie selbst das fördert, wovor sie Angst hat.

    Vielen Dank, Fräulein ReadOn, dass Sie uns an diese Menschen erinnert haben. Die sonst nirgends auftauchen, außer in negativen Schlagzeilen.

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