Woanders ist es auch schön

Ein Wort.

Kikeriki.

Schlecht wird einem beim Lesen,unaufhaltbar kalt wird die Welt angesichts dieser Geschichte von Missbrauch und Gewalt.

Bauwerke haben ja heute immer oft größenwahnsinnige Preise und dann sind sie da und groß und fertig, aber das hier ist anders, leiser, schöner und wie ich glaube auch klüger .

Das klingt nach einem Buch, das ich unbedingt lesen will.

Ich muss zugeben, ich bin der letzte Mensch, de noch nie etwas von Stephen King gelesen hat, aber grusle mich mich sehr vor Büchern, in denen hinter der nächsten Tür immer schon einer mit dem Messer lauert. Ich bin aber überhaupt im 19. Jahrhundert stecken geblieben und manchmal fragen mich Studenten, ob ich nicht Benedict Cumberbatch super hot finden würde und ich muss dann ein intelligentes Gesicht machen und weiß doch nicht, ob der Mann singt oder schauspielt. Stephen King jedenfalls hat eine Geschichte geschrieben, die Ihnen nicht vorenthalten werden soll und vielleicht raten Sie mir in den Kommentaren, ob es ohne Messer ausgeht.

Oldie but Goldie, aber sowas von.

Magnus Hirschfeld war unbeirrt und bleibt ein großes Vorbild in Sachen Sexualaufklärung.

Tierarzt, wir brauchen noch Musik. Der Tierarzt nickt und und schon singt whenyoung in mein Ohr. Eines dieser Lieder bei denen man mitsingen muss.

Woanders ist es auch schön

Powerpoint ist auch ein Synonym für Müdigkeit.

17 Jahre . Ich erinnere mich nicht gern an diese Jahre, aber Frau Casino schafft Erinnerungen für viele Jahre. Wie immer große Liebe dafür.

Den Preis für die Erdbeeren aus Huelva in den Supermarktregalen zahlen die Frauen auf den Feldern . Es sind erschreckende, erschütternde Bilder mitten in Europa.

Nix darf man mehr.

Ich schreibe ja noch immer Postkarten und immer, wenn ich keine Postkarten mehr schreiben will, dann fällt mir wieder ein warum es doch wichtig ist nicht nachzulassen.

Ein vergessenes Konzentrationslager mitten in Sachsen. via Kiki.

Frauengesundheit ist in Irland weiterhin in keinem guten Zustand. .

Ein bewegender Beitrag über obdachlose Frauen in Frankreich.

Was für eine Geschichte. Eine Nachrichtensprecherin in Korea trägt eine Brille.

In Deutschland gibt es Rapper, die es als große Kunst empfinden, wenn sie vor wummernden Bässen, ihren kleinen Horizont in Wut gegen Frauen, Schwule und Juden verwandeln, weil sie kein Thema haben, keine Einsichten und ein Weltbild gegen das jeder verräucherte Stammtisch wie ein Meer der Offenheit wirkt. In Irland rappt Tony Mahoney über die Priester, das Versagen der Kirche und das Wegsehen Aller. Erstaunlich, was Musik auch kann.

Fünf Minuten oder lieber keine Werbepause

Ich ärgere mich bekanntlich nur sehr selten, und noch viel seltener ärgere ich mich über Internetdiskussionen. Ich habe ein Kalb in den Flegeljahren, eine Auszubildende, die mich in den Wahnsinn treibt und noch dazu sehr, sehr niedrigen Blutdruck. Außerdem habe ich nie Zeit. Bin ich zwar äußerlich eine Shetlandpony, dass stets eilig irgendwohin rast, so beharre ich darauf, dass ich das Herz eines Faultiers habe. Ich interessiere mich fast nie für Aufreger und in den langen Jahren radikalen Außenseiterseins habe ich gelernt, dass diejenigen, die am lautesten quieken, nie etwas zu sagen haben. Ich habe es mir gut gemerkt und dann und wann, gerade wenn ich mich ohnehin schon maßlos über die Auszubildende errege, reicht der Rauch aus den Ohren doch noch für fünf Minuten Verwunderung. Über das Thema selbst: Bloggen und Werbung ist schon alles gesagt worden, nur noch nicht von jedem und natürlich sage ich jetzt doch etwas.

Ich lese keine Werbung und mir ist ganz gleich, wie sie daherkommt, ob als Wischzettel im Briefkasten oder als Blogbeitrag. Ich sehe kein Verkaufsfernsehen und klicke auf keine Werbelinks. Gegen die aggressive Dauerbeschallung hat der liebe G*tt Adblocker erfunden und am Briefkasten klebt ein Pickerl: „Bitte keine Werbung.“ Ich weiß, wir leben in Zeiten in denen Menschen vor dem notebook sitzen und ihre DM Einkäufe auspacken und auf dem zwei Stunden Flug von Dublin nach Berlin soll ich Parfüm, Herrenuhren und Sonnencreme kaufen und am besten passend zahlen.

Nichts davon tue ich und ich bin noch viel altmodischer als Sie bis dato ohnehin glauben. Ich glaube es gibt ein Recht darauf, nicht immer und nicht überall und nicht ausschließlich als Kunden wahrgenommen zu werden- auch nicht als Potenzielle. Sie, die Sie aus verschiedenen Gründen dieses Blog anklicken, sind nicht meine Kunden, sie sind Leser.
Um noch viel altmodischer zu werden. Ich glaube und tue dies aus tiefstem Herzen: Jedes Gemeinwesen braucht Leser. Leser sind so kostbar wie das weiße Dromedar. Leser wie Sie alle es sind, kommen mit ihrer Neugier, ihren Erfahrungen, ihrem Wissen, ihrer Einzigkeit, ihrer Hingabe, ihrer Liebe, ihrer Sehnsucht und ihrer Angst zum Text, zu vielen Texten, zu Romanen, Novellen, zu Blogtexten wie es sie hier gibt. Der Leser liest, macht sich Gedanken, kichert, schüttelt den Kopf, raucht eine Zigarette, schreibt einen wütenden Brief, seufzt und niest und wundert sich wie ein Fräulein sich von einem Kälbchen narren lässt. Es ist das Wunder des Lesens, der Verstehens, des Nicht-Begreifen Könnens, des fragenden, zweifelnden Lesen, des Falten und Mitnehmen eines Wortes, eines halben Satzes, eines ganzen Gedankens. Der Leser ist ein ernster Mensch, der Leser weiß etwas, sucht etwas, der Leser denkt nach. Rodins Denker ist ein Leser gewesen, der Leser ist kein Kunde, dem ich im Vorbeigehen noch Plastikschüsseln, eine Fernsehzeitung, Waschnüsse und Erdbeerkakao aufschwatze, tue ich das, suche ich keine Leser sondern Kunden mit vorgeformten Erwartungshalten, die nicht für einen Text kommen, sondern weil sie etwas brauchen oder etwas brauchen sollen.

Das ist ein diametraler Unterschied und hätte Thomas Mann jedem Zauberberg ein paar Herrenunterhosen beigelegt, wäre er eben Verkäufer von Unterhosen mit Text gewesen. Der Leser ist eine andere Kategorie als der Käufer und ich finde es sehr schade, wie wenig Wertschätzung der Leser hat. Es wird dann sehr oft und sehr empört darauf verwiesen, dass die Werbetexte doch mit reinem Herzen und viel Blut geschrieben sei und dass der Leser doch ruhig mal auf das flackernde Werbedings klicken möge, dass sei er doch schuldig und die das schreiben, meinen das auch ernst. Mag sein, diese Blogger wissen etwas über den Kunden, aber über das Lesen wissen sie nichts. Nichts über die Beziehung zwischen Text und Leser, die länger hält als jede Matratze, die Erinnerungen macht und Raum gibt, wie lange man braucht bis man einen Text wirklich begreift und oft tut man es nie und kehrt zurück und erinnert sich doch- an Haarseife, Handtaschen, und Schuhe ohne Boden erinnert man sich nicht und auch an sie wird man sich nicht erinnern, hat der Kunde, den sie Leser nennen genug, oder braucht etwas anderes,schon kehrt er ihnen in den Rücken.

Aber was ich ihnen übel nehme, ist das sie mit ihrem Gerede von den so schön geschriebenen Verkaufsgeschichten, so tun als nähmen sie die Geschichten ernst, als vertrauten sie auf die Geschichte, auf die Worte, als seien sie involviert, aber wie die Landliebe Familie und die Persil-Mutter sind sie keine Erzähler, sondern Verkäufer und immer ein bisschen lachen muss ich über das gekränkt vorgetragene: „Aber ich schreib doch nur, was mir gefällt.“ Der Selbstbetrug der Werbung ist wirklich nicht zu unterschätzen und dann ist Tchibo ein super Ort und die Fabriken in Indien kennt eh keiner und beim Agenturtreffen sind auch alle nett und als die Matratze aufhörte zu miefen, schlief man wirklich gut und überhaupt man will nur das Beste und wirbt gern mit Begriffen wie: natürlich, handgemacht und authentisch. Weniger gern und auch hier ist Landliebe Vorbild spricht man über Kilopreise, Produktionsbedingungen und Vergleichsangebote und weil man doch auch eine Geschichte erzählt, drückt das Gewissen noch weniger.

Das können Sie machen und meine Stimme hat kein Gewicht in diesen Fragen, aber ihre Texte, die sind nicht anders als das Wochenprospekt von real mit Hack im Angebot, auch wenn sie das nicht glauben wollen, denn sie zucken mit den Achseln und finden man könne ohnehin alles kaufen und wer nicht mit den Wölfen heult, der wird gefressen und sie glauben daran und lachen empört, aber dann sind die fünf Minuten schon um und ich will wirklich nichts kaufen und auch keine Geschichten darüber lesen, warum ich es sollte.

Glauben Sie mir, das Teuerste was ich habe sind meine Leser.

Woanders ist es auch schön

Oft bleiben Geschichten von Menschen, die Monate später tot in ihrer Wohnung gefunden werden, nur eine Randnotiz unten auf Seite 3,umso treffender und eindringlicher ist dieser Text: Ich kenne jetzt auch seinen Vornamen.

Die wunderbare Frau Casino nimmt Abschied und nicht nur wegen dieses Textes, lesen Sie dieses Blog. Es ist so fein.

La Gröner sitzt im Hörsaal und nimmt uns mit: Eichhörnchenpinsel. Na sowas. Na sowas! Was wirklich? Ja.

Die Sache mit den Bildern vom Stadtfest sehr eindringlich erklärt.

Ich mochte die neue Volksbühne unter Chris Dercon sehr,aber das was gerade und unter viel Mühen begonnen hat, ist schon wieder zu Ende. Die Süddeutsche Zeitung hat hat nach Gründen für Ende vor dem Anfang gesucht. .Es ist ein Text mit vielen Einsichten, aber auch ein sehr deutscher Text( Desaster, Scheitern, AiAiAi und ein Text über die Einsamkeit und Häme der Berliner Kulturszene, die gerne weltoffen wäre, aber vor allem gemein ist.)

Noch so eine Blogperle. Ich sehe immer Herrn Permaneder um’s Eck schauen.

Was das Schweigen zu einer abscheulichen Tat über das Indien Modis sagt.

Da sage noch einer Bloggen sei nicht ansteckend. Der Tierarzt in seiner Funktion als Musikbeauftragter hat inzwischen eine Zettelsammlung mit Lieblingsstücken, Regenstücken, Tanztönen und Musik für zwischendurch, so dass ich Sie alle hier mit Musik bis 2028 versorgen kann, dann aber so kurz vor Mitternacht sprang der Tierarzt über die Katze und hieß mich Ihnen Seinabo Sey dringend ans Herz zu legen. Schon geschehen.

Woanders ist es auch schön

Rissima reist durch Georgien macht wunderbare Bilder, hat ein georgisches Kälbchen getroffen und erzählt wunderbare Geschichten dazu. Das Schönste ist, dass sie uns mitnimmt.

Bekanntlich und Sie als leidgeprüfte Leserinnen und Leser wissen davon ein Lied zu singen, ich kann keine Sprache richtig und mache auch im Deutschen entsetzlich viele Fehler, deswegen finde ich es immer so spannend zu hören wie andere Sprachen lernen, die von mir sehr verehrte Frau Istrice lernt gerade Niederländisch.

Ich musste darüber so sehr lachen, dass ich einen Schluckauf bekam.

Die Sache mit den Erdbeerhüttchen handgeschnitzt sozusagen. Via Frau Kaltmamsell

Wer wenn nicht der Tierarzt quiekte beim Wort Mondkalb verzückt auf? Das Ganze klingt jedenfalls nach einer tollen Idee.

Ein tolles Blog , dass in jeder Hinsicht die Augen öffnet und immer wieder bin ich mir sicher genau dafür ist das Internet erfunden worden.

Howard Jacobson denkt über Antisemitismus nach.

Ein wunderbares Buch über Straßenhunde, die in Indien viel häufiger vorkommen als Kühe und die doch nur selten jemand so sieht und beschreibt.

Ich rufe also wie üblich zum Tierarzt herüber, der die Musikempfehlung der Woche herbeirufen soll. Der Tierarzt ruft: Mädchen, Let’s eat Grandma. Ich stehe auf und geht zum Tierarzt herüber, denn nur ein Mann im Fieberwahn würde doch einen solchen komplett wahnsinnigen Vorschlag anbringen. „Tierarzt“, sage ich also,“seit wann hast Du derartiges Fieber?“ „Fieber?“ krächzt der Tierarzt, Du wolltest Du doch eine Musikempfehlung für die verehrten Leser!“ Indeed, knurre ich, aber die Aufforderung eine Großmutter zu verspeisen, klang in meinen Ohren kannibalisch aber nicht musikalisch. „Doch, doch, sagt der Tierarzt, die heißen so.“Falling Into Me“ singen die Großmütteresser und ich bin dann wohl offiziell alt. Spießig war ich ja schon immer.

Woanders ist es auch schön

Frau Brüllen, die Linsen und und nur beinahe denkt man an das Märchen vom quellenden Brei.

Judi Dench liest eine Rede aus dem Jahr 1617, man könnte aber auch glauben sie sei 2018 geschrieben und zuhören sollte man den beiden unbedingt. Damen unbedingt. Via Ar Gueveur

Das Bundesarchiv bietet einen interessanten Selbstversuch an. Einen Wahl-O-Maten zu den ersten Wahlen der neugegründeten Republik, die im Januar 1919 stattfanden. Eine tolle Idee und lernen kann man auch etwas.

Das beharrliche Gerede vom jüdischen Leben in Deutschland trifft auf nüchterne Zahlen und interessante Erkenntnisse. Aber die Traurigkeit über das stete Verschwinden jüdischer Gemeinden bleibt.

Düdelüt

Kristina Hänel, die sich für das Recht auf Informationsfreiheit über Schwangerschaftsabbrüche einsetzt, schreibt Angela Merkel. Und ja, Ärzte, die über Schwangerschaftsabbrüche informieren sind nach §219a Straftäter.

Greta schreibt wunderbar lakonisch über die misslichen Launen des Universums.

Wenn es nach mir ginge, gäbe es hier Bach aber da der Tierarzt hier für die Musikwahl verantwortlich zeichnet, so singt Paloma Faith zum Wochenschluss.

Woanders ist es auch schön

Die Wissenschaft, das Geld und überhaupt.

Die verehrte Miss Kitty, die bald, da bin ich mir sicher geadelt wird, baut um, baut auf und macht einfach und wir dürfen mit durch das Schlüsselloch schauen.

Heute beginnen, so ließ der Tierarzt mich wissen, beginnen die Olympischen Winterspiele, ich hatte schon wieder vergessen, dass es auch im Winter Olympiaden gibt und war zu nachtschichtmüde, um dem Tierarzt in der Annahme zu widersprechen, dass Kälbchen sich auf dem Eis sicher hervorragend machte. Hervorragend aber ist diese Recherche über das systematische Doping im russischen Staatssport.

Frau Frische Brise weiß etwas über die Liebe und Torten. Beides steht in jeder Hinsicht in einem nicht zu unterschätzendem Zusammenhang.

Herr Buddenbohm hat den Offline-Knopf zum Bloggen gefunden. Man staunt.

Einmal Herzwärme zum Freitag.

Ich hoffe trotzdem, dass bald wieder Drachen fliegen in Lahore

Tierarzt, hast Du Musik für uns? Der Tierarzt tanzt schon die Treppe hinunter, dreht eine Pirouette, wirft sich den Schal um den Hals und summt: aber immer doch. Sollte Kälbchen je auf dem Eise reüssieren, dann zur Musik von Sudan Archives. Well then.

Vergoldeter Dank

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Einen goldenen Dank an Sie alle, die so wunderbar mitreißend, Daumen und Tatzen gedrückt hielten, gute Gedanken, ihre Stimmen und überhaupt ihre Großzügigkeit in die Waagschale geworfen haben und dieses kleine Blog vergoldet haben. Ich danke Ihnen allen sehr und von Herzen, denn ohne sie ist dieses Blog ja nur eine Seite Papier im großen, weiten Internet und füllten Sie es nicht mit Leben, dann gäbe es dieses Blog zwar auch, aber nicht als einen Ort an dem man Tee trinkt, die Stirn runzelt, die Augenbraue hebt, lacht und erzählt, die Türen zu schlägt, doch wiederkommt und so ist dieser Preis, ein Preis für Sie alle, die sich einlassen mögen auf andere und vielleicht ungewohnte Perpsektiven auf die Welt und auf ein Leben. Dafür, dass Sie dies tun und damit das Internet selbst zu einem offenen Ort machen, in dem viele Geschichten, Platz haben, dafür kann es gar nicht genug Gold geben.

Oft ist „das Internet“ eine anonyme Riesenmaschine und auch diesem Blog weht immer wieder und immer anders kalter Wind entgegen, denn die Welt bleibt ja nicht außen vor, sondern findet auch hier statt, oft und mit Recht wird darüber geschrieben und geleitartikelt, dass es um Klicks und Werbung und und und und geht, und Blogs ohnehin tot seien, eine Art Fossil angespült an einem fernen Strand, längst überholt und längst überkommen. Aber dann steht während man dort und überlegt sich unter dem Tisch zu verstecken, da trifft man sie, die Erzähler des Internets. Die großartige, wortgewandte Chronistin der Tage und Dinge, die Kaltmamsell, die unermüdlich engagierte Juna , die fabulöse, zupackende und so herzenswarme Notaufnahmeschwester und kaum hat man sich versehen, schon schwatzt mit der so schnellen wie klaren Barbara Bierach aus Sligo und man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Geschichten und ihre Erzähler sehr lebendig und sehr, sehr eindrucksvoll sind und ist das nicht auch schon fast eine Geschichte für sich, dass man einem Abend vom Fröhlichen und Heiteren, zum Traurigen und Ernsten wandern und wechseln kann und die Welt mit anderen Augen sieht. Ein Dank von Herzen auch an die Organisatoren, die mit viel Engagement, Zeit und Kraft seit so vielen Jahren, die Blogs zu Wort kommen lassen und ihnen einen ganzen Abend widmen. Diese Arbeit, neben ihrer eigentlichen Arbeit lässt sich kaum in Gold aufwiegen. Danke.

Ansonsten gilt: Danke und wieder und wieder Danke und natürlich was der Bär sagt!

Da ich im gewinnen wirklich keine Übung habe, habe ich das gemacht, was ich seit 318 Tagen und so viele von Ihnen mir gemeinsam tun, nämlich eine Karte für Deniz geschrieben und  vorgelesen, denn darum geht es auch hier und heute, immer wieder an der Freiheit des Wortes festzuhalten:

Berlin, 29-01-2018 ( Karte No.318)

Merhaba Deniz,

ich habe noch nie etwas gewonnen, nicht einmal eine Papierrose auf dem Jahrmarkt, aber was man nie gewonnen hat, kann man nicht verlieren. Ich bin Meisterin im Verlieren. Gäbe es eine Olympiade ich wäre immer Erste. Vielleicht ist das der Grund dafür, dass ich selbst in den Mänteln ohne Taschen noch immer Worte eingenäht habe. Es ist seltsam pathetisch dies zu sagen, aber und man sieht es am deutlichsten blickt man vom Verlieren her, die Wörter erweisen sich am Ende und leider niemals am Anfang als hartnäckiger als alles Andere. 1000 und eine Nacht sprach Sherezade, noch immer gibt es die Zettel, die Briefe fast alle reißen mitten im Satz ab, die Männer und Frauen aus den Deportationszügen warfen, noch immer erzählen Mütter ihren Kindern, Geschichten, die sogar Monster unter den Betten vertreiben, noch immer werden Liebsbriefe geschrieben, meist zu später Stunde, in jedem Einkaufszettel lässt sich Goethe finden und wenn die „Hängt Sie alle auf-Schreier doch nur wüssten wer Karl Kraus wäre, dann da bin ich mir sicher, verstummten sie sofort und Karl Kraus gäbe nicht nach.

So schnell, wie man in ein Wort hineinfällt, so schwer ist es vergifteten Wörtern zu entkommen, jedes Wort hat seinen Preis und ob ein Wort zu spät kommt, weiß man immer erst hinterher oder man ist Harry Heine. Es gibt Wörter, die machen Seitenstechen vor Lachen und es gibt Wörter, die hören niemals auf weh zu tun. Jedes Wort hat Abgründe, einen doppelten Boden, klingt im Sommer anders als im Januar und auch deswegen fürchten sich Diktatoren so vor dem Wort, so vor Menschen, die wie wir hier alle heute Abend, um das Wort ringen, ob in 140 Zeichen oder 2000 Worten, alle hier setzen Worte aus mitten in die Landschaft und die Wörter laufen los, und man glaubt es nicht, aber die Furcht vor den Wortern, vor Postkarten, Liedern, Kochrezepten, Anleitungen für schöne Wimpern, und das Liebesleben der Oktopusse ist schon genug, damit sie zittern und die Worte versuchen zu ersticken, aber schon pfeift einer das nächste Lied und die persische Prinzessin liest auf den Zinnen ein langes Epos vor und der Armeegeneral träumt von langen Fliegenbeinwimpern, während er doch eigentlich Armeen gegen Wörter ins Feld führen soll und so gewinnen am Ende immer die Wörter, auch wenn das Warten einen so bange macht, so unruhig, schon kommen die Wörter, jeden Tag werden die Wände von Silvri und all den anderen Gefängnissen, dünner, immer werden die Wörter lauter und still und einsam wird es um die Diktatoren, die nicht verstanden haben, dass ein Echo immer weiter reicht, noch das kleinste Schlüsselloch brechen die freien Wörter herein. Deniz, die Wörter hören nicht auf und die Freiheit, die Freiheit, die kommt.

Immer herzlich,

Ihr,

Fräulein Read On

Goldene Bananen

Liebes Internet, liebe Freunde, verehrte Feinde,

heute Abend legt Berlin sich ein goldenes Mäntelchen um und verleiht die goldenen Blogger. Ich habe noch nicht einmal auf dem Jahrmarkt eine Papierrose gewonnen und dafür habe ich schon Schlüssel verloren, von denen man gar nicht wusste, dass es sie eigentlich gibt. Ich bin und bleibe auch heute Abend das seltsame und reichlich katastrophale Fräulein Read On. Aber ich freue mich, wenn Sie mir winken und winke zurück. Die mit der Banane, die bin ich und wenn Sie die Banane nicht sehen, aber dafür ein Shetlandpony, dann bin das auch ich.

Zusehen kann man hier ab 19 Uhr kontinentaler Zeit. ( Kälbchen, Hund, Katze und Tierarzt, bitte ab 6 Uhr einfinden!)
Wer gewinnt weiß keiner, aber verlassen Sie sich drauf, verlieren kann ich wie kein Zweiter. Abstimmen kann man wohl hier wohl hier und nominiert ist das seltsame Fräulein Read On für diesen für diesen Text und für dieses Blog als solches. Sprich, Sie alle, die dieses Blog mit Leben füllen, sind heute nominiert und ich freue mich sehr, dass Sie alle hier sind.

Mehr Bananen und immer mehr Liebe und von Herzen Dank dafür, dass Sie hier sind. Sie sind aus gold und ich Immer Ihr

Fräulein Read On

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Woanders ist es auch schön

Besonders schön ist dieses Lächeln, einfach so.

Liisa liest und kommentiert ihre Bücher des Jahres.

Volker Kutscher und Kat Menschik sprechen über ‚Moabit‘ ihr neues gemeinsames Buch und das Berlin der Zwanzigerjahre.

Die Odenwälderin und ihre Berichte aus Badisch-Sibirien seien Ihnen sehr ans Herz gelegt.

Wie weit reicht die Freiheit des Internets?

Im Inneren der Flüchtlingslager auf aller Welt.

Warum es Bibliotheken braucht. Ein texanisches Beispiel für das 21. Jahrhundert.

Der Tierarzt findet, dass Damien Dempsey auch in Berlin ziemlich gut geht. So sei es.