Ein kleines, riesengroßes Bündel Glück

Da liegst Du ein kleines Bündel Glück und über London geht die Sonne auf. Da liegst Du in den Armen Deiner Mutter, meiner Schwester, dein Vater küsst Dich auf die Stirn. Dein großer Bruder hat feuchte Augen, obwohl er doch eigentlich schon zu cool ist für feuchte Augen. Eine kleine Königin mitsamt Kanzler Bär küsst Dir die Füße, was für eine royale Ehre, deine Schwester Nummer 2, zeigt Dir ein für Dich gemaltes Bild. Da bist Du schon Teil von unserem, großen, lärmenden Haufen und schaukelst mit ihr. Schwester Nummer Drei spielt für dich ein Lied auf der Gitarre, damit Du von Anfang an nicht vergisst: von nun an lebst du in der Krachmacherstraße.
Dann sagt Deine Mutter, meine große Schwester: „Bébé, das ist meine kleine Schwester“ und dann liegst du in meinem Arm, in der blauen Decke in der all deine Geschwister lagen als sie ein kleines Bündel Glück waren, genau wie du. Die blaue Decke habe ich vor vielen Jahren auf einem Markt in Assam erstanden, von einer Frau, die ihr Kind in genau der gleichen Decke eingewickelt neben sich in einem rostigen, alten Fahrradkorb schaukelte und da wusste ich, diese Decke ist für das Glück gemacht.
Da liegst und gähnst, ein schwarzes Büschel Haare auf dem Kopf, Schwesterchens Lockenpracht, die Stupsnase der lieben C. deiner Großmama und das Grübchen im Kinn, das ist von deinem Vater. Da liegst Du und wir beide staunen uns an und unten wacht die Straße auf. Auf dem Sims gurren zwei Tauben. Kleines Täubchen sage ich zu dir, sei willkommen hier bei uns, sei willkommen und kaum bist Du bei uns sage ich Dir können wir uns schon nicht mehr vorstellen, dass du gestern Abend noch nicht bei uns warst. Du gehörst dazu, fest und unverbrüchlich, so als hinge deine Jacke schon seit Jahren neben denen deiner Geschwister. Schön bist Du mein Täubchen, sage ich, so schön wie deine Mutter, diese Frau mit dem Herzen aus Sonnenstrahlen, die so sehnlich auf dich gewartet hat, so schön bist du wie dein Vater, der für dich jeden Abend an den Bauch deiner Mutter gelehnt ein Lied sang. Sein Summen, Täubchen, das liegt über dir. Schön bist Du, herzensschön, wunderschön und die Sonne lächelt dir zu. Die Sonne als Patentante, das wünsche ich dir. Dass auch an den ganz dunklen Tagen, die Sonne doch eine Handbreit Licht auf dich legt und das hoffe ich, dass Du am Licht festhältst, wann immer Du kannst. Das Licht kann die Sonne, eine Kerze, ein Glühbirne, eine Schiffssirene oder die Erinnerung an die Stimme deines Vaters sein. Halt sie fest, kleines Täubchen, halt sie fest.
Sei stark, kleines Täubchen, auch wenn man Dir sagt, deine Stärke sei eine Schwäche. Sie irren sich immer. Sei so stark wie du kannst, sei nicht stärker als Du sein musst. Nur wenn du Profiboxer sein möchtest, dann sei bitte doppelt so stark. Sei Profiboxer oder Punkrocker oder werde Kapitän, aber ruf an zu Chanukkah und komm zu Pessah nach Hause zu uns. Sei laut und wild und lebe so frei du kannst. Liebe die Freiheit, aber nicht auf die Kosten der Anderen. Das klingt ernst, so am Anfang deines Lebens, aber gesagt haben will ich es doch. Vertraue auf die Liebe. Sie ist die wackligste Bank mit dem stärksten Fundament. Mein Täubchen, das weiß ich genau, da liegst du und gähnst und bist ganz unbeeindruckt von unserer Aufregung um dich. Das scheint mir eine gute Haltung zu Welt, sie anzunehmen wie sie ist, sie zu besehen, bevor man zu einem Schluss kommt, Gelassenheit zu bewahren und erst dann zu urteilen.
Nicht alle Probleme, kleines Täubchen lassen sich im Schlaf lösen, aber viele Probleme lösen sich besser hat man eine Nacht oder zwei über sie geschlafen. Lach nur Täubchen, lach nur du mit dem Grübchen im Kinn, ich habe doch vor Aufregung über dich auch nicht geschlafen und darf so reden. Zeig uns die Welt kleines Täubchen, zeig uns was wir nicht sehen, was wir vergessen haben und was nur du siehst.
Ich bin so neugierig auf deine Welt. Nimm mich mit, auch dann wenn ich Dir peinlich bin. Besonders dann. Nimm uns mit, deine Eltern, deine Großeltern, deine Geschwister, den Tierarzt, die Freunde, die Mali-Tant und den Jean, uns alle, nimm uns mit auf deiner Reise hinaus in die Welt. Lache, kleines Täubchen, lach so viel und oft es geht, und weine genau so laut und so leise, wie du lachst. Lass dich trösten, auch dann wenn Untröstlich bist. Suche nach Antworten, nicht nach Fehlern, die Antworten kommen und mit den Fehlern muss man ohnehin leben. Manche Antworten erhält man nie, das heißt nicht, dass man aufhört zu suchen.
Da liegst Du Täubchen und in deiner Braue, da ist ein Fragezeichen, das hast Du von mir und allen deinen Geschwistern habe ich es mitgegeben oder eingeredet, dafür mache ich aber auch die Lateinhausaufgaben deines großen Bruders. Sei versichert, auch wenn Du glaubst Du bist ganz allein, wir sind noch immer da. Wir, das sind nicht du der wilde Haufen dort auf dem Bett und anderswo, sondern das ist die Gemeinschaft der Juden, die dich seit heute in ihren Armen hält. Du mein Täubchen, Du bist so zart und so klein, in meinen Armen und doch bist du so groß, ein so großes Wunder, heute bist du ein jüdisches Kind in Europa geboren.
Kleines Täubchen, selbst wir die immer reden, wir stehen stumm vor diesem Wunder, das so lange eine Unmöglichkeit schien.
Wir alle haben sie, diese Wunde in uns, die niemals verheilt, sie lebt in uns diese Wunde und wir geben sie weiter, eines Tages, werden deine Mutter und ich dir von deiner Urgroßmutter erzählen, die festhielt an der Welt, als die Welt aufhörte zu sein, heute bist du da, heute bist du hier bei uns, in unserer Mitte. Heute, mit dir in den Armen schmerzt die Wunde, schmerzt diese entsetzliche Lücke weniger als sonst, heute atmen wir freier, heute bist du geboren.
Was für ein Segen, dass bei uns bist, Du kleines Täubchen, Du großes Bündel Glück in unseren. Armen. Sei willkommen, kleines, riesengroßes, wunderbares Mädchen, wir sind atemlos vor Glück und Staunen über Dich.

Oh, Dear Dynasty.

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The family as you, Dear Reader are well aware of, is the beginning and the end of nearly everything. Some call family the fundamental unit of society, others see the state en miniature represented in the family, Sigmund Freud called family the place where all neurosis were rooted and so family is the place, where we meet people we would have never known otherwise, get things to know, we would better have forgotten and experience forms of intimacy we would run away from immediately, would the occasion not be great-grandmother’s 95th birthday. And therefore we do not only owe our existence to the family, and the ability to cover the tables that even the Prinec of Wales would not be ashamed of, but family provides us with a whole treasure of absurd love stories, grotesque disputes over heritages, distasteful cases of death and unbelievable stories of adored pets, which are just too good, to be only told at birthdays or wedding parties- now, Dear Reader, do not only think of your little sister, your parents and your great- grandfather but of the involvement in such affairs of whole dynasties. So does Jeroen Duindam, Professor of history at the University of Leiden who will give away the secrets of the courts in Vienna, Beijing and Istanbul at Monday, talking about the global dimensions of early modern family and dynasty networks. Please feel very welcome to this very special family reunion at 24th of March, at 4PM in the Neill / Hoey Lecture Room of the Long Room Hub Building, Trinity College Dublin, Ireland. Oh, and don’t forget to bring your little sister and your great- grandmother with you.

The day I lost my name

Ti- Da- di- da-di- chirps the bird in the tree, and does not care about, who this girl Elise might have been.

Elias was the name of the boy, who drowned in the Red Sea at first.

Nomen est omen, is an old saying and Plataus was the name of the man who said it for the first time.

In the English novel of the nineteenth century naming each other with the first name, was the synonym for making love to each other.

A-Skinny-Soy Milk-Frappuccino-Latte- with-an- extra-shot- for- Jo-please  is the most usual greeting at every airport or station in the 21st century.

My Irish students silently smile when I try to pronounce their names right.

I do not know your name, says the men I shall meet for a discussion to me, pointing with his finger in my direction, and barks over the office floor, to his secretary to tell him my name. The secretary does not find the calendar, where my name might appear under 10 AM meeting and the man I shall meet, yells louder, why there is nobody in this d*mn office, who is able to tell him my name. Me standing still in front of him, obviously included. I am terribly sorry, says the man I shall meet, turning  closer to me. I am sure we have taken down a note somewhere. My name is…I want to say, but the man I shall meet, already turned away, yelling, barking and searching for a note with my name on it. I am sure, if I would say may name to anyone in the room now, nobody would believe my name, not even the bird outside in the tree: Ti-Da-di-da-di–