Vegetable Subji -Curry nach einem Rezept meiner verehrten Frau Rajasthani

Der erste Satz, den Frau Rajasthani, deren drittes Kind ich bin, vor vielen Jahren zu mir sagte war:

„Are you Punjabi?“

Eh, no, sagte ich.

„Oh Bhagwan, look at all your hair, don’t be ashamed darling. I know a women who has seen worse eyebrows. But not many. She’ll sort you out.

Ich seufzte.

Der zweite Satz den Frau Rajsthani zu mir sagte war: Are you veg/ or non-veg?

„No pork“, sagte ich.

We will be great friends sagte Frau Rajasthani und beschloss sich nicht nur um meine Augenbrauen, sondern überhaupt um meine Zivilisiertheit zu bekümmern. Was kann man auch schon von einer dahergelaufenen Vierteleuropäerin erwarten? Nicht viel.

Wann immer ich aus der kleinen Slum-Klinik nach Hause kam, denn ich lebe in Delhi im Oberstock des Hauses der Rajasthanis zog sie mich in die Küche, um mir einen riesigen Becher Chai in die Hand zu drücken.

„Let’s have some fun“, sagte Frau Rajasthani, ich träumte von einer kühlen Brise oder hochgelegten Beinen, aber Frau Rajasthani war anderer Ansicht. Wer aussieht wie ein Punjabi muss kochen können, sagte sie und auch nach mehreren Europa-Besuchen glaubt sie nicht, dass das was in Deutschland oder England auf den Tisch kommt, es verdient mit dem Begriff Esskultur belegt zu werden.

You know Read On, with that of yours it will be actually quite hard to find a husband.

I know sagte ich, but my hair is just part of a much bigger problem.

Frau Rajasthani lachte.

Lesson No. 1: Don’t cook to impress your in-laws. Cook because you deserve to eat well.

Vegetable Subji Curry ist genau so ein Gericht, sagte Frau Rajasthani.

Es gelingt immer.
Du kannst das Gemüse nehmen, was da ist.
Es ist Lunchboxkompatibel.
Es macht dir ein warmes Herz.
Es macht Leuten ein warmes Herz, die kein Herz haben.
Du brauchst niemals länger als 30 Minuten.

Lesson No. 2: Don’t cook without good music.

Diesem unumstößlichen Grundsatz verdanke ich die einzige Filmkenntnis meines Lebens. Bekanntlich sehe ich nur Filme mit Isabelle Huppert und alle Bollywood-Filme von denen Frau Rajsthani findet, der zivilisierte Mensch müsste sie gesehen haben. Niemand dem an seinem Leben liegt, würde Frau Rajasthani widersprechen. Damals aber in der Küche, seufzte sie und sagte: Wir müssen ganz von Anfang beginnen.

Meine Bildungskarriere begann mit dem Lied: Mana Janab Ne Pukara Nahi aus der verwickelten Schmonzette Paying Guest um einen Anwalt in Zahlungsschwierigkeiten. Das Lied war das erste, was ich auswendig konnte und Frau Rajasthani sagte: “Oh there is hope for our Punjabi girl.” Dann drehte sie den Plattenspieler lauter und holte die Gewürzdose vom Regal.

Mich hieß sie eine große Zwiebel hacken und deutlicher singen.

Sie selbst stellte eine große Pfanne auf den Herd und gab einen sehr guten Schuss Ghee ( es geht ebenso gut neutrales Öl) hinein.

Es muss qualmen, bis die Nachbarn klopfen, sagte Frau Rajsthani und wirklich fünf Minuten später rief Aunty vom Balkon nebenher: Bei euch gibt es wohl Subji Curry?

„Siehst du“, sagte Frau Rajsthani.

Zwei Kardamom-Kapseln warf sie in die Pfanne: Peng. Eine rote Chili dazu und einen Teelöffel schwarze Sesam-Samen.

If it cackles, you do it right.

Dann die Zwiebeln hinterher, dazu vier Curryblätter, ein Lorbeerblatt, und eine grüne Chili ( ohne Kerne ) dazu. Das Ganze einmal gut umrühren und für eine Liedlänge in der sie getrost zu Ne Pukara Nahi tanzen können, vor sich hin zischen und krachen lassen. Dann sind die Zwiebeln braun.

Lesson No. 3: Use what you have

Sie brauchen für ein gutes Vegetable Sabji Curry keine gesonderten Einkäufe unternehmen, greifen sie in ihr Gemüsefach und nehmen was drin liegt. Es schmeckt immer.

Hier waren es heute:

Drei geviertelte Tomaten

Eine Handvoll grüner Bohnen

Ein mittelgroßer Brokkoli ( zerteilt )
Anderthalb verwitterte Mohrrüben.

Nehmen sie einfach, was sie haben.

Legen sie das Gemüse so ab, dass sie es nicht von der Tischkante wischen, wie ich….

Lesson No. 4 Garlic is a good friend.

Frau Rajasthani glaubt nicht an die Nützlichkeit großen Küchenzubehörs. Sie glaubt an den Chef über den man sich ärgert, den Ehemann, der schon wieder zu spät kommt, den Anruf der arglistigen Schwiegermutter und wenn all das nichts hilft, dann gibt es ja immer noch Narendra Modi der etwas so Unmögliches sagt wie etwa auch Horst Seehofer allenthalben.

Denken Sie also an etwas, was Ihnen den Ärger in die Arme treibt und zerdrücken sie eine große Knoblauchzehe und eine Ingwerwurzel, die halb so groß ist, wie ihr kleiner Finger. Wenn Sie Ingwer nicht mögen, lassen sie ihn weg.
Rühren sie die Tomaten unter den Zwiebelsud.

Rühren und singen sie weiter.

Drehen Sie den Herd auf kleine Flamme herunter.

Lesson No.5: It’s the spices, baby.

Frau Rajasthani liess mich schwören, dass ich niemals abgepacktes Garam Masala kaufen würde und ich lege ihnen Selbiges auch ans Herz. Die Gewürzmischungen sind meistens
Indische Küche ist nur einmal aufwendig nämlich dann, wenn man einen Gewürzhändler aufsucht und einmal das kauft was man immer braucht.

Da wären: Kreuzkümmel ( 1/ 2 Teelöffel )
Koriander (gemahlen) ( ½ Teelöffel )
Kurkuma ( gemahlen) (½ Teelöffel )
Chili ( gemahlen) ( 1 Teelöffel )

Zu der Tomaten-Zweibelsud Mischung geben und für fünf Minuten leise simmern lassen.

Lesson 6: Don’t waste food.

Nach fünf Minuten alles Gemüse zu dem Gewürz-Tomaten-Zwiebelgemisch geben, 125 ml Wasser dazu, das Ganze aufkochen lassen, dann 100 ml Kokosmilch ( nach Belieben auch mehr ), einen guten Esslöffel mit Tamarindenpaste dazu gießen und das Gemüse bissfest kochen. Unterdessen- in der Büchse ist ja noch Kokosmilch übrig- Reis kochen, halb Wasser und den Rest der Kokosmilch verwenden und schon wird die verehrte Frau Rajasthani ihnen zunicken und ihnen beglaubigen, dass Sie sich auf dem besten Wege zurück in die Zivilisation befinden. Ich habe Frau Rajasthani noch niemals Lebensmittel wegwerfen sehen.

So einfach ist das mit dem Vegetable Subji und wärmer ums Herz ist einem nach einem großen Teller auch und überhaupt ist es nie falsch ein bisschen von der prickelnden Schärfe von Frau Rajasthani und ihren Rezepten mitzunehmen.

Suppentage

Es gibt sone Tage und solche Tage. An solchen Tagen schickt die Auszubildende, trotz fester Vereinbarung- am Morgen eine SMS mit: ’sick, w’nt come in. Sry‘ und ich stehe allein vor einer ziemlich großen Ausgabe, die zu zweit kein Problem ist, allein aber sehr, sehr mühselig, vor allem wenn sich für später Handwerker angesagt haben. Die beste Chefin der Welt ist ja immer noch krank. An solchen Tagen klingelt das Telefon unablässig und niemals sind die Anrufe in zwei Sätzen abzuhandeln. An solchen Tagen, ich ziehe gerade den Mantel an ruft der Tierarzt an-Donnerstage sind Zootage und an Zootagen treffen der Tierarzt und ich uns zu einer gemeinsamen Mittagsstunde. Aber gerade an solchen Tagen klingelt eben das Telefon und der Tierarzt sagt: „Mädchen,die Kinofreundin zieht um und hat doch kein Auto.“ „Das soll heißen Du machst ihr den achten Umzug in zwei Jahren,ja?“, sage ich und das Schweigen am anderen Ende ist an solchen Tagen bleiern und schwer und ich lege auf. An solchen Tagen machen Kolleginnen in der Teeküche meinen Akzent nach und fallen vor lauter Kichern fast in das Spülbecken, an solchen Tagen vergisst sogar die liebe C., das wir auf einen Anruf verabredet waren, Schwesterchen hat zu einem gemeinsamen Wochenende genau die Freundin eingeladen, mit der ich keine halb Stunde verbringen und an solchen Tagen lese ich einen Text, den ich geschrieben habe und möchte ihn in viele, kleine Fetzen zerreißen.

Solche Tage sind eigentlich Aobaba  Tage, aber das Aobaba ist auch recht weit vom Institut entfernt und mir hängen doch die Handwerker im Nacken und so renne ich lieber ins Bun Cha. Denn das Bun Cha ist an solchen Tagen ein echter Lichtblick. Im Bun Cha lacht sie niemand aus, im Bun Cha lächelt man sie an. Im Bun Cha treten sie an den Tresen und suchen sich eine Suppe aus. Man sieht sie an und im Bun Cha sieht man genau, dass heute ein solcher Tag ist und man bedeutet ihnen sich hinzusetzen. Wenig später nähert sich eine dampfende Schüssel und sie umfängt der tröstliche Duft einer heißen Hühnerbrühe. Auch im Bun Cha reicht man Limetten zur Suppe und die Suppe ist keine Suppe, sondern ein kleiner Eimer Trost. Sie schlürfen friedlich ihre Suppe und sehen ihr Telefon gar nicht an. Zu den weiteren Vorzügen des Bun Cha gehört die Musikauswahl: im Bun Cha laufen die aktuellen vietnamesischen und chinesischen   Pophits während ich die hervorragenden Pilze aus der Suppe angle und da bin ich mir sehr sicher, wird in den Liedern mit Tierärzten, die Fräuleins versetzen abgerechnet, blau machende Auszubildende geschmäht, tomatige Schwestern als solche benannt und überhaupt wippt man nach ein paar Minuten mit dem Fuß mit, summt beim dritten Lied mit und gibt mehr Chili in die Suppe, denn die Suppe muss heiß und scharf sein, denn die Welt ist schon kalt genug.

Die Suppe lässt im Bun Cha nichts zu wünschen übrig. Im Bun Cha gibt es neben sehr, sehr guten Suppen, der besten Musikwahl und sehr frischen Frühlingsrollen auch den weltbesten Zuckerrohrsaft, allerdings kann ich Zuckerrohrsaft nicht an solchen Tagen trinken, denn immer wenn ich nach Indien komme, dann trinke ich bei Fräulein Janivapati, die einen Zuckerrohrsaftstand an der Nizamuddin Bahnstation ein großes, kaltes Glas Zuckerrohrsaft und erst dann bin ich zurück in Indien. Obwohl der Zuckerrohrsaft im Bun Cha so köstlich ist, soll man auf solche Tage nicht auch noch Heimweh legen. Das Bun Cha aber ist vor allem ein freundlicher Ort,  im Bun Cha essen Familien mit Kinder, Bauarbeiter aus Rumänien, Friseurinnen aus dem Tschad und ziemlich oft auch ein ziemlich niedergeschlagenes Fräulein. Das Bun Cha aber verlässt man stets aufgerichtet und mit einem warmen Suppenbauch und trifft man später auf den Tierarzt und seine Kinofreundin, die irgendwas von Kaffee um die Ecke murmeln, so zuckt man nur mit den Schultern, hebt etwas spitzig das Kinn, schüttelt die Shetlandponyhaare und sagt mit einer leichten Handbewegung: „Ach geht ihr nur, ich hatte Suppe im Bun Cha.“

Was? Bun Cha , Dublin

Wo? 11 Moore Street , Dublin 1 , Dublin , Ireland

Wie viel? Eine Suppe, die auch einen sehr hungrigen Riesen oder ein Fräulein an solchen Tagen satt macht, kostet zwischen 7, 50 und 9,50 Euro.

Wie stets gilt: Selbstgegessen, Selbstgeknipst, Selbstbezahlt und Selbstgeschrieben ist es auch.

‚Nur auf ein halbes Stündchen…‘

 

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Manchmal ist es ja so. Das Telefon schellt und am anderen Ende meldet sich eine entfernte Freundin, die eher eine gute Bekannte ist. Sie sagt: Read On, wir sind auf der Durchreise in Richtung Süden. Weißt doch wir fahren halt immer Ski über Jahresschluss und machten Station in Berlin. Wär doch nett man würde sich wiedersehen. Aber ich sage Dir gleich wir haben nicht mehr als ein halbes Stündchen über, aber das muss Dir doch zupass kommen, Du hast doch eh nie Zeit. Zwar habe ich vergessen, dass die gute Bekannte über den Jahreswechsel eisige Hänge herunterstürzt, aber das ich immer eilig bin, dass stimmt schon. Nun ist es aber auch so, dass meine Großmutter, die preußischste unter den deutschen Juden war und meine Großmutter sagte: „Kind man muss etwas anbieten, sagt sich Besuch an.“ und meine Großmutter meinte damit nicht trockene Salzstangen oder staubige Kräcker. Da ich noch immer einem krächzenden Raben ähnle, wickle ich mich in einen dicken Schal und ein weiches Plaid und hole Käse, Brot und Weintrauben ein. Nicht einmal mal meine Großmutter wüsste darüber zu schimpfen. Ich decke den Tisch, falte Servietten, scheuche den Tierarzt in den Keller Wein zu holen und warte auf das Eintreffen der guten Bekannten und ihres mir gänzlich unbekannten Mannes. Es schellt, man küsst sich und die gute Bekannte sagt:

„Ach Read On, eigentlich lohnt sich das Mäntel Ablegen ja gar nicht, wir bleiben doch nur auf ein halbes Stündchen, aber da du ja eh den Tisch gedeckt hast, wollen wir sie, also die Mäntel doch aufhängen.“

Ich nicke.

Die gute Bekannte und ihr Gemahl schütteln dem Tierarzt die Hand.

„Ich würde mich ja richtig vorstellen“, sagt sie, aber wir bleiben ja nur auf ein halbes Stündchen, da lohnt es sich ja gar nicht mit dem Kennenlernen.“

Der Tierarzt sagt: „Hallöchen.“

Dann sitzen wir am Tisch.

„Ich sage: „Also es gibt einen Ziegenfrischkäse mit Kräutern, Greyerzer Käse, Trüffelkäse, der Käse, der ausschaut wie ein Camembert ist ein Reblochon und der Käse in Ziegelsteinform ist wirklich ein Camembert.“

Die gute Bekannte sagt: „Read On, ich hatte doch gesagt, wir bleiben nur auf ein halbes Stündchen, und überhaupt der Fettgehalt von Käse und noch dazu von diesem Käse.

Ich lächle und betone der Käse sei organisch-biologisch und die Oliven im Brot seien unter toskanischer Sonne gereift und die Weintrauben an den sonnigsten der südlichen Hänge gereift.

„Brot“ quiekt sie, habe sie schon sieben Jahr nicht mehr gegessen und auch Weintrauben stehe sie eher kritisch gegenüber.“

„Tierarzt“, sage ich, tu mir doch die Liebe und hol die Traubenschere, denn die preußischste Großmutter unter den deutschen Juden, fand es gäbe nichts Widerwärtigeres als knipste der Besuch mit den Fingernägeln in den Trauben herum.

„Aber nur ein winziges Stückchen“ haucht die gute Bekannte und ich schneide vorsichtige Ecken vom Käse ab, der Tierarzt knipst Weintrauben dazu und ich suche das kleinste Eck Brot aus dem Korb heraus.

„Aber nur ein winziges Schlückchen“, sagt die gute Bekannte als ich mich mit der Weinflasche nähere.“ Ein winziges Schlückchen also.

In den nächsten zweieinhalb Stunden erfahren wir alles über

: die missratenen Kinder des Gemahls,  der nun eben gerade mit dem Tierarzt parliert.

: eine leidige Zahnsache der guten Bekannten

:Ärger mit dem übellaunigen Chef einer Druckerei

: die horrenden Preise für den Skipass

: den Vorzug ägyptischer Seide für Kopfkissen

: die Pläne für den Sommerurlaub

: ihre Glutenunverträglichkeit

: ihre Erfahrungen mit Heilsteinen

: Ärger mit dem Umtausch von Weihnachtsgeschenken.

An den Käse, den Wein und das Brot muss ich nicht erinnern, die gute Bekannte bittet nämlich ihren Mann, den Tierarzt und mich um das Abschneiden einer weiteren, winzigen Ecke, dem Nachfüllen eines zweiten klitzekleinen Tropfens und des Naschens einer einzigen, weiteren Traube. Nach einer Stunde bringt der Tierarzt eine zweite Flasche Wein aus dem Keller hervor, ich wasche eine weitere Traube ab und schneide Brot auf. Nach zweieinhalb Stunden ist die Käseplatte leer, der Wein geleert und vom Brot der letzte Krümel verzehrt.

Die gute Bekannte küsst mich zweimal links und zweimal rechts: „Du Read On, es war wirklich schön einmal auf eine halbe Stunde bei Dir vorbeizuschauen, wenn wir nächstens Mal mehr Zeit haben, dann musst Du mir unbedingt erzählen, was Du so machst. Ich nicke und lächle. „Ach“, sagt sie wirklich fein, der Käse, ich habe ja nur ein einziges Stückchen probiert und über das Brot und die Weintrauben kann ich nichts sagen, ich esse seit Jahr und Tag schon keine Kohlenhydrate mehr nach vier Uhr. Dann sieht die gute Bekannte den Tierarzt an: „Alles Gute“ sagt sie und entschuldigt sich dafür, dass sie sich in einer halben Stunde wirklich keine Namen merken könnte.

„Der Tierarzt sagt: „Aber Hallöchen!“

Das Ehepaar winkt, hupt und braust davon.

Wir gehen hinauf, fegen Brotkrümel, tragen die leeren Flaschen hinunter und waschen Teller wie Gläser ab.“

„Ein halbes Stündchen, ja?“ sagt der Tierarzt.

„Ein halbes Stündchen“, sage ich.

„Die Uhren gehen anders in Deutschland“, sagt der Tierarzt und klingt fast wie meine Großmutter, die bekanntlich die preußischste unter den deutschen Juden war und sich niemals mit dem Käsemesser auch noch Butter auf das Brot geschmiert hätte.

Wie es isst.

Immer kurz vor Weihnachten beschließt die Frau des Krämers abzunehmen. Der Krämer fährt in den von ihr so verachteten TESCO auf einer grünen Wiese und die Frau des Krämers lädt einen Stapel Weight Watchers Assietten in ihren Wagenkorb und schwört in den nächsten Tagen bis zum 23 Dezember nichts anderes mehr zu essen, als das was das Punktesystem der vereinigten Waagenwächter vorgibt. Nach zwei Tagen kennt die Frau des Krämers alle Punkte, die auf den Plastepackungen abgedruckt sind. Aber nach zwei Tagen hat die Frau des Krämers auch festgestellt, wie scheußlich der Waagenwächterfraß schmeckt. Die Laune der Frau des Krämers ist also an Tag Drei unterirdisch und da die Frau des Krämers findet, ich sei quasi für jedes Elend der Welt mitverantwortlich, schreit sie während ich Butter, Joghurt und Milch zur Ladentheke trage: „Sie wissen aber schon wie viele Punkte das hat!“ Keine Ahnung, Frau des Krämers sage ich, Hauptsache die Milch ist nicht sauer, die Butter nicht ranzig und der Joghurt nicht wässrig. Die Frau des Krämers knurrt Böses. Dann hole ich Nussschokolade. Die Frau des Krämers fletscht die Zähne, das ist verboten, streng verboten, Schokolade hat sieben Schrillionen Punkte. Überhaupt Fräulein Read On, sind sie dicker geworden oder trägt die Strickjacke auf?“ Frau des Krämers lächle ich, es soll kalt werden über Nacht, Nussschokolade aber wärmt gut. Dann hole ich Schokoladeneis aus der Tiefkühltruhe und die Frau des Krämers wirft mir ihren Todesblick zu.
Wissen Sie Frau des Krämers mein Punktesystem ist ganz einfach: „Ist noch genug Nussschokolade da und warum zur Hölle sind da immer noch vier Pastinaken im Gemüsefach.“ Die Frau des Krämers starrt mich entsetzt an: „Ich weiß wirklich nicht, wie der Tierarzt es mit Ihnen aushält.“

Die Auszubildende schluchzt wie ein Schlosshund. Es braucht eine Packung Taschentücher und den ganzen Rest meiner Jahresendgeduld bis ich herausfinde, warum sie schluchzend das Telefon ignoriert. „Fräulein Read On bricht es schließlich aus ihr heraus, „mein Kleid für die Weihnachtsfeier ist mir zu eng.“ „Kaufen Sie ein neues Kleid“, sage ich und nehme den Telefonhörer ab. „Sie sind so unsensibel“ schreit die Auszubildende. Ich atme tief ein und aus. Am Telefon ist der Schriftsteller. „Fräulein Read on sagt er, besteht Frackzwang?“ „Schriftsteller, sage ich, es ist die Weihnachtsfeier nicht der Pulitzerpreis.“ Der Schriftsteller immerhin ist beruhigt.

Am Abend sind der Tierarzt und ich auf der Weihnachtsfeier der Tierärzte und ihres Anhangs. Wir sind zu siebent am Tisch und ich besehe den Menüplan, um herauszufinden, was für den Tierarzt wohl ginge und was nicht. Pilzsuppe lese ich und denke an die Pariser Maronensuppe von der, der Tierarzt fünf Löffel schaffte und ich danach vor Freude durch das Marais hüpfte. An unserem Tisch sitzt eine Tierärztin, zwei Tierärzte und ihre Frauen und dann sitzen da eben auch wir. Der Tierarzt sagt: Das ist das Mäd-äh Fräulein Read On, sie fürchtet sich nur vor Reptilien, liebt eine Wildtaube, Kälbchen und ich hoffe ein kleines bisschen auch mich. Ich lächle milde und versuche zu verdrängen, da Kälbchen mir erst vorgestern so derartig auf den Mantel gesabbert hat, dass noch nicht klar ist, ob der Mantel sich noch retten lässt und sage: Angenehm, wie schön sie kennenzulernen.

Die Damen der Tischgesellschaft starren den Tierarzt an.

Dann sagen sie zum Tierarzt gewandt:

„Ich muss auch dringend abnehmen.“
„Nach Weihnachten kommen fünf Kilo runter.“

„Meine Oberarme sind solche Fettschlegel.“

„Haben Sie auch schon mal die Kohlsuppendiät probiert?“

„Ach, am Besten ist dann doch die gute Friss die Hälfte.“

„Die Tina macht ja im Januar immer eine Saftkur.“

„Sagen Sie, war das erste Kilo eigentlich das Schwerste?“

„Haben Sie die Kohlenhydrate ganz weggelassen oder nur Abends?“

„Rohkost soll ja richtig gut sein, um zu entschlacken.“

„Verzicht ist auch eine Lebenshaltung.“

„Abnehmen ist eine Einstellungsfrage.“

„Ich mache seit August ja SlimFit und ich bin mir sicher, da geht noch mehr.“

Die Frauen trinken während sie so daherreden Champagner und Rotwein, sie essen Canapés mit Lachs und russische Eier, sie löffeln die dicke Pilzsuppe und nehmen eine zweite Portion vom Lammbraten, sie essen Kartoffeln mit Rosmarin und in Honig glasierte Möhren. Sie essen Pasteten und Ententerrine, sie schlecken Eis und nehmen Pralinen zum Kaffee dazu. Keine der Frauen hört auf, während sie essen davon auf zu reden, wie sie bald abnehmen werden und natürlich preisen auch sie das Konzept der Waagenwächter mit ihrem so überaus klugen Punktesystem.

„Das ist überhaupt der Trick“ sagen sie und sehen den Tierarzt an, der sich an einem Löffel Suppe quält, man lässt einfach die Hälfte auf dem Teller liegen. Dann kratzen sie Erdbeersauce vom Tellerrand. Der Tierarzt aber steht auf und ich weiß ganz genau, dass er im Badezimmer des Restaurants zwei Löffel Pilzsuppe ausspeit und die Frauen am Tisch seufzen verzückt: „Einmal Size Zero.“ „Size Zero ist dem Tierarzt zu groß“, sage ich und die Frauen starren mich an. Als der Tierarzt zurückkommt, sind die Teller abgetragen und seine Hände sind kalt.

Die Damen loben nun die Qualität des Essens und die Güte des Weines, der Tierarzt trinkt Kamillentee und irgendwann gehen wir zurück zum Auto. Ich krame nach dem Autoschlüssel in meiner Handtasche und als wir im Auto sitzen, vergräbt der Tierarzt den Kopf in seinen Händen und sagt: „Mädchen, warum dürfen alle abnehmen und nur ich muss essen?“

Das Glück ist eine Suppenschüssel

Es gibt missliche Tage und besonders missliche Tage. An besonders misslichen Tagen, da versuchen sie in aller Früh die Katze davon abzuhalten ihre Schnürsenkel zu zerbeißen und sogleich vergräbt die Katze ihre Zähne tief in ihren Arm. Der Tierarzt sitzt an solchen misslichen Tagen mit festzusammengepressten Lippen am Tisch und keift: Dieses Porridge ess ich nicht und überhaupt will ich nie, nie, nie wieder etwas essen. An besonders misslichen Tagen ruft ihr Vater sie an und sagt: „Süße, ich weiß gar nicht, wie ich es dir sagen soll, aber ich habe alle Chanukkah-Kerzen auf die Geburtstagstorte deiner Schwester getan und wie soll ich es sagen, die Torte war sehr gut und deine Schwester hat alle Kerzen auf einmal ausgeblasen, aber jedenfalls sind die Kerzen jetzt alle weg.“ An besonders misslichen Tagen ist es auf dem kleinen Dorf, in dem ich lebe, eisig kalt, in Dublin aber schwül und warm und noch dazu lacht die Stadt höhnisch und gießt Sprühregen über unseren Köpfen aus, jedenfalls schwitzen sie in den dicken Wollstrumpfhosen und hangeln sich gerade in Feinstrumphosen, da klopft es und sie schreien: „Nein jetzt nicht“, aber die Auszubildende reißt natürlich unbekümmert die Tür auf und vor ihnen steht der Chef eines verfeindeten Instituts und sie stehen in Snoopy-Unterhosen, Bluse und einem Bein in der Strumpfhose da. Oh, diese Auszubildende!

An derart misslichen Tagen, empfiehlt es sich dringend zur mittäglichen Stunde das Aobaba aufzusuchen. Das Aobaba ist nämlich auch an besonders misslichen Tagen eine so derart wohlgeordnete Welt, dass man auf der Stelle ruhiger wird, tritt man an den Tresen und alles was es zu entscheiden gilt, ist ob man die Pho, eine vietnamesische Nudelsuppe mit Rind, Huhn oder Tofu haben will und während man seinen Wunsch über den Tresen ruft, so tönt es gleich hinterher: „Small oder large.“ Hier gilt es auf jeden Fall large zu rufen, dann erhält man ein weißes Papierzettelchen mit einer Nummer und setzt sich an ein Tischen und wenn die Damen sich mit dampfenden Schüsseln nähern, gilt es zu winken und zu rufen, denn das Aobaba ist eng und verwinkelt, die Tische sind dicht besetzt und die Schüsseln groß wie heiß. Das Aobaba wird allein von Frauen geführt- in den drei Jahren in denen ich im Aobaba Suppe schlürfe, habe ich noch niemals einen Mann im Aobaba walten sehen, umsichtig sind die Frauen, niemals verlieren sie ein Wort über unnütze Dinge. Oft ist es im Aobaba voll und man muss einen Moment anstehen, bevor man zu Tisch und Suppe kommt, einmal da begann ein Mann ungeduldig zu werden und plärrte über die Schlange hinweg etwas was verdächtig nach: „Dalli, Dalli“ klang. Eine der Aobaba Damen rief zu ihm herüber: „Soup or no soup“ und damit war alles geklärt, alles gesagt und lammfromm stand der Mann in der Schlange bis er an der Reihe war und so ist die Welt im Aobaba eine vortrefflich geordnete und deutlich unterschieden von der misslichen Außenwelt.Sollte das Matriarchat eines Tages Wirklichkeit werden, so hoffe ich sehr, dass den Damen des Aobaba dort eine Führungsrolle zukommt, denn sie haben lange schon verstanden, dass sich die Übel der Welt nicht ohne einen Teller Suppe lösen lassen.

Die Suppen kommen in großen, weißen Schüsseln, und immer gibt es Zitrone und frisches Chili dazu. ( Auf den Tischen steht zudem sriracha Soja Bohnen Paste, Fischsauce und Töpfe mit minced chilli.) Die Brühe ist so stark wie heiß, dabei niemals ölig, das Huhn ist nicht zäh und auch nicht pappweich, der Koriander ist niemals zu stark, dass alles im Koriander ertrinkt, der Bambus ist knackig und die Nudeln sind ein einziges, langes Glück, die Nudeln sind perfekt zum zuzeln und niemand im Aobaba nimmt Anstoß am schlürfenden Suppengenuss. Aber nicht nur für die Suppen lohnt sich ein Besuch: die vietnamesischen Pfannkuchen sind exzellent und die Frühlingsrollen unübertroffen. Hat man die Suppe ausgeschlürft, so kehrt man gestärkt in die Welt zurück, versöhnter noch mit den misslichsten Tagen und versehen mit der Pho der Damen Aobaba greift man sogar zum Telefon um bei der A. in Jerusalem der Channukka-Kerzen vorzusprechen und auch ihr schroffes und höhnisches Lachen: „Diaspora-Juden“, kann mich nicht weiter schrecken. Auch an misslichen oder schönen Tagen übrigens lohnt sich ein Besuch im Aobaba sehr.

Aobaba,6A Capel St, North City, Dublin 1, Täglich von 12 Uhr- 10 Abends geöffnet.Eine große Schüssel Pho Bo und alle anderen Pho Variationen, wie man mich zu Recht berichtigt, kosten 7,80 Euro.

Wie immer gilt: selbstgeschrieben, selbstgeknipst und selbstbezahlt ist es auch.Das Aobaba spricht für sich.

Heiß, heißer, Suppe!

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In Ehren gehalten wie Onkel A. wird auch die einhenklige Suppenschüssel

Nach der Aufklärungssprechstunde aber laufe ich schnell über den Marktplatz, zweimal links, dreimal rechts, dann ums Eck und schon an der Straßenecke rieche ich es: meine liebe C. hat ihre berühmte Suppe gemacht. Einen Rindermarkknochen nämlich kocht die liebe C. über Stunden auf kleiner Flamme, wirft Möhren und Erbsen, dazu und macht die besten Grießklösschen mit frischem Thymian und Ei, aber die kommen erst ganz zum Schluss in die Suppe. Dann zieht die C. ein braunes Gewürzfässchen nach dem anderen vom Regal und salzt hier ein bisschen,pfeffert dort, greift in so viele Tiegel und Töpfe bis sie irgendwann ganz und gar zufrieden ist mit der Suppe und dann muss die Suppe ziehen. ( Die Suppe allerdings kann nur so lange ziehen, wie ich noch nicht zurück bin.)

Schon also renne ich die Treppe hinauf, werfe Schal und Mantel über einen Stuhl, küsse die C. zweimal rechts und zweimal links, greife nach dem Löffel und beuge mich über den Topf. Dann ist es für eine ganze Weile still. Die C. lacht. Wir werden dich bald in das Fräulein Suppentopf umbenennen sagt sie und ich werde rot. Die C. holt warmes Brot aus dem Ofen und ich schöpfe uns die heiße Suppe in die Teller, Shabbat Shalom und dann schlürfen wir die glühende, wunderbare Suppe. Denn das ist Teil des Ganzen: Heiß muss die Suppe sein, einem die Zungenspitze ansengen und einen durchwärmen von Kopf bis Fuß in nicht mehr als 30 Sekunden. Die Haare müssen einem zu Berge stehen vor wohliger Wärme und die Wangen glühen rot wie hundertjährige Äpfel. Nie habe ich verstanden, wie Leute Suppe essen können, die mit gespitzten Mund die Suppe kühlen und fürchten sie mögen vergehen an der Glut, die jedem richtigen, echten und wahren Suppentopf innewohnt.
Ich nämlich komme aus einer Familie der Heißesser, schon bei meiner Großmutter dampften die Kartoffeln, so dass die Fenster beschlugen, Wiener Schnitzel, die sie einer gewaltigen gusseisernen Pfanne in brutzelnder Butter briet, zischten und fauchten, landeten sie mit Schwung auf dem Teller, der Grießkoch blubberte unter dem schweren Federbett und meine Großmutter legte noch eine heiße Wärmflasche obendrauf, niemals hätte meine Großmutter einen Braten anders als resch aus dem Ofen auf den Tisch gebracht und das Chili, das meine Großmutter konnte brachte Bauarbeiter zum Weinen und Stahl zum Schmelzen. Der Tee ( mit Kandis natürlich ) ließ das Glas knacken und die Hühnersuppe meiner Großmutter war ein Vulkan, der selbst einem weitgereisten Rabbi Schweißperlen auf die Stirn trieb. Meine Großmutter blieb unbeeindruckt. Nur einmal bat ein Gast um Kühlung der Speise, meine Großmutter aber warf ihm einen Blick zu, der von nichts Gutem kündete und sonst für Gäste, die mit dem Fischmesser ein Steak teilen wollten, reserviert blieb . „Ich kann nicht kalt kochen, sagte sie und der Gast sah verzweifelt auf seinen brodelnden Teller hinab. Wir aber die Heißesser schlürften genüsslich und schüttelten verständnislos den Kopf. Später erst sind mir Kaltesser begegnet. Der F. zum Beispiel rennt regelmäßig mit dem Teller zum Fenster um- man stelle sich das einmal vor- die Suppe zu kühlen und als ich vor Jahren in Madrid zum ersten Mal überhaupt kalte Suppe kredenzt bekam, unwissend aber und voller Vorfreude den Löffel tief hineintauchte, nur um auf einmal kalte Gurken und Tomaten in meinem Mund zu finden, hielt mich nur die Erziehung meiner Großmutter-Contenance mein Kind- davon ab, die Suppe auf den Tisch zu speien. Kalte Suppen aber kann ich nichts anderes als Misstrauen entgegenbringen. Kalte Suppen sind nur dem Namen, nicht aber dem Wesen nach Suppen. Sie trösten nicht, sie riechen nicht nach der Speisekammer, in ihnen liegt keine Seele, keine Familiengeschichten, wie die von Onkel A., der uns Kindern den Suppenkasper verdeutlichen wollte, dabei zu arg am Tischtuch riß und geistesgegenwärtig, nicht Leib noch Leben rettete, sondern die Suppenschüssel packte und so will es die Legende noch im Flug, mit gewaltigem Schlürfen und Schmatzen die natürlich wie bei Heißessern üblich, kochende Suppe verschlang. Ob das nun wirklich wahr ist, weiß ich nicht. Wohl wahr ist aber, dass Onkel A. immer rote Ohren hatte und die auf den Verzehr der guten Suppen schob und auch die Suppenschüssel, die heute in meinem Geschirrschrank steht, hat nur mehr einen Henkel. Ach, was waren das für Zeiten als auch ich unter überzeugten Heißessern lebte. Der Tierarzt aber der nicht isst, sondern pickt wie ein Vögelchen, hat den ersten Löffel Suppe erst dann verzehrt, wenn die Suppe längst Kaltschale geworden ist. Der Priester, mein sonntäglicher Mittagsgast pustet wie der irische Nordwind über das Roastbeef und rührt die Katrtoffeln erst an, wenn sie kalte Steine auf dem Teller geworden sind. Manchmal sieht er zweifelnd zu mir herüber: „Fräulein Read On sagt er dann, Sie verbrennen sich doch die Zunge.“ Ich meinerseits sehe voll Unglauben auf seinen Teller, auf dem nichts mehr brutzelt, keine Butter schäumt und keine Kartoffeln mehr dampfen. Zwar nicke ich freundlich zum Priester hinüber, aber im Grunde meines Herzens bin ich erleichtert, ein wahrer und echter Heißesser zu sein, Teil einer langen Kette von Menschen, die Speisen nie anders als brennend heiß verzehren. Onkel A. schließlich war derjenige, der am lautesten mit dem Suppenlöffel auf den Tisch schlug und anhob zu singen : vos habn mir tsu mitog haynt, fragt Yossele der mamen./mir vilt zikh ezen mamenyu, kartofzup mit shvomen. Wir sangen mit ihm und zuckten nicht mit der Wimper als uns der erste Löffel die Augenbrauen versengte, denn so muss es sein, nur so findet man in das Herz einer jedenSuppe.
Schließlich sind es wir die Heißessser, die auf die Frage nach heiß, heißer…. nie mit am heißesten, sondern immer mit „ Suppe!“ geantwortet haben, das Gesicht immer schon tief über den dampfenden Teller gebeugt, während auf dem Herd schon die Kartoffeln bollern und die Butter laut brutzelnd und prasselnd in der Pfanne zu schmelzen beginnt.

Surviving as a non-pork eater in Ireland (XI)

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Sometimes I think there must be a competition. Something like „European championship of preparing the worst canteen dishes“ or All-world finals of the worst vegeterian dishes.“ Otherwise it would be really hard to explain why the canteen serves food as today’s dish. The name alone should have frighten me away: „Cheese Macaroni Pasta.“ You got the idea? Don’t tell me you are never having pasta with more pasta? This however was exactly what today’s dish was all about. On the plate there was pasta covered in a sauce I am not able to identify: anything from mayonnaise to cream cheese dissolved in water would be perfectly plausible because the sauce did not taste of anything at all. The pasta was covered by cheese. But if I would abstain to use the term cheese for the hard and yellow crust that served as a glue on top of the dish. As the pasta itself the cheese crust did not taste of anything not even a large amount of salt and pepper did change this situation for the worse or for the better. Beyond those named ingredients there were tiny, tiny pieces visible that remind from afar of spring onion. They were so tiny and so few that I can’t say for sure if its true or just imagination. This was it. No single piece of vegetable, no sauce, no spices, not even the omnipresent celery  was added to at least evoke the illusion of consideration and care for those people who do not eat meat. If this dish entered the competition it surely would win a gold medal for being able to prepare a disastrous dish with no taste and absolutely not a single vitamin. Congratulations. Well deserved!

What?  Cheese Macaroni Pasta

Where? The Buttery, Trinity College Dublin, Ireland

How much? 4 Euro

Survived? Speechless

 

Surviving as a non-pork eater in Ireland(X)

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It can’t be helped, I am afraid.

Sometimes things change over night. Especially when living in Ireland. You can go asleep thinking of not much more than you need to buy washing powder and in the morning you hear on the radio that Apple owes 13 Billion Euros in tax return to the little island in the Western Atlantic. The grocer’s wife has heard so too. “Oh Read On”, she sighs „I could use a bit of that money to get a new refrigerator for the shop.“ I nod in full agreement. But I won’t tell you what she said about the Irish government not wanting that money. But better it would be fro Enda Kenny not entering the shop of the grocer’s wife. However I am drifting away, because many things stay exactly the same. The weather ( grey and drizzle ) and of course the food in the canteen. I can reassure you, it is as strange as ever. A more warm welcome to the bleak realities you face as a non-pork eater in Ireland could hardly be possible. The sign reads: “Three bean-curry with rice.” I was scratching my head. This really does sound suspicious. But only the brave and the very hungry will make it through and so I nodded when the sweet canteen lady passed me the plate. Here ya go darlin’. Here she goes. The beans turned out to be chickpeas and whites beans, which had been too long in the pot and were burnt black. Even when searching forceful with my fork I couldn’t detect a third species. The beans came- remember some things just stay the same- with celery, onions, reminders of red peppers and zucchini. The sauce reminded from afar of a mixture of baked bean sauce spiced up with Tabasco. I am sparing you the details. I hate wasting food but here I gave up. The half-burnt beans were just that tiny bit too much. “Its all bonkers” as the grocer’s wife would put it, but these are her words of course not mine.

What? Three bean curry with rice.

Where? The Buttery, Trinity College Dublin, Ireland

How much? 4 Euro

Survived? Only halfway.

Surviving as a non-pork eater in Ireland (IX)

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You all are dead right. I neglected my duty of showing you and the world the wonders of the vegetarian option in the canteen. I know I deserve your quizzical brows and disappointed looks, but here we go again. You can see nothing has changed. Today the cook decided to finally use up all zucchini someone must have ordered without knowing what to do with them further. So may the non-pork eaters suffer from an zucchini overload, as long as it not us ,it is fine. The cook quite optimistically called the dish: „Vegetarian curry with rice“ as if exoticism ever helped to disguise blunt failure. Mrs Rajasthani, Queen of the curry would just snort angrily and dismiss the whole idea of this dish being even a close relative of an Indian curry. Unfortunately, Delhi and Mrs Rajasthani are far away and on a drizzle Dublin Tuesday, this is what you get. Vegetables discovered: chickpeas, zucchini ( loads of them ), a few pieces of green pepper, a fizzle of red pepper, onions, sour aubergines and of course my old and best enemy: celery. The curry sauce was surprisingly hot, even if I could not make out any spices. Maybe the cook just has a big jar standing next to him called „indifferent spice for various purposes“ use carefully. But what do I know about such matters? The book by the way, whose cover matches so stunningly with the colour of the dish is about 17th century vermilion making. What a coincidence!

What? Vegetable Curry with rice.

Where? The Buttery, Trinity College Dublin, Ireland

How much? 4 Euro

Survived? It can’t be helped, can’t it?

Surviving as a non-pork eater in Ireland ( VIII)

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Friday. Probably the cook wants to empty the fridge and the pantry. The weekend is long and who knows what will happen to the corn and the peas in the meantime? This is a risk the cook doesn’t want to take on. And as long as there are non-pork eaters, there is hope: why not processing all those leftover vegetables into a patty and call it a vegetable burger? Brilliant isn’t it? And here we go: the burger consisted mainly of mashed potatoes, a few peas and corn. If you want to imagine the taste: think of mashed potatoes you made on Sunday and re-heat it at three consecutive days. I think you can’t get much closer. Nearly no salt or pepper was spent on this dish. Its getting rid of things that counts not adding stuff, when emptying the fridge. The salad, if you are optimistic enough to call the few leaves that, were surprisingly fresh but pretty tasteless.The exception: a piece of green pepper, which was one of most bitter things I ever ate. Who would have thought the cook being so subtle that he let the week end with a bitter taste, before the sweet weekend appears?

What? Vegetable Burger with salad and garlic sauce ( I can’t eat garlic sauce especially not in public. I have no clue either why a canteen would serve it anyway.)

Where? The Buttery, Trinity College Dublin, Ireland

How much? 4 Euro

Survived? Yes, with a bitter aftertaste.