12 Bilder, ein Tag. Die Irland-Ausgabe.

Gestern war es wieder so weit. Ganz Bloggersdorf sammelte 12 Bilder eines Tages und da will auch die Außenstelle: Kleinst-Gälisch-Bloggersdorf nicht fehlen.
Ganz Bloggersdorf zeigt seine zwölf Bilder schon immer bei Draußen nur Kännchen

Not a dark noir film but my way to work. #1v12 #12von12 #ireland #thisisireland

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Der Weg ins Unterland sieht im Januar so aus. Würde ich einen dieser Film sehen in denen in irischen und walisischen Dörfern, Menschen am laufenden Band erstochen und im Moor vergraben werden, so würde ich wahrscheinlich schreiend die Straße hinunterrennen, da Filme mit Isabelle Huppert selten in kleinen Dörfern spielen und in den von mir so geschätzten Bollywood-Filmen der 60er Jahre immer jemand anfängt zu singen, schlurfe ich gähnend und oft summend vor mich hin.

Waiting. #2v12 #12von12 #coffee #dublin

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Dann passieren für viele Stunden lauter Dinge, die ich nicht ins Internet schreiben kann, bis ich auf jemanden warte, mit dem es eine weitere Angelegenheit zu besprechen gibt, die Fräulein Bond nicht mitteilen kann. Der Jemand verspätet sich, ich trinke Milch mit Kaffee und höre zwei Freunden zu, die sich über New York unterhalten. Die Mieten. Die Kälte. The vibe. Dann kommt der Jemand doch.

Late, late lunch. #3v12 #12von12 #lunch #saladeniçoise #kosher

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Wieder vergeht Zeit, ich habe Hunger wie ein junger Wolf und esse den riesigen Teller  Salade  niçoise auf, hernach verwandle ich mich wieder in das altbekannte Shetlandpony. Sollte auch Sie hartnäckiger Hunger in Dublin überfallen, so lege ich Ihnen sehr, das “ Cocotte “ in der Alliance Francaise ans Herz. Die Salate sind die besten, die sie in Irland finden werden und so der Gastraum auch eher nüchtern ist, kann man dort sehr, sehr gut verschnaufen.

-Hier Einsetzen größerer Panik- erst drei Bilder. Himmel hilf.

Foggy. #4v12 #12von12 #dublin #river #randomsnaps

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Dublin nebelt unterdessen so vor sich hin.

Ich schreibe Karte Nummer 301 an Deniz Yücel. 301 Karten, sagt mir eine Stimme ganz leise ins Ohr, das ist ja fast schon ein Jahr. Es gibt noch immer keine Anklageschrift.

Die Letzte macht das Licht aus. #6v12 #12von12 #dublin #tgif

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Die Letzte macht das Licht aus, das bin dann wohl ich.

Dinner. #7v12 #12von12 #ice #icebabyice #nice

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Abendbrot! Liebe Eltern, was Sie hier sehen, ist was passiert, wenn man Kinder von Schokolade freihält, denn trotz gelegentlicher Nussschokoladenexzesse in den Sommerferien bei meiner Großmutter, bin ich süßigkeitenfrei aufgewachsen und habe mich davon nie erholt.

A long standing tradition before the concert. #8v12 #12von12 #nationalconcerthall #dublin

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Vor dem Konzert gilt es Pralinen zu erstehen. Dies ist eine altehrwürdige Tradition, denn damals als ich ein kleines Mädchen war und mit meiner Großmutter in die Philharmonie ging, da bestach sie mich mit Pralinen, damit ich auch wirklich mucksmäuschenstill wäre. Die Tradition führe ich natürlich fort und im Konzertsaal verfalle ich sofort in eine krokodilsartige Starre und mich haben schon Konzertbegeleiter angestoßen, um zu überprüfen , ob ich noch am Leben sei.

My happy place. #9v12 #12von12 #nationalconcerthall #dublin

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Auf ewig ist der Konzertsaal, der Ort den ich am liebsten mag. Mein Spa-Day und Detox von wirklich allem, überhaupt erlebt man im Konzert auch immer wieder völlig kuriose Dinge. Heuer saß nämlich ein Mann neben mir, der mitten im Konzert eine kleine hölzerne Kralle, die an einem Stiel befestigt war, hervorholte und sich damit kratzte. Fast lautlos, in geübten Bewegungen und ohne den Blick vom Orchester zu wenden, bediente sich der Mann seines hölzernen Helfers. Kurios.

Das Programm und ach, ich liebe die Symphonie fantastique auch nach all diesen Jahren, ich kann mich nicht satt hören an ihr und immer wieder falle ich auf ein Neues in sie hinein. Was für große und dabei leichte und schwermütige Musik zu gleich. Ma erzählt sich Berlioz sei damals in eine Schauspielerin-Harriet Smithson– aus Ennis verliebt gewesen, die Ophelia in Paris gab, allein es fehlte ihm an Mut sie auf ein Glas Champagner zu bitten.

Who can spot the vet? #11v12 #12von12 #dublin #dublinbynight

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Der Tierarzt hat unterdessen und sozusagen in Sichtweite an einer Geburtstagsfeier teilgenommen und so wurde mir aus vertraulichen Quellen zugetragen, eine halbe Weißweinschorle getrunken. (Wein hat doch Schrillionen Kalorien? Nicht wahr?) Der Tierarzt jedenfalls musste im Auto so derart über den Mann mit seiner Holzkralle lachen, dass selbst das Meer anfing zu kichern, die Schafe grölten und St Sylvester heiser, hustend lachte.

Book& tea and nitenite. #12von12 #nitenite #nowreading #book #vonnegut

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Der Tag wurde mit einer letzten Tasse Tee und einem Buch beschlossen.

7 thoughts on “12 Bilder, ein Tag. Die Irland-Ausgabe.

  1. Wie schön, dass ich jemanden über „12 von 12“ gefunden habe, bei dem ich ein bisschen von meienr Zeit in Dublin träumen kann! 😉 Liebe Grüße, ich bleibe wohl ein Weilchen hier.

  2. Direkt heimelig wirkt der Weg zur Arbeit wirklich nicht. Spannend schon, und da liegt vermutlich noch einiger
    Stoff für die kommenden Geschichten von Mademoiselle.

  3. Ich kenne diese Kratzkrallen, sind ja praktisch, wenn man allein ist und die Arme zu kurz sind um zu kratzen wo es gerade juckt. Aber so ein Teil immer mit sich rumzuschleppen und sich dann damit auch noch im Konzertsaal zu kratzen, das ist skurril.
    Apropo Konzertsaal: Ich höre jetzt öfter Klassikradio, das ist sehr entspannend bei der Küchenarbeit.

  4. Ich persönlich halte ja nichts vom süssigkeitenfreien Aufwachsen. Es ist doch immer so: was verboten ist, ist nur umso verlockender.
    Der Holzkrallenmann und besonders die grölende Schafe haben mich sehr amüsiert.

  5. Jetzt weiß ich, dass es Konzertkrokodile gitb, wie schön.
    (Slaughterhouse 5 – ein zentrales Buch meiner Leserinnenkarriere.)

  6. In den Krokodilmodus zu fallen kann ich nur empfehlen.
    Und um so einen Kratzer in ein Konzert mitzunehmen, muss man schon sehr speziell sein. Oder der Herr hat eine Hautkrankheit, die ihm nie Ruhe lässt.
    Jedenfalls habe ich das Hotel sofort wieder erkannt, schickschick.

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